Jörg-W. Link, Universität Potsdam, Department Erziehungswissenschaft

FAQ und Hinweise für Prüfungskanditaten oder: Et hätt noch immer joot jejange ...

Die im Folgenden aufgelisteten Antworten zu Fragen, die mir in MEINEN Seminaren und in MEINER Sprechstunde immer wieder gestellt werden, mögen dazu beitragen, VOR einem Gespräch mit mir manches zu klären und das anschließende Gespräch zielorientierter zu gestalten.




Q.: Wann haben Sie Sprechstunde?


A.: Das steht doch eigentlich immer auf meiner Homepage, auf den Seminarpapieren und an meiner Tür! Im Semester in der Regel donnerstags von 15 bis 16 Uhr. Prüfungskandidaten können gerne auch einen anderen Termin mit mir vereinbaren.



Q.: Ich weiß nicht, worüber ich meine Hausarbeit schreiben soll. Geben Sie mir ein Thema?

A.: Nein! Ihr Studium sollte auch dazu dienen, dass Sie eigene Interessen entwickeln! Die Arbeiten, die Sie schreiben, sollten SIE interessieren. In den Vorlesungen und den Seminaren, in wissenschaftlichen Büchern und Zeitschriften erhalten Sie zahllose Anregungen für ein Hausarbeitsthema! Vielleicht fragen Sie auch mal jemanden aus der "Praxis". Vielleicht gibt es ja dort ein "Problem", aus dem sich ein Thema ableiten lässt ... Wenn Sie dann immer noch nichts finden, sollten Sie dringend über Ihre Studienwahl nachdenken!
Sollten Sie ein Thema oder ein Themengebiet - und vielleicht sogar schon eine erkenntnisleitende Fragestellung - gefunden haben, besprechen wir Ihren Gliederungsentwurf in meiner Sprechstunde.



Q.: Wie umfangreich muss die Hausarbeit sein?

A.:  Es geht um Qualität, nicht um Quantität! Und Sie wissen viel besser als ich, dass man mit jedem Textverarbeitungsprogramm eine Arbeit aufblähen bzw. zusammenpressen kann. Grundsätzlich gelten die formalen und Zitier-Vorgaben aus dem "Leitfaden zum wissenschaftlichen Arbeiten", den Sie von dieser Homepage downloaden können und auch beachten sollten! Vor dem Hintergrund dieser Vorgaben haben sich ca. 15 Seiten für eine Hausarbeit im Grundstudium und ca. 25-30 Seiten für eine Hauptseminararbeit bewährt.
Grundsätzlich ist es hilfreich, wenn sie sich vor einem Gespräch mit mir schon Gedanken über das Thema der Hausarbeit gemacht, die einschlägige Literatur studiert und bereits erziehungswissenschaftliche bzw. bildungshistorische Hypothesen gebildet oder aber zumindest eine erziehungswissenschatfliche bzw. bildungshistorische konkrete (!) Fragestellung entwickelt haben. Das gilt besonders für Prüfungsarbeiten! Ihren Gliederungsentwurf sollten Sie auf jeden Fall mit mir besprechen!



Q.: Die Literatur, die Sie angebeben haben, ist in unserer Bibliothek nicht vorhanden / ausgeliehen. Was kann ich denn jetzt tun?


A.: Es ist doch schön, wenn ein Buch ausgeliehen ist, denn dann wird - das hoffe ich zumindest -  damit gearbeitet (falls es nicht gestohlen wurde)! Unsere Bibliothek ist aber nicht die einzige in der Umgebung. Berlin ist voll von Bibliotheken und sicher werden Sie dort fündig! Für bildungshistorische Literatur ist die Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung, Berlin die erste Adresse! Dort finden Sie alles, was Sie für bildungshistorische Arbeiten benötigen. Und der Service ist erstklassig! Auch können Sie als Potsdamer Student über unsere UB online aus der BBF ausleihen. http://www.bbf.dipf.de/



Q.: Alle anderen in den Seminaren wissen so viel. Ich weiß gar nichts und traue mich auch nicht, etwas zu sagen. Was soll ich da tun?

A.: Lesen Sie zunächst einmal das Buch von Wolf Wagner: Uni-Angst und Uni-Bluff (Berlin 1992) und Sie werden sehen, dass Sie nicht alleine so dastehen! Diese Angst ist am Beginn des Studiums nicht selten. Sie können sie aber nur überwinden, wenn Sie was dagegen tun! Also fassen Sie sich ein Herz und reden Sie mit! Es ist noch niemand exmatrikuliert worden, nur weil er was Falsches gesagt hat. Nutzen Sie auch die Referate, um das Sprechen vor einer Gruppe zu üben. Wenn es irgendwo gilt, dann hier: Übung macht den Meister. Und ich bin mir sicher, es wird Ihnen dann bald besser gehen im Studium!



