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State University of Potsdam 2015/16

Ich stieß über die Internetseite der Uni Potsdam auf das Hochschulpartnerschaftenprogramm und war sofort Feuer und Flamme. Bei der Auswahl der passenden Uni orientierte ich mich vor allem am akademischen Angebot der einzelnen Universitäten und an den Erfahrungsberichten meiner Vorgänger. Die Vorlaufzeit vor dem Antritt des Auslandsstudiums sollte ungefähr ein Jahr betragen, so habt ihr genug Zeit eure Unterlagen zusammenzusammeln. Auf den ersten Blick mag dies nach viel Arbeit aussehen, es ist aber alles wirklich machbar. Ihr werdet dann zu einem persönlichen Gespräch eingeladen, das sehr entspannt verläuft. Bei diesem Gespräch steht vor allem eure persönliche Motivation im Vordergrund und sollte zu spüren sein. Nur ein paar Tage später bekommt man dann im besten Fall eine Zusage. In meinem Fall war das meine Erstwahl, die Suny Potsdam in New York.


Studienfach: Kulturwissenschaft/ Anglistik, Amerikanistik

Aufenthaltsdauer: 08 /2015 – 12 /2015

Gastuniversität: State University of Potsdam, New York

Gastland: USA

Die Fülle der folgenden, einzureichenden Unterlagen mag auf den ersten Blick sehr groß sein, aber im Akademischen Auslandsamt bekommt ihr tatkräftige Unterstützung. Es gibt einen Workshop, in dem alle Visumsfragen geklärt werden und euch ebenfalls erklärt wird, welche Gebühren wann und wie zu bezahlen sind. (SEVIS Gebühr und Visumsantraggebühr). Stellt unbedingt sicher, dass euer Reisepass noch gültig ist-es kann lange dauern einen Termin beim Amt zu bekommen. Der Visumstermin verläuft dann sehr unspektakulär. Die Befragung dauert nur einige Sekunden und ist-entgegen vieler Gerüchte-auf Deutsch und nicht auf Englisch. Ganz wichtig allerdings: Nehmt auf keinen Fall persönliche Gegenstände mit zur Botschaft, außer den erforderlichen Dokumenten. Ihr müsst die Sachen dann nämlich entweder wegschmeißen oder irgendwo unterbringen, Schließfächer gibt es nicht und Spaß verstehen die Amis auch eher weniger. Das Visum kommt dann meistens 1-2 Wochen später per Post zu euch.

Eine Kreditkarte ist für den Auslandsaufenthalt unerlässlich und ich würde euch empfehlen nur dann ein Konto in Amerika zu eröffnen, wenn ihr länger als ein Semester bleibt. Ansonsten reicht eine Kreditkarte vollkommen aus, ihr könnt so gut wie überall mit ihr bezahlen.

Potsdam liegt im Norden des Bundesstaats New York, nicht weit der kanadischen Grenze. Ich bin von Berlin nach New York City geflogen, habe dort ein paar Tage verbracht und bin danach mit dem Adirondack Bus über Syracuse nach Potsdam gefahren. Die Busfahrt dauert extrem lange( 8-10 Stunden), dementsprechend würde ich euch empfehlen, dass ihr direkt von NYC nach Syracuse fliegt und von dort mit dem Bus fahrt. Das sind dann nur etwa 3 Stunden. Der Bus setzt euch direkt auf dem Campus ab.

Studienfach: Kulturwissenschaft/ Anglistik, Amerikanistik

Aufenthaltsdauer: 08 /2015 – 12 /2015

Gastuniversität: State University of Potsdam, New York

Gastland: USA

Studium an der Gastuniversität

Die Suny Potsdam hat eine wunderbare Community, extrem freundliche Dozenten und ein großes Angebot an Freizeitaktivitäten. Trotzdem müsst ihr euch bewusst sein, dass es ein sehr kleiner Ort ist und die Anbindungen schlecht bis nicht-existent sind. Auf dem Campus gibt es sogenannte „ZipCars“, ähnlich der „DriveNow“ Autos, für die ihr einen Zugang beantragen könnt. Generell würde ich euch aber empfehlen, Fahrgemeinschaften zu bilden und euch Freunde mit Autos zu suchen, sonst seid ihr leider ein wenig gehandicapt.

