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Forschungsstelle Wirtschafts- und Rechtsphilosophie

Prof. Dr. Jens Petersen

A. Zielsetzung

Die Forschungsstelle Wirtschafts- und Rechtsphilosophie unternimmt den Versuch, die Verbindungslinie zwischen den Grundlagen des Rechts, namentlich der Rechtsphilosophie, mit den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften zu betonen. Dabei kann gerade der altertümlich anmutende Begriff der „Wirtschaftsphilosophie“ weiterführend wirken, zumal da das heutige ‚Archiv für Rechts- und Sozialphilosophie‘ in der ursprünglichen Konzeption von Fritz Berolzheimer und Josef Kohler ‚Archiv für Rechts- und Wirtschaftsphilosophie‘ hieß. Die Wiederbelebung dieses Begriffs umreißt auch das Erkenntnisinteresse der Forschungsstelle: Gerade die Monographien „Adam Smith als Rechtstheoretiker“ (2012), „Max Webers Rechtssoziologie und die juristische Methodenlehre“ (2. Aufl. 2014) und „Freiheit unter dem Gesetz“ (2014) über das Rechtsdenken des Wirtschaftsnobelpreisträgers Friedrich August von Hayek, die der Leiter der Forschungsstelle in den vergangenen fünf Jahren vorgelegt bzw. wieder aufgelegt hat, verdeutlichen den Zusammenhang zwischen Wirtschafts- und Rechtsphilosophie. Zugleich fügt sich dies in die Denomination des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Deutsches und Internationales Wirtschaftsrecht ein.

In den letzten beiden Jahren hat die Forschungsstelle verstärkt das Thema der religiösen Studien behandelt, für deren Erforschung im Rahmen der Zielvereinbarung zwischen Universität und Fakultät dankenswerterweise Mittel bereitgestellt wurden. In diesen Zusammenhang gehörten im Jahr 2015 die Gastvorträge von Prof. Loretan zum Spannungsfeld zwischen Kirchenrecht und Rechtsphilosophie sowie von Prof. Landau zum mittelalterlichen Kirchenrecht - ein Vortrag, den er kurz zuvor an der Yale University in englischer Sprache gehalten hat. Im Jahr 2016 betrafen die religiösen Studien zum einen die Neuauflage des Buchs "Dante Alighieris Gerechtigkeitssinn" sowie zum anderen die Monographie "Pascals Gedanken über Gerechtigkeit und Ordnung". Auch das Ende 2016 erschienene Buch "Schopenhauers Gerechtigkeitsvorstellung" behandelt in seinem ausführlichsten Kapitel die eschatologische Dimension ewiger Gerechtigkeit und knüpft dabei bewusst an den Schluss der Neuauflage "Nietzsches Genialität der Gerechtigkeit" an, welcher der 'Jenseitigen Gerechtigkeit' gewidmet ist. In der Zusammenschau beider Kapitel ergibt sich vom Standpunkt der religiösen Studien aus ein ganz neuer Blick auf Schopenhauers und Nietzsches Religionskritik.

Nachdem in den beiden letzten Jahren die eschatologische Seite der religiösen Studien rechtsphilosophisch vertieft wurde, sollen im kommenden Jahr die religiösen Studien im Hinblick auf die Wirtschaftsphilosophie - den anderen Zweig der Forschungsstelle - bezogen werden. Im Rahmen der Neuauflage des Buchs "Adam Smith als Rechtstheoretiker" soll die Problematik der gottgewollten Ordnung im Zusammenhang mit der berühmten unsichtbaren Hand näher behandelt werden. Darüber hinaus soll im Zusammenhang mit einem Drittmittelprojekt das Phänomen gottgewollter Ordnungen auf Fragen des modernen Wirtschaftsrechts bezogen werden.

 

B. Schriften zur Wirtschafts- und Rechtsphilosophie

I. Monographien

Wilhelm von Humboldts Rechtsphilosophie
- 1. Auflage 2005 (Wilhelm von Humboldts Ideen im Lichte der angloamerikanischen Rechtsphilosophie), 276 S., Potsdam.
- 2. Auflage 2007, 366 S., Berlin.
- 3. Auflage 2016, 336 S., Berlin.

Rezension:
- Hermann Klenner, ARSP 95 (2009), S. 440.

Nietzsches Genialität der Gerechtigkeit
- 1. Auflage 2008, 253 S., Berlin.
- 2. Auflage 2015, 233 S., Berlin.
Rezensionen:
- Chiara Piazzesi, Nietzsche -Studien 39 (2010), S. 652.
- Hermann Klenner, ARSP 95 (2009), S. 441.
- Michael Pawlik, ZStW 121 (2009), S. 689.
- Christopher Pollmann, Juridikum. Zeitschrift für Kritik | Recht | Gesellschaft, 2011, 186.

Max Webers Rechtssoziologie und die juristische Methodenlehre
- 1. Auflage 2008 (beim Verlag De Gruyter erschienen), 202 S., Berlin.
- 2. Auflage 2014, 181 S., Tübingen.

Rezension:
- Christopher Adair-Toteff, Max Weber Studies 14.2 (2014), S. 269.
- Steffen Augsberg, in: Portal für Politikwissenschaft.
- Daniel Matthias Klocke, Zeitschrift für Rechtssoziologie 34 (2014), S. 349.

