uni-potsdam.de

You are using an old browser with security vulnerabilities and can not use the features of this website.

Here you will see how you can easily upgrade your browser.

Eötvös Lorránd Tudományegyetem (ELTE) 2014/15

Vorab möchte ich feststellen, dass ich ein Auslandssemester jedem ans Herz legen mag – ich kenne niemanden, der seine Entscheidung bereut hat.


Vorbereitung

Studienfach: Psychologie

Aufenthaltsdauer: 09 /2014 – 01 /2015

Gastuniversität: ELTE / Eötvös Lorand Universität

Gastland: Ungarn

Generell lässt sich sagen, dass es schlau ist, sich an den Erasmus-Ablaufplan der Uni Potsdam zu halten (http://www.uni-potsdam.de/studium/ausland/studium/erasmus.html), sonst kann man die Formalitäten schon leicht aus den Augen verlieren.

Nachdem ich die Zusage von meiner Universität in Potsdam und dann aus Budapest hatte, habe ich mithilfe des Kursplans aus Budapest mein vorläufiges Learning Agreement erstellt – die Internetseite der ELTE-Universität gibt schon Informationen, hilfreicher war aber das aktuelle Kursprogramm, welches mir unser freundlicher und hilfsbereiter Erasmuskoordinator auf Anfrage als pdf-dokument geschickt hat (incoming@ppk.elte.nomorespam.hu). Das Learning Agreement und die Aufnahmeerklärung habe ich im Mai unterschrieben per Mail nach Budapest geschickt, und somit stand der Ankunft dort nichts mehr im Wege. Ende Juli habe ich Informationen über die Elte-Uni (Geschichte, Angebote, Sportmöglichkeiten, ...) per Post erhalten, was die Vorfreude gesteigert hat.

Um eine Wohnung habe ich mich vor meiner Ankunft gekümmert – ich habe auf wggesucht.de und roommatesbudapest.com geguckt und wurde über wg-gesucht fündig – habe dementsprechend in einer deutschsprachigen WG gewohnt. Leichter ist es noch, über Gruppen in facebook (z. B. Erasmus Budapest 201x ) zu schauen, auch vor Ort in der ersten Septemberwoche haben viele spontan ein Zimmer gefunden, welches sie dann sogar persönlich besichtigen konnten. Notwendig ist es also nicht, sich Wochen vorher darum zu kümmern – wenn auch sicherlich stressfreier. Die Miete (Achtung, oft ohne Nebenkosten angegeben) sollte inklusive Nebenkosten für ein Zimmer 300 Euro nicht übersteigen – ca 15 m² sollten nur 200 Euro kosten. Viele Zimmer werden für Austauschstudenten deutlich teurer angeboten. Ich hatte ein 20 m² großes Zimmer im Zentrum (nahe Oktagon und direkt am jüdischen Viertel, wo viele Bars und Clubs sind) mit eigenem Bad und eine große Küche und habe monatlich inklusive Nebenkosten ca 260 Euro gezahlt, ohne Nebenkosten 230. Beliebt zum wohnen waren auch der 5. und 6. Bezirk und einige Ecken im 8., wobei man angeblich (!) im 8. nachts in manchen Bezirken nicht alleine herumlaufen sollte – grade für das Studium an der ELTE Psychologie Fakultät bietet sich das 7. allerdings am Meisten an und die Verkehrsanbindungen sind super (das aber fast überall).

Studienfach: Psychologie

Aufenthaltsdauer: 09 /2014 – 01 /2015

Gastuniversität: ELTE / Eötvös Lorand Universität

Gastland: Ungarn

Studium an der Gastuniversität

Ich bin wenige Tage vor der Einführungswoche in Budapest angekommen – über facebookgruppen lassen sich schon vor Uni-Beginn Kontakte knüpfen. An der Einführungswoche teilzunehmen war für Informationsgewinn nicht zwingend nötig, all die Infos gab es auch gesammelt an einem einzigen Tag – des Kennenlernen wegens, zum Beispiel beim Erasmus-Pub-Quizz, fand ich es aber schon sinnvoll, schon dort zu sein.

