uni-potsdam.de

You are using an old browser with security vulnerabilities and can not use the features of this website.

Here you will see how you can easily upgrade your browser.

Augustana College Sioux Falls 2013/14

Die Entscheidung fuer ein Ausslandssemester in den USA stand fuer mich schon vor dem eigentlichen Studienbeginn fest. Seit ich denken kann hat mich die USA mit ihren Weiten, ihrer Diversität in Landschaft und Kultur und der Art der Menschen in ihren Bann gezogen. Nach mehreren Urlauben vor Ort erschien die Vorstellung, in den USA mein Leben zu verbringen, immer attraktiver. Da ich auch noch Englisch im Hauptfach studiere, war ein Semester in den Staaten geradezu perfekt, um sowohl studienrelevante als auch private Interessen zu verbinden. Diese vier Monate waren also auch ein Test, um zu sehen, ob ich dort leben kann. Daher habe ich mich bewusst gegen touristische Regionen entschieden und für ein College in der Mitte des Landes, schließlich ist der mittlere Westen nicht das erste, an das man denkt, wenn man seinen USA Roadtrip plant. Ich muss sagen, in Sachen Überzeugung haben Augustana College und die Menschen dort hervorragende Arbeit geleistet.


Bewerbung und Vorbereitung

Studienfach: Englisch, Spanisch

Aufenthaltsdauer: 8 /2013 - 12 /2013

Gastuniversität: Augustana College, Sioux Falls, SD

Gastland: USA

Die Bewerbung über die Hochschulpartnerschaften der Uni Potsdam sehen auf den ersten Blick erstmal kompliziert und nach viel Arbeit aus, wenn man sich aber an der Liste entlang arbeitet, ist es gar nicht mehr so schlimm. Ich rate euch allerdings, früh anzufangen, denn man unterschätzt schnell den Aufwand. Insbesondere die Unterlagen, bei denen ihr oft den zeitlichen Aufwand nicht beeinflussen könnt wie beim Gutachten oder dem DAAD Test, sollten als erstes erledigt werden. Die Mitarbeiter des AAA stehen euch aber bei allen Fragen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Wenn die Zusage kommt, müsst ihr euch nochmal bei dem College selbst bewerben, das geht aber auch alles über das AAA und ist nur noch reine Formalität. Recht schnell setzen sich dann auch die Mitarbeiter des IPO (International Program Office) des Augustana Colleges mit euch in Verbindung und begleiten euch durch alle weiteren Vorbereitungen wie die Auswahl der Kurse und Housing Angelegenheiten. Die sind alle supernett, helfen gerne und wissen nach eurer Ankunft auch gleich, wer ihr seid.

Studienfach: Englisch, Spanisch

Aufenthaltsdauer: 8 /2013 - 12 /2013

Gastuniversität: Augustana College, Sioux Falls, SD

Gastland: USA

Sioux Falls, South Dakota

Sioux Falls ist mit 160,000 Einwohnern im Vergleich zu Berlin und Potsdam natürlich ein kleines Staedtchen. Es liegt im Südosten des Staates, direkt an der Grenze zu Minnesota (daher werdet ihr auch viele Studenten aus Minnesota antreffen) und Iowa; Nebraska ist auch nicht weit. Minneapolis ist mit dem Auto in etwa 4 Stunden zu erreichen, nach Chicago kommt man mit dem Flugzeug auch relativ schnell. Seen, Berge oder Hügel findet man hier absolut nicht, wir befinden uns hier auf rein flachem Land.

Das IPO bietet aber auch oft Exkursionen fuer Internationals, um aus der Stadt herauszukommen und mehr kennenzulernen. So konnten wir beispielsweise in die Badlands bei Rapid City fahren, uns Mt. Rushmore ansehen oder in die Mall of America nach Minneapolis fahren. Im Spring Semester werden noch weitere Ausflüge angeboten. Außerdem lassen sich die diversen Breaks hervorragend für Kurztrips nutzen. Ich war beispielsweise über Fall Break in Chicago und über Thanksgiving bei Verwandten in Detroit.

Sioux Falls die größte Stadt im Staate ist, ist sie auch die heimliche Hauptstadt und wächst daher zunehmend. Fuer ihre Größe hat es auch einiges zu bieten: Die Downtown area ist wirklich ansehnlich und bietet auch das Herz der Stadt. Dort befinden sich ein paar net t e kleine Cafés , Bar s und Restaurants und die Falls, die der Stadt ihren Namen verleihen, sind auch nicht weit. Der Falls Park ist wirklich superschoen und es lohnen sich Besuche zu allen Jahreszeiten.

Im Winter ist der Park weihnachtlich geschmückt und verwandelt sich in ein Lichtermeer. Wie eine typische amerikanische Stadt, ist auch Sioux Falls weitläufig und man ist auf’s Auto angewiesen - egal wohin, die Amis fahren überall mit dem Auto hin (manchmal sogar 2 Blocks). Die Amis sind aber auch immer supernett und immer bereit, euch zu fahren, wenn ihr irgendwo hin müsst. Ein Walgreens ist etwa 10 Minuten zu Fuss von der Uni, da bekommt man aber nur das Nötigste, zu Walmart oder HyVee muss man dann schon fahren. Auch Downtown ist nicht das Stadtzentrum, wie wir es kennen, fuer Shopping empfiehlt sich dann doch, ganz amerikanisch, die Mall.

