uni-potsdam.de

You are using an old browser with security vulnerabilities and can not use the features of this website.

Here you will see how you can easily upgrade your browser.

Auslandsstudium - USA State University of New York

Photo: Stefanie Profus

Die State University of New York (gegr. 1816) ist mittlerweile 201 Jahr alt und bildet im Stadtbild vom kleinen Örtchen “Potsdäääm” mit seinem Campus schon einen kleinen Mikro-Cosmos. In der Stadt sollte man mal die „Potsdam Food Coop“ besuchen, den Raquette river mit einem Kanu befahren, einmal in den Wald hinter der Sunoco Tankstelle am Ortseingang gegangen sein und in der rooftop bar Cantina/Cactus bar mexikanisches Essen genossen haben.

Photo: Stefanie Profus

Studienfach: Politik, Verwaltung & Organisation

Aufenthaltsdauer: 08 /2016 – 06 /2017

Gastuniversität: State University of Potsdam, New York

Gastland: USA

Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Im Verlauf der ersten drei Semester des Studiums Politik, Verwaltung und Organisation formte sich der Wunsch nach einem Auslandsstudium. Offen für viele verschiedene Länder, bewarb ich mich u.a. für ein Auslandsstudium in den USA, da mich das besonders andersartige Studium dort schon lange interessierte. Die Bewerbungsunterlagen samt einem Gutachten von einem meiner Dozenten der Universität Potsdam waren fristgerecht ein Jahr vor dem Beginn des möglichen Auslandsstudiums eingereicht worden. In einem kurzen Gruppeninterview mit verschiedenen anderen Studenten wurden unsere Wunschuniversitäten sowie Kurse für das Auslandssemester sowie das generelle Interesse erfragt und nachdem das Akademische Auslandsamt der Universität Potsdam mir zwei verschiedene Möglichkeiten angeboten hat, entschied ich mich für die State University of New York (SUNY) in Potsdam (NY).

Sobald die Annahmeerklärung unterschrieben worden war, begann der Wettlauf aus Impfungen und notwendigen Gesundheitsnachweisen, Krankenversicherung, Finanznachweise, die notwendige Bewerbung um ein Studierendenvisum (I-20) mit dem Besuch der amerikanischen Botschaft in Berlin und schließlich die genaue Flugbuchung sowie Reiseplanungen.

Da ich vor Beginn des Auslandsstudiums (August 2016) noch ein paar Tage zwischen den letzten Prüfungen und dem Beginn an der SUNY hatte, plante ich meinen Hinflug mit Icelandair und nahm die Möglichkeit eines 4-tägigen Zwischenstopps in Reykjavik und einer 5-tägigen Reise durch die Hauptstadt der USA, Washington D.C., wahr.

Studienfach: Politik, Verwaltung & Organisation

Aufenthaltsdauer: 08 /2016 – 06 /2017

Gastuniversität: State University of Potsdam, New York

Gastland: USA

Situation vor Ort

Studium an der SUNY Potsdam

Der Studienaufenthalt an der SUNY Potsdam beginnt im "Fallsemester" in der Regel mit einer einwöchigen „Orientierungswoche“, währenddessen man die „Crumb library“, Campus Police, Maxcy Hall (alle Sportstätten, Fitnessstudio, Schwimmbad etc.) sowie die Barrington Student Union (d.h. das kleine Postamt mit deiner eigenen Postbox, den College Store – wo du z.B. einen Teil deiner Bücher bekommen kannst, sowie Tutoring-Möglichkeiten) kennenlernst. Jene Woche bietet dir auch die Möglichkeit, dich mit dem Campus vertraut zu machen und dich in deinem Zimmer einzurichten.

Die Kurse an der SUNY Potsdam besprichst du immer mit den Koordinatorinnen, Bethany Parker und Krista LaVack, die auch für alle weiteren Zwischenfälle und Fragen immer schnell erreichbar waren und weiterhelfen. Die Art zu studieren, ist an der SUNY Potsdam, wie an vermutlich jeder amerikanischen Universität, viel stärker vergleichbar mit dem deutschen Schulsystem. Die Kurse finden in Blocks jeweils Mo, Mi, Fr oder Di, Do sowie in Ausnahmefällen auch in anderen Rhythmen statt. Meistens hat man einen Kurs zwischen zwei und drei Stunden pro Woche. Durch diese klaren Strukturen und die von jedem Dozenten zu Beginn des Semesters ausgeteilten Lehrpläne mit genau formulierten Lernzielen, ist die persönliche Studienorganisation sehr vereinfacht. Wenngleich die Dozenten auch aufgrund der wöchentlichen (Haus-)aufgaben viel bis sehr viel Eigenleistungen erwarten können. Tests und Klausuren finden unter dem Semester sowie in der „Finals week“ statt. In den meisten Fächern variierten die Anzahl der größeren Klausuren zwischen drei und fünf, wobei zusätzlich, je nach dem, wöchentliche Quizze oder am Ende sogar Essays oder Berichte erwartet werden. Auch die Anwesenheitspflicht ist von Dozent zu Dozent variierend, allerdings definitiv strenger kontrolliert und tendenziell in jedem Kurs vorhanden.

