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Professur für Religionswissenschaft mit dem Schwerpunkt Jüdisches Denken

Profil

Angesiedelt an der Schnittstelle zwischen der Potsdamer Religionswissenschaft und den Jüdischen Studien, die seit 2012 zu einem Institut verschmolzen sind, widmet sich die Professur neben der Arbeit an allgemeinen religionswissenschaftlichen Zusammenhängen wesentlich der Erschließung jüdischer Denkwelten und Wissenskulturen zwischen Mittelalter und Neuzeit. Es wird dabei kein konfessionell gebundener, sondern ein explizit säkularer, historisch-kulturwissenschaftlich geprägter Ansatz verfolgt. Ein besonderes Interesse liegt auf der Analyse jüdisch-christlicher Beziehungen in unterschiedlichen Kontexten und Kulturen. Ein anderes zielt auf den Aufbau eines neuen Schwerpunkts „Sefardische Studien“, der sich mit Geschichte und Kultur der iberischen Juden auf und außerhalb der Iberischen Halbinsel beschäftigt.

Ein solcher Schwerpunkt ist im deutschen Sprachraum von enormer Bedeutung, weil die Erforschung des sefardischen Judentums nicht als „iberische oder jüdische Spezialangelegenheit“ betrachtet werden kann, sondern für die gesamte Geschichte der mittelalterlichen Philosophie, der Kabbala und der Entwicklung der frühneuzeitlichen Wissensbestände zentral ist. Darüber hinaus spricht die neuere Forschung den Conversos, getauften Sefarden, die zum Teil im Geheimen als Juden lebten, eine wichtige Rolle bei der  Ausbildung protomoderner Identitäten, kultureller Hybriditäten und frühmoderner Formen religiösen Skeptizismus zu. Mit einem neuen Schwerpunkt „Sefardische Studien“ soll die Universität Potsdam nicht nur an entsprechende Forschungsaktivitäten anschließen, die zurzeit neben Spanien vor allem in den USA und in Israel betrieben werden. Es sollen auch Schulabgänger/innen und Studierende angesprochen werden, die sich für die spanische und/oder portugiesische Sprache und die Iberische Halbinsel und/oder Lateinamerika interessieren.

Durch die Ausbildung der derzeitigen Stelleninhaberin sind Promotions- und Habilitationsprojekte nicht nur in der Religionswissenschaft und den Jüdischen Studien, sondern auch im Bereich der Jüdischen Geschichte am Lehrstuhl möglich und willkommen. Gleichzeitig kooperiert die Professur eng mit der Jüdischen Theologie.

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