uni-potsdam.de

You are using an old browser with security vulnerabilities and can not use the features of this website.

Here you will see how you can easily upgrade your browser.

University of Montana 2012/13

Die Erfahrungen der anderen machen uns klüger...

Liebe Studierende,

Sie können sich in Ihrem Erfahrungsbericht an die gegebenen Stichpunkte halten und sie als Orientierung benutzen. Sie können aber auch gern eine eigene Reihenfolge und Auswahl von Mitteilenswertem bestimmen.


Vorbereitung

Studienfach: Betriebswirtschaftslehre

Aufenthaltsdauer: 08 /2012 – 12 /2012

Gastuniversität: University of Montana

Gastland: USA

Im Oktober 2011 habe ich an Universität Potsdam mein Masterstudium der BWL begonnen und da ich wusste, dass ich noch ein Auslandssemester absolvieren wollte, habe ich mich auch gleich erkundigt, was es für Möglichkeiten gibt. Zum Glück war ich schnell, da die Deadline für die Bewerbung um Plätze an einer Partnerhochschule nur einige Wochen später ablief. Es mussten viele Unterlagen zusammengetragen werden, unter anderem auch zwei Gutachten von Professoren und ein Motivationsschreiben. Man sollte also rechtzeitig mit der Vorbereitung beginnen, um Stress zu vermeiden.

Ich wusste, dass ich unbedingt in die USA wollte. Im Rahmen des Masterstudiums BWL ist dies aber nicht wirklich leicht, da die meisten Unis so genannte MBA-Studiengänge anbieten, für welche man mehrere Jahre Berufserfahrung benötigt. Am Ende bot sich eigentlich nur die University of Montana an. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich vor meiner Bewerbung nicht wirklich viel über Montana wusste, aber ich dachte mir, dass man überall eine gute Zeit haben könnte und vor allen Dingen das Studienangebot hat mich überzeugt.

Nach der Einreichung meiner Bewerbungsunterlagen und einem Interview von einer Kommission, bekam ich die Zusage durch das akademische Auslandsamt. Dies bedeutet aber lediglich, dass ich durch die Uni Potsdam zum Studium in Montana vorgeschlagen wurde. Die endgültige Entscheidung trifft dann immer die Partneruniversität. Dies bedeutet, dass man noch einen kompletten Satz Unterlagen an die Uni in Montana schicken muss -- also noch mehr Formulare ausfüllen, unter anderem auch ein Gesundheitsformular auf dem man nachweisen wusste, dass man bestimmte Impfungen bekommen hat.

Mitte April 2012 bekam ich dann die offizielle Zusage der University of Montana. Einige Tage später erhielt ich dann noch umfangreiche Infomaterialien der Foreign Student and Scholar Services (FSSS). Dabei handelt es sich sozusagen um das Auslandsamt der Uni in Montana. In den kommenden Wochen tauschte ich sehr viele E-mails mit meiner Betreuerin dort aus und bekam viele nützliche Tipps rund um den Studienalltag.

Gleichzeitig bekam ich auch eine akademische Betreuerin zugeteilt. Dabei handelte es sich um die Dekanin der „Business School“. Mit ihr konnte ich meine Kurswünsche absprechen und sie war wirklich sehr hilfreich, vor allen Dingen auch bezüglich der Zugangsvoraussetzungen, die man für bestimmte Kurse erfüllen musste.

Studienfach: Betriebswirtschaftslehre

Aufenthaltsdauer: 08 /2012 – 12 /2012

Gastuniversität: University of Montana

Gastland: USA

Ankunft/Orientierung

Die Vorlesungszeiten in den USA unterscheiden sich von denen die wir gewöhnt sind. So habe ich dort im „Autumn Semester“ 2012 studiert, welches von Mitte August bis Mitte Dezember lief. Am 14. August flog ich los. Es gibt keine Direktflüge von Deutschland nach Montana, so dass es sich anbietet auf der Reise einen Zwischenstopp in einer amerikanischen Stadt an der Westküste zu machen. Ich entschied mich für drei Tage Los Angeles und von dort aus machte ich noch einen Kurztrip nach Vegas und zum Grand Canyon. Am 19. Dezember flog ich dann von Los Angeles über San Franzisco nach Missoula, Montana. Der Flughafen dort ist wirklich sehr klein und es werden nur einige andere amerikanische Städte, wie z.B. Los Angeles, San Franzisco, Las Vegas, Seattle, Detroit und Salt Lake City angeflogen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man am günstigsten über Vegas nach Missoula fliegt, da Condor günstige Flüge nach Vegas anbietet und die amerikanische Fluglinien Allegiant oder Alaska Air günstige Flüge von Vegas nach Missoula anbieten.

