Neuerscheinungen:

Philipp Krämer: Die französische Kreolistik im 19. Jahrhundert. Rassismus und Determinismus in der kolonialen Philologie.

Markus Lenz: Genie und Blut. Rassedenken in der italienischen Philologie des neunzehnten Jahrhunderts.

Philipp Krämer (Hg.): Ausgewählte Arbeiten der Kreolistik des 19. Jh.

 

Philologie und Rassismus im 19. Jahrhundert

Emmy Noether-Nachwuchsgruppe

gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (Leitung: Dr. Markus Messling)

 

Philologie und Rassismus: Diskurs und Gegendiskurs in Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien im 19. Jahrhundert

Résumé en français Sommario in italiano

Verbreitung der Menschenrassen u. Sprachen nach F. Müller u. O. Peschel (Quelle: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 1. Leipzig 1911Leipzig 1914: zw. 198/199)

Anliegen des Projektes ist eine systematische Untersuchung des Beitrags der europäischen Philologie(n) zur Herausbildung und Entwicklung des rassistischen Diskurses im 19. Jahrhundert. Der Beitrag der Philologie als Sprach- und Textwissenschaft mit kulturellem und ethnographischem Anspruch zum Rassismus ist unbestreitbar: Wenn die „Ursünde“ der modernen europäischen Erforschung des Menschen nach Claude Lévi-Strauss die Vermengung biologischer Konzepte mit den sozialen und psychologischen Produktionen der verschiedenen Kulturen war, so besteht sie im Fall der Philologie spezifischer in der Vermengung von sprachlichen, schriftsystemabhängigen und textkulturellen Kategorien mit den kognitiven Fähigkeiten der Sprecher/Schreiber der eigenen und anderer Kulturen. Trotz der vielfältigen Anstrengungen, die unternommen worden sind, um Erkenntnisse in die wissenschaftliche Gestalt des europäischen Rassismus zu erhalten, ist dieser keineswegs nebensächliche Bereich nicht systematisch erforscht worden. Vor diesem Hintergrund soll zugleich untersucht werden, ob die Annahmen der Philologie tatsächlich derart homogen mit der intellektuellen Hegemonie und letztlich dem rassistischen Diskurs Europas in eins zu setzen sind, wie dies in der jüngeren Kulturtheorie wirkmächtig und folgenreich behauptet worden ist. Während diese These in Bezug auf Literatur, Malerei und andere kulturelle Produktionen in den letzten Jahren kritisch modifiziert worden ist, steht eine grundsätzliche Aufarbeitung in Bezug auf die Entstehung und Entwicklung der Philologie(n), ihrer Modelle und Methoden, selbst noch aus. Eine solche kann aber nur in einem größeren europäischen Kontext behandelt werden, weil der Rassismus kein nationales Phänomen (gewesen) ist und die Philologie im 19. Jahrhundert einen internationalen Denkraum darstellt. Aufgrund der mannigfaltigen Kulturtransfers und Modellbildungen bietet sich dabei eine Untersuchung zu Deutschland und den großen romanischen Nachbarn (Frankreich, Italien, Spanien) an. Eine zentrale These ist dabei, dass es zu Zeiten eines hegemonialen eurozentrischen Diskurses in der Philologie bereits Ansätze zur Formierung eines Gegendiskurses gab, der später politisch in der Idee der Alterität relevant geworden ist.

 

 

Projekt Philologie und Rassismus

Kontakt

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Institut für Romanistik

Dr. Markus Messling
Emmy Noether-Nachwuchsgruppe
»Philologie und Rassismus im 19. Jh.«

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