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University of Mississippi 2013/14

Nachdem ich die erfreuliche Mitteilung von der Uni Potsdam erhalten hatte, dass ich eine der drei Studenten war, die den Austauschplatz für die University of Mississippi für das Wintersemester 2013 bekommen hatte, hieß es als nächsten Schritt, sich noch einmal direkt bei der Olemiss (so wird die University of Mississippi von jeden dort genannt) zu bewerben. Also wieder Dokumente ausfüllen, wie:

  • Affidavit of Financial Support: Nachweis, dass man genug finanzielle Mittel während des Aufenthaltes zur Verfügung hat
  • Course request form: welche Kurse man belegen möchte. Auf der Hompage der Olemiss kann man sich das Vorlesungsverzeichnis anschauen.
  • Application form: da werden, noch einmal Standard Daten abgefragt.

 Studienfach: Betriebswirtschaftslehre

Aufenthaltsdauer: 08 /2013 – 12 /2013

Gastuniversität: University of Mississippi

Gastland: USA

Nachdem diese Unterlagen vom akademischen Auslandsamt an die Olemiss geschickt wurden, hieß es wieder einmal warten. Und diesmal sehr lange warten. Ich endgültige Zusage von der Olemiss erhielt ich ziemlich spät, so Anfang Juli. Was aber auch daran lag, dass ich als Graduate Student rüber gegangen bin. Die Unterlagen werden dann noch einmal separat von der Graduate School geprüft werden.

Ich hatte aber schon vorher begonnen, das Formular für das J‐1 Visa auszufüllen, da dass auch ziemlich zeitaufwendig ist. Das gute aber ist, dass man immer zwischen speichern kann und dann step by step die geforderten Daten einträgt. Das Passbild hochladen hat bei mir nicht funktioniert. Ich habe es dann zum Termin in der amerikanischen Botschaft mitgenommen und dort wurde es ohne Probleme akzeptiert. Ich hatte es auch vorher im Fotostudio machen lassen. Falls es nicht akzeptiert werden sollte, was ziemlich vielen Leuten passiert ist während ich im Warteraum der Botschaft saß, gibt es in der Botschaft selber auch einen Fotoautomaten, der aber nur Münzen nimmt!!! Und hier darf man auch nur alleine hingehen, was dann wieder lange warten heißt.

Das Interview lief dann aber sehr schnell ab. Ich wurde nur gefragt was ich in den USA machen werde und schon hatte ich meinen Stempel. Mein Pass hatte ich auch innerhalb einer Woche wieder zurück, ohne Express oder Einschreiben, sondern nur das normale Porto.

 Studienfach: Betriebswirtschaftslehre

Aufenthaltsdauer: 08 /2013 – 12 /2013

Gastuniversität: University of Mississippi

Gastland: USA

Ankunft

Dann endlich am Flughafen in Memphis angekommen, stand ich erst ein bisschen verlassen mit zwei anderen in der Vorhalle, da weit und breit niemand, wie angekündigt mit Schild ‚Olemiss‘ da stand. Nach ca. 30 Minuten hat sich dann endlich jemand blicken lassen, der uns aber auch nur mitteilte, dass der nächste Shuttle in 3 Stunden da sein wird und wir solange in der Eingangshalle warten sollen. Nach und nach füllte sich dann diese mit weiteren Austauschstudenten. Als der Bus dann endlich da war, ging es direkt nach Oxford zu unseren Appartements in den University Trails. Dort angekommen bekam ich auch relativ schnell meinen Zimmerschlüssel, sowie das ‚linen package‘ und ‚kitchen package‘ und konnte mein Appartement beziehen. Ich kann nur jeden empfehlen: holt euch auf keinen Fall das ‚ kitchen package‘. Da ist nur je ein Löffel, eine Gabel, ein Messer, Plastikteller, Tasse, Becher und ein kleiner Topf drin und alles von sehr geringer Qualität und teilweise nicht einmal neu. Da ist man besser dran, wenn man sich das selber im Walmart kauft.

