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Workshop: Ascher gegen Luther

Foto: Grafik: A. Schüler
Burschenschaftler verbrennen Bücher auf dem Wartburgfest, 1817.

Ein Workshop über die Jüdische Aufklärung, Luther und den deutschen Frühnationalismus

 

Zeit: 8. Mai 2017, 11-16 Uhr

Ort: Foyer H. 8 (R. 60/61), Universität Potsdam, Campus Am Neuen Palais

Der jüdische Aufklärer Saul Ascher (1767-1822) aus Berlin war Kantianer, deutscher Jakobiner, der erste politische Publizist der jüdischen Moderne und einer der meistgehassten Juden seiner Zeit. Er forderte schon 1792 eine „Reformation“ des Judentums und gilt als einer der Vordenker des Reformjudentums im 19. Jahrhundert. Später hat Ascher als aufgeklärter Universalist und Anhänger der republikanischen Staatsform sich gegen Fichte, Arndt, Rühs und andere Protagonisten des deutschen Frühnationalismus gewandt und die antijüdische Definition des Deutschen über christlichen Glauben und germanische Abstammung als „Germanomanie“ (1815) gegeißelt. Aschers Pamphlet Germanomanie wurde daraufhin am 18. Oktober 1817 auf dem Wartburgfest symbolisch verbrannt.

Foto: Grafik: A. Schüler
Burschenschaftler verbrennen Bücher auf dem Wartburgfest, 1817.

"Deutsch, Deutschheit und Deutschthum waren die Paniere, mit welchen sie vor den Augen von ganz Europa Front machten. Es war der lächerlichste Aufzug den man sich denken konnte ..."

Saul Ascher: Die Wartburgs=Feier, 1818, S. 17.

Der Workshop soll sich, 200 Jahre nach dem Wartburgfest und 500 Jahre nach der Reformation, der Rolle Luthers in der Haskala, der frühnationalistischen Inanspruchnahme Luthers und der Reformation für die Geburt der deutschen Nation sowie den jüdischen Reaktionen darauf widmen.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Iwan d’Aprile (Historisches Institut) und Prof. Dr. Christoph Schulte (Institut für Jüdische Studien und Religionswissenschaft), sowie unter der Mitarbeit von Marie Ch. Behrendt (Institut für Jüdische Studien und Religionswissenschaft).

"Deutsch, Deutschheit und Deutschthum waren die Paniere, mit welchen sie vor den Augen von ganz Europa Front machten. Es war der lächerlichste Aufzug den man sich denken konnte ..."

Saul Ascher: Die Wartburgs=Feier, 1818, S. 17.

Programm

11-13 Uhr

  • Marco Puschner (Nürnberg): "Weiter kann doch wahrlich die Reinheit nicht getrieben werden" - Saul Aschers romantische Gegenspieler und ihre Konstruktion der deutschen Nation
  • Olaf Briese (Berlin): Nicht-Staatlichkeit und Staatlichkeit in den Entwürfen Saul Aschers 

14-16 Uhr

  • Christoph Schulte (Potsdam): Janus Luther – Reformation und Reformator bei Saul Ascher
  • Richard Faber (Berlin): Martin Luther – schwarzrotgold?
Foto: Coverdesign: Angelina Schüler

Buchvorstellung und Lesung

Verbunden mit dem Workshop wird am 8. Mai 2017 um 18:30 Uhr im Senatssaal der Humboldt-Universität zu Berlin das bedeutendste neuere Buch zu Saul Ascher, eine Monographie von William Hiscott (1974-2013) unter musikalischer Begleitung vorgestellt:

William Hiscott: Saul Ascher. Berliner Aufklärer. Eine philosophiehistorische Studie / Hrsg. von Christoph Schulte und Marie Ch. Behrendt, Hannover: Wehrhahn Verlag 2017, 797 S. Den Klappentext und die Verlagsinformationen finden Sie hier.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Workshpos "Ascher gegen Luther" der Universität Potsdam sowie im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Lesezeichen 10. Mai" in Verbindung mit der HumboldtInitiative - dem Offenen Forum für Ideen, Initiativen und Projekte der Humboldt-Universität zu Berlin statt.

Musikalische Begleitung durch:

  • Fabian Dieterich - Violine
  • Friedemann Uschner - Viola
  • Simon Steffgen - Cello

Stücke:

  • Goldberg Variationen BWV 988 (Erstdruck 1741) in der Bearbeitung für Streichtrio von Dmitry Sitkovetsky (1985) - Auszug
  • Gideon Klein - Streichtrio  (Theresienstadt 1944)
Foto: Coverdesign: Angelina Schüler

Die OrganisatorInnen danken: