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University of Mississippi 2014/15

Wer im Laufe seines Studiums im Ausland studieren möchte, kann sich über die Internetseite des AAA informieren. Auf der Homepage findet man eigentlich alle nötigen Informationen und im Zweifelsfall, kann man die Mitarbeiter immer anrufen oder zu den Sprechzeiten vorbeikommen. Der Vorteil des Austauschs über die Hochschulpartnerschaft liegt darin, dass die Uni Potsdam in den meisten Fällen die anfallenden Studiengebühren übernimmt und man organisatorisch nicht auf sich allein gestellt ist.


Studienfach: Lehramt Sport/Englisch

Aufenthaltsdauer: 08 /2014 – 12 /2014

Gastuniversität: University of Mississippi

Gastland: USA

Die Kontaktaufnahme mit der University of Mississippi (Ole Miss) lief auch über das Auslandsamt ab. Man reicht alle notwendigen Unterlagen beim Zuständigen Mitarbeiter des Auslandsamtes ein und diese werden dann weiter geschickt. Leider gab es trotz unserer sehr engagierten „Betreuerin“ des AAA, Frau Subasic, Kommunikationsschwierigkeiten mit Mississippi. Wir mussten oft lange auf Antworten bei Rückfragen und äußerst lange auf die Versendung unserer Unterlagen von der Ole Miss warten. Das kann ein ziemliches Problem werden, da diese Unterlagen zum Beantragen des Visums notwendig sind.

Die Unterlagen zur Bewerbung beinhalten eine Online-Bewerbung bei der Ole Miss. Dabei kam es teilweise zu technischen Schwierigkeiten mit bestimmten Browsern, ist aber eigentlich nicht allzu schwer zu bewältigen. Ein Nachweis über ausreichende Finanzmittel muss nur zum Zeitpunkt der Bewerbung erbracht werden. Wer nicht über ausreichend Mittel verfügt, sollte unbedingt Auslandsbafög beantragen (auch Studenten die kein Inlandsbafög erhalten) und für den Nachweis eine Bestätigung der Eltern einholen, dass diese finanziell bürgen.

Das Beantragen des Visums ist eine langwierige und schwierige Prozedur. Das amerikanische Konsulat will einfach alles wissen. Man muss auch ein Foto mit bestimmten Kriterien hochladen, dafür empfiehlt es sich vorher eins zu machen (mit einem guten Passbild kann man nichts falsch machen, aber es soll nicht älter als 2 Monate sein und man muss noch eins zum Termin im Konsulat mitnehmen). Man muss die Bewerbung allerdings nicht an einem Stück abfertigen, da man sie zwischenspeichern kann. Jedoch sollte man das nach Erhalt der Unterlagen von der Ole Miss schnellstmöglich erledigen, da die Termine sehr begrenzt sind und teilweise lange auf sich warten lassen. Zum Termin möglichst viel früher erscheinen, da man mit einer langen Wartezeit rechnen muss.

Studienfach: Lehramt Sport/Englisch

Aufenthaltsdauer: 08 /2014 – 12 /2014

Gastuniversität: University of Mississippi

Gastland: USA

Studium an der Gastuniversität

Das Studiensystem in den USA unterscheidet sich deutlich von dem hier in Deutschland. Es hat uns europäische Studenten immer an die Schule erinnert. Undergraduates (Bachelor) müssen pro Semester in 12-15 „Hours“ belegen, was 4-5 Kursen entspricht, denn pro Kurs gibt es meistens 3 Credits. Graduates (Master) müssen 9-12 Hours belegen, was dann 3-4 Kursen entspricht. Die Kurse finden dann meist mehrmals wöchentlich in kürzeren Zweier- oder Dreierblöcken statt. Anders als in Deutschland gibt es hier während des Semesters von Woche zu Woche hausaufgabenähnliche Aufgaben zu erledigen, Essays einzureichen, Übungen abzugeben oder kleinere Quizze zu absolvieren. Auf diese Abgaben werden benotet und gehen als Teilnote in die Endnote ein. Zusätzlich zur Abschlussklausur gibt es auch Halbzeitklausuren. Die Anforderungen die dabei zu erfüllen sind, sind allerdings äußerst niedrig, sodass man im Endeffekt sehr viel Aufwand für wenig Leistung betreibt. All diese Maßnahmen tragen meines Erachtens zur Unselbständigkeit der amerikanischen Studenten bei, da diese von den Dozenten an der Hand geführt werden. Aber da die amerikanischen Studenten Unsummen an Studiengebühren bezahlen, soll eben auch gewährleistet sein, dass alle mit guten Noten durchkommen. 

