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Institut für Biochemie und Biologie

 

Station Gülpe

Übersicht

  • Ökologische Station der Universität Potsdam
  • 80 km westlich von Potsdam gelegen
  • Bahn bis Rathenow oder Neustadt/Dosse, von dort 25 km mit Bus oder Fahrrad
  • Übernachtung: in 4-Bett- oder Doppelzimmern
  • Schlafsack und Bettlaken sind mitzubringen
  • Selbstverpflegung in Küche, Geschirr und Besteck vorhanden 
  • Labore, Unterrichtsräume, Unterkunft, Bibliothek (Bestimmungsliteratur)
  • Ausrüstung für Boden- und Vegetationsuntersuchungen, Wetterstation
  • Wissenschaftliche Leiterin: Prof. Dr. Jana Eccard
  • Kustos: Dr. Ralf-Udo Mühle
  • Technische Mitarbeiter: Sieglinde Kraft, Matthias Schlüter
  • Telefon: 033875/30621, Fax: 033875/30752
  • Email: muehle{AT}uni-potsdam.de

Veranstaltungen und Kurse

Projekte an der Ökologischen Station Gülpe

Publikationen

Die Station - Ökologische Forschung an der Unteren Havel

Seit 1975 forschen und lehren Potsdamer Wissenschaftler auf dem ehemaligen Gehöft "Hünemörderhof" bei der kleinen Ortschaft Gülpe an der Unteren Havel. Zuerst ornithologische, dann übergreifend weitere zoologische und botanische Einzeluntersuchungen der Anfangsjahre wurden auf der Ebene von ökosystemaren Betrachtungen zusammengeführt und bildeten die wissenschaftliche Grundlage für die Ausweisung von Schutzgebieten. Bereits 1967 wurde der benachbarte Gülper See aufgrund seines Reichtums an Vogelarten zum Naturschutzgebiet erklärt. Die intensive Erforschung der Zugvögel und die Bedeutung der Niederung der Unteren Havel als Rastgebiet für migrierende Wat- und Wasservogelarten führten 1979 zur Ausweisung eines Feuchtgebietes von internationaler Bedeutung. Eine Fläche von ca. 6 000 ha feuchtem Grünland und Gewässern wurde als Ramsar-Gebiet somit unter den Schutz einer UNESCO-Konvention gestellt. Die zunehmende Institutionalisierung des Naturschutzes ab Mitte der 80er Jahre führte dann 1990 zur Einrichtung der Naturschutzstation Parey. Die fächerübergreifende Erforschung der vielfältigen Naturausstattung der Niederungen und Ländchen an der Unteren Havel bildete die wesentliche Voraussetzung für die Ausweisung des Naturparks Westhavelland, des mit 1315 km2 größten Schutzgebietes in Brandenburg.

Mit der umfassenden Renovierung der ökologischen Station in den letzten Jahren wurde eine moderne Forschungsstätte geschaffen, die in idealer Weise Lehr- und Forschungsmöglichkeiten in einer hochdynamischen Landschaft miteinander verbindet. Dabei hat sich auch der Forschungsfokus der ökologischen Station geändert: stand in der Region in der Vergangenheit die deskriptive Forschung zur Schaffung einer soliden Wissensbasis im Mittelpunkt der Bemühungen so wird auf dieser Basis nun zunehmend quantitative, prozessorientierte Forschung durchgeführt, die letztendlich auch Prognosen für zukünftige Entwicklungen unter verschiedenen Szenarien veränderter Rahmenbedingungen ermöglicht.
Gerade in Zeiten globaler Veränderungen kommt der ökologischen Forschung auf regionalen Skalen entscheidende Bedeutung zu. Wie wirken sich beispielsweise globale Klimaveränderungen regional und lokal aus? Hier gibt es erste Projekte, die Konsequenzen klimatischer Veränderungen für ausgewählte Pflanzenarten in der Region untersuchen. Wie wirken sich politische Veränderungen wie die geplante EU-Osterweiterung auf regionale sozio-ökonomische und ökologische Systeme aus? Auch hier entsteht derzeit ein Forschungsschwerpunkt, der sich zunächst an ausgewählten Indikatorarten oder bedrohten Arten orientiert. All diese und ähnliche Fragestellungen bedürfen zur Beantwortung eines kausalen Verständnisses des komplexen ökologischen Wirkungsgefüges auch und insbesondere auf kleineren Skalen. Dies bedarf aber eines modernen, interdisziplinären Forschungsansatzes, der insbesondere den Erfordernissen veränderlicher und veränderter Bedingungen Rechnung trägt.
Trotz der skizzierten Bedeutung regionenbezogener ökologischer Forschung sind Ergebnisse dieser Forschung selbstverständlich in einen internationalen Forschungskontext einzuordnen und in diesem zu bewerten. Forschung an der „Beispielregion“ Untere Havel kann modellhaft für vergleichbare Regionen in Mitteleuropa stehen oder zumindest bei spezifischen Fragestellungen generalisierbare Ergebnisse liefern. Dies betrifft sowohl Grundlagenfragen, wie z.B. die Frage nach Mechanismen der Koexistenz in artenreichen Gründlandsystemen, als auch angewandte Fragen, wie die Entwicklung sinnvoller Schutzkonzepte für Restpopulationen bedrohter Arten unter Nutzung von ex-situ- und in-situ- Erhaltungsmaßnahmen und unter Vermeidung genetischer Verarmung (Projekte in Kooperation mit dem botanischen Garten Potsdam). Eine weitere Möglichkeit internationaler Einbindung ergibt sich aus direkten bi- oder multinationalen Projekten. Ein solches Projekt zur Untersuchung invasiver Pflanzenarten in den USA und in Europa, das sich speziell auf die Region der Unteren Havel stützt, ist derzeit an der Universität Potsdam in Bearbeitung.
Die modernisierte ökologische Forschungsstation der Universität Potsdam an der Unteren Havel hat neben der skizzierten Forschungsaufgabe auch eine große Bedeutung für die Lehre und die ökologische Ausbildung von Studenten nicht nur aus Potsdam, sondern auch aus unterschiedlichen Universitäten und anderen Einrichtungen des Bundesgebietes. Ein weiteres zentrales Anliegen der Station ist aber auch die möglichst enge Verzahnung mit den regionalen Interessensgruppen und nicht-universitären Einrichtungen, ohne die eine sinnvolle ökologische, regionenbezogene Forschung nicht möglich ist.

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14469 Potsdam

Tel.: 0331/977-1902

Fax: 0331/977-1948

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