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Erasmus in London

Mit der Vorbereitung für meinen Erasmusaufenthalt habe ich sehr früh angefangen, weswegen ich keine Probleme hatte. Kurz nach Ende der Bewerbungsfrist habe ich bei meinem Koordinatoren hier in Potsdam angefragt, ob ich nun den Platz bekommen habe oder nicht, da ich noch keine Antwort hatte. Glücklicherweise habe ich den Platz bekommen, da ich die Erste war, die Ihre Bewerbungsunterlagen abgegeben hat und das Prinzip "wer zuerst kommt, mahlt zuerst" galt. Es lohnt sich also die Bewerbung früh abzugeben. Auch die Kontaktaufnahme mit der Gasthochschule hat sich mehr als einfach gestaltet. Die Erasmusverantwortliche Frau Wiebke Leugers war immer sehr hilfsbereit und aufmerksam, man sollte also keine Scheu haben ihr zu schreiben falls man Fragen hat. Als alles mit der Immatrikulation an der Uni geregelt war, sollte ich eine Kurs(vor)wahl treffen. Ich habe eine lange Liste mit Kursen und den dazugehörigen Kursbeschreibungen bekommen und musste mir vier davon aussuchen, ich hatte also die Qual der Wahl. Zum Glück darf man die Kurse vor Ort ändern, was ich persönlich auch gemacht habe. Ich habe die Kurstitel und die Kursbeschreibung auch direkt ans Prüfungsamt geschickt mit der Frage, ob die Kurse mir potentiell anerkannt werden könnten. Nachdem der gesamte Prozess abgeschlossen war, hieß es Flug buchen und auf ins Abenteuer.


Studienfach: Lehramt Deutsch

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 12/2016

Gastuniversität: Queen Mary University of London

Gastland: Großbritannien

Studium an der Gastuniversität

Das Universitätssystem in London gestaltet sich vollkommen anders als das System hier in Deutschland. Man hat nicht nur viel weniger Seminare und Vorlesungen, meistens wird nicht zwischen Vorlesung und Seminar getrennt. Offiziell hat man eine Stunde lang eine Vorlesung, an die sich das einstündige Seminar anschließt. Ich persönlich habe jedoch keine einzige Vorlesung im klassischen Sinne besucht. Die Seminare sind viel "schulunterrichtsnäher" aufgebaut als hier in Deutschland. Auch sind die Seminare in der Regel viel kleiner (höchstens 35 Studenten), was eigentlich sehr klimafördernd ist. Die Anforderungen für die Seminare sind meiner Meinung nach hoch. Besonders die Seminare für Erasmusstudenten sind darauf ausgerichtet, das Englisch der Studenten zu verbessern, was dazu führt, dass das Seminar für den ein oder anderen etwas zu schwer werden könnte. Im Vergleich musste ich feststellen, dass mein Erasmus-Seminar ironischer Weise das schwierigste war. Der Campus selbst (Mile End Campus) ist nicht sonderlich groß und nach ein zwei Tagen hat man auch das System der Gebäudebenennung verstanden. Da man nur bis zu vier Seminare pro Semester belegen darf, hat man sehr viel Freizeit. Die ist jedoch zum Lernen und vor allem zum Lesen gedacht. An der QMUL, sowie allgemein in England, müssen die Studenten viel selbstständiger arbeiten als wir in Deutschland. Dadurch sind Arbeitsräume und die Bibliothek immer voll, auch an den Wochenenden.  Die Betreuung der Studenten durch anderen Studenten der QMUL ist sehr gut. Es gibt die verschiedensten Veranstaltungen auf dem Campus, an denen ihr teilnehmen solltet. Sie helfen sich ein wenig einzuleben. Im Gegensatz zu deutschen Unis gibt es an der QMUL eine große "Society"-Tradition. Es gibt die unterschiedlichsten Societies, denen man beitreten kann. Von der "Anime-Society" über etliche Sport-Societies bis hin zu einer "Pokemon-Society" oder einer "Schach-Society". Ich persönlich habe mich keiner Society angeschlossen, habe aber von einigen Kommilitonen gehört, dass es sich lohnt.  Außerdem organisiert die Universität sehr viele Partys und andere Veranstaltungen, für die man zwar bezahlen muss, die einem jedoch helfen können Anschluss zu finden.

