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Duke University 2016/17

Da ich mich im Masterstudium befinde und unbedingt einen Austausch über eine Partneruniversität der Uni Potsdam in die USA machen wollte, kamen für mich anfänglich genau drei Universitäten infrage. Von diesen drei Universitäten bot eine leider keinen Austausch für das Wintersemester 2016/17 an und die zweite Universität hatte einen technischen Schwerpunkt, welcher mir als Geisteswissenschaftler nicht besonders liegt. Glücklicherweise hat die Duke University ein breit gefächertes Angebot von Ingenieurswissenschaften bis hin zu Kunst oder Geschichte. So legte ich bereits bei meiner Bewerbung für den Austausch (welcher zuerst einen internen Auswahlprozess der entsendenden Universität vorsieht) fest, dass ich an der Duke ein Semester in der Graduate Liberal Studies Fakultät verbringen möchte. Für die interne Bewerbung musste ich ein Motivationsschreiben, einen Lebenslauf, aktuelle Noten und ein Motivationsschreiben einreichen sowie in einem Interview das Auswahlkomitee von mir überzeugen.


Studienfach: Anglophone Modernities in Literature and Culture

Aufenthaltsdauer: 08/2016 - 12/2016

Gastuniversität: Duke University

Gastland: USA

Nachdem ich es durch den Auswahlprozess geschafft hatte, kam meine Bewerbung für die Gasthochschule an die Reihe. Hierfür waren mir Frau Subasic und alle anderen Mitarbeiter des International Office eine große Hilfe. Ich musste meine aktuellen Masternoten, drei Empfehlungsschreiben von meinen Dozenten, ein Motivationsschreiben, einen Lebenslauf sowie einen kurzen Essay (welcher speziell vom Graduate Liberal Studies Department gewünscht war) auf das Bewerberportal hochladen. Der Onlinebewerbungsprozess an der Duke war zwar nicht sonderlich schwer, jedoch ist man immer sehr aufgeregt, wenn es um so ein großes Projekt geht. Erst gegen Ende aller Abfragen konnte ich angeben, dass ich von einer Partnerhochschule entsendet werde. Circa fünf bis sechs Wochen später kam dann die Zusage der Duke sowie vom Liberal Studies Department selbst. Eine große Erleichterung verbunden mit der Gewissheit, dass noch einiges zu klären war, bevor ich das erste Lehrbuch aufschlagen würde. Das Stichwort hier ist „Visum“. Die Uni Potsdam gibt hierzu auch eine Infoveranstaltung, mein Tipp wäre es jedoch damit so schnell wie möglich zu beginnen, damit ihr die Flüge buchen könnt.

Vorbereitung

Sobald man als ausländischer Student an der Duke angenommen wird, tritt das Visaoffice mit einem in Kontakt. Man füllt das Antragsformular aus, welches über die Gastuniversität geht und wartet ab, bis man sein I-20 erhält. Dieses Dokument ist mit das wichtigste im ganzen Visaprozess. Macht am besten gleich eine digitale Kopie davon. Mit dem I-20 könnt ihr einen Termin im Konsulat der US Botschaft in Dahlem vereinbaren und euer Visum beantragen. Vorher müsst ihr noch eine Antragsgebühr bezahlen, mit der ihr den Termin bekommt. Auch in Zeiten jenseits des Mittelalters ist man leider nicht vor Wegelagerern geschützt. Ein Auslandsstudium ist leider immer mit Kosten verbunden. Neben der Anmeldegebühr zahlt ihr auch noch die Service-Gebühr, welche in die Organisation von Schüler- und Studentenaustauschen fließt. Für den Termin selbst müsst ihr noch ein Passfoto online hochladen. Wichtig ist hier, dass es keinen dunklen Hintergrund hat, sonst müsst ihr im Konsulat ein Foto machen und der Fotoautomat dort gibt kein Wechselgeld heraus. Wegelagerer wie gesagt. Zudem dürft ihr wirklich keine elektronischen Geräte mitnehmen und Schließfächer gibt es nicht. Lasst auch eure Kopfhörer zu Hause, sonst müsst ihr diese wegschmeißen. Nach zwei, drei unmotivierten Fragen des Mitarbeiters zu eurem Vorhaben in den USA („Studium“ – „Welche Uni?“ – „Duke“ – „Aha, die in North Carolina“ – „Ja, genau“ – „Ok“) könnt ihr dann auch wieder gehen und bekommt euren Pass zwei Wochen später zugesendet in welchem nun ein Visum klebt. Zusätzlich zum Visum müsst ihr auch noch euren Impfstatus nachweisen. Dazu lasst ihr von eurem Hausarzt ein paar Daten eintragen, z.B. wann die letzten drei Tetanusimpfungen waren o.ä., und schickt einen Scan davon an den Duke Health Service. Es klingt erst einmal nach viel Aufwand, ist es dann aber in der Realität nicht.