Die Woche drauf gingen direkt die Veranstaltungen los, in die man noch reinschnuppern konnte und sich noch ein paar Wochen ein- und austragen konnte. Es gibt ein großes Repartoire an englischsprachigen Psychologiekursen, sowohl in Richtung Klinische als auch zum Beispiel kognitive Psychologie ist recht viel dabei. Ich habe viele Kurse aus dem Masterprogramm Intercultural Psychology belegt – hauptsächlich sozialpsychologische Kurse, die sich mit Themen um Minoritäten, Migration, Kultur und Identität, Genoziden und kollektiven Traumata und Gedächtnissen beschäftigen. Ich hatte bisher nie so viel Spaß am studieren, mir haben die Themen und die Unterrichtsweise sehr zugesagt. In den interkulturellen Kursen waren wir nur 8-20 Leute pro Vorlesung oder Seminar, und auch in Vorlesungen sollten wir Texte lesen und in der Stunde darüber diskutieren. Der Einbezug der Studenten in Vorlesungen ist somit deutlich höher als in Potsdam, was mir gut gefallen hat, und das Klima in den Kursen war sehr angenehm – die Dozenten kannten die Namen der Studenten und es wurde sich mit Vornamen angeredet. In den Vorlesungen musste meist eine Hausarbeit von ca 8 Seiten und eine Klausur geschrieben werden, Seminare bestanden meist aus Hausarbeit und Vortrag. So würde ich sagen kommt der Arbeitsaufwand insgesamt ungefähr aufs gleiche hinaus, wie in Potsdam.

Ich habe auch einen Ungarischkurs für Anfänger belegt. Der Höflichkeit wegen finde ich das durchaus sinnvoll, allerdings kommt man auch mit Englisch oder Deutsch oder Hand und Fuß gut durch die Stadt, und die ungarische Sprache beherrschen die meisten nichtmal ansatzweise nach dem einen Kurs.

Die Organisation an der Uni insgesamt ist teilweise etwas chaotisch gewesen, bei allen aufgetauchten Problemen wurde mir aber immer mit Hilfsbereitschaft von Dozenten oder dem Erasmuskoordinator von ELTE entgegen gekommen, sodass sich alles lösen ließ. Dadurch, dass in den englischen Kursen nur Austauschstudenten und keine ungarischen Studenten saßen, sind leider die wenigsten wirklich in Kontakt mit den Ungarn gekommen – der Freundeskreis der meisten bestand hier nur aus Austauschstudenten, die in der Uni oder bei den Erasmusveranstaltungen kennen gelernt wurden.

Leben in Budapest

Ist herrlich (zumindest für uns Erasmusstudenten)! Viele Aktivitäten sind deutlich günstiger als in Deutschland und somit ein Paradies für uns Austauschstudenten (im Hinterkopf sollte man haben, dass die Ungarn sehr viel weniger Gehalt bekommen als wir, und es daher nur für uns so günstig ist) – so kostet Kino beispielsweise ca 4 Euro, Tickets für die Oper oder das Ballett gibt es ab 5 Euro, In Restaurants gibt es 2-Gänge-Mittagsmenues + Getränk für ca 5 Euro, Clubs nehmen oft keinen oder nur wenig Eintritt und die Getränkepreise sind niedriger als in Deutschland. Die besonderen Ruin-Bars in Budapest ziehen zahlreiche Studenten an, ich hab auch viele Abende in ihnen verbracht. Abgesehen von seinem Nachtleben undgünstigen Preisen überzeugt Budapest mit seinen ehemals herrlichen und nun märchenhaft heruntergekommenen Gebäuden, Flohmärkten, Film-Festivals, mit seinen heißen Bädern, der Donau, nahen Ausflugszielen drumherum (die Budaberge, das Sissi-Schloss Gödöllö, der Ballaton, …), … Durch das Erasmusprogramm ist es ein Leichtes, Freunde aus verschiedensten Ländern und Kulturen zu machen und großartige Momente mit ihnen zu erleben.

Von der politischen Situation (der rechten Regierung unter Victor Orban) bekommt man als Erasmusstudent wenig mit (es seidenn natürlich, man möchte und interessiert sich), nur einige Proteste wegen der Internetsteuer habe ich bemerkt. Die Diskriminierung von Roma ist jedoch häufig offensichtlich, so habe ich zum Beispiel selten Roma in einem anderen Beruf als den des Müllaufsammlers gesehen. In Budapest hält sich der Rassismus gegen Roma in Grenzen, wenn man es mit den ländlichen Gebieten vergleicht. Ich sehe die Erasmusstudenten trotzdem in der Verantwortung sich bewusst zu machen, wie andere Menschen in der für uns so herrlichen Stadt leben und welche Probleme dort bestehen.


Fazit

Sowohl in meiner Freizeit, als auch als Studentin an der ELTE-Universität hatte ich eine fantastische Zeit, die ich nicht missen möchte. Ich habe viele fabelhafte Menschen kennen gelernt, habe ein großes kulturelles Programm in Budapest nutzen können, und habe viel Sinnvolles gelernt, auch und nicht nur in der Uni. Ein Erasmus-Semester empfehle ich jedem, und Budapest war für mich die perfekte Stadt!

Ungarn

zurück zur Länderseite

Studium im Ausland

zurück zur Einstiegsseite

Potsdamer Studierende

zurück zur Huaptseite