Augustana College bzw. Augie

Augustana College ist ebenfalls, im Vergleich zur Uni Potsdam, recht klein, was aber auch Vorteile mit sich bringt. Insbesondere als International lernt man durch die Größe schnell Leute kennen. Augie wirkt in Sioux Falls darüber hinaus wie eine kleine Oase und ist eine eingeschweißte Community. Der Campus setzt sich mit dem viel grüneren Rasen von der Umgebung ab und wirkt auch viel ordentlicher.

Die meisten Studenten wohnen in den Resident Halls on campus, jedoch bietet die Uni auch sogenanntes “off campus housing” an. Diese Häuser befinden sind rund um den Campus, sind also geografisch betrachtet off campus, gehören aber der Uni. Alle diese sind Theme Houses, widmen sich also einem bestimmten Thema, fuer das über das Jahr ein paar Dinge organisiert werden müssen, ist aber kein großer Aufwand. Ich habe im Global Education House gewohnt, zusammen mit 14 anderen Studenten. Damit waren wir auch das größte, aber auch schönste Theme House. Global Ed setzt sich aus etwa 50% Amerikanern mit Auslandserfahrung und 50% international students zusammen. Im Fall Semester waren folgende Nationalitäten vertreten: USA (logischerweise), Norwegen, Tunesien, Japan, Costa Rica und Deutschland. Ein Einzelzimmer im Global Ed ist zwar um einiges teurer als die Resident Halls, aber dafür hat es sich echt gelohnt: Man wird zur kleinen Familie und es ist immer jemand zuhause, mit dem man quatschen kann. Wenn man seine Ruhe haben will, kann man sich natürlich aber auch in sein Zimmer zurückziehen oder im Study Room lernen.

Für die degree-seeking students besteht auch die Moeglichkeit, sich nach dem Freshman Year selbst eine Unterkunft zu suchen, allerdings verfehlt man dabei auch den Charakter des College Lebens, daher wohnen die meisten on campus.

In den Semestergebuehren enthalten ist ein unlimited meal plan. Das bedeutet, ihr könnt ohne Ende in der Dining Hall schlemmen. Da fast alle Studenten auf oder um den Campus herum wohnen, haben auch fast alle einen Meal Plan. Daher wird die Mensa zu den Hauptzeiten Frühstück, Mittag und Abendbrot zum Mekka, um Freunde zu treffen. Beim Essen ist echt alles dabei: Mehrere Gerichte stehen immer zur Auswahl, alternativ könnt ihr euch auch einen Salat zusammenstellen oder Wraps und Sandwiches individuell zubereiten lassen. Allerdings ist die Dining Hall natürlich nicht 24/7 offen und ihr habt keine Küchen (aber Kühlschränke) in den Dorms. In den Häusern off campus habt ihr natürlich eine voll funktionierende und voll ausgestattete Kueche. Unten im Commons Buildung befindet sich auch noch das Huddle (to huddle = to get together), in dem man nach Schliessung der Mensa im Grill bis 00.00 immer noch einen Burger, Chicken Nuggets oder Fries ordern kann. Im Huddle gibt’s auch einen Billardtisch und Couches.

An amerikanischen Colleges ist der School Spirit ebenso ausgeprägt wie an den High Schools. Wichtig sind die Football Spiele der Augustana Vikings (an dieser Stelle: Go Vikings!) und immer gern gesehen ist student involvement in allen Bereichen - Sport natürlich ganz besonders. Die unieigene Sporthalle ist riesig mit mehreren Hallen, Räumen und natürlich auch einem Gym. Es werden des Weiteren diverse Sportclubs angeboten, aber beispielsweise auch ein Schachclub, government club oder Aehnliches. An oberster Stelle steht: Get involved!

Studium

Augustana College ist ein Liberal Arts College. Doch was genau ist das? Liberal Arts Colleges zeichnen sich durch drei Hauptaspekte aus: (1) die Groesse, (2) das Leben oncampus und (3) die General Education. Auf einen Dozenten kommen am Augustana College 11 Studenten, was sehr zur familiären Stimmung am College beiträgt und garantiert, dass die Studenten auch individuell betreut werden. Anonymität wie es an vielen deutschen Unis leider der Fall ist, existiert hier nicht. Bereits nach der ersten Stunde kennen dich deine Lehrer und sind auch immer bereit, dir bei Fragen in Rat und Tat zur Seite zu stehen. Oft ist man hier auch schnell auf du-Basis mit den Dozenten. Neben der kleinen Größe des Colleges steht wie bereits erwähnt das überwiegend obligatorische Leben on campus. Im Freshman Jahr, also dem ersten Studienjahr, ist es vorgeschrieben, auf dem Campus zu residieren.

