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Genügsamkeit lernen – Wie sich Schüler für nachhaltigen Konsum begeistern lassen

Wie kann man junge Menschen für nachhaltigen Konsum sensibilisieren? Und welchen Beitrag kann Schulbildung dabei leisten? Mit diesen Fragen hat sich ein Forscherteam um Prof. Dr. Ingo Balderjahn von der Universität Potsdam und Dr. Barbara Seegebarth von der Technischen Universität Braunschweig im Projekt SPIN auseinandergesetzt. In einer Pilotstudie an sechs ausgewählten Brandenburger Schulen konnten die Forscher zeigen: Schon zwei 90-minütige Unterrichtseinheiten sind in der Lage, vor allem bei Schülerinnen ein Umdenken einzuleiten. Jungen profitierten indes durchschnittlich kaum von den Anregungen. Auf einem Symposium am 22. März an der Universität Potsdam präsentieren Ingo Balderjahn und sein Team die Ergebnisse ihres vom Bundeministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts. Dabei  stellen sie auch die darin entwickelten Unterrichtsmaterialien vor.

„Wenn wir erreichen wollen, dass Menschen nachhaltiger konsumieren, müssen wir bereits bei den Jugendlichen ansetzen“, sagt Prof. Dr. Ingo Balderjahn. Wissenschaftliche Studien der Forschungsgruppe zeigen, dass Jugendliche im Durchschnitt ein geringeres Bewusstsein für einen nachhaltigen Konsum und andere Konsummotive haben als Erwachsene. „Während Erwachsene oft die (Vor-)Freude am Einkaufserlebnis antreibt, steht beim Konsum der Jugendlichen die soziale Anerkennung häufig im Vordergrund. Das ist durchaus kritisch zu sehen, da es sich negativ auf die Lebenszufriedenheit auswirken kann“, so der Professor für BWL mit dem Schwerpunkt Marketing.
Um Jugendliche zu einem nachhaltigeren Konsum anzuregen, haben die Forscher mit Partnern aus der Bildungspraxis zwei 90-minütige Unterrichtseinheiten entwickelt und als Pilotstudie an sechs ausgewählten Brandenburger Schulen für die 9. und 10. Klassen umgesetzt. Während die Forschungsgruppe das wissenschaftliche Konzept der Unterrichtseinheit beisteuerte, erarbeitete die Bildungsagentur Helliwood media & education darauf aufbauend eine multimediale und alltagsnahe Unterrichtseinheit. Mit ihrer Hilfe sollen die Schülerinnen und Schüler angeregt werden darüber nachzudenken, welche Folgen ihr Konsum für andere Menschen, die Umwelt und sie selbst hat. Als Möglichkeit für nachhaltigen Konsum wird dann neben dem bevorzugten Kauf umwelt- und sozialverträglicher Produkte auch mehr Genügsamkeit herausgearbeitet.
Die Ergebnisse der streng evaluierten Studie belegen deutlich, dass sich das Bewusstsein der Jugendlichen für einen nachhaltigen Konsum nach dem Unterricht signifikant verbessert hat. Allerdings, und das ist überraschend, gilt dies nur für die Mädchen. Die Jungen haben im Mittel nicht vom Unterricht profitieren können. „Hier müssen wir noch einmal nachhaken und überlegen, wie wir auch die Jungen mit auf die Reise zum nachhaltigen Konsum nehmen können“, sagt Ingo Balderjahn.
Dieses und weitere Ergebnisse des Projektes stellt die Forschergruppe gemeinsam mit Praxis- und Schulpartnern auf dem Symposium am 22. März an der Uni Potsdam öffentlich vor. Dabei soll es auch darum gehen, wie diese Unterrichtseinheit verbessert, ausgebaut und verbreitet werden kann. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, an dem Symposium und der Diskussion teilzunehmen.
Die im Rahmen des Projektes entwickelten Unterrichtsmaterialien – ein Handbuch inkl. Konzept, Glossar und digitale Medien – werden im Anschluss an das Symposium online frei zur Verfügung gestellt.
Das Projekt SPIN ist eines von 30 Forschungsprojekten, die einen Beitrag zu  „Nachhaltigem Wirtschaften“ leisten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert damit die Entwicklung von Perspektiven für eine ökologisch verträgliche, sozial inklusive und wettbewerbsfähige Wirtschaft. Dafür stellt das BMBF in  der Sozial-ökologischen Forschung rund 31 Millionen Euro bereit. Die Sozial-ökologische Forschung ist Teil der Leitinitiative Green Economy im Rahmenprogramm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ (FONA).

Zeit: 22.3.2018, 16–18 Uhr
Ort: Campus Griebnitzsee, August-Bebel-Str. 89, 14482, Haus 6, Hörsaal 05
Kontakt: Florence Ziesemer, Lehrstuhl für BWL / Marketing, Email: florence.ziesemer@uni-potsdam.nomorespam.de, 0331 977 3747
Internet: https://www.uni-potsdam.de/veranstaltungen/detail/event/show/2018-03-22-nachhaltiger-konsum-im-schulunterricht.html
http://csc-lifestyles.de/
https://www.fona.de/de/nachhaltiges-wirtschaften-sozial-oekologische-forschung-17399.html

Medieninformation 02-03-2018 / Nr. 037
Matthias Zimmermann

Universität Potsdam
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Online gestellt: Katharina Zimmer
Kontakt zur Online-Redaktion: onlineredaktion@uni-potsdam.nomorespam.de