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Clarkson University 2014/15

Ich bewarb mich ca. ein Jahr vorher an der Uni Potsdam und wurde dann auch zu einem Gespräch eingeladen. Dort wurden einige Fragen gestellt, z.B. was man anderen über das Leben in Potsdam erzählen würde, es wurde über Details im Lebenslauf und Motivationsschreiben gesprochen und auch über aktuelle Entwicklungen der USA. Relativ schnell bekam ich dann eine Zusage für Clarkson (ich hatte mich für eine andere Uni beworben). Da aber ein Kommilitone von mir zu der Zeit gerade in Clarkson war und es gut fand, war ich darüber nicht enttäuscht und wollte es einfach auf mich zukommen lassen.


Studienfach: IT-Systems Engineering

Aufenthaltsdauer: 08 /2014 – 12 /2014

Gastuniversität: Clarkson University, Potsdam

Gastland: USA

Beim Ausfüllen alle Bewerbungsunterlagen erhielt ich bei Fragen tatkräftige Unterstützung von Frau Subasic im Auslandsamt. Zum Bewerbungszeitpunkt waren die Kurse noch nicht veröffentlicht, ich habe mich dann einfach am Angebot des Vorjahres orientiert. Das ist aber auch gar nicht schlimm, denn kurz vor Abreise wird euch euer zugeteilter Advisor anschreiben, eure Kurse bestätigen und ggf. dazu beraten (wenn es den gewünschten Kurs z.B. nicht gibt). Ich konnte an dieser Stelle noch meine Kurse ändern, und man kann es auch noch innerhalb der ersten Wochen in Clarkson, das ist gar kein Problem.

Meinen Visumstermin vereinbarte ich für Anfang Juli. Dieser verlief sehr unspektakulär, die Befragung dauerte vielleicht 30s (Warum gehe ich in die USA? Was studiere ich? Und wie lange bin ich da?) plus Fingerabdrücke nehmen. Vorher mussten zwei Gebühren, die SEVIS Gebühr und die Visumsantragsgebühr bezahlt werden, aber auf diese Besonderheiten wurde im Workshop des Auslandsamtes hier in Potsdam sehr genau eingegangen. Mein Visum war dann auch innerhalb einer Woche da.

Ziemlich bald wurde auch die Facebook Gruppe für Austauschstudenten von Mitarbeitern von Clarkson eröffnet, in die wird man dann eingeladen. Diese ist ziemlich hilfreich, über diese wurden Infos usw. verbreitet und auch die Mitarbeiter des Auslandsamtes von Clarkson erinnerten an Deadlines oder halfen bei Fragen zur Bewerbung usw.

Man bekommt am Anfang einen Buddy zugeteilt. Ich hatte Glück, mein Buddy Chris war gerade auf Europatour als ich ihn anschrieb und lustigerweise war seine nächste Station Berlin. Daher haben wir uns im deutschen Potsdam getroffen und ich konnte ihm unser Potsdam zeigen.

Somit habe ich mich in den ersten Tagen, als wir uns trafen, nicht so alleine gefühlt, da ich schon jemanden kannte. Mit einigen anderen Deutschen hatte ich schon vorher per Facebook Kontakt.

Studienfach: IT-Systems Engineering

Aufenthaltsdauer: 08 /2014 – 12 /2014

Gastuniversität: Clarkson University, Potsdam

Gastland: USA

Anreise

Meinen Flug habe ich bereits Anfang Juni gebucht. Ich habe meinen Flug sehr früh gebucht. Man sagt ja immer, man solle abwarten ob das alles mit dem Visum so passt etc aber ich habe zuerst den Flug gebucht und dann das Visum beantragt. Ich flog mit Aer Lingus von Berlin aus via Dublin nach New York (und dann nach Syracuse).

Der Vorteil dabei war, dass ich die Einwanderungskontrolle („preclearance“) schon in Dublin machen konnte und somit nicht in New York warten musste sondern sofort durch gehen konnte. Da ich von anderen gehört habe, dass sie teilweise stundenlang bei der Einreise dort warteten, bin ich sehr froh es auf diesen Weg gelöst zu haben. Norwegian Airlines bietet auch günstige Flüge nach New York (JFK) an.