Ungefähr 1-2 Monate bevor ihr euer Studium antretet, wählt ihr die Kurse. Das sieht auf den ersten Blick kompliziert aus, ist aber halb so wild. Ich habe 16 Credits gemacht und fand die Arbeitsbelastung völlig okay, ich hatte viel Zeit für Freizeitangebote und Reisen, habe aber dennoch das Gefühl gehabt etwas zu tun. Das System an den amerikanischen Unis ist sehr schulisch. Fast täglich müsst ihr schriftliche Arbeiten einreichen und es gibt wöchentlich Kurztests. Einige Kurse habt ihr mehrmals in der Woche. Generell kann ich sagen, dass die Dozenten den „Internationals“ sehr positiv gegenüber eingestellt sind und sehr konstruktives Feedback geben. Die Kurse sind in Schwierigkeitsgerade und Arbeitsaufwand unterteilt, es gibt 100er Kurse, die oft Einführungskurse sind und ein geringes Arbeitspensum haben bis hin zu 400er Kursen, die viel Arbeitsaufwand und ein hohes Niveau bedeuten.

Alle Mitarbeiter der Suny Potsdam, mit denen ich in Berührung kam, waren extrem freundlich und hilfsbereit. Die Betreuung ist wirklich super, gerade das International Office hat mir in jeglichem Belang sofort weitergeholfen. Dozenten antworten innerhalb kürzester Zeit auf Emails und haben in ihren Sprechzeiten für jegliches Problem ein offenes Ohr. Generell wird man viel mehr an die Hand genommen und beim Studieren betreut, anders als an deutschen Universitäten.

Der Service für die Studenten ist toll, die Bibliothek ist sehr studentenfreundlich fast rund um die Uhr geöffnet und es gibt sowohl Platz für Gruppenarbeiten als auch für Einzelarbeit. Die technische Ausstattung der Uni ist ebenfalls super. Die Bibliothek ist gerade zur Prüfungsphase allerdings immer so voll, dass man mit Pech keinen Platz mehr bekommt.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Die Menschen in Potsdam sind sehr herzlich und die Community engmaschig, somit lernt man sich nicht nur schnell kennen, man sieht sich auch täglich auf dem Campus wieder. Der Campusalltag ist geprägt von Aktivitäten, Clubs, Sportveranstaltungen oder Partys, die euch helfen Leute kennenzulernen. Wenn ihr Lust habt, einem Club beizutreten, solltet ihr euch den „activity fair“ angucken, dieser findet zu Beginn des Semesters in „Maxcy Hall“, dem Sportkomplex der Uni, statt. Dort werden alle Clubs und Organisationen vorgestellt. Allerdings ist es wichtig zu erwähnen, dass diese Clubs viel Engagement und Zeit fordern und sich teilweise 4-5 mal die Woche treffen. Ich habe meine Freizeit dementsprechend eher für Reisen genutzt.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Besonders das Anfertigen von schriftlichen Arbeiten hilft einem enorm sein Englisch zu verbessern. Hierbei geben die Dozenten hilfreiches Feedback. Wer zusätzlich Hilfe braucht, kann sich auch im College Writing Center kostenlos weiterhelfen lassen. Oftmals merkt man aber erst im Nachhinein wie viel besser und sicherer man tatsächlich geworden ist.

Wohn- und Lebenssituation

An der Suny Potsdam lebt man generell auf dem Campus, was ich auch wärmstens empfehlen würde. Es gibt auch die Möglichkeit „off campus“ zu leben, hierdurch geht einem jedoch das typische College Leben etwas verloren. Ich habe in einer Suite gelebt, hatte also 5 Mitbewohnerinnen, einen Gemeinschaftsraum und ein eigenes Bad. Für etwas mehr Miete mehr könnt ihr auch in einem Townhouse wohnen, dort teilt ihr euch dann ein ganzes Haus mit 3 anderen Studenten und habt ein eigenes Zimmer. Ihr könnt aber auch versuchen euch um ein Einzelzimmer zu bemühen, allerdings sind diese sehr beliebt und werden vorzugsweise an „RA’s“, also studentische Hilfskräfte, vergeben. Generell würde ich euch empfehlen im frisch renovierten „Draime“ Komplex zu wohnen. Viele Studenten haben einen sogenannten „Meal Plan“, man zahlt also einen Festbetrag vor Beginn des Semesters und hat dann eine bestimmte Anzahl „Meals“, die man für Hauptmahlzeiten einlösen kann und „Flex“, eine Art Bargeldersatz für Snacks, Getränke etc. Die Uni empfiehlt euch hier den „Goldplan“ zu nehmen, doch davon kann ich nur abraten. Ihr werdet auf viel zu viel Flex sitzen bleiben, denn diese müssen bis zum Ende des Semesters verbraucht werden ohne zu verfallen. Lest euch die Meal Plan Beschreibungen gut durch und überlegt, was am besten zu eurem Lebensstil und eurem Vorhaben in Amerika passt. Es muss nicht zwangsläufig der teuerste „Gold Plan“ sein. Ausgewogen zu essen ist eine Herausforderung, es gibt allerdings immer Salate oder vegetarische Gerichte, auf die man zurückgreifen kann.