Studium an der Gastuniversität

In der Orientierungswoche wurde uns das Gelände gezeigt und administrative Aufgaben erledigt und je nachdem wie viele Kurse man schon im Vorfeld bekommen hatte, musste man sich dann in weitere Kurse eintragen lassen. Bei mir gab es da leider einige Problem mit meinen Kursen. Ich war im Vorfeld für keine einzigen Kurs zugelassen wurden, weil die Olemiss intern meine Unterlagen nicht vollständig weitergeleitet hatte und ich damit im Vorfeld für keine Kurse registriert werden konnte. Da sich die amerikanischen Studenten jedoch schon am Ende des vorherigen Semesters für ihre Kurse registrieren können, sind am Anfang des Semesters viele Kurse schon voll und können demensprechend nicht mehr belegt werden. Allerdings tragen sie sich häufig in zu viele Kurse ein, die dann während der ersten ein bis zwei Wochen wenn die Vorlesungen angefangen haben wieder frei werden. Es gibt dann die Möglichkeit sich auf eine Warteliste eintragen zu lassen. Im Endeffekt bin ich in alle Kurse, in die ich rein wollte auch reingekommen, aber es war ganz schön stressig und ein ziemliches hin und her Gerenne. Ich bin meistens dann direkt zu den Professoren gegangen und habe ihnen meine Situation geschildert, sodass ich zu mindestens gleich von Anfang an an den Vorlesungen teilnehmen konnte, auch wenn ich noch nicht für den Kurs registriert war.

In der ersten Vorlesung wurde als erstes der ‚Syllabus‘ ausgeteilt und besprochen. Hierbei handelt es sich um den Leitfaden für den Kurs. Er gibt auch eine genaue Übersicht, wann Klausuren geschrieben werden, Gruppenarbeiten abgegeben werden müssen, welche Kapitel an welchen Tagen besprochen werden, allgemeine Unterrichtsregeln sowie welche Lehrbücher benötigt werden. Die Lehrbücher sind deutlich teurer, als bei uns in Deutschland. Im Schnitt hätte jedes meiner Bücher neu $160 gekostet. Jedoch kann man sich eigentlich alle Bücher auch für die Zeit der Vorlesung mieten, was immer noch teuer ist, aber deutlich günstiger als die Bücher zu kaufen. Zum Mieten gibt es unzählige Anbieter im Internet. Auch hier lohnt es sich zwei oder drei zu vergleichen.

Die Vorlesungen unterscheiden sich von denen in Deutschland: Es gibt hier generell zwei Blöcke: Kurse werden entweder Montag, Mittwoch und Freitag (MWF) mit je ein Dauer von 50 Minuten oder Dienstag und Donnerstag (TT) mit je ein Dauer von 75 Minuten angeboten. Das heißt, man hat einen Kurs dann an allen drei bzw. zwei Tagen. Die Klassengröße ist kleiner, was aber auch von Fach zu Fach unterschiedlich sein kann. Jedem meiner Dozenten war es wichtig, dass sich die Studenten auch an den Vorlesungen beteiligen und sich nicht nur berieseln lassen. Leistungsnachweise wurden in Form von Klausuren, Tests, Gruppenprojekten und Präsentationen erbracht. Hier lag die größte Umstellung für mich, da ich pro Fach 3‐4 Klausuren schreiben musste, die über das ganze Semester verteilt waren. Teilweise konnte es dann ziemlich stressig werden, denn sobald man ein Klausur aus Fach A geschrieben hatte, kam dann gleich die nächsten von Fach B und C und dann ging es manchmal schon wieder mit Fach A los. Hatte aber auch den Vorteil, dass sich die Endnote aus vielen Teilleistungen zusammensetzte und nicht nur aus einer Abschlussklausur, die deine ganze Note bestimmt. Es hört sich jetzt nach sehr viel Arbeitsaufwand an, was es teilweise war, aber es blieb trotzdem immer noch genug Zeit für andere Dinge übrig.