Zu allen Dozenten, zu denen ich während meiner Zeit an der SUNY Potsdam Kontakt hatte, unterhielt ich auch sehr persönliche Beziehungen. Denn in den viel kleineren Kursen kommt man sich generell auf einer viel freundschaftlicheren Ebene näher, sodass man auch nach den Kursen oftmals noch in verschiedenen thematischen Campus-Clubs oder bei den verschiedenen Events auf dem Campus ins Gespräch kommt. Gerade diese lockere Atmosphäre macht das Studieren in den USA so stark unterschiedlich zum Studieren in Deutschland.

Alles ist sehr gut organisiert und durchgeplant. Die Beschreibungen der Kurse finden sich immer online aus dem letzten Semester bzw. Jahr und können auch hier eingesehen werden: https://bearpaws.potsdam.edu/potsdam/course_schedules/course_avail_201709_all_all_b.pdf

Undergraduate catalogue:

http://www.potsdam.edu/sites/default/files/documents/academics/catalog/undergraduate/Ucatalog16-18.pdf

Ausstattung der Universität

Die technische Ausstattung der SUNY Potsdam ist sehr gut. Ausreichend Computerarbeitsplätze in den Bibliotheken sowie mehrere Computer-Labs auf dem ganzen Campus verteilt, ermöglichen Online-Recherchen sowie Drucken und Scannen für Seminare und Vorlesungen. Auch Gruppenarbeitsräume stehen nach voriger Anmeldung zur Verfügung. Außerdem gehören zum Campus nicht nur zahlreiche Fußball-, Basketball-, Raquetball-,Tennisplätze, sondern auch ein Fitnessstudio sowie eine Schwimmhalle. In einer Multifunktionshalle befinden sich außerdem auch noch Volleyball- und Lacrossefelder sowie eine Laufbahn und Kletterwand mit wöchentlichen Öfffnungszeiten. Ab Ende Oktober ist zusätzlich die Eisbahn zweimal in der Woche geöffnet und die Eishockey-Teams werden wöchentlich von Studierenden angefeuert.  Im naturwissenschaftlichen Bereich bietet die SUNY Potsdam mit Gewächshäusern, einem großen Universitätsgarten und vielen exotischen Tieren zusätzlich interessante außerunterrichtliche Aktivitäten. Da man an der SUNY Potsdam auch „Environmental Studies“ mit dem Nebenfach „Wilderness Education“ studieren kann, gibt es auf dem Campus den sog. Venture Outdoors Club, welcher während jedem Semester Tagesausflüge geführt von Studierenden für Studierende z.B. in die Adirondack Mountains anbietet. Auch kann man sich Outdoor Equipment sowie Kanus und Kayaks in jenem Büro in der Student Union ausleihen und auf dem nahe gelegenen Raquette River oder den Bergen nutzen. (Mehr dazu: www.potsdam.edu/studentlife/sga/venture ) Für tanz- & theaterbegeisterte Studierende gibt es auf dem Campus mit dem „Performing Arts Center“ (PACs) und vielen verschiedenen Clubs und Kursen auch regelmäßig Shows und Auftritte, zu denen man kostenlos gehen kann. Zusätzlich erwähnenswert ist die zur SUNY Potsdam gehörige Crane School of Music, welche neben außerakademischen Musikkursen ebenfalls regelmäßig zu Konzerten und Shows einlädt.

Kontakte zu Studierenden

Besonders durch die vielen verschiedenen Kurse lernt man schnell viele neue Leute kennen. Zusätzlich bieten die Studentenwohnheime (im Normalfall teilt man sich ein Zimmer mit einer anderen Person) eine gute Möglichkeit, schnell Kontakte zu schließen. Speziell die jeweiligen „Resident Assistance“ (RA), also sog. Flurverantwortliche, die sich um das Wohlergehen und das reibungslose Zusammenleben der Studenten, die auf einem Flur wohnen, kümmern, haben die internationalen Studis schnell in Aktivitäten miteinbezogen.