Nun geht es daran, die Flüge zu buchen und eine Unterkunft für die Zeit zu finden. Wenn ihr im „Fall Term“ an die Duke geht, so beginnt das Semester meist mit einigen Eröffnungsveranstaltungen bzw. mit einer ganzen Woche davon. Diese solltet ihr nicht verpassen. Nicht, dass Sie von sonderlich großem Interesse für euch als Kurzzeitstudenten sein werden, aber interessant ist es auf jeden Fall. Zudem lernt man dort die ersten Kommilitonen kennen und muss sich die ersten Tage nicht um die Verpflegung sorgen. Vom kleinen Frühstück bis zum Barbecue, je nach Uhrzeit der Veranstaltung; es war alles dabei. Reist also am besten ein paar Tage vor Beginn der „Orientation Week“ an, um euren Jet Lag loszuwerden und euch ein wenig selbst zu orientieren. Der Abreisetermin liegt in eurer Hand. Je nach Visumstyp (F1 für längeren Aufenthalt oder J1 speziell für Austauschstudenten) könnt ihr länger oder kürzer im Land bleiben und reisen. Das Semester im „Fall Term“ endet kurz vor Weihnachten, meistens ist aber schon Mitte Dezember alles durch und die Vorlesungen enden bereits in der ersten Dezemberwoche.

Zur Unterkunft kann ich folgende Tipps geben, wovon ich euch einen auch wärmstens empfehlen möchte. Zum einen könnt ihr mit euren Login-Daten der Duke auf ein Portal namens „Duke List“ zugreifen, wo Studenten Untermieter/Mitbewohner suchen oder ihr selbst inserieren könnt. Die andere Alternative ist, euch bei Mike und Marsha Green zu melden, die das „Student Exchange House at Duke“ betreiben und mehrere Häuser mit einzelnen Zimmern zu fairen Preisen in Campusnähe anbieten. Es ist meiner Meinung nach die unkomplizierteste Variante, da sie euch auch vom Flughafen abholen und euch dort wieder absetzen nach Ende eures Semesters. Das Interessante hierbei ist auch, dass ihr mit anderen Austauschstudenten aus verschiedensten Ländern in Kontakt kommt und euch bei den üblichen Fragen gegenseitig helfen könnt. Da man als Kurzzeitstudent nicht unbedingt ein amerikanisches Konto eröffnet, dürft ihr hier auch die Miete bar bezahlen. Zum Thema Bank kann ich noch sagen, dass eine Kreditkarte im Land des Kapitalismus von großem Vorteil ist, weil man sie für fast alles verwenden kann und muss. Will man in einer Bar einen „Deckel“ haben also nicht jedes Getränk einzeln bezahlen, so wird die Kreditkarte vorgescannt und man unterschreibt im Nachhinein. Auf dem Campus kann man überall damit zahlen und auch an einigen Bankautomaten ohne Zusatzkosten Geld abheben. Wenn man aber beispielsweise ein Konto bei der Deutschen Bank hat, so kann man mit seiner EC-Karte kostenlos bei der Bank of America Geld abheben ($200 am Tag, bis zu $600 pro Woche). Auf dem Campus im Bryan Center (was im Herzen des West Campus liegt) befinden sich auch mehrere Bankautomaten.

Leben und Studium vor Ort

Sobald ihr vor Ort seid, wird es organisatorisch nicht einfacher, aber schöner und interessanter. Ihr müsst euch euren Studentenausweis besorgen, bei dem ihr nur euren Namen, eure Unique Student-ID und euren Pass braucht. Mit diesem Ausweis könnt ihr dann Bücher ausleihen, Dokumente ausdrucken, die Computer in der Bibliothek benutzen und so weiter. Im Prinzip kennt ihr das schon von der PUCK-Karte. Was ihr davon aber nicht kennt, ist, dass ihr mit der Duke-ID auch ins Fitnessstudio kommt und zu vielen Sportveranstaltungen Freitickets bekommt. Besorgt euch auch für die erste Zeit einen Lageplan des Campus. Wenn ihr denkt, dass die Uni Potsdam groß ist mit den drei Standorten, so ist das nicht falsch, aber die Duke ist eine etwas andere Nummer. Dort fahren sogar Busse innerhalb des Geländes und anfänglich verläuft man sich doch etwas. Zum Thema Busse und Infrastruktur nur kurz folgendes: Ihr könnt euch über die Uni auch einen GoPass zulegen, mit welchem ihr kostenlos die Busse der Stadt Durham benutzen dürft. Wenn ihr allerdings mit den Unibussen zum East Campus gekommen seid, könnt ihr einfach die Hauptstraße Richtung Innenstadt herunterlaufen. Durham ist nicht allzu groß und kann gut zu Fuß oder mit dem Rad erkundet werden. Wer weitere Strecken vor sich hat, der ist mit Uber oder einem freundlichen Kommilitonen als Mitfahrgelegenheit gut beraten. Was die Versicherung angeht, so zahlt ihr für diese über die „Studiengebühren“. Auch wenn ihr die eigentlichen Studiengebühren nicht bezahlen müsst, so zahlt ihr jedoch für die Krankenversicherung. Nicht erschrecken, ihr müsst für das volle Jahr zahlen, könnt aber ab Dezember einen Antrag auf Rückerstattung des zweiten Halbjahres stellen, sodass euch die Hälfte des Betrages zurückerstattet wird.

