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Corvinus University of Budapest 2013/14

Wie viele andere Studierende vor mir wollte auch ich die Chance nutzen, einmal an einer ausländischen Hochschule zu studieren, um zum einen Erfahrungen im Ausland zu sammeln und zum anderen einen Einblick in ein ausländisches Studienprogramm zu erhalten. Meine Entscheidung für Erasmus viel mir daher leicht. Erste Informationen habe ich über die Internetseite des Akademischen Auslandsamtes der Universität Potsdam erhalten. Zudem informierte ich mich über Partnerhochschulen und deren Studienangebote. Da die Universität Potsdam ein begrenztes Angebot an Partnerhochschulen für Masterstudierende im Bereich der Wirtschaftswissenschaften hat, konnte ich mich schnell für 3 Studienorte entscheiden. Hierbei war natürlich auch die Meinung meiner Bekannten und Freunde nicht ganz unbedeutend.


Studienfach: Betriebswirtschaftslehre

Aufenthaltsdauer: 09 /2013 – 01 /2014

Gastuniversität: Corvinus University Budapest

Gastland: Ungarn

Nachdem ich eine positive Antwort auf meine Erasmusbewerbung erhielt, kümmerte ich mich um alle notwendigen Unterlagen, wie zum Beispiel das Learning Agreement. Hierfür nahm ich erstmals Kontakt mit der Gasthochschule auf. Ohne große Probleme wurden mir alle Fragen beantwortet und Dokumente per E-Mail übermittelt. Zudem erhielt ich ausreichend Informationsmaterial, so dass ich mich bestens auf meinen Aufenthalt vorbereiten konnte. Leider war es nicht möglich, einen Platz in einem Studentenwohnheim zu erhalten, so dass ich mir privat ein eigenes Zimmer suchen musste. Über eine Erasmus-Facebook Gruppe war die Suche jedoch einfach und schnell erledigt. Viele Mitstudierende haben auch erst vor Ort ein Zimmer gesucht.

Im Anschluss schloss ich eine Auslandskrankenversicherung ab, dessen Kosten vom Bafög-Amt übernommen wurden. Hierbei muss jedoch beachtet werden, dass der Bafög-Antrag bereits 6 Monate vor Abreise beantragt werden sollte. Eine Auskunft über die Förderhöhe erhielt ich während meines ersten Auslandsmonates. Als letztes informierte ich mich über Anreisemöglichkeiten und entschied mich nach einem Preisvergleich für die Anreise per Zug (Zugfahrt von Berlin nach Budapest ab 39 Euro).

Studienfach: Betriebswirtschaftslehre

Aufenthaltsdauer: 09 /2013 – 01 /2014

Gastuniversität: Corvinus University Budapest

Gastland: Ungarn

Studium an der Gastuniversität

Die Corvinus Universität Budapest ist die beste staatliche Universität in Ungarn, die direkt an der Donau gelegen und bestens per öffentliche Verkehrsmittel erreichbar ist. Die Hochschule besitzt sowohl ein altes als auch ein neues Gebäude, welches eine Bibliothek sowie eine Turnhalle enthält. Die Ausstattung war modern und erfüllte meine Erwartungen ganz und gar.

Über ein Universitätsprogramm („Neptun“) musste man sich bereits vor Anreise für die gewünschten Kurse einschreiben. Da die meisten Kurse nur für eine begrenzte Teilnehmeranzahl ausgelegt waren (meistens ca. 35 Studierende) musste man etwas Glück bei der Platzvergabe haben. Da jedoch weniger Master- als Bachelorstudenten an Erasmus teilnahmen, erhielt ich jeden meiner gewählten Kurse. Diese wurden in englischer Sprache von ungarischen sowie ausländischen Dozenten unterrichtet. Sie waren alle interessant, jedoch wesentlich einfacher als die Kurse an der Universität Potsdam. Dies wurde auch durch den Semesteraufbau beeinflusst. In der Mitte des Semesters musste ich in 3 von 5 Kursen eine Zwischenprüfung ablegen. Alle Kapitel, die für die Zwischenprüfungen gelernt werden mussten, fielen dann in der Endprüfung weg. Dadurch verringerte sich der Lernaufwand erheblich. Jeder Student konnte ohne große Anstrengung an der Gasthochschule sehr gute Noten erhalten.

Die Gastuniversität organisierte in Zusammenarbeit mit der Studentenorganisation ESN eine Orientierungswoche, bei der man Informationen rund um das Leben in Ungarn erhielt und die mehrere Stadtbesichtigungen und einen Pubcrawl beinhaltete. Zusätzlich organisierte ESN eine Ausfahrt zum Balaton, nach Krakau und Prag sowie mehrere Studentenparty’s während des Semesters. Dadurch lernte man leicht weitere Erasmusstudenten kennen und konnte sich schnell in Budapest einleben. Zugleich erhielt jeder Erasmusstudent einen Tandempartner, der bei Fragen zur Verfügung stand. Auch das Internationale Büro sowie das Prüfungszentrum meiner Fakultät waren bei allen Fragen behilflich. Alle notwendigen Dokumente wurden umgehend ausgefüllt/bearbeitet.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Vor Anreise wurde jedem Austauschstudenten ein ungarischer Tandempartner zur Verfügung gestellt, der bei allen Fragen und Problemen zur Verfügung stand. Mit Ausnahme meines Tandempartners hatte ich sonst relativ wenig Kontakt zu ungarischen Studenten. In allen meiner Kursen der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät waren nur Erasmusstudenten. Lediglich in meinen zwei Kursen der Geisteswissenschaftlichen Fakultät war das Verhältnis zwischen ungarischen und ausländischen Studenten ungefähr gleich groß. Dies gab mir die Chance, zumindest in den beiden Kursen Kontakt zu Einheimischen zu erhalten.

