Seit dem 11.02.2005 bietet das Kinderlabor der Universität Potsdam Kurse zur naturwissenschaftlichen Frühförderung
für Vorschulgruppen an. Im Rahmen dieser Kurse können die Vorscfüler einfache Experimente zu naturwissenschaftlichen
Themen selber durchführen. Dabei wird ein fächerbergreifender Ansatz vertreten. Da die Kinder dieser Alterstufe
mit ihrer ganzheitlichen Weltsicht die Phänomene nicht aus der Perspektive der Biologie, Physik und Chemie
wahrnehmen, wäre eine Trennung in die Einzelwissenschaften nur künstlich.
Die Kinder besuchen das Labor an zwei bis drei aufeinander folgenden Terminen, einmal pro Woche. Die zu
behandelnden Themen werden vorher mit den Erzieherinnen abgestimmt. Im Moment besteht Wahlmöglichkeit zwischen
vier Themengruppen:
Weitere Themengruppen befinden sich in Entwicklung. Die Experimente werden nach folgenden Kriterien ausgewählt: sie
müssen ungefährlich sein, sie müssen von den Kindern selber durchführbar sein, sie müssen einen relevanten
Alltagsbezug aufweisen und für die Kinder verstehbar sein. Es wird in Kleingruppen von ca. fünf Kindern gearbeitet, die
dabei von extra geschulten Lehramtsstudierenden betreut werden. Die Gruppen sollten eine Größe von ca. 15 Kindern
nicht überschreiten.
Die geistige Entwicklung der Vorschüler, d.h. der Gruppe der Fünf- und Sechsjährigen, ist bereits soweit
fortgeschritten, dass sie am Erkennen von Regelhaftigkeiten und zielgerichtetem Handeln interessiert sind. Genau das
ist auch das Ziel des naturwissenschaftlichen Erkenntnisprozesses. Ausgehend von einer Fragestellung werden dabei
Vermutungen aufgestellt, die im Experiment überprüft werden, um so in der Schlussfolgerung die Ausgangsfrage zu
beantworten. In dieser Abfolge von vier Schritten arbeiten und lernen wir also mit den Kindern:
Hierbei ist das Vorgehen in kindgemäße Formen gekleidet. So werden z.B. die Fragestellungen in Form kleiner Geschichten aufgeworfen oder die Arbeitsphasen mit einem Spiel oder dem Vorlesen eines thematisch passenden Bilderbuches abgerundet.
Die Experimente sind so angelegt, dass die Kinder die aufgeworfene Fragestellung selber beantworten können. Natürlich helfen wir ihnen dabei. Sie sollen aber nicht belehrt werden. Wesentliches Element beim Erkenntnisprozess sind die verbalen Interaktionen zwischen Betreuern und Kindern, die als förderliche Impulse wirken, und die Beobachtungen während der Durchführung des Experimentes begleiten.
Universität Potsdam
Mathematisch-
Naturwissenschaftlche Fakultät
Komplex II,
Karl-Liebknecht-Straße 24-25
Haus 26
14476 Golm
Fax: 0331/977-5522
E-Mail: illner@uni-potsdam.de