Als Liberal Arts College bietet Augie mit den General Education Kurse seinen degree-seeking Students eine sehr flexible Art des Studiums. Da die Studenten in den USA recht früh aufs College gehen (mit etwa 17-18, ich hab auch eine 16-jährige getroffen), wissen sie natürlich oft noch nicht, was sie tatsächlich studieren wollen. Augustana bietet die Moeglichkeit, seinen Major (sein Hauptfach) zunächst undecided zu lassen, das heisst, man belegt erst einmal die obligatorischen General Education Kurse und hat noch ein wenig Zeit, sich umzuschauen und festzulegen. Für die General Eds belegt man aus jedem Bereich Kurse mit je maximal 10 LP pro Bereich. Dazu zählen beispielsweise Kurse aus den Bereichen Human Behavior and Social Institutions, Natural Science, Math, Literature, Arts und Languages. Da Augustana ein christliches College ist, müssen ebenfalls zwei Religion-Kurse absolviert werden.

Das Studium hier ist allerdings weit arbeitsaufwendiger als an einer deutschen Uni. Pro Kurs erhält man je nach Wochenstunden seine credits. Das heisst, eine credit hour entspricht einem LP. Fuer gewöhnlich besteht ein Kurs aus 3 credit hours. Entsprechend ist der Kurs dann auch fuer 3 Stunden die Woche designiert - nicht am Stueck, aber über die Woche verteilt (Mo., Mi., Fr. je eine Stunde oder Di., Do. je 1,5). Damit kann man auch nur maximal 15 credits belegen, alles, was darüber hinaus geht, muss auch extra bezahlt werden und ist Aufwand, der schwer zu stemmen ist. Ebenfalls haben dort alle Kurse mehr Seminar- und Schulcharakter. In einer grossen Vorlesung anonym unterzugehen kommt hier nicht vor. Anwesenheit und mündliche Beteiligung sind ebenso notenrelevant wie die regelmäßigen Quizzes, Zwischenexams, Presentations und Essays (abhaengig selbstverständlich vom Kurs). Mein Stundenplan bestand ebenfalls aus 15 credits und damit war ich ganz gut beschäftigt. Nach der Uni verziehen sich eigentlich fast alle in die Bibliothek, um Hausaufgaben zu machen. Kleiner Tipp für alle, die ebenso Literaturanalysefreaks sind wie ich: Euch empfehle ich dringend den Kurs ENGL 200 Literary Experience. Hier befasst man sich mit diverse Literaturstücken und setzt sich analysierend mit ihnen auseinander.

Als International könnt ihr recht flexibel Kurse belegen. Meine Kurse haben zwar ueberwiegend, aber nicht alle in mein deutsches Curriculum gepasst, da ich die Gelegenheit nutzen wollte, Kurse, die mich über mein Studium hinaus interessieren, zu wählen. Im Übrigen geniesst man als International auch keine Vorteile hinsichtlich der Sprache. Nach individueller Absprache mit dem Dozenten könnt ihr allerdings dictionaries mit in die Klausur nehmen, das ist kein Problem. Fuer das Schreiben von Essays bietet Augustana College das sogenannte Writing Center. Hier sitzen Dr. Gerling, Englisch- Professor, mit höheren Fachsemestern mit Englisch / Journalism Major, die euch beim Verfassen oder auch Korrekturlesen von Essays und Hausarbeiten helfen. Nutzt die Moeglichkeit! Es ist wirklich hilfreich!


In a Nutshell

Besser haette mein Auslandssemester nicht laufen koennen. Was man dort alles in 4 Monaten nicht nur akademisch betrachtet lernt ist Wahnsinn. Durch den Kontakt mit anderen Internationals lernt man nicht nur die Kultur kennen, in der man übergangsweise lebt, sondern auch diverse andere Kulturen, mit denen man sonst nicht zwangsläufig in Berührung kommt. Ebenso lernt man viel über seine eigene Kultur - auch aus dem Blickwinkel der Welt. Ich habe Freunde fuer’s Leben kennen gelernt - nicht nur aus den USA, sondern vom ganzen Globus. Somit hat man natürlich auch Anlaufstellen und diverse Gründe mehr, zu reisen. Liebendgerne hätte ich meinen Aufenthalt auf ein volles akademisches Jahr ausgeweitet, musste aber leider wegen meiner Wohnung in Berlin zurückkehren.

Ich kann Augustana College nur weiter empfehlen, allerdings muss man sich klarmachen, dass Sioux Falls keine Weltstadt ist. Viele von uns sind Berlin mit seinen Weiten und grossem Freizeitangebot gewohnt. Sioux Falls ist sprichwörtlich gesprochen klein aber fein - alles ist eben ein bisschen kleiner und weniger, aber das ist okay. Wenn man sich in das Collegeleben einbringt, wird einem garantiert nicht langweilig. Ihr werdet eine wunderbare Zeit haben, versprochen.

Live your personal American Dream.

USA

zurück zur Länderseite

Studium im Ausland

zurück zur Einstiegsseite

Potsdamer Studierende

zurück zur Hauptseite