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University of Mississippi 2014/15

Mein Wunsch, ein Auslandssemester in den USA zu machen, kam recht spontan und spät, sodass mir insgesamt nur noch eine Woche Zeit für die Bewerbung blieb und ich mich fast nicht mehr beworben hätte. Nach einem kurzen Beratungsgespräch im Akademischen Auslandsamt beschloss ich, es trotz der kurzen Zeit zu versuchen und schaffte es, bis auf den Sprachtest, alle erforderlichen Unterlagen zusammenzutragen und einzureichen. Den Nachweis für den Sprachtest konnte ich problemlos nach-reichen. Für die Auswahl meiner drei Favoriten habe ich mir hauptsächlich die Internetseiten und das Studienangebot der angebotenen Partnerhochschulen angeschaut sowie mich mit Studenten ausge-tauscht, die schon dort studiert hatten.


Studienfach: Psychologie

Aufenthaltsdauer: 08 /2014 – 12 /2014

Gastuniversität: University of Mississippi

Gastland: USA

Kurz nach dem Auswahlgespräch erhielt ich dann eine E-Mail, dass ich von Seiten des Akademischen Auslandsamtes die Zusage für meine Drittwahl, die Ole Miss, erhalten habe. Dann begannen die konkreten Vorbereitungen: Ich bekam einige Wochen später Mails vom International Office der Ole Miss und füllte daraufhin Dokumente aus, meldete mich online an und schrieb mich als Masterstudentin der Psychologie ein, was alles relativ problemlos verlief. Nach einigen weiteren Wochen erhielt ich dann jedoch vom Akademischen Auslandsamt die Benachrichtigung, dass die Ole Miss dieses Jahr keine Master-Studenten in der Psychologie annehmen. Diese Benachrichtigung war verbunden mit der Frage, ob ich den Platz trotzdem annehmen und mich als Bachelor-Studentin einschreiben möchte, wofür ich mich dann auch entschied. Dies bedeutete allerdings, dass ich Dokumente wieder erneuern und mir unter anderem neue Kurse aussuchen musste – aus dem Bachelor-Bereich. Das war insofern kein großes Problem für mich, als ich sicher war, meine Pflichtveranstaltungen für das Masterstudium in Deutschland vor Abreise in die USA alle abschließen zu können, sodass ich mir keine Gedanken um Probleme der Anrechnung meiner Kurse machen musste. Das Weitere verlief auch erst einmal recht problemlos.

Leider gab es allerdings bei der Verarbeitung der Dokumente gegen Ende des Prozesses seitens der Ole Miss Verzögerungen, sodass wir erst etwa eineinhalb Monate vor Semesterbeginn unsere DS-2019, ein für die Beantragung des Visums notwendiges Dokument, erhalten haben. Trotz einigem zeitlichen Druck habe ich das Visum noch rechtzeitig bekommen und konnte abreisen. Um Zeit zu sparen, habe ich das Visum in Frankfurt beantragt, weil dort die Bearbeitungszeit zur gegebenen Zeit kürzer war als in Berlin.

Insgesamt verlief die gesamte Bewerbung recht gut. Das Akademische Auslandsamt der Uni Potsdam war sehr hilfsbereit und bemüht, uns in allen Fragen weiterzuhelfen und Kontakt mit der Ole Miss auf-zunehmen. Dadurch fühlte ich mich bei keinem Problem allein gelassen oder hilflos.

Nach der Bewerbungsphase habe ich mich für das PROMOS-Stipendium des DAAD beworben, welches die Steigerung der Mobilität der Studierenden unterstützt. Davon hatte ich bei Informationsveranstaltungen des Akademischen Auslands

amtes erfahren. Nachdem ich mehr über das Konzept gelesen habe, wurde mein Eindruck bestätigt, dass der Sinn dieses Stipendiums eben meine Ziele anspricht: Erfahrungen sammeln, sich mit anderen austauschen und somit den eigenen Horizont erweitern. Recht bald nach Abgabe meiner Bewerbung erhielt ich die positive Rückmeldung.

Studienfach: Psychologie

Aufenthaltsdauer: 08 /2014 – 12 /2014

Gastuniversität: University of Mississippi

Gastland: USA

Studium an der Gastuniversität

Der erste Eindruck bei meiner Ankunft in Oxford war, dass das International Office sich wirklich große Mühe gegeben hatte, uns einen gut organisierten und einfachen Einstieg zu ermöglichen. Dies gestaltete sich leider bei der Belegung der Lehrveranstaltungen etwas schwieriger. In der Einführungswoche ist ein Tag vorgesehen, um sich für Kurse anzumelden. Zu Beginn erhält man ein Dokument, in dem festgehalten ist, für welche Veranstaltungen, für die man sich im Vorhinein beworben hatte, man eine Zusage bekommen hat oder bei welchen man auf der Warteliste steht. Da ich nur in einer Veranstaltung einen festen Platz hatte, musste ich mich noch um weitere bemühen und zu verschiedenen Departments und Personen gehen, die mich einige Male immer weitergeschickt haben und selbst keine Entscheidung treffen konnten. In der ersten Veranstaltungswoche besuchte ich alle Veranstaltungen, die ich gerne belegen wollte, und erklärte den Dozierenden meine Situation. Nach zwei Wochen etwa hatte ich dann in allen Veranstaltungen einen festen Platz.

