Seminar zum wissenschaftlichen Präsentieren

Niemand mag einen in die Länge gezogenen, monotonen und schlecht vorbereiteten Vortrag, wenn der/die Referent_in einfach nur die Notizen abliest, keinen Blickkontakt aufbaut, steif am Computer steht und die überladenen Power Point Folien durchzappt. Jede/r Zuhörer_in ist in so einem Fall davon überzeugt, dass er oder sie den Vortrag besser vorbereitet und präsentiert hätte. Die Ansprüche des Publikums liegen meistens sehr hoch. Doch wie kommuniziert man, was einem gut gefallen hat und was verbesserungswürdig ist? Hätte man es wirklich so viel besser gemacht? Wenn ja, was genau hätte man besser umgesetzt und weshalb ist man sich dessen so sicher?

Wissenschaftliches Präsentieren bedeutet nicht nur, dass man sich an eine Struktur hält, bewusst mit Quellen und Zitaten umgeht und mit fachsprachlichen Begriffen arbeitet, sondern es spielen auch und vor allem die Rhetorik und Visualisierung eine zentrale Rolle. Die Art und Weise, wie man einen Vortrag hält und ihn mit seiner Persönlichkeit umsetzt beispielsweise die Mimik und Gestik, die Einbeziehung und Unterhaltung des Publikums, die Entscheidung zur Nutzung verschiedener Medien und die Gestaltung dieser sind zentrale Aspekte, die simpel klingen, aber anspruchsvoll in ihrer Umsetzung sind. Hinzu kommen Stärken und Schwächen der Referent_innen, denen sie sich selbst erst einmal bewusst werden müssen. „Ich bin immer so aufgeregt vor einem Vortrag und habe Angst ihn zu vermasseln“, sagen Schüler_innen häufig. Ein bisschen Aufregung kann allerdings auch nicht schaden. Sie fördert die Aufmerksamkeit und Konzentration und ist wesentlich für die Selbstreflexion. Denn auch ein überheblicher und selbstsicherer Vortrag kommt nicht immer gut an.

Wie gestaltet man denn nun einen abwechslungsreichen, gut vorbereiteten, interessanten Vortrag? Wie wäre es mal mit einer Einstiegsfrage zu Beginn des Vortrags, die Einbeziehung des Publikums durch die Anleitung kleiner Aufgaben oder auch die Verwendung mehrerer Medien zur Visualisierung? Nichts von alldem führt allerdings an einer ordentlichen Recherche und Ausarbeitung zum Vortragsthema vorbei!

Manchmal hilft es andere Referent_innen und ihre Präsentationen genau zu beobachten und zu analysieren, um neue Ideen und Anreize für die eigene Präsentation und Vortragsweise zu bekommen. Auch die Formulierung eines Feedbacks an den/die Referent_in und das Empfangen eines Feedbacks aus dem Publikum helfen bei der Vorbereitung zukünftiger Präsentationen. Erfahrungen aus Workshops mit Schüler_innen haben gezeigt, dass das Beobachten von Referent_innen anhand von Videos nicht nur Spaß macht und unterhaltsam ist, sondern auch, dass das, was man beobachten kann und, was den Schüler_innen gut oder auch nicht so gut gefällt, reflektiert und bewusst in einem eigenen Kurzreferat umgesetzt wird. Was ist also wirklich wichtig: Mut haben etwas Neues auszuprobieren und vor allem Spaß beim Präsentieren!

Es bietet sich an, das Seminar zum „Wissenschaftlichen Arbeiten“ als allgemeine Einführung in das Thema sowie das Seminar „Wissenschaftliches Schreiben“ als Vertiefung voranzustellen.

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