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Mein Auslandssemester an der SUNY Potsdam

Da ich nach dem Abitur direkt anfing, zu studieren und auch während meiner Schulzeit nie für längere Zeit im Ausland war, hatte ich mir von Anfang an fest vorgenommen, ein Auslandssemester während meines Studiums zu absolvieren. Daher sammelte ich schon im ersten Semester zahlreiche Informationen zu den Angeboten der Uni Potsdam. Meine Wunschländer waren Australien und die USA, daher fiel ERASMUS raus und ich beschäftigte mich näher mit den Hochschulpartnerschaften. Achtet hier unbedingt auf die Fristen, für die meisten Länder müsst ihr euch ca. 1 Jahr vor Abreise bewerben! Nach einer missglückten Bewerbung für Australien nahm sich Frau Subasic vom International Office extra noch einmal Zeit für mich, um mir hilfreiches Feedback zu geben. Beim zweiten Anlauf mit den USA als Ziel hat es dann auch geklappt. Daher kann ich euch nur raten, Fragen oder Unsicherheiten zu klären, bevor ihr eure Bewerbung abschickt!


Studienfach: BWL

Aufenthaltsdauer: 08 /2016 – 12 /2016

Gastuniversität: State University of Potsdam, New York

Gastland: USA

Nachdem es meine Bewerbung in die nächste Runde geschafft hatte, folgte direkt die Einladung zum Gruppengespräch Anfang November. Das Gespräch fand mit drei weiteren BewerberInnen statt, die wie ich die Clarkson University als Erstwunsch angegeben hatten, und es war auf Englisch. Euch sitzen euch 3-4 Personen vom International Office und eurer Fachrichtung gegenüber, die dann Fragen zu eurer Person, eurer Motivation, aktuellen Debatten in den USA, etc. stellen. Nach etwa einer Woche kam dann die E-Mail mit der Zusage für meinen Zweitwunsch, SUNY Potsdam, die ich sofort bestätigt habe. Dann ging es ans Bürokratische. Wir mussten die notwendigen Unterlagen zusammensuchen (Finanz- & Impfnachweise) und Formulare ausfüllen, die dann von Frau Subasic im März an die Gastuniversität weitergeleitet wurden.

Es dauerte dann bis Ende Juni, bis wir von der SUNY die Dokumente erhielten, die für die Visumsbeantragung erforderlich waren. Das klappte aber alles reibungslos. Bei jeglichen Rückfragen in der Zwischenzeit waren Bethany und Krista gut per E-Mail zu erreichen und sehr hilfsbereit. Somit blieb noch die Krankenversicherung, um die ich mich kümmern musste. In dieser Hinsicht war ich letztendlich leider gezwungen die (doppelt so teure) Krankenversicherung der Uni zu wählen, da sie meine gewählte nicht akzeptierten. Grundsätzlich empfehle ich aber trotzdem aus Kostengründen, sich um eine eigene zu kümmern und es wenigstens zu versuchen. Meine Flüge hatte ich schon Anfang April gebucht, da ich zufällig auf ein sehr gutes Angebot gestoßen bin. Wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, würde ich allerdings dazu raten, auf die Bestätigung der Gastuni zu warten. Die bekamen wir (auf Nachfrage) Mitte Mai vorläufig per E-Mail. Daher fragt ruhig mal nett nach, denn bis ihr die Zusage schriftlich habt, kann es eben dauern.

