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Geschichte des Jüdischen Friedhofs in Wittenberge

 

 

Foto: Martin Wiesche
Die Reste des Friedhofs vom Clara-Zetkin-Park aus gesehen

In Wittenberge wurde erst sehr spät eine jüdische Gemeinde gegründet, doch ein jüdischer Friedhof existierte dort bereits seit längerer Zeit. Vom christlichen Stadtfriedhof an der Perleberger Straße war am nördlichen Rand ein Teil abgegrenzt, der als Sondergrabfeld für jüdische Bestattungen diente.

Laut einer Belegungsliste, die vermutlich in den 1920er Jahren erstellt wurde, umfasste der Friedhof 44 Grabstellen, von denen 43 belegt waren. Das früheste in der Liste verzeichnete Grab war 1861 angelegt worden, und der Friedhof wurde bis mindestens 1927 genutzt, wahrscheinlich auch noch einige Jahre darüber hinaus. 1938 soll der Friedhof verwüstet und dabei etwa drei Viertel der Grabsteine zerstört worden sein.

In Zusammenarbeit mit der Jüdischen Landesgemeinde Mecklenburg stellte man im Jahre 1962 die dreizehn noch vorhandenen Grabsteine wieder am ursprünglichen Standort des jüdischen Friedhofs auf, wenn auch in anderer Anordnung. Da kurze Zeit später, zwischen 1968 und 1971, auch der angrenzende christliche Friedhof aufgegeben und in einen Park umgewandelt wurde, befinden sich die Grabsteine heute am Rande dieses Parks.

Martin Wiesche