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Stärken stärken

Wie die Universität Potsdam ihr Forschungsprofil schärft
Foto: Karla Fritze

Foto: Karla Fritze

Die Universität Potsdam hat die hochschulinterne Förderung ihrer Forschungsschwerpunkte neu aufgestellt. Auf der Basis einer externen Evaluation der bisherigen Profilbereiche wurde das neue Modell mit einer Laufzeit bis 2019 entwickelt. Die Universität will damit ihr Forschungsprofil schärfen, zielgerichtet Schwerpunkte fördern und die internationale Sichtbarkeit erhöhen. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Kontext auch die verstärkte Einwerbung von Drittmitteln zur Finanzierung von Großforschungsprojekten.

Die Stärken stärken, ein klares Profil zeigen, sichtbarer werden – das ist das Ziel der neuen Forschungsförderung, mit der sich die Universität Potsdam im nationalen und internationalen Wettbewerb um hervorragende Wissenschaftler und Fördermittel besser positionieren will. Dafür investiert sie ab 2014 mehr als eine Million Euro pro Jahr. „Das ist das Doppelte der bisherigen Förderung. Eine erkleckliche Summe für eine Universität unserer Größe“, sagt Prof. Dr. Robert Seckler, Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs. Die Grundlage für die Neuerung bot die planmäßige Evaluation der bisherigen Profilbereiche. „Es zeigte sich, dass neun Bereiche zu viel sind. Manche hatten ein klares Profil, andere waren viel zu breit aufgestellt. Künftig soll deutlicher werden, was Potsdam-spezifisch ist, worin die Universität besonders stark ist“, erklärt Robert Seckler.

Das neue Modell sieht die Etablierung von drei Förderlinien vor, die sich durch spezifische Organisationsformen, Förderinstrumente und Evaluationszeiträume unterscheiden. In der 1. Förderlinie gibt es insgesamt vier universitäre Forschungsschwerpunkte oder auch Research Focuses mit einer Laufzeit von zunächst drei bis fünf Jahren. Zu ihnen gehören die Erdwissenschaften/ Integrierte Erdsystemanalyse, die Funktionelle Ökologie und Evolutionsforschung, die Kognitionswissenschaften sowie die Pflanzengenomforschung und Systembiologie. „Das sind diejenigen Bereiche, die in der externen Evaluation am höchsten bewertet wurden und in der Außensicht am meisten mit der Universität Potsdam verknüpft werden“, berichtet Robert Seckler. „Zudem sind sie besonders drittmittelstark und haben das Potenzial, auch in der Zukunft große, vom Bund und der DFG geförderte Forschungsprojekte und Graduiertenprogramme einzuwerben.“ Mit der hochschulinternen Förderung sollen diese vier Bereiche nun weiter gestärkt und in die Lage versetzt werden, ihre Forschung zu intensivieren und auszubauen. „Wir wollen kritische Massen herstellen, um in Zukunft mehr strukturierte Forschungsprogramme an die Universität zu holen“, sagt der Vizepräsident mit Blick auf den bislang einzigen Sonderforschungsbereich in den Kognitionswissenschaften. Die 2. Förderlinie des neuen Modells wurde mit einer Laufzeit von zunächst zwei Jahren auf Fakultätsebene für die Forschungsbereiche Funktionale Weiche Materie, Komplexe Systeme sowie Politik, Verwaltung und Management eingerichtet. Auch sie erhalten zusätzliche Mittel für Personal, Geräte und andere Investitionen. „Das Geld steht zur freien Verfügung, die Ziele jedoch werden klar vereinbart“, unterstreicht Seckler. Einem Zwischenbericht folge am Ende der Laufzeit eine erneute Evaluation.

Zusätzlich zu den nun festgelegten Schwerpunkten und Bereichen unterstützt die Universität in der 3. Förderlinie einzelne innovative Projekte. Sie werden mit einer flexiblen Anschubfinanzierung als Forschungsinitiativen gefördert. „Wir wollen damit vielversprechende Entwicklungen vorantreiben, etwa bei den Gesundheitswissenschaften oder bei der geplanten Kooperation der Philosophischen Fakultät mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten“, sagt Seckler und verweist in diesem Zusammenhang auch auf die Stärkung der Potsdamer Bildungsforschung. Diese soll durch die Eingliederung des bisherigen Profilbereichs Empirische Bildungswissenschaften in das neue Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung erzielt werden. Seckler ist sich sicher, dass die neuen Strukturen und die Erhöhung der Mittel die Forschungskraft der Universität weiter stärken und den Wissenschaftlern gute Voraussetzungen für innovative Forschung bieten werden.

Text: Antje Horn-Conrad, Online gestellt: Silvana Seppä

Veröffentlicht

07. Jul 2014