Generell ist das Studiensystem anders aufgebaut als in Deutschland. Die Veranstaltungen sind viel verschulter, ich hatte jedes Fach jede Woche zwei- bis dreimal und nach jeder Stunde Hausaufgaben für die nächste Stunde zu erledigen. In manchen Fächern haben wir neben den drei Klausuren wöchentlich Tests geschrieben, in anderen gab es nur die Klausuren. Die Hausaufgaben bestanden häufig darin, Texte zu lesen, kurze Essays zu schreiben und Fragen zu beantworten. Ich hatte den Ein-druck, dass die Aufgaben nicht anspruchsvoller waren als in Deutschland, sondern nur von der Menge her mehr.

Mit den Dozierenden habe ich sehr positive Erfahrungen gemacht. Auf der einen Seite waren sie sehr studentennah, hilfsbereit und offen für Kritik und Vorschläge. Auf der anderen Seite habe ich sie auch fachlich als realitäts- und praxisnäher erlebt als ich es manchmal in Deutschland erfahren habe. Auch das Klima in den Kursen selbst war ganz anders verglichen zu deutschen Universitäten: Die Studierenden sind offener zueinander und erzählen auch im Unterricht von persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen. Dies hat für mich ganz andere Möglichkeiten des Verständnisses eröffnet, gleichzeitig empfand ich es manchmal auch schon als zu persönlich.

Von den Rahmenbedingungen her war ich etwas enttäuscht. Die Bibliothek stellte kein einziges von den Büchern bereit, die ich für meine Kurse benötigt habe, sodass ich sie z. T. vom Buchladen der Universität auf dem Campus gegen relativ hohe Leihgebühren ausgeliehen oder im Internet gekauft oder ausgeliehen habe. Im Nachhinein würde ich den Studierenden empfehlen, dass sie die Bücher, die sie vom Buchladen leihen wollen, kaufen und nach dem Semester wieder verkaufen. Ich hatte ein Buch ausgeliehen und musste fast den Neupreis bezahlen. Nach dem Semester haben sie das Buch aufgrund von Wasserschaden, der tatsächlich vorlag, nicht mehr zurückgenommen. Jedoch musste ich dann nochmal denselben Betrag bezahlen, um ihnen das Buch „abzukaufen“, sodass ich für dieses Buch im Endeffekt etwa den doppelten Neupreis bezahlt habe.

Eine weitere Sache bzgl. der organisatorischen Rahmenbedingungen betrifft die Krankenversicherung. Glücklicherweise können wir Studierende der Universität Potsdam die amerikanische Versicherung durch eine Versicherung bei der HanseMerkur Versicherungs-AG ersetzen, welche um einiges kostengünstiger ist.

Generell erlebt man auch während des gesamten Semesters viel von der Liebe und Leidenschaft zu American Football, die Wichtigkeit von Studentenverbindungen und die freundliche und manchmal auch langsamere Art der Südstaaten.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

In allen meinen Kursen war ich die einzige ausländische Studierende, sodass ich in den Kursen recht einfach Kontakt zu einheimischen Studierenden suchen konnte. Häufig blieb dieser Kontakt auch innerhalb der Kurse, da etwa einige einheimische Studierende sehr viel neben dem Studium arbeiten, um es sich finanzieren zu können, sodass Aktivitäten außerhalb der Kurse schwieriger zu organisieren waren. Dennoch haben die Kurse meiner Meinung nach einen guten Anfang geboten, um Leute kennenzulernen und sich ein bisschen zu unterhalten. Mit der Zeit konnte ich auch zu einigen wenigen einen engen Kontakt aufbauen und es haben sich Freundschaften ergeben, die auch immer noch anhalten. Diese haben mich beispielsweise auch über Thanksgiving zu ihnen nach Hause mitgenommen.

Vom international office gab es auch das Programm der global ambassadors, welche Paten für die Austauschstudierenden sind. Jeder ausländische Studierende hat einen global ambassador, der ihm für Fragen offensteht, in der Eingewöhnungsphase helfen soll und einen Erstkontakt zu Einheimischen darstellt. Manche hatten mehr, andere wieder weniger mit ihren global ambassadors zu tun. Ich persönlich hatte nicht sehr viel Kontakt zu meiner global ambassador, aber man findet eben auch so einen Weg zu den Einheimischen.

