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Exkursion in den Himalaya, 7.09.2013 (Teil 11)

Massenbewegungen der Vergangenheit und der Gegenwart
Diskussion über die Entstehung der Landformen im Spiti-Tal. Foto: R. Thiede

Diskussion über die Entstehung der Landformen im Spiti-Tal. Foto: R. Thiede

Mit Trommeln, Glockengeläut und Mantra-Gemurmel der Mönche im Kloster Tabo lassen sich einige von uns, die das Morgengebet besuchen, ein gutes Omen auf den Weg geben. Weiter geht die Reise talaufwärts zum spektakulären Erdrutsch bei Sichling. Vom höchsten Punkt des Erdrutsches hat man einen guten Rundumblick und wir können weit in das Spiti-Tal hinaufschauen. In Gruppenarbeit studieren wir die räumliche Verteilung der Seesedimente, den Ursprung des Erdrutsches und seine Ausdehnung. In den Gesteinen des Erdrutsches entdecken wir Lagen mit vielen Fossilien. In einer Höhe von über 3000 Metern sind Fossilien beredte Zeugen der gewaltigen Kräfte, die im Zuge der Kontinent-Kollision zwischen Indien und Eurasien die ehemals marinen Sedimente aufgefaltet und gehoben haben.

Ursprünglich horizontal lagernde Schichtpakete an Sedimenten beobachten wir jetzt als teils vertikal gestellt, teils in engem Großfaltenbau zusammengeschoben und hochgedrückt. Entlang des tief eingeschnittenen Pin-Tals sind die gewaltigen Gesteinsdeformationsstrukturen spektakulär aufgeschlossen. Selbst erfahrene Geologen geraten hier ins Schwärmen und kommen aus dem Stauen nicht heraus.

Unerwartet stoßen wir auf einen frischen, 30 Meter hohen Schlammmurenkegel, der sich über die gesamte Breite des Tales ausgebreitet und dahinter den Pin zu einem See aufgestaut hat. Große Tonplatten, die jetzt eine getrocknete Oberfläche bilden, sind von tiefen Trockenrissen durchzogen. Von der Neugierde getrieben, alles aus der Nähe anzuschauen und zu entdecken, bewegen wir uns zu Fuß über Murenkegel. Manchmal brechen wir durch die dünne getrocknete Kruste, einige Mutige versinken bis zu den Knien im Schlamm. Entsprechend groß ist die (Schaden-)Freude der anderen.

Die zunehmend dünne Besiedlung des oberen Spiti-Tals bringt es mit sich, dass wir von nun an in Zelten übernachten müssen – unter einem atemberaubenden Sternenhimmel. Für einige von uns ist es das erste Mal im Zelt.

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Hinweis: Alle Veröffentlichungen aus dem Online-Tagebuch müssen durch das Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Universität Potsdam freigegeben werden.

Kontakt: Dr. Henry Wichura und Dr. Rasmus Thiede
Koordinatoren des Graduiertenkollegs „Interactions between Tectonics, Climate and the Biosphere in the African-Asian Monsoonal Region“
Universität Potsdam
Institut für Erd- und Umweltwissenschaften
E-Mail: graduateschool@geo.uni-potsdam.nomorespam.de

Text: Dr. Henry Wichura und Dr. Rasmus Thiede
Online gestellt: Agnes Bressa
Kontakt zur Online-Redaktion: onlineredaktion@uni-potsdam.nomorespam.de