Außerdem kann ich jedem empfehlen, sich in einem oder mehreren der Campusclubs/Initiativen zu engagieren. http://www.potsdam.edu/studentlife/clubs

Die verschiedenen Clubs treffen sich unterschiedlich häufig und organisieren gemeinsam über das Semester verteilt verschiedene Aktivitäten, oftmals auch in Verbindung mit wohltätigen Zwecken. Durch diese Aktivitäten lernt man nicht nur schnell viele Leute kennen, sondern man erhält auch einen abwechslungsreicheren Uni-Alltag.

Sprachkompetenz vor & nach dem Aufenthalt

Als Vorbereitung für dieses Auslandsstudium absolvierte ich einen 6-wöchigen Englisch-Sprachkurs in Irland im Frühjahr vor dem Beginn und schloss einen IELTS-Test ab. Jedoch denke ich, ist dies alles nicht immer notwendig, um im Ausland zu studieren. Sofern die schulischen Englischkenntnisse noch gut sind und man es sich selbst zutraut, sollte dem Auslandsstudium in den USA sprachlich nichts im Wege stehen. Alle Dozenten waren sehr entgegenkommend und hilfsbereit. Sie boten stets ihre Hilfe an und erlaubten mir und weiteren Studis die Benutzung von Wörterbüchern im Unterricht sowie in Examen (falls nötig). Außerdem stellte sich der Sprachfluss, sobald man vor Ort ankam und Kontakte zu amerikanischen Studierenden geknüpft hatte, sehr schnell ein.  Für mich persönlich konnte ich sehr schnell feststellen, dass sich die sprachlichen Fähigkeiten vor allem mit meiner Verlängerung des Aufenthaltes von einem Semester zum zweiten Semester hin stark verbesserten. Aus diesem und vielen weiteren Gründen beschloss ich, dementsprechend auch meine Bachelor-Arbeit schließlich an der SUNY Potsdam zu schreiben. Gerade diese intensive Recherchearbeit für die Bachelor-Arbeit hat natürlich noch einmal viele erweiterte sprachliche Kompetenzen und das Vokabular gestärkt.

Wohn- & Lebenssituation

Vor der Ankunft wird jedem internationalen Studierenden nahe gelegt, auf dem Campus der SUNY Potsdam zu wohnen, welches ich auch sehr empfehlen kann. Die Studentenwohnheime liegen alle in direkter Laufnähe zu den Campusgebäuden und bilden in Potsdam (NY) fast eine kleine eigene Mikro-Stadt, welche man tatsächlich manchmal tagelang nicht verlassen wird. Persönlich wohnte ich in „Knowles South“, welches das spürbar älteste Wohnheim ist und mit einem eher Retro-/Nostalgie-charme besticht. Jedoch liegt dieses in unmittelbarer Nähe zu den Sportplätzen, dem Fitnessstudio und der Crane School of Music/Performing Arts Center. Sehr zu empfehlen (aus meiner Sicht von Besuchen bei Freunden) sind die Wohnheime „Draime“ und „Bowman“, wobei jedes der Häuser seine Vor- und Nachteile mit sich bringt. Aber generell ist alles sehr, sehr nah beieinander. Gefallen hat mir persönlich vor allem die direkte Nähe zu vielen Leuten, mit denen man schnell Treffen und spontane Aktivitäten unternahm. Diese Vorteile sind meiner Meinung nach absolute Pluspunkte für das Wohnen auf dem Campus.

Denn die Vermieter in der kleinen Stadt Potsdam sowie Umgebung nehmen auch meist nur Studierende in Mietverträge für ein ganzes Studienjahr auf und die Organisation aus Deutschland hat sich als unmöglich herausgestellt. Eine Möglichkeit, welche ich während des Aufenthaltes kennenlernte, ist das amerikanische ebay-Kleinanzeigen namens „craigslist“, unter welchem manchmal WGs inseriert werden.

Die Essensmöglichkeiten auf dem Campus sind recht gut. Als „meal plan“ wählte ich während beider Semester die Option „160 Block/500 FLEX“. Das bedeutet, dass ich 160 sog. „Meals“ zur Verfügung hatte und 500 FLEX. Wie „Meals and Flex“ auf dem Campus funktionieren, lernt man in den ersten Wochen sehr schnell. Angefangen in „Lehman hall“ (einer der Mensen) kann man für ein „meal“ (= 6.50 $) an verschiedenen Theken von Frühstücks- und Salatoptionen bis hin zu frisch gemachten Thai-Gerichten/Pasta/Sandwiches/Burger & Co. á la „all you can eat“ genießen.