Q.: Wie soll ich das Referat / die Sitzung gestalten? Wie lang soll das Referat sein?

A.: So lang wie nötig, so kurz wie möglich! Stundenlange, schlecht strukturierte, eintönige Referate ermüden! Lesen Sie doch einmal die Tipps und Hinweise zum Referieren/Präsentieren bzw. zur Gestaltung einer Seminarsitzung nach, die im Blackboard stehen! Vielleicht finden Sie ja eine Anregung ... Handouts, Thesen(!)papiere, auch Präsentationen können durchaus sinnvoll sein, sind aber nie Selbstzweck!



Q.: Was erwarten Sie vom Referat? Wieviele Bücher muss ich verwenden?

A.: Was ich erwarte, ist nicht die entscheidene Frage! Wichtig ist, was Sie selbst von sich erwarten und was Ihre Kommilitonen erwarten könnten! Was benötgen Sie, um das Thema wirklich zu verstehen? Was könnten Ihre Kommilitonen benötigen, um das Thema zu verstehen? Was wollen Sie ihnen zumuten oder gönnen? Wie wollen Sie sich präsentieren? Das sind die Fragen, die Sie sich stellen sollten! Meine Erwartungen sind dabei nur sekundär. Es ist Ihr Seminar und Ihr Studium und deshalb sollten in erster Linie Ihre Interessen im Vordergrund stehen.
ICH würde erwarten, dass die Arbeitsgruppe ihr Referatsthema so bearbeitet, dass die anderen die Fragestellung verstehen, die Bearbeitung des Themas nachvollziehen können und auf wesentliche Vor- und Nachteile bzw. Problematiken aufmerksam gemacht werden.


Q.: Können Sie mir noch einmal sagen, wer zu meiner Arbeitsgruppe gehört und wann wir unser Referat halten sollen?

A.: Zumindest erinnern Sie sich daran, dass Sie einen Beitrag übernommen haben! Steht nicht der Seminarplan im Blackboard? Stehen da nicht auch Ihre Mitreferenten drauf? Und gibt es übers Blackboard nicht auch die Möglichkeit, Ihren Mitreferenten eine E-Mail zu schreiben? Sie sehen, manche Fragen beantworten sich fast von selbst!



Q.: Wir hatten uns das Referat aufgeteilt, aber leider ist es viel zu lang geworden und manches hat sich auch wiederholt. Was haben wir falsch gemacht?

A.: Haben Sie die Tipps und Hinweise im Blackboard gelesen? Mir scheint, Sie haben Teamarbeit so verstanden: Toll Ein Anderer Machts! Das funktioniert nicht immer und vor allem nicht ohne vorherige genaue Absprachen. Sie sollten Ihr Referat / Ihre Sitzungsgestaltung zuvor üben, damit Sie wissen, wieviel Zeit Sie benötigen!
Auch wenn Ihnen Teamarbeit nicht liegt - das soll es geben - sollten Sie darauf gefasst sein, dass dies später im Job möglicherweise einmal von Ihnen verlangt wird. Üben Sie die Kooperation auch mit schwierigeren Kommilitonen. Es geht um Ihre Zukunft. Außerdem können Lernarbeitsgruppen Ihnen das Studieren in vielen Fällen erleichtern, wenn sie richtig organisiert sind.



Q.: Ich kann mein Referat nicht halten. Was soll ich tun?

A.: Warum nicht? Finden Sie keine Literatur? Dann lesen Sie die anderen Fragen hier! Sie trauen es sich nicht zu? Auch dann sollten Sie die anderen Fragen hier lesen. Nicht nur Ihnen geht es so! Sie sind krank? Dann sollten Sie zumindest rechtzeitig absagen, damit ich anders planen kann. Einfach nicht zu erscheinen ist unkollegial und unterirdisch und wird von mir nicht toleriert.



Q.: Warum müssen wir immer so viel lesen? Reicht da nicht ein Aufsatz, in dem steht, was wichtig, richtig und falsch ist?

