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Gendersalon

Ansprechpartner

Leo Vermeulen
Tel.: 0331/ 977- 1747
E-Mail: vermeule@uni-potsdam.nomorespam.de

Unsere Veranstaltungsreihe anlässlich der 28. Brandenburgischen Frauenwoche rund um den Internationalen Frauentag am 8. März hat das Ziel, möglichst vielfältig den Diskurs zum Thema „Selber Schuld“ anzuregen und weiter zu bewegen. Interessierte können in verschiedenen Formaten zu unterschiedlichen Schwerpunkten an wechselnden Orten wertvolle Beiträge miterleben. Von Theater und Diskussion über Workshops und Vorträge soll es so gelingen, die Auseinandersetzung über individuelle Schuldzuweisung in der ganzen Stadt und mit einem diversen Publikum zu führen.

 

Alle Veranstaltungen werden durch das LASV und das MASGF des Land Brandenburg gefördert.

Ansprechpartner

Leo Vermeulen
Tel.: 0331/ 977- 1747
E-Mail: vermeule@uni-potsdam.nomorespam.de

„Tja, selber schuld.“ – Wie oft hören wir diesen Satz, adressieren ihn an andere – oder auch an uns selbst! Aber was soll er eigentlich bedeuten, was macht er mit uns? Und wieso spielt die Frage nach SCHULD überhaupt so eine Rolle? Gerade für Mädchen und Frauen sind Scham und Schuld allzu bekannte Begriffe, werden sie doch mit ihnen erzogen: Du hast Gewalt, Ungerechtigkeit, Benachteiligung... erfahren?– Dann bist du bestimmt auch selbst schuld daran, schäm‘ dich gefälligst! In erster Linie dient diese individualisierte Schuldzuweisung dazu, die Verantwortung für Ungerechtigkeiten den betroffenen Personen zuzuschieben und gleichzeitig strukturelle Probleme zu negieren und kollektive Verantwortung abzuwehren: Lohnungleicheit ist kein gesellschaftliches Problem, du bist einfach nur nicht gut genug! Also arbeite härter an dir und werde konkurrenzfähig!

Schuldzuweisungen sind fiese Fallen! Wer sie annimmt, wird implizit dazu aufgerufen an sich zu arbeiten, sich zu optimieren und sich einzugliedern in z.B. ein System der Konkurrenz und Leistung ohne Übung in Zusammenhalt und Solidarität. Wer sie abweist, steht vor dem Problem der vermeintlichen Undurchdringlichkeit und Komplexität der gesellschaftlichen Realität: Wenn ich nicht schuld bin, wer oder was denn dann? Deshalb plädieren wir für Folgendes: Lösen wir uns doch mal von der Schuldfrage! Machen wir uns frei von Schuldgefühlen. Finden wir Orte und Menschen, die sich daran nicht aufhalten, sondern Lösungen suchen und sich gegenseitig anerkennen.


Alle Veranstaltungen im Überblick:

05. März 2018: Vortrag von Dr. Gisela Notz, freiLand HausZwei

06. März 2018: Theater der Unterdrückten, KuZe Theatersaal

09. März 2018: GenderSalon "Care Revolution - Alte Werte neu gelebt?!", Rechenzentrum Kosmos

Foto: Gisela Notz

05. März 2018: Vortrag von Gisela Notz zum Thema "Arbeit ist das halbe Leben? – Und was ist dann das ganze Leben?"

Kinder, Küche und Karriere und die (Un)Möglichkeit beides zu vereinbaren
„Erschließt die Berufstätigkeit der Frau die Welt, so gibt sie dem Manne das Heim zurück. Denn wenn die Frau auf allen Gebieten menschlichen Schaffens als Mitarbeitende neben dem Mann steht, so gewinnt dieser Zeit und Kraft, als Mitarbeitender beim Ausbau des Heims und der Erziehung der Kinder neben der Frau zu wirken“. Clara Zetkin 1899

Das klingt einfach – ist es aber nicht. Seit Generationen machen sich vor allem Frauen Gedanken darüber, wie „beides“ zu vereinbaren ist. Sind sie selbst schuld, weil es ihnen nicht gelingt, „ihre“ Männer für die Beteiligung an der Care-Arbeit zu gewinnen? Oder weil sie sich immer noch nicht in die führenden Positionen von Unternehmen und Behörden wagen? Oder weil sie aus der Vielzahl der Studienangebote immer noch nur die „weichen“ und nicht die MINT-Angebote wählen? Oder weil sie mit der digitalen Beschleunigung nicht Schritt halten können? Oder…? Oder sind es noch immer die Strukturen von Familie, Beruf und Gesellschaft, die die Vereinbarkeit unmöglich machen? Etliche haben sich aufgemacht, nicht nur darüber zu klagen, sondern Arbeits- und Lebensbedingungen einzufordern, die das „ganze Leben“ für alle ermöglichen. Sie fordern Veränderungen in der Arbeitswelt und im „Privatbereich“. Wie die aussehen könnten, darüber wollen wir diskutieren.