In der Student Union gibt es verschiedene Einzelessensplätze, wo man ebenfalls zwischen frischgemachten Pasta/Sandwiches/Bagels/Wraps/Burger/Burritos oder Salaten wählen kann. Hier kostet jedoch jedes Essen ganz unterschiedlich und man kann frei zusammenstellen, wie viel man haben möchte, um zum Beispiel erneut auf den Preis von einem „meal“, also 6.50 $ zu kommen oder aber wenn es weniger ist, einfach die Flex Punkte nutzen. Nach diesem Prinzip funktionieren schließlich auch die anderen Essensorte auf dem Campus („Becky’s Place, Thatcher Hall, Tim Hortons, Starbucks, PACs Coffeeshop).

Öffentliche Verkehrsmittel

Insgesamt fährt nach Potsdam (NY) nur etwa 2-3 Mal täglich ein Trailways/Greyhound Bus, der dich in die größere Stadt Syracuse (3h entfernt) und weiter nach New York/Albany/Buffalo & Co. bringt. Jedoch liegt Potsdam einfach sehr weit im Norden des Bundesstaates New York. Nach New York City sind es deshalb 10 Stunden mit dem Bus. Näher liegt da schon die kanadische Grenze (45 min) und somit die Städte Ottawa und Montreal (beide ca. 3-3,5h). Auf dem Campus gibt es täglich einen Kleinbus, der Studierende zum Walmart und zu weiteren Lebensmittelgeschäften bringt. Außerdem gibt es zipcars, welche genauso wie car-to-go funktionieren und von vielen Studis benutzt werden. In der Stadt Potsdam liegt sehr weit außerhalb vom Campus außerdem auch noch eine Autovermietung, über die man recht günstig Autos für Tages-/Wochenendausflüge mieten kann. Innerhalb der Stadt Potsdam und für Ausflüge in die Umgebung gibt es jedoch ansonsten keine öffentlichen Verkehrsmittel. Durch Freunde können sich aber häufig Fahrgemeinschaften einstellen.

Sonstige Hinweise

Potsdam (NY) [„Potsdäääm“; „Potsdamn“] ist wirklich weit oben im Norden des Bundesstaates. Wie beschrieben, es sind 45 min zur kanadischen Grenze und 10 h mit dem Bus nach New York City. Die Region rund um Potsdam nennt sich auch „Northcountry“ und dementsprechend ist das Wetter sehr wechselhaft. Zu Beginn des Fallsemesters kann man noch viele Wochen mit sehr, sehr hohen Temperaturen rechnen und dann ab Mitte Oktober kann es  teilweise schon Richtung Regen- & sogar Schneewetter tendieren. Für das Springsemester muss man im Januar und Februar definitiv mit eisigkalten Temperaturen rechnen (bis -20/-25°) und zusätzlich natürlich sehr viel Schnee.  Dementsprechend sollte man sich kleidertechnisch ausstatten.

Falls ihr Vegetarier seid, werdet ihr auf dem Campus definitiv nicht verhungern, wenngleich es für Veganer schon schwieriger aufgrund der fehlenden Abwechslung ist. Jedoch gibt es im Ort die sog. „Potsdam Food-Coop“, die super gut ausgestattet ist mit regionalen Leckereien und vegan/vegetarischen Produkten. Insgesamt ist das Einkaufen jedoch deutlich teurer.

Nützlich für den Besuch der US-Botschaft: In die amerikanische Botschaft sollte man sich definitiv Münzgeld (1€, 2€ Stücke) mitnehmen, denn es kann sein, dass das Passfoto trotz Anerkennung durch das Online-Programm dann in der Botschaft “nicht anerkannt” wird und man nochmal ein Foto am Automaten machen muss.

Nützlich waren außerdem:

Vokabel-Lern App: AnkiDroid

Offline-map für evtl. Roadtrips: Maps.me

Zipcar-Anmeldung


Rückblick

Insgesamt hat mich das Auslandsstudium an der State University of New York nachhaltig geprägt. Nicht nur meine Englischkenntnisse haben sich maßgeblich verbessert, sondern auch die Möglichkeit, meine BA in Kooperation meiner deutschen Professorin sowie meines amerikanischen Professors schreiben zu dürfen, haben meine Präsentations- und Recherchekenntnisse verbessert. Die Entscheidung, in die USA zu gehen, kann ich jedem Studierenden nahelegen, denn das völlig andere Universitätssystem kam meinem Lernverhalten sehr entgegen und die großartige Nähe zu Professoren, Aktivitäten und allen Einrichtungen auf dem Campus war eine einzigartige Erfahrung und Bereicherung.

USA

zurück zur Länderseite

Studium im Ausland

zurück zur Einstiegsseite

Potsdamer Studierende

zurück zur Hauptseite