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Medieninformation der Universität Potsdam

Nr. 2011-192 vom 28.09.2011


Mikrobewegungen der Augen

 

Kognitionswissenschaftler veröffentlichen in der US-Fachzeitschrift PNAS neue Erkenntnisse zur visuellen Wahrnehmung

Kognitionswissenschaftler der interdisziplinären DFG-Forschergruppe „Computational Modeling of Behavioral, Cognitive, and Neural Dynamics“ an der Universität Potsdam haben ein mathematisches Modell für Mikrobewegungen der Augen entwickelt. Darüber berichten sie in dieser Woche in der renommierten Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA (PNAS).

Unsere visuelle Wahrnehmung basiert darauf, dass wir unseren Blick auf interessante Reize lenken.  Die Augen stehen während solcher Fixationen auf Objekten aber nicht völlig still, sondern führen Mikrobewegungen aus, die sich in der Regel der subjektiven Wahrnehmung entziehen. Die statistischen Muster dieser Bewegungen sind komplex. So können zum Beispiel langsame Bewegungsanteile von sogenannten Mikrosakkaden unterschieden werden. Deren spezifische Funktionen sind seit mehr als dreißig Jahren höchst umstritten. Das Potsdamer Forscherteam um den Kognitionswissenschaftler Prof. Dr. Ralf Engbert hat nun gezeigt, dass sich alle Bewegungstypen in einem theoretischen Rahmen mathematisch beschreiben lassen. In einem Simulationsmodell wurden die statistischen Eigenschaften von Mikrobewegungen exakt nachvollzogen. Perspektivisch kann mit diesem Modell der Beitrag von Augenbewegungen zum Wahrnehmungsprozess besser verstanden werden.
Die DFG-Forschergruppe „Computational Modeling of Behavioral, Cognitive, and Neural Dynamics“ besteht seit 2007. Wissenschaftler aus der experimentellen Psychologie  und der theoretischen Physik arbeiten hier mit Mathematikern, Linguisten und Informatikern zusammen, um Prozesse der Wahrnehmung, des Denkens, Fühlens und der Sprachverarbeitung interdisziplinär zu erforschen und in mathematischen Modellen abzubilden. Die Untersuchung von Blickbewegungen nimmt dabei eine wichtige Rolle ein.     

Hinweis an die Redaktionen:

Kontakt:  Prof. Dr. Ralf Engbert, Universität Potsdam, Allgemeine und Biologische Psychologie,  Telefon: 0331/977-2140, E-Mail: ralf.engbert@uni-potsdam.de

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Herausgegeben: 28.09.2011, 13:31, Autor: Horn-Conrad/Peter

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