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Isaac Euchel. Der Kulturrevolutionär der jüdischen Aufklärung. Herausgegeben von Marion Aptroot, Andreas Kennecke und Christoph Schulte, Hannover: Wehrhahn 2010, 380 S.

Isaac Euchel (1756-1804) war lange Zeit einer der zu Unrecht vergessenen jüdischen Aufklärer. Das hat sich erst seit wenigen Jahren geändert: Seine bedeutende Rolle innerhalb der Haskala, der jüdischen Aufklärungsbewegung, wurde in der Forschung erkannt, seine wichtigen Schriften in hebräischer und jiddischer Sprache wiederentdeckt, übersetzt und ediert.
Euchel war ein vielseitiger Aufklärer: Er war Verleger und Kaufmann, Autor, Herausgeber und Übersetzer, schrieb in Deutsch, Hebräisch und Jiddisch; er war zugleich in der jüdischen und in der christlichen Gesellschaft zu Hause, war Student Kants und Biograph Mendelssohns. In Königsberg und Berlin wurde er zum Organisator und Vernetzer der über halb Europa verstreuten Anhänger der Haskala, die nach seiner Vorstellung durch die Erneuerung der hebräischen Sprache eine aufgeklärte und moderne jüdische Kultur hervorbringen sollte.
Anlässlich seines 250. Geburtstags trafen sich Historiker, Hebraisten, Jiddisten, Judaisten und Literaturwissenschaftler aus Deutschland, Österreich, Israel und den USA in Potsdam, um auf einer internationalen Tagung unter dem Titel »Vom Nutzen der Aufklärung oder: Woß tut me damit« sein Leben und Werk zu ehren und umfassend zu diskutieren. Der vorliegende Tagungsband bündelt die Früchte dieser Diskussionen und bietet einen Überblick über den Stand der Forschung.

Inhaltsverzeichnis und Rezensionen

Leibniz und das Judentum, Stuttgart: Steiner 2008, 283 S. (Hg. mit Daniel J. Cook und Hartmut Rudolph)

Leibniz beschäftigte sich nicht nur in seiner Philosophie, sondern auch in seinen Arbeiten als Jurist, als Bibliothekar, als theologischer Ökumeniker und nicht zuletzt in seinem Alltagsleben in der Residenz Hannover immer wieder mit Juden und mit Judentum. Dennoch wurde bisher in der Forschung seine Einstellung zum Judentum kaum durchleuchtet – etwa zur jüdischen
Religion, zur Kabbala, zur hebräischen Bibel und rabbinischen Tradition oder zu seinen jüdischen Zeitgenossen selbst, ihren Werken und ihrer Rechtsstellung. Hier blieb die Analyse von Leibniz’ persönlicher Haltung und theoretischer Reflexion ein Desiderat. 
Diese Forschungslücke schließt der vorliegende Band. Er präsentiert die Ergebnisse einer internationalen Konferenz in Potsdam, auf der ausgewiesene Leibniz-Forscher dessen Verhältnis zu Judentum und Juden diskutierten und aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blick nahmen.

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Hebräische Poesie und jüdischer Volksgeist. Die Wirkungsgeschichte von Johann Gottfried Herder im Judentum Mittel- und Osteuropas, Hildesheim: Olms Verlag 2003, 274 S.

Das Wirken und die Schriften Herders machten ihn zu einem wichtigen Wegbereiter des Sturm und Drang und der deutschen Romantik. Seine Arbeiten über Volksdichtung, Volkssprachen und Volksgeist schufen eine theoretische Plattform für eine neue Einschätzung von Völkern als Träger von spezifischen Kulturen, Religionen und Literaturen. Auch das jüdische Volk und die hebräische Sprache werden schon bei Herder selbst unter diesen Vorzeichen zu einem Gegenstand der Reflexion. Bei Herder vereinigen sich so aufgeklärter Humanismus und Denken der kulturellen Differenz.

Angesichts der völkischen und antisemitischen Inanspruchnahme Herders im 19. Jahrhundert wurde jedoch lange Zeit übersehen, dass es eine starke Wirkungsgeschichte Herders bei jüdischen Autorinnen und Autoren vom 18. bis zum 20. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum und auch in Osteuropa gibt. Der vorliegende Tagungsband zum Herder-Jahr 2003 zeichnet die spezielle jüdische Wirkungsgeschichte Herders nach, die bei seinen Zeitgenossen wie Mendelssohn und Wessely begann und bis heute anhält

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Kabbala und die Literatur der Romantik. Zwischen Magie und Trope, Tübingen: Niemeyer Verlag (Conditio Judaica, 27) 1999, VIII, 266 S. (Hg. mit Eveline Goodman-Thau und Gert Mattenklott)