Der naheste Flughafen zu Potsdam, NY ist Syracuse. Man kann auch nach New York fliegen und dort von der Bushaltestelle „Port Authority“ mit dem Bus nach Potsdam fahren. Diesen Bus habe ich auf dem Rückweg genutzt. Man muss dann auch in Syracuse umsteigen, aber es ist machbar. Es dauert ca. 10h per Bus von New York nach Potsdam, man kann dann aber direkt am Campus (Cheel Center) aussteigen. Von Syracuse aus sind es drei Stunden mit dem Bus, dieser hält auch am Flughafen. Dort kann man schon die ersten Austauschstudenten kennen lernen. Denkt daran, online für den Bus ein Student Ticket zu buchen, diese sind billiger.

Die ersten Tage

In den ersten Tagen wurde ich nett von meinen Mitbewohnern empfangen. Im Sommer ist es in Potsdam richtig warm und im Winter ziemlich kalt, daher sollte man sowohl Sommer- und Winterklamotten einpacken und ein paar Tage vor Anreise das Wetter prüfen. Ich würde empfehlen am Anfang möglichst viel mit den anderen Austauschstudenten (trotz Jetlag) zu machen oder die ein oder andere Party besuchen. Damit schafft man schon einmal Kontakte und wenn man sich dann in den Kursen wiedersieht, umso besser.

Da sich in den Wohnungen nichts befindet außer den Möbeln, muss man sich natürlich einige Sachen vor Ort besorgen. Zum einen gibt es das Lending Cupboard, dieses hat jedoch seltsame Öffnungszeiten und die Sachen sind auch alle etwas älter. Das meiste was man schnell benötigt kann man im Walmart kaufen (z.B. Bettzeug, das ist auch alles nicht dabei). Ich würde empfehlen, frühzeitig zu Christine Bailey (cbailey) Kontakt aufzunehmen, sie vermittelt Sachen von abreisenden Austauschstudenten und lagert diese in ihrem Büro zwischen. Oder ihr fragt in der Facebook Gruppe des Semesters vor euch nach, ob euch jemand Dinge hinterlassen möchte, denn alle Austauschstudenten haben am Ende das Problem, dass sie ganz viel Zeug da lassen müssen.

Studium an der Gastuniversität

Das Studium in den USA gestaltet sich völlig anders als in Deutschland. Kurse in Clarkson finden entweder immer Montag/Mittwoch/Freitag oder Dienstag und Donnerstag statt. Wenn man also geschickt auswählt, wäre es möglich ein langes Wochenende zu gestalten. Ich hatte einen M/M/F Kurs und den Rest der Kurse am Dienstag und Donnerstag. Die Gestaltung der Kurse war auch völlig anders als bei uns: Es gab jede Woche Hausaufgaben die pünktlich abgegeben werden mussten und auch zur Endnote dazu zählten. In manchen Fächern wurde sogar die Mitarbeit bewertet. Auch die meisten Seminarräume waren anders: sehr klein und dicht an dicht mit Tischen besetzt. Das Verhältnis zu den Professoren ist sehr viel enger als in Deutschland: So werden Professoren mit Vornamen angeredet, man kann jederzeit zu ihnen kommen und sie vermitteln einem wirklich das Gefühl, dass sie wollen dass man gut abschneidet und sein Bestes leisten kann. Die Benotung empfand ich immer als sehr wohlwollend und vor allem als sehr schnell, die Ergebnisse der final week z.B. lagen nach wenigen Tagen vor. Ich hatte einige Lehrveranstaltungen, die nicht so anspruchsvoll wie in Deutschland waren und andere, die mich durchaus herausforderten. Ich denke, das hängt stark vom jeweiligen Studienfach ab. Ich belegte 4 Veranstaltungen, die Mindestanzahl für das Visum. Für mich war das Arbeitspensum so vollkommen okay und ich hatte genug Zeit zum Reisen.

Bei allen Visumsfragen oder sonstigen Fragen zum Alltag helfen einem die Mitarbeiter des Auslandsamtes (z.B. Christine Bailey) sehr gerne weiter. Ich habe sie immer als hilfsbereit und zugewandt erlebt, und sie konnten sich auch immer unsere Namen merken und uns direkt zuordnen, was einen dann direkt heimisch werden ließ. Ich würde euch empfehlen, auch trotz weniger Zeit zu den Veranstaltungen die das „Student Buddy“ Team anbietet zu gehen, das waren immer sehr schöne Nachmittage oder Abende. Sie veranstalteten „Pot luck dinner“, barbecues oder auch Pizza essen.

Die Ausstattung von Clarkson fand ich im Großen und Ganzen akzeptabel. Die Bibliothek hat großzügige Öffnungszeiten und dort kann man auch drucken, als kleiner Tipp: Bei CUSA im ERC kann man kostenlos drucken.