Kommen wir zum eigentlichen Studium, also dem Grund, warum ihr eigentlich hierhin wollt. Anspruchsvoll, intensiv, lehrreich, intellektuell stimulierend und motivierend trifft es hier, denke ich, am besten. Mehr als drei Kurse sind nicht zu empfehlen, da ihr pro Kurs auch eine Abschlussarbeit von ca 12-15 Seiten schreibt und diese eine Woche nach dem Ende der Vorlesungen einreichen müsst. Time-Management ist die Konstante in eurem Unileben dort. Wenn ihr nicht das ganze Wochenende in der Bibliothek oder am Schreibtisch verbringen und auch etwas erleben wollt, dann müsst ihr euch die Arbeit gut einteilen. Es ist tatsächlich ein Fulltime-Job. Mit durchschnittlich 5 Büchern reiner Literatur und zusätzlichen Texten kommt man auf ca. 200 Seiten Lesestoff pro Woche. Mein Tipp hier: Abends die angenehme Literatur lesen und tagsüber, wenn man sich noch konzentrieren kann, die schwierigen Texte durcharbeiten oder Essays schreiben. Pro Kurs schreibt ihr auch drei kleine Essays und die erwähnte Kursabschlussarbeit. Die Benotung ist fair, aber nicht geschenkt, und man bekommt gutes Feedback zum eigenen wissenschaftlichen Schreibstil, also nutzt diese Möglichkeit. Des Weiteren ist der Dozentenschlüssel ein deutlich angenehmerer. Die Kurse sind kleiner und Diskussionen können sehr viel umfangreicher und intensiver geführt werden. Nutzen solltet ihr auch die guten Bedingungen für eure individuellen Projekte während des Semesters. Gemeint sind hier die Bibliothek mit diversen Zugängen zu Onlinedatenbanken (Duke investiert jährlich $4 Mio. allein hierfür) und auch Experten in verschiedensten Fachbereichen (Research Librarians), die euch bei der Recherche helfen können.

Ansonsten bleibt mir zu empfehlen, alles an Angeboten mitzunehmen, die euch vor Ort zur Verfügung gestellt werden. Über die Facebookgruppe „GPSC Duke Student Social Life“ erhaltet ihr News zu Studentenveranstaltungen, wie den klassisch amerikanischen Tailgates vor Footballspielen, Pub Crawls oder anderen Events, bei denen ihr eure Mitstudenten kennenlernen und die amerikanische Kultur aus erster Hand erfahren könnt. Nutzt die Freizeitangebote der Universität wie zum Beispiel das Fitnessstudio, welches ihr kostenlos nutzen könnt. Bringt am besten ein Vorhängeschloss mit, für euren Spint, und schon kann es losgehen. Das Graduate and Professional Student Council (GPSC), so etwas wie das Asta, veranstaltet auch fast wöchentlich Sportkurse, die ihr besuchen könnt. Oder ihr geht an die Kletterwand oder nutzt das Schwimmbecken, um ein paar Bahnen zu drehen. Schaut hier aber jeweils auf die Öffnungszeiten, welche ihr auf der Webseite des „Wilson Gym Centers“ finden könnt.

Studienfach: Anglophone Modernities in Literature and Culture

Aufenthaltsdauer: 08/2016 - 12/2016

Gastuniversität: Duke University

Gastland: USA


Rückblick

Sofern ihr im Fall Term an die Duke geht, solltet ihr auch das „Campout“ mitnehmen. Beim Campout wird ein Wochenende lang auf dem Campus gecampt um das Recht zu erwerben, eine Basketballdauerkarte zu kaufen. Es ist ein riesiger Spaß und ein Erlebnis, das ihr nicht vergessen werdet. Insgesamt sind alle Sportveranstaltungen an der Duke ein Highlight für sich und gerade Basketballfans werden auf ihre Kosten kommen, denn die Duke ist so etwas wie der FC Bayern des College Basketballs. Solltet ihr euch also für die Duke entschieden haben und angenommen werden, kann ich euch all diese Dinge nur wärmstens ans Herz legen und wünsche euch eine genauso gute Zeit, wie ich sie hatte.

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