18.00 Uhr im freiLand HausZwei, Friedrich-Engels-Str. 22, 14473 Potsdam

Die Veranstaltung ist barrierefrei und kostenfrei.

Foto: Gisela Notz
Foto: Madalena Theater

06. März 2018: Theater der Unterdrückten: "Nein heißt Nein"

Das Theater Ma(g)dalena ist ein Legislatives Theaterprojekt, das die öffentliche Diskussion in Europa über „Frauen sagen NEIN“ ausweiten möchte. Ma(g)dalena Berlin ist eine Theater der Unterdrückten-Frauengruppe und ein Kollektiv von Aktivistinnen von KURINGA (Berlin), das ästhetische Debatten über Unterdrückungen anregen möchte, mit denen Frauen konfrontiert sind. Die Gruppe ist Teil des internationalen Ma(g)dalena Netzwerks von feministischen Theatergruppen aus Lateinamerika, Europa und Afrika, die Diskussion und konkrete Aktion zu Frauenrechten anstoßen. Das Theater der Unterdrückten ist eine ästhetische Methode zur Transformation der Realität. Forumtheater ist eine ästhetische Darstellung eines realen Problems. Das Publikum ist zum Einschreiten auf die Bühne eingeladen, um Alternativen für die Veränderung der auf der Bühne gezeigten Realität vorzuschlagen.

20.00 Uhr im KuZe, Hermann-Elflein-Str. 10, 14467 Potsdam

Die Veranstaltung ist barrierefrei und kostenfrei.

Foto: Madalena Theater
Foto: KfC

09. März 2018: GENDERSALON: „CAREVOLUTION – ALTE WERTE NEU GELEBT!?“

Fishbowl Diskussion

Die CaRevolution ist eine weltweite Bewegung, die sich gegen das Phänomen der Prekarisierung von sozialen Berufen wehrt. Ob Geburtsvorsorge, Kinderbetreuung, Jugendarbeit, die Pflege älterer Menschen oder die Unterstützung von Menschen mit Beeinträchtigung – als soziale Wesen brauchen Menschen die Fürsorge durch andere. Daraus ergibt sich für die Care-Arbeit eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung, welche sich unter anderem in der wachsenden Etablierung von sozialen Ausbildungsberufen am Arbeitsmarkt und sozialpädagogischen und pflegewissenschaftlichen Studiengängen in der Hochschullandschaft sowie in der stetigen Professionalisierung der Forschung zu Fragen der sozialen und pflegerischen Arbeit widerspiegelt. Doch obwohl die Relevanz der Care-Arbeit kaum bestritten wird, ist ihre gesellschaftliche Wertschätzung vergleichsweise gering. Prekäre Arbeit durch niedrige Löhne und systematisch befristete Arbeitsverhältnisse ist branchentypisch. Perspektivisch werden die sozialen Herausforderungen der Zukunft für menschenwürdige und chancengleiche Lebensbedingungen durch Armut, demografische Veränderung und gesellschaftliche Diversität weiter wachsen.

Wir laden dazu ein, im Rahmen einer offenen Fishbowl-Diskussion mit Expert*innen die gesamtgesellschaftlichen Aspekte mit den praktischen Fragen der Bildung und Lehre zu verbinden. Warum gibt es diese Geringschätzung der Care-Arbeit? Inwieweit ist sie historisch auch mit tradierten Rollenbildern verbunden? Wie gesellschaftskritisch gestaltet sich die Ausbildung für Care-Berufe an den Hochschulen? Welche Alternativen werden dort zu neoliberalen Arbeitsverhältnissen diskutiert und wie reagiert die akademische Welt auf die Prognosen für die Zukunft?

Im Gendersalon sollen diese Fragen mit praxiserfahrenen Menschen diskutiert und die Beiträge und Möglichkeiten der Hochschulen zur CaRevolution erörtert werden.

16.00 Uhr im Rechenzentrum Kosmos, Dortustraße 46, 14467 Potsdam

Die Veranstaltung ist barrierefrei und kostenlos.Außerdem wird für diese Veranstaltung Kinderbetreuung angeboten. Eine Anmeldung dafür ist bis zum 02. März 2018 unter gleichstellungsbuero@fh-potsdam.nomorespam.de möglich.

Foto: KfC