Generell hatte ich allerdings auch viel Kontakt zu ausländischen Studierenden, da ich in den University Trails gewohnt habe, wo die meisten ausländischen Studierende untergebracht sind. Dort hatte ich auch viel Kontakt zu anderen Deutschen Studierenden, aber auch zu anderen ausländischen Studierenden.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

In meinem Studium musste ich bisher viele englisch-sprachige Studien lesen, sodass ich in diesem fachlichen Bereich schon vor dem Auslandsaufenthalt keine allzu großen Probleme hatte. Allerdings war mein Alltagsenglisch etwas eingeschlafen und ich hatte mich bereits darauf gefreut, es in diesem Semester wieder aufzuwärmen. Dies konnte ich auch etwas erreichen, dennoch muss ich gestehen, dass ich mich in diesem Bereich nicht sehr verbessern konnte. Allerdings habe ich große Fortschritte durch die vielen Essays im schriftlichen Englisch gemacht.

Wohn- und Lebenssituation

Wie bereits erwähnt war ich in den University Trails untergebracht. (Zentral liegt das Clubhouse, in dem auch ein kleines Fitness-Studio ist, zu dem man 24-Stunden-Zutritt hat.) Ich habe mit einer Engländerin und einer Südkoreanerin in einer 3-er-WG mit gemeinsamem Wohnzimmer und gemeinsamer Küche gewohnt. Jede hatte ein eigenes Zimmer mit eigenem Bad und einem begehbaren Kleiderschrank. Das Zimmer war eingerichtet mit einem Bett sowie einer Matratze, einem Schreibtisch mit Stuhl und einer Kommode, den Rest musste man selbst besorgen. Ich habe mich auf Anraten früherer Austauschstudierenden gegen das Packet entschieden, das das international office für $ 50 bietet, in dem Bettwäsche und Küchengeräte enthalten sind. Stattdessen habe ich alles Notwendige im Walmart gekauft, was insgesamt günstiger war.

Walmart stellt eine der Haupteinkaufsmöglichkeiten dar, die von vielen Studierenden genutzt wird, weil dort alles angeboten wird und die Preise für die amerikanischen Verhältnisse recht niedrig sind. Generell sind die Lebensunterhaltungskosten jedoch höher. Gerade Obst und Gemüse waren teurer. Ich habe auch meistens dort eingekauft und selbst gekocht und nicht auf dem Campus gegessen, da es günstiger war. Von den University Trails braucht man mit dem Fahrrad etwa 20 Minuten zum Walmart. Die University Trails sind etwa 25 Gehminuten vom Campus entfernt und gut mit Bus oder Fahrrad erreichbar. Es gibt insgesamt nur wenige Busse in ganz Oxford, die einigermaßen häufig und regelmäßig fahren. Man kann sich allerdings auch ein Fahrrad für $ 25 pro Semester ausleihen. Die Fahrräder unterscheiden sich z. T. sehr in ihrer Ausstattung (wie viele Gänge etc.). Damit ist man allerdings sehr unabhängig und flexibel. Und da Oxford sehr klein ist, kommt man mit dem Fahrrad auch innerhalb von 30 Minuten überall hin. Dies kann vor allem am Wochenende sehr praktisch sein, weil die Busse samstags nur bis nachmittags und an Samstagen mit Football Spielen oder sonntags gar nicht fahren. Viele Einheimische bieten uns ausländischen Studierenden auch an, uns mit dem Auto irgendwo hinzufahren, was mir sehr schwer fiel anzunehmen. Allerdings ist es unmöglich, Oxford ohne Auto verlassen und etwas anderes sehen zu wollen. Die Distanzen sind bekanntlich sehr groß und auch nicht mit dem Fahrrad zeitlich rentabel erreichbar.

In Oxford selbst gibt es nicht sehr viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Die „Innenstadt“, der Square, ist ein beliebter Treffpunkt für Feierabende oder Wochenenden. Man geht dort essen oder in einer Bar etwas trinken. Ansonsten bietet die Universität viele Sportangebote, welche ich sehr genossen habe. Ich habe viele verschiedene mir unbekannte Sportarten kostenlos ausprobieren und kennenlernen können. Des Weiteren hat das Sport Department viele Ausflüge (Wanderungen) organisiert. Für diese muss man sich in den ersten Monaten anmelden und eine recht geringe Gebühr zahlen.


Rückblick

Rückblickend kann ich sagen, dass ich in diesem Auslandssemester viel über mich gelernt habe, manche Sachen wieder mehr schätze und andere nun kritischer sehe. Ich halte es für sehr empfehlenswert, sich generell um ein Auslandssemester zu bewerben. Das Akademische Auslandsamt ist wirklich sehr hilfreich, auch bei der Ideenkonkretisierung, und unterstützt mit allen Mitteln. Die Ole Miss selbst stellt als eine Universität in den Südstaaten mit Sicherheit eine spannende Erfahrung dar, die nicht verglichen werden kann mit dem Studium an anderen amerikanischen Universitäten. In diesem Sinne: Hotty Toddy!!!

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