Am Übergang von der Spätaufklärung zur Frühromantik erwacht ein neues Interesse an der Kabbala: Während Kenntnisse der jüdischen Mystik selbst bei aufgeklärten Juden wie Mendelssohn oder Salomon Maimon noch weit verbreitet sind, faszinieren Elemente der Kabbala nun auch christliche Autoren der Romantik wie Novalis, Friedrich Schlegel, Clemens Brentano, Achim von Arnim und E. T. A. Hoffmann; einige finden sich selbst bei Hölderlin. Während die Kabbala bei Theologen und Philosophen der Romantik als religiöse Urlehre der Menschheit und als Brücke zwischen rabbinischer Tradition und Christentum galt, fasziniert sie die Literaten als esoterische jüdische Zauber- und Geheimlehre sowie als Trope einer die Rationalität und die Autorenintention übersteigenden, magischen Eigenmächtigkeit von Sprache und Schrift.

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Haskala. Die jüdische Aufklärung in Deutschland  1769-1812, Themenheft der Zeitschrift: Das Achtzehnte Jahrhundert, Jg. 23 (1999) Heft 2, S. 143-246.


Haskala, die moderne jüdische Aufklärung, entstand als eine philosophische, gesellschaftliche und literarische Bewegung im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts in Berlin. Sie schloß an und war Teil der europäischen Aufklärungsbewegungen, aber ihr Paradigma und ihren historischen Ausgangspunkt hatte die Haskala in der Auseinandersetzung mit der deutschen Spätaufklärung. Die Entstehung und Entwicklung, die Selbstverständnisse und Ziele der Haskala in dem Prozeß der Wechselwirkung und Selbstbehauptung gegenüber der deutschen Aufklärung auf dem neuesten Forschungsstand darzustellen, soll Ziel dieses Themenheftes sein. Eine solche Darstellung ist hier naturgemäß nur in Ansätzen möglich. Das Heft soll daher einen Anstoß zur weiteren Erforschung dieses von der deutschen und europäischen Aufklärungsforschung weitgehend vernachlässigten Feldes der deutsch-jüdischen Philosophie-, Literatur- und Geistesgeschichte geben.

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Kabbala und Romantik. Die jüdische Mystik in der romantischen Geistesgeschichte, Tübingen: Niemeyer Verlag (Conditio Judaica, 7) 1994, VIII, 336 S. (Hg. mit Eveline Goodman-Thau und Gert Mattenklott)

In seiner bekannten Abhandlung „Die letzten Kabbalisten in Deutschland“ hatte Gershom Scholem den Niedergang originärer kabbalistischer Literatur in den deutschsprachigen Ländern auf das Jahr 1800 datiert: „Mit dem Ende des 18. Jahrhunderts bricht die kabbalistische Tradition in Deutschland ziemlich abrupt ab.“ Im 19. Jahrhundert finde man sie, gleichsam unterirdisch, nur noch vereinzelt bei einigen Nachzüglern. Damit hatte Scholem ein Machtwort gesprochen, das für alle neueren Forschungen bestimmend wurde. Die Beiträge von „Kabbala und Romantik“ stehen zu Scholems Feststellungen in einem komplementären Verhältnis. Denn das Abbrechen der kabbalistischen Tradition bedeutet keineswegs ihr Verschwinden. Vielmehr ist ein Prozeß der Transformation von Kabbala zu beobachten. Dem von Scholem konstatierten Verebben kabbalistischer Literatur in hebräischer Sprache entspricht ein ungeheures Anwachsen der Bezugnahme, Wertschätzung und Erforschung von Kabbala in deutschsprachigen Texten. Dem Bruch mit der kabbalistischen Tradition um 1800 steht ihre fast gleichzeitige Vermittlung und Transformation im religiösen, sprachlichen und kulturellen Kontext der deutschen Romantik gegenüber, und zwar nicht nur bei jüdischen, sondern vor allem auch bei christlichen Autoren.

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Deutschtum und Judentum. Ein Disput unter Juden aus Deutschland, Stuttgart: Reclam Verlag 1993, 208 S.

Mit der Bewegung des Zionismus am Ende des 19. Jahrhunderts wurde unter deutschen Juden eine Debatte über das Verhältnis von Deutschtum und Judentum entfacht, die sich bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts fortsetzte. Die Texte, die ungeminderte Aufmerksamkeit verdienen, sind von Walter Rathenau, Hermann Cohen, Franz Rosenzweig, Jakob Wassermann, Hans-Joachim Schoeps, Joachim Prinz, Margarete Susman, Ernst Simon, Martin Buber und Gershom Scholem.

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Friedensinitiative Philosophie:  Um Kopf und Krieg. Widersprüche, Darmstadt: Luchterhand Verlag 1987, 255 S.

Das Wesen des Krieges besteht nicht im tatsächlichen Kämpfen, sondern in der bekannten Bereitschaft dazu. Dies gilt solange, wie man sich des Gegenteils nicht sicher sein kann. Jede andere Zeit ist Frieden. (Thomas Hobbes)

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