Die Eule der Minerva in Hegels Rechtsphilosophie
- 1. Auflage 2010, 206 S., Berlin
- 2. Auflage 2015, 198 S., Berlin.

Rezensionen:
- Eva Bockenheimer, Hegel-Studien 46 (2011), S. 217.
- Alfredo Bergès, Archives de Philosophie 75 (2012), S. 692.

Dante Alighieris Gerechtigkeitssinn
- 1. Auflage 2011, 112 S., Berlin.
- 2. Auflage 2016, 153 S., Berlin.

Adam Smith als Rechtstheoretiker, 295 S., Berlin 2012.

Freiheit unter dem Gesetz - Friedrich August von Hayeks Rechtsdenken, 414 S., Tübingen 2014.

Rezension:
- Agostino Carrino Lo Stato 2015, Heft 5, S. 282.

Montaignes Erschließung der Grundlagen des Rechts, 216 S., Berlin 2014.

Pascals Gedanken über Gerechtigkeit und Ordnung, 160 S., Berlin 2016.

Schopenhauers Gerechtigkeitsvorstellung, 148 S., Berlin 2016.

II. Aufsätze

  1. Anthropozentrik und Ökozentrik im Umweltrecht, ARSP 83 (1997), S. 361-368.
  2. Kants "Metaphysische Anfangsgründe der Rechtslehre" - kritisches Spätwerk oder "Erzeugnis eines gewöhnlichen Erdensohnes"?, in: Festschrift für Claus-Wilhelm Canaris, 2007, Band II, S. 1243-1262.
  3. Walther Rathenaus Utopie des Rechts, in: Festschrift für Peter Gauweiler, 2009, S. 107-117.
  4. Blaise Pascals Gedanken über das Recht, in: Festschrift für Werner Merle, 2010, S. 289-298.
  5. Die rechts- und staatsphilosophischen Ideen Wilhelm von Humboldts als Grundlage seiner Bildungsreform, in: Festschrift 200 Jahre Juristische Fakultät der Humboldt Universität zu Berlin, 2010, S. 115-132.
  6. Fichtes Versuch, Machiavelli Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, in: Festschrift für Michael Kloepfer, 2013, S. 927-936.
  7. Rezension zu: Eine kurze Geschichte der deutschen Philosophie, von Vittorio Hösle, 2013, ARSP 99 (2013), S. 434.
  8. Recht und Macht in den Fabeln La Fontaines, in: Liber amicorum Otmar Seul, 2014, S. 384-391.
  9. Kants Beweisführung der Unrechtmäßigkeit des Büchernachdrucks, in: Festschrift für Helmut Köhler, 2014, S. 529-534.
  10. Rezension zu: Dante Alighieri, Dichter im Exil. Dichter der Welt, von Karlheinz Stierle, 2014, ARSP 102 (2016), S. 306-309.

 C. Lehre

I. Gastvorträge

  • Menschenrechte in der Kirche – ein Schutz vor Machtmissbrauch“, Prof. Dr. Adrian Loretan, Universität Luzern, 09. Juni 2010.
  • Gefährden kognitive Täuschungen und Empathie die Rationalität richterlicher Urteile?“, Prof. Dr. Klaus Mathis, Universität Luzern, 29. November 2011.
  • „Jerusalem“ – Ein Berliner Plädoyer für eine liberale Gesellschaft, Moses Mendelssohn (1783), Prof. Dr. Adrian Loretan, Universität Luzern, 05. Juli 2012.
  • „Versuch einer kritischen Neubestimmung des Gegenstands der Methodenlehre des Rechts“, Prof. Dr. Johannes Strangas, Panteion-Universität für Sozial- und Politische Wissenschaften Athen, 07. November 2013.
  • „Hilft die Regulierung durch ‚Nudges‘ den Menschen, bessere Entscheidungen zu treffen, oder gefährdet sie ihre Autonomie?“, Prof. Dr. Klaus Mathis, Universität Luzern, 15. Dezember 2014.
  • „Menschenwürde als Herausforderung für die Kirchen und Religionsgemeinschaften“, Prof. Dr. Adrian Loretan, Universität Luzern, 2. Juli 2015.

 II. Eigene Vorträge

  • „Adam Smith als Rechtstheoretiker“, Vortragsreihe "lucernaiuris", Universität Luzern, 13. April 2011.
  • „Die Gerechtigkeitsvorstellungen Dantes in der Divina Commedia“, Kulturwissenschaftliches Institut und Zentrum für Religionsverfassungsrecht, Universität Luzern, 7. November 2011. 

III. Lehrveranstaltungen

  • Sommersemester 2006, Blockseminar: Kants ‘Metaphysische Anfangsgründe der Rechtslehre’ ”.
  • Wintersemester 2007/08, Rechtsphilosophisches Seminar, „Nietzsches Rechtsphilosophie“.
  • Wintersemester 2011/12, Rechtsphilosophisches Seminar, „Adam Smith als Rechtstheoretiker“.
  • Sommersemester 2014, Seminar zur Juristischen Geistesgeschichte, „Montaigne und das Recht“.
  • Wintersemester 2014/15, Seminar zu den Grundlagen des Rechts, „Klassische und moderne Staatsphilosophie“.