„Downtown“ ist ungefähr 10-15 Minuten Fußweg entfernt. Hier gibt es unter anderem ein Kino, einige Restaurants [empfehlenswert: Cantina (Mexikanisch), Mama Lucia (Italiensch) oder Park&Bros’s( Kaffee, Kuchen)] , ein paar Geschäfte und Bars. Wer das Berliner Nachtleben gewohnt ist, wird hier im ersten Moment sehr ernüchtert sein, doch auch das Maxfields, das Streets und das McDuffs haben durchaus ihren Charme. Alle sind prinzipiell ab 21, wobei das Maxfields die strengste Kontrolle an der Tür vornimmt. Im Streets gibt es eine Tanzfläche und am Wochenende ist es hier meistens ziemlich voll. Zwischen 2-3 Uhr gehen die Lichter an und man kann sich in der Baglery einen Pizzabagel holen und sich auf den unabsichtlich romantischen Rückweg zum Campus, entlang des Raquette Rivers, machen.

Am Wochenende (bzw von Donnerstag bis Sonntag) finden außerdem eine Menge Partys off and on Campus statt. Vor allem die Studentenverbindungen feiern fast jedes Wochenende die sogenannten „frat parties“, inklusive Bierbong mit roten Plastikbechern. Partys auf dem Campus werden oft von der UP (University Police) vorzeitig beendet, dementsprechend empfehle ich die Partys in den Studentenhäusern oder in den Bars. Einladungen kommen von ganz allein bzw. sobald ihr den ersten Kontakt zu Einheimischen geknüpft habt. Ich hatte hier nur sehr positive Erfahrungen. Einige kleine Supermärkte und Drogerien befinden sich in Laufdistanz zur Uni. Den Supermarkt IGA, einen Bioladen und ein Asia-Laden gibt es auf der Elm Street, dort findet ihr außerdem das Post Office. Zusätzlich gibt es noch die Drogerie Kinney’s, in der Maple Street. Auf dem Campus findet ihr im Student Union Store ebenfalls alles Überlebensnotwendige wie Kopfschmerztabletten, Ben&Jerry’s, Shampoo oder Schreibwaren. Zusätzlich befinden sich auf dem Campus ein Starbucks und ein Tim Hortons, die allerdings leider am Wochenende geschlossen haben. Ein großer Walmart befindet sich ein paar Autominuten außerhalb von Potsdam, zweimal in der Woche fährt ein Shuttlebus vom Campus dorthin.

In den Ferien und an den Wochenenden kann und sollte man reisen. Hat man etwas länger Zeit haben, sollte man unbedingt nach New York City und Washington D.C. fahren. Für einen Wochenendtrip eignet sich Kanada besonders gut, da Potsdam nur ca. 30-45 Minuten von der Grenze entfernt ist. Um ein Auto bei Enterprise Rent a Car zu mieten, braucht ihr einen internationalen Führerschein.

Sonstige Hinweise

  • Gönnt euch mindestens einmal die „Waffle Fries“ in der Student Union
  • Geht zu einem Eishockey Spiel („Go Bears!“)
  • Sollte es noch ein bisschen warm sein: Holt euch ein Bier und setzt euch auf die Terrasse vom Maxfields.
  • Macht einen Trip nach New York City und Kanada!
  • Frühstückt am Sonntag Morgen die größen Pancakes der Welt im Foxy Roxy’s.

Rückblick

In Potsdam verliebt man sich langsam, aber stetig. Sowohl das Umfeld als auch die Uni wachsen einem extrem ans Herz. Mein Auslandssemester war rückblickend eine fantastische Erfahrung und jeden, der mit dem Gedanken spielt ins Ausland zu gehen, möchte ich hiermit bekräftigen.

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