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Professur für Geographiedidaktik

Spätmoderne – Die Welt im Wandel

Die Welt in der Spätmoderne unterliegt ständigen, zum Teil rasanten Veränderungen. Viele dieser Veränderungen werden als aktuelle Probleme, Fragen und Herausforderungen durch die Medien in das Bewusstsein der Öffentlichkeit getragen. Dazu gehören zum Beispiel die Befunde und der Diskurs zum Klimawandel, zur Bevölkerungsentwicklung, zur Ausbreitung von politischen Konflikten, zur Globalisierung, zur Knappheit und dem Zugang zu Ressourcen sowie zu Naturereignissen, die als Katastrophen Bedeutung erlangen. Diese und andere Themenkreise sind nicht bloß von fachlichem oder politischem Interesse, sondern ragen zugleich tief in soziale und individuelle Lebenswelten hinein. Damit entsteht für eine aktive Gesellschaft und ihre mündigen Bürgerinnen und Bürger die Herausforderung, derartige Fragen und Probleme zu erkennen, zu verstehen und durch konkretes Handeln zu bewältigen.

Weltverstehen und „Welt-Bindungen“ – Dimensionen des modernen Geographieunterrichts

Im Geographieunterricht geht es darum, Schülerinnen und Schüler einerseits darin zu befähigen, das gegenwärtige Weltgeschehen lesen und verstehen zu lernen. Andererseits ist es wichtig, dass sie sich selbst als Teil dieser Welt erfahren, dass sie ihre alltäglichen „Welt-Bindungen“ erkennen und dazu Gestaltungsspielräume und -grenzen ausloten. Wenn sich Geographinnen und Geographen auf den Weg machen, die Fragen und Probleme dieser Welt zu erforschen und zu verstehen, dann richten sie ihren Blick auf die verschiedenen Dimensionen von Räumlichkeit. Im klassischen Sinn fragen sie nach räumlichen Dynamiken und Ordnungen sowie der räumlichen Lage von Objekten. Wenn sie jedoch nach den alltäglichen „Welt-Bindungen“ fragen, reicht ein solcher Zugang nicht aus. Eine moderne Geographie wendet ihren Blick, indem sie nicht mehr Räume an sich, sondern vielmehr das Machen von Geographien in den Fokus rückt. Das heißt, darauf zu schauen, wie die Menschen die Welt zu sich bringen, wie sich im alltäglichen Tun die „Geographien im Kleinen“ mit den „Geographien im Großen“ verbinden. In der Geographie gebildet zu sein heißt dann, nicht bloß Räume in ihrer Struktur und Problemladung lesen und verstehen zu lernen, sondern vielmehr jene „Geographien des eigenen Lebens“ erfassen und gestalten zu können.

Geographische Vermittlung – Gegenstand der Geographiedidaktik in Potsdam

In der Geographiedidaktik fragen wir, wie wir Schülerinnen und Schüler zu einem solchen Welt- und Selbstverstehen in der Geographie befähigen können. Wir fragen danach, welche Möglichkeiten und Grenzen es gibt, in der Geographie so zu vermitteln, dass tiefgreifende Lern- und Bildungsprozesse initiiert werden können. Eine Antwort führt unter anderem zur Idee des „Lernens als Erfahrung“. Die Erfahrung ist der „Stoff“ eines jeden Bildungsgeschehens. Erfahrungen schöpfen aus Fragen. Gemeint sind Fragen, mit denen es möglich wird, etwas zwar mit den gleichen Augen, aber anders oder neu zu sehen. Als Lehrende in der Geographie sind wir dann herausgefordert, Möglichkeitsräume zu eröffnen, in denen Schülerinnen und Schüler in der Begegnung mit dem Geographischen zu ihren eigenen Fragen passende Antworten finden. Wir müssen in der Lage sein, solche geographischen Themen auszuwählen, zu entfalten und didaktisch zu inszenieren, die im Zeitgeschehen bedeutsam sind und dazu den Lernenden selbst (be-)treffen, ihn herausfordern sowie zum Nachdenken und Fragen animieren.

Studium der Geographiedidaktik an der Universität Potsdam

In der universitären Ausbildung besteht die Aufgabe der Geographiedidaktik darin, Lehramtsstudierende bei der Entwicklung einer Haltung als Geograph/in und Lehrer/in zu begleiten. Gemeint ist eine Haltung, die die Prämissen einer fachtheoretisch wie fachinhaltlich vielseitigen Geographie mit denen einer kritisch-konstruktiven Geographiedidaktik verbindet und in eine gelingende Praxis geographischer Vermittlung überführen kann.