Von Anfang an wurde ich durch die Uni perfekt betreut. Man konnte vorher angeben, wann man ankommt und wurde dann von sehr hilfsbereiten und netten studentischen Mitarbeitern des FSSS vom Flughafen abgeholt und zu seiner Unterkunft gefahren. Dort erhielt man dann Hilfe zum Mietvertrag und ähnlichem und konnte ein so gennantes „Bed-in-the-bag“ erwerben – eine Erstausstattung für sein Zimmer, bestehend aus Handtüchern, Decke, Kissen, Bettwäsche etc.. Gleichzeitig bekam ich dort auch die wichtige Info, dass an diesem Abend eine kleine Party für die neuen internationalen Studenten stattfinden würde. So konnte ich gleich an meinem ersten Tag Anschluss finden und habe dort gute Freunde kennen gelernt mit denen ich heute noch in Kontakt stehe.

Am 20.8. ging dann auch schon die Orientierungswoche für die ausländischen Studenten los. In dieser Woche erfuhr man alles, was man für seinen Aufenthalt wissen musste, von Studienorganisation über Wege zur Überwindung des Kulturschocks bis zu dem öffentlichen Verkehrssystem und der Gesundheitsversorgung an der Uni. Eigentlich blieben keine Fragen offen und die Organisation war tadellos. Auch wurde einem viel Hilfe beim Einleben geboten, in dem z.B. Einkauftrips zu Walmart oder zu den Banken in der Stadt zwecks Kontoeröffnung angeboten wurden. Gleichzeitig gab es auch viele Angebote zur Freizeitgestaltung in den ersten Tagen. Bei verschiedenen Ausflügen (z.B. Wandern in der Umgebung, Wildwasser-Rafting oder einer Stadtführung), diversen kostenlosen Abendessen und einer großen Willkommensparty hatte man die Möglichkeit die anderen Austauschstudenten und die Umgebung gut kennen zu lernen und schnell Anschluss zu finden. Gleichzeitigt konnte man auch seinen akademischen Betreuer persönlich kennen lernen um eventuell noch letzte Änderungen am Stundenplan vorzunehmen.

Studium an der University of Montana

Der Studienalltag ist deutlich anders als das was man au Deutschland gewohnt ist. Als „undergraduate“ (Bachelor-Level) muss man als Vollzeitstudent mindestens 12 credits pro Semester belegen und als „graduate“ mindestens 9 credits pro Semester. Ein Kurs zählt in der Regel 3 credits, es gibt aber auch vereinzelte Kurse mit einem credit, welche dann vielleicht nur die Hälfte des Semesters andauern. Die Kurse sind in 100er Schritten aufgeteilt. So sind Kurse mit einer 100er Nummer z.B. für Studenten in ihrem ersten Jahr vorgesehen, 200er Kurse für Studenten im zweiten Jahr und so weiter. Bei den 400er Kursen handelt es um so etwas wie Zwischenkurse. Man kann sie für einen undergraduate-credit belegen oder mit etwas mehr Arbeitsaufwand sich auch als graduate Kurs (Masterlevel) anrechnen lassen. 500er und 600er Kurse sind dann aus dem graduate Bereich. In der Regel hat man jeden Kurs zweimal die Woche für 1,5 Stunden. Sehr oft herrscht Anwesenheitspflicht bzw. man bekommt eine Note für Anwesenheit bzw. Mitarbeit. Generell muss man pro Kurs in der Regel eine Menge verschiedener Leistungsnachweise erbringen. Viele Zwischenklausuren neben einer großen Abschlussklausur sind üblich und darüber hinaus fallen Hausaufgaben an, jede Woche bekommt man Leseaufgaben. Es müssen Fallstudien bearbeitet werden, Präsentationen gehalten und Seminararbeiten angefertigt werden. Generell also viel meh Arbeitsaufwand als von zu Hause gewöhnt. Der Vorteil daran ist natürlich, dass man kontinuierlich an seinem Wissen arbeitet und sich die Endnote aus vielen kleinen Teilen zusammensetzt, so dass viel weniger Fokus auf der Abschlussklausur liegt als in Deutschland. Gleichzeitig ist man in der Woche sehr viel mehr mit der Uni beschäftigt. So schaffe ich es hier durchaus sehr gut Uni und 10-15 Stunden Arbeit unter einen Hut zu bringen. In den USA hätte ich mir das kaum vorstellen können, da ich jeden Tag neben der reinen Vorlesungszeit viele Stunden in der Bibliothek verbracht habe.