Die Betreuung durch die Universität war ziemlich durchwachsen. Meiner Meinung nach haben sich die Verantwortlichen sehr viel Mühe gegeben, die internationalen Studenten gut zu betreuen, allerdings schien die interne Kommunikation katastrophal gewesen zu sein. Wir hatten eine sehr freundliche Hauptansprechpartnerin, welche aber anscheinend allein für alle internationalen Studenten zuständig war. Bei sehr vielen Austauschstudenten gab es individuelle Schwierigkeiten mit der Kursbelegung oder dem Gebührenkonto der Universität oder anderen Belangen. Demzufolge haben sämtliche Klärungen sehr lange gedauert oder oft wurden Sachen vergessen. Ich war im letzten Monat meines Aufenthalts wöchentlich im International Office zusätzlich zu regem E-Mail- oder Telefonkontakt, weil mein Gebührenkonto immer noch eine zu zahlende Summe von rund $8000 Studiengebühren anzeigte, obwohl diese bereits zu Anfang des Semesters aufgrund des Stipendiums der Hochschulpartnerschaft abgezogen worden sein müsste. Anfang Januar (ca. 1 Monat nach Semesterende) waren dann endlich alle Gebühren verschwunden. Allen zukünftigen Studenten kann ich empfehlen: egal worum es geht (Kursbelegung, Gebühren, Wohnungsbelange) und ob gesagt wird, dass sich darum gekümmert wird, immer wieder hingehen und nachhaken!!!

Meine Erfahrungen mit den Dozenten waren durchweg positiv, da diese stets freundlich und hilfsbereit waren und auch gern auf E-Mails von fragenstellenden Austauschstudenten antworteten.

Die Universität ist materiell sehr gut ausgestattet, wie ich fand, was natürlich zu erwarten ist, bei den amerikanischen Studiengebühren. Es gibt sowohl in der Bibliothek, als auch in anderen Gebäuden Arbeitsbereiche und Computerpools. In meinem Sportwissenschaftskurs haben wir Experimente mit technisch hochwertigem Laborequipment durchgeführt. Es gibt außerdem ein kostenfrei nutzbares und gut ausgestattetes Fitnessstudio, eine Schwimmhalle sowie viele Kursangebote.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Der Kontakt mit ausländischen und einheimischen Studenten war sehr leicht herzustellen und war sehr positiv. Ich habe in den University Trails gewohnt, wo der Großteil der internationalen Studenten untergebracht war. Es hat sich binnen weniger Tage eine große Gruppe von Freunden gefunden. Auch einheimische Studenten haben auf dem Wohnkomplex gelebt, sodass man mit diesen ebenfalls in Kontakt kam, jedoch waren die internationalen Häuser etwas abseits der anderen. Die einheimischen Studenten waren sehr freundlich und nahmen uns sehr gut auf. Das International Office gab sich Mühe uns gut zu vernetzen, zum einem in der Orientation Week, durch das Welcome Dinner und andere Aktionen. Zusätzlich waren jeweils drei internationale Studenten einem GA (Global Assistant) zugeteilt. Diese waren amerikanische Studenten, welche die Aufgabe hatten sich während des Semesters um die Internationals zu kümmern, ihnen zu helfen sich zurechtzufinden und Ansprechpartner zu sein. Einige dieser GA’s begleiteten ihre Studenten über das ganze Semester und waren oft präsent, organisierten Dinge oder halfen anderweitig. Ich habe meinen GA wenig zu Gesicht bekommen, was aber meinen Aufenthalt nicht verschlechterte, weil ich auch so gut Anschluss finden konnte. Man findet Freunde aus aller Welt!

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Da ich Englisch auf Lehramt studiere, schätze ich meine Sprachkompetenz vor dem Auslandsaufenthalt als recht gut ein. Jedoch war dieses Semester mein erster Auslandsaufenthalt in einer derartigen Größenordnung (mehrere Monate). Ich glaube meine sprachlichen Fähigkeiten haben sich durch den Aufenthalt stark verbessert, besonders was das Hörverstehen und das spontane, alltägliche Sprechen angeht.

Wohn- und Lebenssituation

Ich, wie die meisten anderen Austauschstudenten, habe die Unterkunft über die Universität bekommen. Wie gesagt, haben die meisten internationalen Studenten in einem Wohnkomplex namens „University Trails“ gewohnt. Das ist ein Wohnkomplex mit 14 Häusern in denen Studenten in Wohngemeinschaften mit 3-4 Bewohnern wohnen. Die Wohnungen sind mit einem Gemeinschaftraum mit Couch, Tisch und TV sowie einer Küche mit Kühlschrank, Tiefkühler, Ofen, Herd, Mikrowelle, Geschirrspüler, Waschmaschine, Trockner und Schränken ausgestattet. Die Ausstattung ist meiner Meinung nach völlig ausreichend. Ich habe in einer 3er-WG mit einem Holländer und einem Koreaner gewohnt. Jeder hatte sein eigenes Schlafzimmer mit Bett, Schreibtisch und Komode sowie einem eigenen Bad und begehbarem Kleiderschrank. In den 4er-WG’s teilen sich jeweils 2 Studenten ein Bad. Das Negative ist, dass man sich mit Geschirr, Besteck, Töpfen, Pfannen etc. selbst eindecken muss, was schwierig ist, da man für die paar Monate nicht zu viel kaufen will, aber dennoch vernünftig Essen zubereiten und zu sich nehmen möchte. Am besten teilt man sich gewisse Gegenstände mit den Mitbewohnern. Wir haben Dinge wie z.B. Dosenöffner quasi durchs halbe Haus gereicht.

