Alt oe Karl-Heinz Eggensperger Fremdsprachen an Hochschulen und Universitäten
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Bruecke von Millau

Hochschulspezifische Ziele der UNIcert®-Fremdsprachenausbildung

Das Zusammenwachsen der europäischen Gemeinschaft, die gemeinsamen Mobilitätsprogramme, die immer enger werdenden internationalen wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Verflechtungen unterstreichen die Notwendigkeit, Hochschulabsolventen aller Disziplinen, d.h. philologischer wie auch nichtphilologischer Studienrichtungen, mit verwertbaren Fremdsprachenkenntnissen auszustatten. Im hochschulspezifischen Fremdsprachenunterricht müssen sie sich darauf vorbereiten können, die fremdsprachlichen Anforderungen an der Universität zu bewältigen und für den internationalen Arbeitsmarkt gerüstet zu sein.

Diese Ausrichtung stimmt mit der Forderung der Hochschulrektorenkonferenz überein, die "Lehre sytematisch aus der Perspektive der zu erreichenden Lernergebnisse und der gewünschten Kompetenzen der Absolventen zu planen." (HRK, Mitgliederversammlung am 27.01.2009).

Der dringende Wunsch von studentischer Seite nach "verwertbaren Fremdsprachenkenntnissen" erfordert eine Analyse der Sprachverwendungssituation, bezieht die Beduerfnisse der Lernenden ein und beruecksichtigt deren persoenlichkeitsbezogene Fertigkeiten und Ressourcen. Wintermann hat 1998 eine provisorische Taxonomie von studienrelevanten Sprachhandlungen durch Befragungen von Studienfachberatern und Studierenden zusammengestllt, die in einer 2012 veröffentlichten Studie von Arras empirisch untermauert wurde. Zu den wichtigsten Ergebnissen gehört, dass nach wie vor Vorlesung und Seminar fachübergreifend die häufigsten hochschulspezifischen Lehrformen darstellen. Als Leistungsnachweise müssen immer noch vor allem schriftliche Hausarbeiten verfasst, mündliche Präsentationen (im Rahmen eines Seminars) gehalten und Klausuren geschrieben werden. Zu den - in der Terminologie des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahms - wichtigen kommunikativen Sprachaktivitäten gehören Aufzeichnungen während einer Vorlesung bzw. eines Fachvortrags, sowie ein Referat bzw. eine Präsentation im Rahmen eines Seminars mündlich vorzutragen und längere sachbezogene Texte (Hausarbeiten, Abschlussarbeiten) zu verfassen.

Im Jahre 1992 haben ueber 20 deutsche Universitäten und Hochschulen eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet, die gegenwärtig (2013) von ueber 50 Institutionen im In- und Ausland anerkannt wird. Diese Rahmenordnung bildet die Grundlage des UNIcert®-Zertifikationssystems. Als Richtziel des hochschulspezifischen Fremdsprachenunterrichts gilt, auf die fremdsprachlichen Anforderungen eines Studiums im In- und Ausland und die Ausuebung eines akademischen Berufs in der Fremdsprache vorzubereiten. Dieses Ziel hat nichts an Aktualität verloren. Im Gegenteil, die Internationalisierung von Wissenschaft und akademischen Berufsfeldern ist vorangeschritten. Abgestufte Richtziele wie die fremdsprachliche Befähigung zur Teilnahme an Mobilitätsprogrammen, zur Absolvierung von Praktika im Land der Zielsprache, zur Integration der Absolventen auf dem europäischen Arbeitsmarkt tragen dieser Entwicklung Rechnung. Allerdings wird nur in einer kleinen Anzahl von Sprachen und von einer Minderheit der Studierenden die allgemeine bzw. fachbezogene Studierfähigkeit in der Fremdsprache sowie die Fähigkeit zur zweisprachigen Ausbildung eines akademischen Berufs erreicht werden. Aber diese hoechste Niveaustufe ist fuer den internationalen Arbeitsmarkt von besonderer Bedeutung und darf nicht aus dem Blick verloren werden.

Zu den sprachuebergreifenden profilbildenden Merkmalen eines auf die Beduerfnisse von Hochschulangehoerigen ausgerichteten Fremdsprachenunterrichts gehoert ebenso die Förderung generell wissenschafts- und hochschulbezogener Fähigkeiten zur Grundlegung wissenschaftlicher Fort- und Weiterbildung sowie lebenslangen Lernens. Ein vertieftes Wissen ueber die eigene und fremde Kultur, die Bewusstheit der eigenen kulturellen Identität und Empathiefähigkeit sind fuer ein erfolgreiches Studium oder Praktika im Ausland sowie fuer Hochschulabsolventen in internationalen Beschäftigungsverhältnissen unverzichtbar. Neben Fähigkeiten zur interkulturellen Verständigung bildet Medienkompetenz eine Voraussetzung zur selbständigen Problembewältigung, auch in Form vernetzten Arbeitens. Studierende sollten auch im Fremdsprachenunterricht befähigt werden, in einer von neuen Medien geprägten Welt Informationen kritisch zu selektieren und fuer studienbezogene Themen aufzubereiten.

Diese Ziele koennen sich heute auf einen breiten Konsens in der Gesellschaft stuetzen und duerften auch in Zukunft unumstritten sein. In seinen Thesen zur zukuenftigen Entwicklung des Wissenschaftssystems in Deutschland fordert der Wissenschaftsrat Diese Ziele lassen sich nur mit angemessenen Fremdsprachenkenntnissen realisieren. Eine hochschulspezifische Fremdsprachenausbildung nach der UNIcert®-Rahmenordnung, die die aktuelle Interessenlage und berufliche Zukunft der Studierenden beruecksichtigt, steht damit auch in Zukunft auf sicherem Boden. Das Zertifikat wird vom DAAD als Sprachzeugnis für deutsche Bewerber anerkannt.