Ich habe 200er, 300er und 400er Level Kurse belegt, wobei der 400er Kurs („Principels of Federal Taxation, Individuals“) bei Weitestem der schwierigste Kurs war. Die anderen waren zwar sehr arbeitsaufwändig aber inhaltlich durchaus gut zu schaffen. Wenn man kontinuierlich mitgearbeitet hat und alle Aufgaben zeitgerecht eingereicht hat, konnte man durchaus sehr gute Noten erreichen. In der Regel konnten die meisten Austauschstudenten durchaus ihren Notenschnitt von zu Hause halten bzw. viele konnten sich auch sehr verbessern.

Die Betreuung ist rundum hervorragend. Akademisch wurde ich zunächst gut durch die Professorin, welche ich als „academic advisor“ zugeteilt bekommen hatte unterstützt. Im Rahmen der Vorlesungen selbst sind die Professoren sehr bemüht so viel zu helfen wie möglich. Jeder Professor bietet wöchentlich diverse Sprechzeiten an und es ist sowohl möglich als auch gewünscht bei Fragen oder Problemen diese sofort in Anspruch zu nehmen. Ich hatte immer das Gefühl, dass sich meine Professoren über jeden meiner Besuche sehr gefreut haben. Der Kontakt zwischen Studenten und Lehrkräften ist meiner Erfahrung nach in den USA viel enger als in Deutschland. Manche möchten dort sogar geduzt werden und es ist durchaus nicht ungewöhnlich, dass ein Professor zum Barbecue einlädt. Bei allen Fragen/Problemen, welche nicht direkt die Vorlesungen betroffen habe, konnte man sich an das Team vom FSSS wenden. Dort wurde wirklich sehr kompetent und freundlich geholfen. Darüber hinaus wurden durch die Mitarbeiter durch das ganze Semester hinweg Ausflüge (z.B. in den Yellowstone Nationalpark) organisiert. Darüber hinaus gibt es zwei Programme, welche den internationalen Studenten das Einleben erleichtern sollen. Wie an der Uni-Potsdam gibt es auch ein „Buddy“-Programm bei welchem man einen amerikanischen Studenten zugeteilt bekommt, welcher einem mit Rat und Tat zu Seite stehen soll. Außerdem gibt es noch das so genannte Missoula International Friendship Program (MIFP). Im Rahmen dessen wird man mit einer amerikanischen Familie zusammengebracht. Ziel ist es, den Austauschstudenten Kultur und Familienleben der Amerikaner näher zu bringen und gleichzeitig den Familien einen Blick über den Tellerrand zu ermöglichen. Es wird empfohlen, dass sich Familie und Student mindestens alle vier Wochen treffen. Das kann z.B. zum Dinner oder vieles mehr. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass dabei wirklich tolle Beziehungen entstehen können und ich habe immer noch Kontakt mit meiner Familie und werde sie sicher bald in Missoula besuchen. Ich kann also allen nur empfehlen an diesem Programm teilzunehmen.

Campus und Umgebung

Die Studiengegebenheiten sind exzellent. Die Uni ist sehr gut ausgestattet, was sicherlich daran liegt, dass die amerikanischen Studenten mehrere Tausend Dollar Studiengebühren pro Semester zahlen müssen. Das „Business“ Gebäude wurde erst vor ein paar Jahren erbaut, ist sehr modern und bietet alles was man braucht, vom Coffeeshop bis Computerraum. Der Campus an sich ist von Bergen umgeben wunderschön gelegen und wird regelmäßig unter die schönsten Campusse Amerikas gewählt. Es ist alles vorhanden was man sich wünschen könnte. Es gibt unter anderem einen sehr gut ausgestattetes Fitnessstudio, ein Schwimmbad, Tennisplätze, ein Theater, Galerien, ein Kino, einen Buchladen, diverse Essensmöglichkeiten, viele Computer- und Lernplätze und vieles mehr.

Missoula kann man als typische amerikanische Universitätsstadt beschreiben, welche stark durch die große Studentenschaft geprägt ist. Mit fast 70.000 Einwohnern ist Missoula die zweitgrößte Stadt Montanas. Es ist natürlich keine Metropole, aber eine wirklich schöne Stadt, welche von guten Ausgehmöglichkeiten bis viel Natur alles zu bieten hat. Drei große Flüsse fließen durch Missoula und es gibt jede Menge guter Möglichkeiten sich in der Natur zu bewegen. Es gibt tollte Wanderwäge, man kann Rafting machen und im Winter Langlauf oder Abfahrtsski.