Studienfach: BWL

Aufenthaltsdauer: 08 /2016 – 12 /2016

Gastuniversität: State University of Potsdam, New York

Gastland: USA

Studium an der Gastuniversität

Das System in Amerika ist generell schon etwas anders als hier in Deutschland. Zumindest an der SUNY Potsdam erinnert einen der Unialltag eher an High School als an etwas, was ich von der Uni Potsdam gewohnt bin. Als BWL-Studentin war es für mich daher eine große Umstellung, von riesigen Hörsälen in Klassenräume zu wechseln, die Platz für 20-30 Leute bieten. Ich war mir dessen aber vorab schon bewusst und muss rückblickend sagen, dass ich die Abwechslung genossen habe. Beide Systeme haben aber natürlich ihre Vor- und Nachteile. Sehr gut hat mir gefallen, wie eng man mit anderen Studenten und auch mit den Professoren zusammengearbeitet hat! Die Profs waren so gut wie immer für einen erreichbar, und haben sich sogar gefreut, wenn man mal bei ihnen im Büro vorbeischaute (was man ja aus der Uni Potsdam nicht unbedingt gewohnt ist). Die längste Zeit, die ich mal auf eine E-Mail-Antwort von meinen Professoren oder sonstigen Unimitarbeitern warten musste, war 1 Tag. Man fühlt sich also wirklich gut aufgehoben und jeder nimmt sich Zeit für einen, wenn man ein Anliegen hat. Im Allgemeinen ist das Leben dort viel gemeinschaftlicher, was sicher auch daran liegt, dass die Mehrheit der Studenten auf dem Campus wohnt. Dadurch hat man nie wirklich diese Trennung von Uni und Privatleben/Zuhause, wie man es hier kennt. Bezüglich der Leistungsanforderungen gibt es auch deutliche Unterschiede. Ich hatte immer das Gefühl, dass dort Quantität wichtiger als Qualität ist, und hier genau andersherum. Das liegt aber wohl auch an der Tatsache, dass man dort viel öfter Papers oder Projekte abgeben muss, als ich es als BWL-Studentin von der Uni Potsdam gewohnt bin. Da man also regelmäßig etwas einreicht, wird auch nicht Perfektion erwartet, um eine gute oder sehr gute Note zu erhalten.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Zu meiner Mitbewohnerin hatte ich bereits vorab Kontakt, was auch ganz hilfreich war. So konnten wir uns schon mal etwas kennenlernen und austauschen, was ihre Ankunft einfacher machte, da ich ja bereits eine Woche vorher da war. Bei Ankunft an der Uni habe ich die anderen „international students“ getroffen, eine Kommilitonin der Uni Potsdam, die ich schon kennengelernt hatte, und eine Schwedin. Direkt am ersten Wochenende, als dann alle anderen Studenten ankamen und einzogen, gab es ein Programm mit unzähligen Gemeinschafts- und Willkommensaktivitäten, bei denen ich auch die Leute kennenlernte, mit denen ich dann (neben den „internationals“) das gesamte Semester über am engsten befreundet war. Somit hatte ich einen gemischten Freundeskreis bezüglich Nationalitäten: Amerika, Schweden, Deutschland. Ich hatte vorher gehört, man solle versuchen, sich eher von Deutschen fernzuhalten, da das einen daran hindern würde, enge Kontakte mit Amerikanern zu knüpfen. Aber für mich war das kein Problem. Auch so habe ich extrem viel von den amerikanischen Sichtweisen, Traditionen und Standards mitbekommen. Spätestens in der ersten Unterrichtswoche wird man auf jeden Fall Anschluss finden, da man als „international“ meistens nicht unerkannt bleibt und dann die Fragerei losgeht.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Mein Englisch war schon vor Abflug relativ gut, da ich ein bilinguales Abitur und im letzten Semester auch den Uni-Kurs gemacht habe. Es hat sich aber auf jeden Fall noch verbessert (Luft nach oben ist ja immer). Allein schon die Tatsache, dass man ununterbrochen die amerikanische Alltagssprache mitbekommt, führt unweigerlich dazu, dass man neue Worte und Redewendungen lernt, und vier Monate, umgeben von Amerikanern, wirken sich natürlich auch auf die eigene Aussprache aus. Eine bemerkbare Entwicklung der Sprachkompetenzen ist also auch in nur 4 Monaten möglich.