A.: Ihr Studium ist Ihr Job! Und ein Studium besteht nun mal aus Lesen, Lesen, Lesen ... Sie werden viel Zeit in der Bibliothek verbringen. Sollte Sie das langweilen, denken Sie über Ihre Studienwahl nach! Und im Gegensatz zu manchen anderen Wissenschaften gibt es in der Erziehungswissenschaft selten richtig oder falsch. Sie sollten in der Lage sein, Argumentationen, Theorien ... auf ihre Schlüssigkeit, Plausibilität und Quellen- oder Datengrundlage zu prüfen, um sich selbstkritisch ein begründetes Urteil bilden zu können. Und dafür benötigen Sie auch methodische Kenntnisse. Diese bekommen Sie auch wieder durch Lesen, Lesen Lesen ... und natürlich in Seminaren. Doch ein großer Teil Ihres Studiums besteht aus Selbststudium. Das sollten Sie ernst nehmen! Es reicht nicht, wenn Sie die Zeit in den Seminaren absitzen. Ihre potenziellen Arbeitgeber werden Sie kaum danach fragen, in welchen Seminaren Sie waren, sondern welche Fähigkeiten und Kenntnisse Sie mitbringen. Also entwickeln Sie diese während des Studiums. Es ist in Ihrem eigenen Interesse!



Q.: Wieso muss ich diese alten Quellen lesen und interpretieren? Außerdem kann ich diese komische Schrift nicht lesen!

A.: Wenn Sie (bildungs-) historisch arbeiten wollen, dann geht das nicht ohne Quellen! Wie wollen Sie historische Zusammenhänge erforschen oder erarbeiten, wenn Sie dazu nicht die Dokumente der Zeit verwenden? Denn dann können Sie nie überprüfen, ob die Darstellungen (also die wissenschaftliche Literatur), die Sie lesen und die auch mit Quellen arbeitet, konsistent sind. Den Umgang mit Quellen, Quellenkritik und -analyse sind wissenschatfliche Methoden, die Sie erlernen können. Dasselbe gilt auch für das Lesen alter Schriften.



Q.: Kann ich bei Ihnen meine Prüfung machen?

A.: Grundsätzlich ja! Ich prüfe in der Regel nur in meinen Arbeitsgebieten, d.h. in der Historischen Pädagogik und der Schulpädagogik.

In den folgenden Studiengängen bin ich prüfungsberechtigt

Es ist immer von Vorteil, wenn Sie vor der Prüfung mindestens eine meiner Lehrveranstaltungen besucht haben, damit Sie wissen, auf wen und was sie sich einlassen!



Q.: Was erwarten Sie in den bzw. für die Prüfungen?

A.: Zunächst einmal sollten Sie mit mir gemeinsam die Themen bzw. Themengebiete der Prüfung festlegen und sich mit mir über die Grundlagenliteratur verständigen.

Für eine mündliche Prüfung bereiten Sie bitte ca. drei Thesen zu jedem Prüfungsthema vor und geben dabei auch die verwendete Literatur an. Die Thesen dienen als Gesprächsgrundlage im Prüfungsgespräch, das ich als wissenschatfliche Diskussion mit Ihnen führe, in der Sie Ihre Thesen erläutern.  Mir geht es vor allem darum zu erkennen, wie selbstständig, reflektiert und kritisch-konstruktiv Sie mit den erarbeiteten Themen umgehen können. Darüber hinaus erwarte ich für ein gutes bis sehr gutes Prüfungsergebnis selbstverständlich auch eigenständige Transferleistungen.

Für eine Klausur sollten Sie sich nach der eingehenden Lektüre der vereinbarten Literatur Gedanken über eine sinnvolle Gliederung der Klausur machen und diese dann auch wirlich anwenden. Denn eine strukturierte Klausur erleichtert Ihnen das Schreiben. Auch eine solche Klausur ist ein wissenschaftlicher Text, d.h. Sie sollten an geeigneten Stellen schon allgemein auf die Literatur und den Forschungsstand verweisen. Wenn Sie eine Klausur zu einem bildungshistorischen Thema schreiben, erhalten Sie in der Regel für die Klausur eine Quelle, die es zunächst quellenkritisch zu analysieren und zu interpretieren gilt.



Q.: Was gibt es noch zu berücksichtigen, wenn ich mich bei Ihnen prüfen lassen will?

A.: Gut, dass Sie das fragen! Wenn Sie wirklich Ihre Prüfung bei mir absolvieren möchten, dann sollten Sie mindestend ein Lied von BAP fehlerfrei auf Kölsch beherrschen oder zumindest die wichtigsten Artikel des "Rheinischen Grundgesetzes" kennen.



"All Froore sinn affjehook ... alles em Lot?!" (frei nach BAP)