Wohn- und Lebenssituation

Mein 1. Eindruck von der Unterkunft war nicht so positiv, ich kam hier erst nachts um 1:00 an, immer noch 32° und die Klimaanlage ging nicht, sondern nur der Ventilator und der machte einen Höllen Lärm. Die Zimmer waren eher spärlich eingerichtet und nicht zu vergleichen mit den Fotos, die man auf der Homepage ansehen konnte: nur ein sehr spärliches Bettgestell mit Matratze, ein Schreibtisch, eine Kommode und ein in die Wand eingelassener Kleiderschrank. Aber für ein Semester durchaus akzeptabel. Leider war alles ziemlich eingestaubt und dreckig... das gleiche mit dem Rest der Wohnung...also Bad, das ich mit einer anderen Person teilte, und Küche und Wohnzimmer, das ich mit 2 weiteren Leuten teilte. Als hätte hier niemand mehr für eine lange Zeit gewohnt. An sich ist die Küche gut ausgestattet: Großer Backofen und 4 Felder Kochplatte, eine Mikrowelle und ein typisch amerikanischer riesen Kühlschrank mit Gefrierfach. Aber bei 4 Personen ist der auch ganz schnell voll. Eine Spülmaschine, die wir aber nie benutzt haben, und eine Waschmaschine und Trockner sind auch noch da. Ansonsten war nichts in der Küche, wir mussten alles selber kaufen…keine Teller, Besteck, Töpfe, Pfannen, Spültücher, Schneidebretter etc.

Da hieß es dann erstmal einkaufen gehen...aber auch dass gestaltete sich schwieriger als im Vorfeld angenommen: der nächste Supermarkt (Walmart) ist ca. 30‐40 Minuten mit dem Bus entfernt, da man einmal umsteigen muss, und die Busse nicht auf einander abgestimmt sind. Das hinkommen ist ja noch ok, aber dann vollbeladen wieder zurück zukommen mit Dingen die gekühlt werden müssen ist einfach unpraktisch, vor allem da man ja doch versucht viel zu kaufen, da man nicht jeden Tag 1,5 Stunden allein mit fahren verbringen möchte...

Alternative könnte man auch ein Taxi nehmen, die aber hier Pauschalpreise für Exchange Studenten haben: egal wie viele ins Auto passen jeder hat 5$ zu zahlen.

Und das ist wirklich der nächste Supermarkt, es gibt ca.10 Gehminuten von den University Trails eine kleine Tankstelle, bei der man auch Kleinigkeiten kaufen kann. Ich war jedoch nie selber da und habe es nur von anderen gehört. Aber man kann sich schon irgendwie damit arrangieren.

Ich habe mir gleich am Anfang ein Fahrrad gemietet, damit ich nicht nur vom Bus abhängig bin, der auch nur Mo‐Sa von 6‐20:45 fährt...Sonntags ist man auf dem Wohnheimgelände mehr oder weniger gefangen, da es ca. 25 Minuten zum Campus zu Fuß sind, aber da ist am Wochenende auch nicht viel los.

Mein 4‐Zimmer Appartement teilte ich mir mit einer Brasilianerin, einer Koreanerin, und einer Japanerin. Diese drei Nationen waren generell sehr stark vertreten zusammen mit deutschen Austauschstudenten.

Das Gelände der University Trails besteht aus 14 Häuserkomplexen, wobei fast alle Exchange Studenten in den Häusern 11‐14 untergebracht waren, die ein bisschen abseits von den restlichen Häusern sind. Meistens hatte man deshalb auch den meisten Kontakt mit anderen

Exchange Studenten. Von Vorteil war, dass es direkt auf dem Gelände zwei Bushaltestellen gibt und der Bus hat einen in einer ca. 10 minütigen Fahrt direkt zum Campus gebracht.


Rückblick

Der Aufenthalt in Oxford, Mississippi wird für mich ein unvergessliches Erlebnis sein, dass ich auf keine Fall missen möchte. Ich kann jedem nur empfehlen, der mit dem Gedanken spielt ins Ausland zu gehen, egal ob zum Studieren oder für ein Praktikum: Macht es!!!

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