Der Campus ist im Verhältnis zu den Campi der Universität Potsdam klein, ich fand ihn aber groß genug und fand mich dann aber auch nach einigen Wochen problemlos zurecht. Es gibt viel Grün, viele Eichhörnchen und fast alle Gebäude sind miteinander verbundendamit man im kalten Winter nicht in die Kälte muss. Das ganze Leben der Studierenden spielt sich auf dem Campus ab, vom Wohnen über Unterricht bis zu Freizeitaktivitäten. Daher war alles gut und in kurzer Entfernung zu erreichen.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Dadurch, dass ich in einigen Klubs vertreten war und durch den glücklichen Umstand, in einer amerikanischen WG zu leben, war ich hauptsächlich von Amerikanern umgeben. Mit den anderen Austauschstudenten habe ich mich ab und an getroffen, aber meine Hauptkontakte waren Amerikaner. Alleine schon dadurch, dass bei 6 Personen in einer WG sowieso schon viel los ist und meine Mitbewohner auch ständig Freunde mitbrachten, es waren selten unter 10 Personen anwesend. Mit meiner WG hatte ich also viel Glück. Durch die vielen Trainings im Dance Ensemble (drei bis viermal pro Woche) hatte ich auch noch extra Kontakt zu vielen Studierenden aus allen möglichen Jahrgängen und diese Gemeinschaft hat sehr gut getan.

Wohn- und Lebenssituation

Ich habe im Woodstock Village gelebt, die komfortabelste und schönste Unterkunft auf dem Campus. Austauschstudenten kommen oft in Woodstock (Einzel, einige auch Zweier- Zimmer), Townhouses (Zweier-Zimmer) und Riverside (auch Zweier-Zimmer) unter. Ich hatte Glück und ein Einzelzimmer, zudem lebte ich mit 5 Amerikanern zusammen. Das war insofern praktisch, da Haushaltgegenstände wie z.B. Töpfe nicht von mir angeschafft werden mussten und zwei von ihnen ein Auto hatten, somit kam ich öfter zum Walmart.

Die Zimmer waren ziemlich klein, aber ich war sehr froh, einen Raum für mich zu haben und als Austauschstudent bringt man auch nicht so viele Gegenstände mit. Ich habe auf dem Bewerbungsformular angegeben, dass ich nach Woodstock oder Townhouses will und keine extra Angaben gemacht. Mit wem ich zusammen wohne kam dann Anfang August heraus und ich nahm auch gleich Kontakt zu den Mitbewohnern auf, was auch sehr hilfreich war. Die Miete ist im Vergleich zum deutschen Potsdam wirklich hoch, ca. 3000 Euro für die 4 Monate.

Öffentliche Verkehrsmittel

Öffentlich Verkehrsmittel gibt es nicht. Wenn ich etwas unternehmen wollte, habe ich mir entweder (selten) das Auto meiner Mitbewohner geliehen oder mir ein Zipcar gemietet, diese befinden sich auf dem Campus. Zipcar ist ein car-sharing Anbieter, bei dem man ein Auto stunden- oder tageweise mieten kann. Wenn ihr euch mit eurer Clarkson Email Adresse anmeldet, bekommt ihr die erste Jahresgebühr erlassen. Ihr solltet euch schon in Deutschland eine englische Bescheinigung vom Kraftfahrtbundesamt ausstellen lassen dass ihr keine Punkte habt, das spart wertvolle Zeit.

Bankgeschäfte

Ich habe kein lokales Konto eröffnet, ich hatte eine VISA Karte und konnte damit problemlos überall (bis auf Aldi) bezahlen. Bei Walmart und Aldi funktionierten auch meine EC-Karten.

Krankenversicherung

Meine Krankenversicherung umfasste 2 Semester Auslandssemester kostenlos und ich musste sie glücklicherweise nie in Anspruch nehmen. Daher musste ich mich nicht extra versichern.

Lebenshaltungskosten und andere finanzielle Besonderheiten

Frische Lebensmittel sind in den USA teuer. Ich fand die Qualität von Obst und Gemüse bei Walmart nicht überzeugend. Direkt gegenüber vom Walmart gibt es einen Aldi, in dem die Preise deutlich günstiger sind, daher habe ich vorrangig dort eingekauft. Der Walmart ist außerhalb von Potsdam, ca. 10 min von Clarkson aus. Am Anfang bin ich auch ein paar Mal zu Fuß dorthin gelaufen, es gibt aber keinen wirklichen Fußweg. Lasst euch besser von jemanden mitnehmen. Für den Notfall oder die ersten Tage gibt es an der Grenze zu Clarkson ein „Kinneys“, eine Drogerie. Dort kann man auch Kekse, Milch, Cerealien etc. kaufen. Einen Meal Plan hatte ich nicht, einige der Austauschstudenten hatten aber einen und waren (mehr oder weniger) zufrieden.