Montana an sich ist im Nord-Westen der USA gelegen und grenzt an Kanada. Es ist wirklich nicht dicht besiedelt und vor allen Dingen durch unberührte Natur geprägt. So liegt der wunderschöne Glacier Nationalpark in Montana und auch Teile des Yellowstone Nationalparks. Beides meiner Meinung nach ein absolutes Muss, wenn man dort ist. Wenn man ein paar Tage frei hat lohnt sich auch eine Reise nach Seattle (ca. 7 Stunden mit dem Auto entfernt) oder nach Vancouver (ca. 10 Stunden). Mit günstigen Flügen sind auch Vegas, Los Angeles, San Franzisco und Salt Lake City gut zu erreichen und eine Reise wert. Viele Studenten mieten sich zum Beispiel auch über die Thanksgiving-Ferien ein Auto und fahren die Westküste entlang.

Wohnsituation

Zunächst einmal ist es empfehlenswert die Wohnangebote der Uni in Anspruch zu nehmen. Es gibt wirklich nicht sehr viele Apartments in Missoula, da die meisten Amerikaner in Einfamilienhäusern wohnen und besonders von Deutschland gestaltet es sich sicher schwierig etwas Passendes zu finden. Die Uni bietet zwei verschiedene Wohnmöglichkeiten.

Option 1 sind die Wohnheime auf dem Campus. Dies ist die typische amerikanische Collegeerfahrung, wie man sich das aus Filmen vorstellt. Man teilt sich ein relativ kleines Zimmer mit einem Mitbewohner/in. Auf beiden Seiten des Zimmers befinden sich jeweils ein Einzelbett, ein kleiner Schreibtisch und ein kleiner Schrank. In der Mitte kann man durchlaufen und das war es dann eigentlich auch schon. Auf jedem Flur gibt es dann ein paar Gemeinschaftstoiletten und Duschen, welche man sich mit diversen anderen teilt. Küchen gibt es keine. Wenn man Glück hat bekommt man eine Mitbewohnerin die einen kleinen Kühlschrank und/oder eine Mikrowelle im Zimmer hat. Im Rahmen dieses Wohnens muss man von der Uni einen so genannten „Mealplan“ in Anspruch nehmen. Dies bedeutet, dass man pro Woche einen bestimmten Betrag an Geld zur Verfügung bekommt, von dem auf dem Campus in den diversen Möglichkeiten zu essen bekommt. Man bezahlt dann zu Semesterbeginn ein Paketpreis für Wohnen und Essen.

Option 2 ist das so genannte „Lewis & Clark Village“. Dabei handelt es sich um einen Apartmentkomplex etwas außerhalb der Uni. Dort wohnt man in Wohngemeinschaften von 2 oder 3 Studenten. Es sind normale, möblierte Wohnungen. Man erhält ein möbliertes Zimmer und teilt sich mit den 1-2 Mitbewohnern Küche, Bad und Wohnzimmer. Man kann sich dort also selber bekochen. Der einzige Nachteil ist, dass man nicht direkt auf dem Campus wohnt. Es fahren jedoch während der Vorlesungszeit Montags-Samstag ganztägig kostenfreie Shuttlebusse zur Uni und in die Stadt. Donnerstags bis samstags fahren diese auch in der Nacht, so dass man auch nach dem Ausgehen gut nach Hause kommt. In den Sommermonaten ist es dann sowieso empfehlenswert sich von der Uni ein Fahrrad (30 USD pro Semester) zu leihen. Ich habe dort gewohnt und mich auch sehr wohl gefühlt. In meiner amerikanischen Mitbewohnerin habe ich eine gute Freundin gefunden.


Fazit

Alles in allem war meine Zeit an der University of Montana eine großartige Erfahrung und ich bin sehr glücklich den Schritt gewagt zu haben. Ich habe meine Sprachkenntnisse dort weiter verbessern können und auch meinen fachlichen Horizont stark erweitert. Ich wusste vorher nicht wirklich viel über Missoula bzw. Montana und kann sagen, dass ich mich sowohl in das wunderschöne Land als auch in die liebenswerten Leute verliebt habe. Ich wurde überall herzlich aufgenommen und habe von allen Seiten Unterstützung erhalten. Ich kann wirklich jedem einen Aufenthalt an der University of Montana empfehlen – optimaler weise gleich für ein ganzes Jahr, da ich mir sicher bin, dass man dort nicht so schnell wieder weg möchte.

Für jegliche Fragen rund um meine Auslandserfahrung stehe ich gerne zur Verfügung (alexandra1987@arcor.nomorespam.de).

USA

zurück zur Länderseite

Studium im Ausland

zurück zur Einstiegsseite

Potsdamer Studierende

zurück zur Hauptseite