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Zimzum. Gott und Weltursprung, Berlin: Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag 2014, 501 S.

Zimzum steht in der Kabbala für die Selbstzusammenziehung Gottes vor der Erschaffung der Welt und zum Zweck der Weltschöpfung. Geprägt wurde dieser Begriff im 16. Jahrhundert durch die Lehren des jüdischen Mystikers Isaak Luria. Der vor der Schöpfung allgegenwärtige Gott muss sich im Zimzum von sich selbst in sich selbst zurückziehen und konzentrieren, um für die Erschaffung der Welt in seiner eigenen Mitte Platz zu machen.
Dieses Buch spürt den Spuren des Zimzum quer durch die jüdische und christliche Geistesgeschichte in mehr als vier Jahrhunderten nach. Von den Kabbalisten in Safed bis zum Chassidismus, von den christlichen Hebraisten zu Newton und Schelling, von mystischen Handschriften bis zur Avantgarde von Else Lasker-Schüler oder Anselm Kiefer mischen und befruchten sich in den Deutungen und Aneignungen des Zimzum Göttliches und Menschliches, Jüdisches und Christliches, Mystik, Philosophie, Theologie, Literatur und Kunst.
Im 20. Jahrhundert schließlich wird in der Idee der Selbstbegrenzung einerseits eine radikale Gottverlassenheit der modernen Welt erkannt, andererseits aber auch ein unverzichtbares Moment menschlicher Kreativität, innerer Freiheit und friedlicher Koexistenz.

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Die jüdische Aufklärung. Philosophie, Religion, Geschichte, München: C. H. Beck 2002, 279 S.

Ausgezeichnet mit dem Gleim-Literaturpreis 2003

Dieses Buch bietet einen umfassenden Überblick über alle zentralen Aspekte und Personen der jüdischen Aufklärung. Es beschreibt anschaulich, wie ihre Protagonisten als Vertreter einer sozial ausgegrenzten Minderheit allein im Namen der Vernunft nicht nur gegen die judenfeindlichen Vorurteile christlicher Theologen, Gelehrter und Beamter kämpften, sondern auch gegen die Widerstände traditionalistischer Rabbiner.

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Psychopathologie des Fin de Siècle. Der Kulturkritiker, Arzt und Zionist Max Nordau, Frankfurt/M.: Fischer Taschenbuch Verlag 1997, 399 S.

Max Nordau (1849-1923) war einer der einflußreichsten Kulturkritiker des Fin de siècle. Der ungarische Jude aus ärmlichen Verhältnissen, der später bei Charcot in Paris studierte, etablierte eine Kulturkritik aus der Perspektive und mit dem Instrumentarium der zeitgenössischen Psychopathologie. Und er war einer der Mitbegründer des Zionismus. Christoph Schulte führt diese Figur nicht nur zum ersten Mal in all ihren Facetten vor Augen, sondern gibt auch eine hervorragende Darstellung der europäischen intellectual history zwischen 1870 und 1920.

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Radikal böse. Die Karriere des Bösen von Kant bis Nietzsche, München: Wilhelm Fink 1988, 375 S.; 2. Auflage (Paperback) München 1991.

Der Entzauberung und fortschrittsoptimistischen Vertreibung des Teufels durch die Aufklärung steht eine beispiellose Radikalisierung der Vorstellungen vom Bösen in der Moderne gegenüber. Dieses Buch schildert in einer eingehenden Analyse des radikalen Bösen Kants und seiner Wirkungsgeschichte im 19. Jahrhundert die Extreme, in welche die philosophische Reflexion des Bösen über Baader, Schelling, Hegel, Kierkegaard bis hin zu Nietzsche führt. Die nachaufklärerische Verschärfung der philosophischen Vorstellungen vom Bösen verleiht diesem einen besonderen Platz auf dem Index der vita moderna: das Böse ist nicht nur notwendiges Korrelat der Autonomiephilosophie, sondern wandelt sich jenseits der Moral zur kosmologisch wie ästhetisch negativen Größe in einer unvollkommenen Welt. Die Karriere des Bösen erweist sich als die Nachtseite eines auf vernünftige Selbstbehauptung und wissenschaftlich-technische Weltbeherrschung eingeschworenen Diskurses der Moderne.

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