Die Instandhaltung der Wohnungen lässt im Allgemeinen etwas zu wünschen übrig. Ich hatte glücklicherweise keine größeren Probleme in meiner Wohnung, jedoch hatten einige Mitstudenten mit Rohrbrüchen, Toilettenexplosionen/-überschwemmungen, Schimmel oder kaputter Klimaanlage zu kämpfen (was in Mississippi bei 35°C+ ein Problem ist). Man meldet die Probleme dann im Clubhouse, der Verwaltungseinrichtung des Komplexes und das Problem wird zur „Maintenance-Crew“ weitergeleitet, welche die Reparaturen durchführt. Auch hier kann man sich leider nie drauf verlassen, dass tatsächlich etwas passiert, daher wieder mein Rat: immer wieder hingehen und nachhaken. Das Beste ist, wenn man die Handwerker draußen sieht und direkt anspricht. Wenn die „Maintenance“ verständigt ist, dann legt diese leider auch die typische Südstaatler-Gelassenheit an den Tag und Dinge werden langsam (wenn überhaupt) und nur halbherzig repariert.

Das Clubhouse verfügt über einen kleinen Computerraum mit Drucker, Fitnessraum, Billard- und Tischtennistisch, alles davon ist jederzeit und kostenfrei nutzbar. Des Weiteren sind auf dem Wohnkomplex ein Swimming Pool mit Liegestühlen und Hängematten, ein Basketball- sowie Volleyballfeld vorhanden, was die Freizeitgestaltung und das Knüpfen von Kontakten sehr angenehm macht bzw. vereinfacht. Der Pool ist der zentrale Treffpunkt für alle Studenten und Aktivitäten.

Leider haben wir in Gesprächen mit unseren amerikanischen Freunden herausfinden müssen, dass wir bezüglich unserer Unterbringung von der Universität regelrecht ausgenommen wurden. Die Häuser 11-14 in denen die internationalen Studenten wohnten, wurden von der Universität angemietet und diese hat die Zimmer an die Internationals untervermietet. Dies hatte zur Folge, dass die Bewohner monatlich $300 mehr bezahlten, als die Studenten, die die Zimmer direkt von den University Trails mieteten. Es sind die gleichen Häuser und Zimmer, aber die Universität zweigt sich offensichtlich monatlich $300 Vermittlungsgebühren ab. Also an dieser Stelle der Hinweis: Die Unterkunft direkt über die University Trails mieten und nicht über die Uni!!!

Von den Trails fährt eine Buslinie zum Campus, welche alle 10-20 Minuten nicht sehr zuverlässig fährt. Vom Campus aus kommt man mit den anderen Buslinien eigentlich überall hin, ist aber relativ umständlich, besonders wenn man mit Einkäufen unterwegs ist. Man kann sich für nur $25 beim Bike-Shop der Uni ein Fahrrad für das komplette Semester mieten. Die Fahrräder sind gut und etwaige Reparaturen sind im Preis enthalten. Viele Internationals haben dieses großartige Angebot genutzt und waren sehr zufrieden. Man kommt mit dem Fahrrad sehr schnell zu allen wichtigen Punkten. Ansonsten haben die amerikanischen Studenten fast alle ein Auto und sind äußerst hilfsbereit, besonders wenn es ums Einkaufen geht.

Bankgeschäfte habe ich mit der Student-Visacard der DKB abgewickelt. Damit hatte ich keinerlei Probleme, da mir die DKB anfallende Gebühren beim Geldabheben erstattete. Somit konnte ich kostenlos Geld an jedem Geldautomat abheben.

Als Krankenversicherung haben wir mit der Ole Miss eine Ausnahme vereinbart, sodass wir alle (von der Uni Potsdam) über die Hanse Merkur auslandsversichert waren und von der amerikanischen universitär angebotenen Versicherung ausgenommen waren. Diese war sehr viel teurer, leistete weniger und beinhaltete einen großen Eigenanteil bei Behandlungen.

Die Lebenshaltungskosten sind in den USA generell etwas höher, würde ich sagen. Das merkt man vor Allem beim Einkaufen von Lebensmitteln. Je gesünder und frischer die Lebensmittel, je teurer werden sie.

Tipps für nachfolgende Studenten:

  • Unterkunft direkt über die University Trails mieten und NICHT über die Uni
  • unbedingt Fahrrad mieten, möglichst so früh wie möglich, da diese sehr schnell vergriffen sind
  • frühzeitig eigene Trips organisieren (z.B. Thanksgiving), dann kann man günstig viel herumkommen (New Orleans lohnt sich)
  • als Handyanbieter für Prepaid-Karten, kann ich h2o-wireless empfehlen, gutes Preis-Leistungsverhältnis

Rückblick

Auch wenn das in dem Bericht eventuell nicht so herauskommt, überwiegen die negativen Sachen keinesfalls gegenüber all den tollen Erfahrungen die man sammelt. Das sind lediglich Dinge, die euch Zukünftigen helfen sollen.

Viel Spaß beim Auslandssemester! Es lohnt sich!

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