Wohn- und Lebenssituation

Normalerweise wohnt man in den USA auf dem Campus der Universität in „dorms“. Zwar besteht die Möglichkeit sich für „off-campus living“ zu bewerben, aber das dürfte vor allem für internationale Studierende nicht von Interesse sein, da man ja schnell Kontakte knüpfen möchte. Mit der hohen Miete für die paar Monate muss man sich dann wohl abfinden, dafür ist z.B. Waschen inklusive. Ich habe in Draime gewohnt und mir standardmäßig ein Zimmer geteilt. Man kann sich auch für ein Einzelzimmer oder Townhouses bewerben, was aber teurer ist. Da muss man dann einfach abwägen, was man lieber möchte. Für mich war das Zusammenleben mit einer anderen Person überwiegend positiv, da es eine weitere Möglichkeit war, Leute kennenzulernen, und man lernt, sich zu arrangieren. Ich würde aber lügen, wenn ich behaupten würde, dass es nie Momente gab, in denen ich mir ein Einzelzimmer gewünscht hätte. In Potsdam gibt es überhaupt keine öffentlichen Verkehrsmittel, bis auf den Bus, der quer durch New York fährt (über Syracuse und NYC) und einen in eine andere Stadt transportieren kann. Daher bietet es sich an, sich irgendwie ein Auto zu organisieren, wenn man mal einkaufen will oder eben die etwas längeren Strecken zu Fuß zu bewältigen. Es gibt allerdings ein „BearShuttle“ für SUNY Studenten, das fast stündlich abfährt und einen dann zu Walmart, Price Chopper etc. bringt. Ich konnte meistens jemanden aus unserem Freundeskreis fragen, der ein Auto hatte, wenn wir zu Walmart wollten. Ansonsten sind wir aber auch oft in die Stadt gelaufen – dort gibt es übrigens auch einen kleinen Supermarkt für Notfälle. Wir sind zweimal nach Kanada gefahren und haben uns dafür dann ein Auto von Enterprise gemietet, was ein Büro in Potsdam hat.

Bankgeschäfte

Für den Anfang hatte ich etwas Bargeld mitgenommen, nur für den Fall, dass in den ersten Tagen mit der Kreditkarte etwas schief laufen würde. Generell kann man in den USA alles, also wirklich alles, mit Kreditkarte bezahlen. Ich hatte eine VisaCard und keinerlei Probleme. Außerdem hatte ich noch eine Postbank-Karte dabei, da hier das Angebot besteht, 10-mal im Jahr überall auf der Welt kostenlos Geld abzuheben, was ich ab und zu in den Staaten, aber vor allem auch in Kanada genutzt habe. Die Rechnung der Uni kann man in mehreren Raten abzahlen oder am Stück. Auch dabei steht einem offen, ob man das Geld überweisen oder einen Check schreiben möchte.


Rückblick

Grundsätzlich kann ich euch basierend auf meiner Erfahrung mitgeben, dass rechtzeitige Planung bei einem Auslandssemester am wichtigsten ist. Mit der Bewerbung, die ihr ja schon etwa 1 Jahr im Voraus abschicken müsst, geht ein monatelanger Prozess los. Allerdings ist alles, was ihr organisieren und planen müsst, machbar und auf jeden Fall das Ergebnis wert! Die 4 Monate in den USA waren für mich unglaublich bereichernd und eine unvergessliche Zeit, für die sich all die Mühe gelohnt hat! Außerdem stehen euch bei jeglichen Fragen auch immer Frau Subasic oder Betreuer von der SUNY zur Verfügung, die euch weiterhelfen können! Der Austausch mit meiner Kommilitonin war vor allem auch in Sachen Visum hilfreich.   Ich kann ein Auslandssemester wirklich jedem wärmstens empfehlen, da es nicht nur die Sprachkompetenzen enorm verbessert, sondern auch eine super Möglichkeit bietet, eine andere Kultur, ein anderes „Normal“ und vor allem neue Leute kennenzulernen, unter denen in meinem Fall auch Freunde fürs Leben waren.  Falls ihr irgendetwas genauer wissen wollt oder Fragen habt, könnt ihr mich gern kontaktieren und ich versuche, zu helfen!      

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