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Institut für Künste und Medien

Profil

Das Institut für Künste und Medien ist ein Novum in der universitären Landschaft: in ihm sind verschiedene Fächern zusammengeschlossen, die sonst eher in getrennten Instituten angeboten werden: Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft, Europäische Medienwissenschaft und Kunstgeschichte. Diese Fächer unterscheiden sich in ihren Gegenständen und Methoden deutlich genug voneinander, um Spannung zu erzeugen, aber sie besitzen doch genügend Anschlußstellen, um einen anregenden Dialog führen zu können.

Alle drei bzw. vier Fächer, die an der Universität Potsdam zum Institut für Künste und Medien zusammengeschlossen sind, können einzeln studiert werden; die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft sowie die Medienwissenschaft derzeit als Magister-Nebenfach-Studiengänge, die Europäische Medienwissenschaft ist ein BA-Studiengang; die Kunstgeschichte wird zur Zeit aufgebaut und kann im Rahmen der anderen Fächer belegt werden. Es ist natürlich möglich, die Fächer miteinander zu kombinieren; Einzelheiten gehen aus den jeweiligen Studien- und Prüfungsordnungen hervor.

Alle vier Studiengänge sind charakterisiert durch eine interkulturelle und intermediale Einstellung. Wir gehen davon aus, daß alle kulturellen Praktiken grundsätzlich gleichberechtigt sind; literarische Texte, Werke der bildenden Kunst, Fernsehserien oder Videoinstallationen sind in dieser Perspektive weder autarke Kunstwerke noch beliebige soziale Phänomene. Sie sind vielmehr integrale Bestandteile des Kommunikationszusammenhangs Kultur. Zwischen diesen verschiedenen Bereichen findet ein dynamischer Austausch statt, der sich nicht mehr in den mittlerweile etwas altmodischen Termini von Einfluß und Wirkung fassen läßt. Man könnte vielmehr mit Stephen Greenblatt von "negotiations", Verhandlungen zwischen kulturellen Bereichen sprechen. Tertium comparationis der Fächer ist, neben der Grenzüberschreitung, die wir alle praktizieren, die Reflexion auf die Medialität unterschiedlicher kultureller Praktiken sowie auf deren ästhetische Spezifizität - also von Bildern, Texten, Computerkunst und so weiter.

Der interdisziplinäre Dialog der wissenschaftlichen Ansätze und zwischen den Wissenschaften, in unserem Falle also der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft, der Kunstgeschichte und der Medienwissenschaft, setzt einerseits eine klare Abgrenzung der verschiedenen Disziplinen, andererseits aber auch die transdisziplinäre Einigung über Konzepte und Begriffe voraus.

Der interdisziplinäre Dialog oder Vergleich setzt außerdem die Bestimmung von Feldern voraus, auf denen Begegnungen und das Entwickeln gemeinsamer Konzeptualisierungen und Begrifflichkeiten möglich sind, die dann den Vergleich am Material ermöglichen. Dabei handelt es sich im besonderen um folgende Felder:

  1. Als KulturwissenschaftlerInnen interpretieren wir: Texte, Bilder und andere Artefakte und kulturelle Handlungen. Vor allem aber fragen wir, wie unter unterschiedlichen medialen und materiellen Bedingungen überhaupt kulturelle Bedeutungen erzeugt werden.
  2. Reflexion auf die Materialität und die mediale Verfaßtheit der Gegenstände: Medien sind nicht nur neutrale Träger von Informationen, sondern sie bedingen die Informationen selbst. Bedeutet beispielsweise "Visualität" etwas anderes (und wenn ja: was?), je nachdem, ob wir von Gemälden, Texten, Computerbildern, Statuen sprechen? Was bedeutet "Kultur als Text"?
  3. Wie nehmen wir was wahr? Und wie verändert sich unsere Wahrnehmung - einerseits historisch, andererseits abhängig von den Medien, die wir wahrnehmen, und von denen, mit deren Hilfe wir wahrnehmen? Was macht die Spezifik ästhetischer Wahrnehmung aus? Das führt geradewegs zum letzten Punkt:
  4. Was macht den spezifischen Kunstcharakter unserer Untersuchungsobjekte aus? Wie unterscheidet er sich vom - beispielsweise - wissenschaftlichen oder vom Gebrauchscharakter? Wie lassen sich diese verschiedenen Bereiche in Bezug zueinander setzen?

Die Vernetzung der international und interdisziplinär orientierten Fächer Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Medienwissenschaften kann gerade in der gegenwärtigen kulturellen und bildungspolitischen Umbruchssituation die Kulturwissenschaften stärken. Ohne ihr je spezifisches Profil zu vergessen, können die Fächer auf diese Weise neue inhaltliche Perspektiven auf Geschichte und Gegenwart entwickeln und einen zeitgemäßen und flexiblen Umgang mit internationalen kulturellen Phänomenen entwickeln, der im Zeitalter der Globalisierung unverzichtbarer ist denn je.

Kontakt

Universität Potsdam
Philosophische Fakultät
Institut für Künste und Medien
Am Neuen Palais 10
Haus 1
14469 Potsdam

E-Mail: ikm-office@uni-potsdam.de

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