Ich habe mir recht bald eine SIM-Karte von AT&T geholt (ein Laden befindet sich gegenüber vom Walmart). Handytarife sind teurer als bei uns, ich habe für SMS flat, 500 Freiminuten und 200MB Daten pro Monat 40$ gezahlt. Ohne Datenflat kann man auch schon Angebote für 20$ bekommen. Eine amerikanische Nummer ist praktisch, um mit amerikanischen Studenten Kontakt zu haben, da SMS dort verbreiteter sind als bei uns und WhatsApp nicht so populär ist.

Freizeitangebote

Freizeitangebote gibt es in Clarkson ungemein. Ich war am Anfang auf dem Activitiy Fair und habe mich umgesehen, das würde ich euch auch empfehlen. Am Anfang habe ich Frisbee gespielt und war auf ein paar Ausflügen mit dem Outing (Outdoor- Aktivitäten Klub) Club. Während des ganzen Semesters tanzte ich im Dance Ensemble und es gibt unzählige andere Sportarten sowie die Schwimmhalle und das Fitness Center. Wer es weniger sportlich mag, für den gibt es z.B. den Fotografie Klub und noch andere Angebote. Einfach mal auf den Seiten von Clarkson nachsehen. Das Zusammensein mit anderen Studenten von Clarkson war einfach ein tolles Erlebnis.

Ausgehen

In Potsdam gibt es mehrere Clubs/Bars: Das Maxfields, das Streets und das Duff’s. Einige der Austauschstudenten waren bis zu dreimal wöchentlich dort. Ich war insgesamt vielleicht 5 Mal aus, und man kann dort viel Spaß haben, es ist aber nicht sonderlich spektakulär, es ist eben eine Kleinstadt. In einige Bars kommt man aber erst ab 21.

Reisen

Dank der geografischen Lage bieten sich kanadische Städte als Reiseziele an. Ich habe Ottawa und Montreal mit einer Gruppe von Leuten und einem zipcar besucht. Ottawa ist ca. 1.5h und Montreal 2h entfernt. In einem Nebenort von Potsdam liegt der Ort Parishville, dort gibt es die Allen Falls, einen Wasserfall. Ein schöner Ort für einen Nachmittag. Ich würde am Anfang viele Ausflüge des Outing Clubs mitmachen (wenn man Wandern mag), der Sunrise Hike auf den Mountain Azure wird mir noch lange in Erinnerung bleibenwie die Sonne über den Adirondacks aufging. Für eine Tour nach Toronto oder zu den Niagara Fällen muss man etwas mehr Zeit einplanen. Bei den Niagara Fällen unbedingt auch auf die kanadische Seite gehen (es gibt eine Brücke), dort ist der Ausblick viel schöner. Der International Student Klub hat auch einige Ausflüge z.B. nach Boston angeboten, diese sind durch den Klub mitfinanziert und daher günstiger. Wer Lust auf Shopping hat, in Syracuse gibt es eine große Mall, die „Destiny Mall“. Mit dem Bus von Clarkson aus (ab Cheel) in 3h erreichbar. Ich habe darüber hinaus noch Washington D.C. und kurz vor meiner Rückreise New York City besucht. In der Fall break flog ich nach Kalifornien. Ich denke, ich habe die 4 Monate gut genutzt um zu reisen. Weitere Ziele in der relativen Nähe wären Philadelphia, Chicago, Detroit (alles per Flieger).


Rückblick und Tipps

  • In Deutschland schon die Bescheinigung des Kraftfahrtbundesamtes besorgen, dann geht es schneller eine Zipcard zu bekommen und dann auch das Auto auszuleihen
  • Der International Students Club bietet sehr günstige Ausflüge an, bei zu treten lohnt sich
  • Sucht euch einen Sport oder Klub aus, das schafft Kontakte zu Amerikanern und macht Spaß
  • Frühzeitig in der Facebook Gruppe des Vorsemesters nachfragen oder Christine Bailey anschreiben, wenn ihr nicht alle Sachen neu kaufen wollt sondern etwas von anderen Austauschstudenten übernehmen wollt

Alles in allem war es eine tolle Erfahrung. Auch wenn ich vorher den Auslandsaufenthalt auf mich habe zukommen lassen, habe ich meine Entscheidung nicht bereut und hatte ein tolles Semester.

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