Wie ich bereits erwähnte, bestanden die Kurse aus einer kleinen Teilnehmerzahl. Deshalb war es leicht, Kontakt zu anderen Austauschstudenten zu erhalten. Durch die Teilnahme an ESN- Veranstaltungen habe ich viele Leute kennengelernt und Freundschaften schließen können. Da Ungarn sehr zentral in Europa liegt, war es einfach und kostengünstig, andere Länder wie Rumänien, Serbien, Österreich oder die Slowakei zu besichtigen. Ich habe alle Reisen mit anderen Erasmusstudierenden unternommen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Ungarisch ist eine sehr schwere Sprache, die man nicht innerhalb eines Semesters erlernen kann. Sprachkurse wurden dennoch von der Universität angeboten. Ich selbst habe an keinem Sprachkurs teilgenommen, sondern mich in Ungarn entweder in Englisch oder in Deutsch verständigt. Da die Kurse in englischer Sprache unterrichtet wurden, konnte ich mein Englisch wesentlich verbessern. Zudem empfand ich es als eine gute und wichtige Erfahrung, Prüfungen in Englisch abzulegen.

Wohn- und Lebenssituation

Über eine Erasmus-Facebook Gruppe habe ich ein Zimmer in Budapest gefunden. Da ich Geld sparen wollte, entschloss ich mich, ein Zimmer mit einer weiteren Studentin zu teilen. Die Miete betrug 167 Euro, inklusive Nebenkosten. Alle meine Freunde wollten auf ein Einzelzimmer nicht verzichten, weshalb sie ca. 250-300 Euro, inklusive Nebenkosten, bezahlten. Die Lebenshaltungskosten sind im Allgemeinen in Ungarn günstiger als in Deutschland. Gerade wenn man abends in eine Bar oder Disko geht, fällt einen dies bei den Getränkepreisen doch sehr deutlich auf. Ein Bier oder ein Glas Wein kann man in Budapest für 1 Euro erhalten. Cocktails sind jedoch meistens genauso teuer wie in Deutschland. Auch ein Gericht in einem Restaurant ist wesentlich günstiger. Speziell zur Mittagszeit kann man ein 3-Gänge Menü für ca. 4 Euro erhalten. Jedoch ist mir während meiner Zeit in Ungarn auch aufgefallen, dass viele Drogerieartikel importiert werden und deshalb meist genauso oder sogar teurer als in Deutschland sind. Auch die Preise in Modegeschäften sind auf deutschem Niveau.

Mithilfe der Immatrikulationsbescheinigung können sich Studenten eine Monatskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel kaufen, die pro Monat ca. 10 Euro kostet. Zudem empfehle ich den Kauf einer ungarischen Telefonkarte. Ich entschied mich hierbei für Vodafone- 10 Euro pro Monat inklusive 1GB Internet.

Budapest - bekannt auch als das Paris des Ostens- bietet viele Freizeitmöglichkeiten. Besonders das Nachtleben ist sehr zu empfehlen und bietet für jedermann etwas. Zusätzlich hat mir gefallen, dass in Ungarn viele Kinofilme in englischer Originalsprache mit ungarischem Untertitel gezeigt wurden, so dass man sich die neusten Filme für wenig Geld anschauen kann. Zudem gab es in der Uni mehrere Veranstaltungen, in denen Filme zu einem speziellen Thema gezeigt wurden. Auch sportlich kann man sich betätigen. Entweder nutzt man das vielfältige Angebot der Universität selbst oder man sucht sich ein günstiges Fitnessstudio. Ich habe an einem Zumbakurs teilgenommen, der 30 Euro für das gesamte Semester kostete.


Rückblick

Viele Außenstehende sehen Erasmus als reine Party an. Dieses Klischee ist nur teilweise korrekt. Natürlich sind Partys ein Bestandteil von Erasmus, dennoch beeindruckte mich besonders die Vielfältigkeit der Kursteilnehmer. So konnte man Themen mit Bezug zu unterschiedlichen Ländern besprechen. Zudem verbinde ich das vergangene Semester mit vielen Erinnerungen an tolle Menschen, jeglicher Nationalität. Meine beste Freundin vor Ort war eine Polin, die mich sehr beeindruckte und die ich bald in ihrer Heimatstadt besuchen werde. Zudem steht Erasmus für Reisen. Ich habe viele Osteuropäische Länder besucht und dadurch einen Einblick in die Vielfältigkeit von Europa erhalten. Besonders beeindruckten mich hierbei Rumänien und Serbien-zwei Länder in die ich niemals ohne meinen Aufenthalt in Budapest gereist wäre.

Wer die Chance auf ein Austauschsemester nicht nutzt, der verpasst viele schöne Momente, die einen immer prägen werden.

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