Kontakte zu  einheimischen und ausländischen Studierenden

Versucht um jeden Preis zu den Willkommensveranstaltungen (eine Woche vor Semesterbeginn) zu erscheinen. Die Veranstaltungen informieren nicht nur über alles was man wissen muss (sowohl über die Uni als auch über London), sondern sie helfen euch von Anfang an, andere Erasmus-Studenten kennenzulernen. Seid nicht überrascht, wenn ihr lauter Spanier und Deutsche trefft, sie sind überall. Leider werden die Erasmusveranstaltungen von den Veranstaltungen für die nicht EU-Studenten getrennt. Dadurch gestaltet sich der Kontakt zu den z.B. japanischen, chinesischen, australischen und amerikanischen Studenten, von denen es wohl auch viele geben soll, sehr schwer. Stellt euch also darauf ein, dass ihr wahrscheinlich erst mal nur mit den Erasmus-Studenten zusammen bleibt, zumindest bis die Vorlesungszeit anfängt. Auch der Kontakt zu den einheimischen hat sich als komplizierter entpuppt als ich gehofft hatte. Viele der einheimischen Studenten halten eine gewisse Distanz zu uns Erasmus-Studenten. Es gibt zwar eine Erasmus-Society (der ihr unbedingt beitreten solltet), die u.a. eigentlich dazu dient, einheimische Studenten kennenzulernen, jedoch sind die hauptsächlichen Mitglieder nur Erasmus-Studenten, was jedoch nicht weiter schlimm ist. Denkt dran, ihr sitzt alle im gleich Boot und könnt euch dadurch nicht nur helfen, sondern auch einander besser verstehen, da ihr das gleiche durchmacht. Falls ihr unbedingt Einheimische kennenlernen wollt oder genug von den Erasmus-Studenten haben solltet, solltet ihr die "Freshers"-Partys besuchen. Auf denen wimmelt es nur so von Einheimischen und kommunikativen Studenten.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Vor Ort konnte ich feststellen, dass meine Sprachkompetenz auf einem gar nicht so schlechten Niveau war. Ich konnte den Dozenten und anderen Studenten während der Seminare gut folgen und nur das Erasmus-Seminar hat mir manchmal Probleme bereitet, was jedoch daran lag, dass unterschiedlichste Doktrinen und althochenglische Gedichte zu lesen waren. Den größten Fortschritt macht man im alltäglichen Sprachgebrauch. Man lernt Wörter, die man sonst nicht lernen würde (wie z.B. "Dingsbums"). Das Wichtigste ist es zu reden. Überall und mit jedem. Die Engländer stört es rein gar nicht, wenn dein Englisch nicht perfekt ist. Sie sind jedoch eher ein zurückhaltendes Völkchen, also muss die Initiative von euch kommen (zumindest solltet ihr euch das vornehmen).

Wohn- und Lebenssituation

Die Wohn- und Lebenssituation gestaltet sich in London sehr schwer. Stellt euch also auf Stress ein. Ich persönlich habe zusätzlich eine sehr schlimme Wohnerfahrung gemacht. Leider dürfen Erasmus-Studenten nicht auf dem Campus wohnen. Wieso habe sowohl ich als auch die anderen Erasmus-Studenten nie verstanden. Dennoch ist es leider so, was bedeutet, dass man sich selbst etwas suchen muss. Nun stellt sich die Frage, wo man in London auf die Schnelle eine Unterkunft finden soll. London ist unter anderem eine Studentenstadt. Dadurch sind sehr viele private Studentenwohnheime entstanden. Leider sind diese sehr teuer. Unter ca. 200 Pfund wöchentlich wird kaum etwas zu finden sein, und wenn, dann wird es entweder etwas weiter draußen sein oder es wird am Wohnstandard mangeln. Informiert euch früh was die Studentenwohnheime angeht, vielleicht findet ihr bessere Angebote. Ich persönlich habe mich für eine anderweitige Unterkunft entschieden. Ich habe online nach einem Zimmer in einer WG gesucht und wurde auch fündig. Da ich keinen Mietvertrag unterschreiben wollte, ohne das Haus vorher gesehen zu haben, bin ich einen Monat vorher angereist und habe mir das Haus angeguckt. Es hätte jedoch auch gereicht zwei Wochen vor Vorlesungszeit anzureisen, sich ein Hostel oder Hotelzimmer zu mieten und dann von London aus zu suchen. Der Wohnungsmarkt in London ist sehr kurzlebig, was bedeutet, dass sich eigentlich immer etwas finden lässt. Es lohnt sich auch mit einer Agentur zusammen zu arbeiten, auch wenn man dann ein wenig mehr bezahlen muss. Das erspart einem später größere Probleme. Vor allem sollte man jedoch knallhart bleiben. Auch die WG Zimmer sind oftmals teuer (ab 130 Pounds in der Woche), man sollte also genau das bekommen, wofür man zahlt. Wenn ich euch einen Rat geben kann, dann ist es folgender: überstürzt nichts. Ihr habt Zeit. Falls ihr nicht gleich in der ersten Woche etwas findet, ist das nicht schlimm. Spätestens in der zweiten Woche habt ihr ein endgültiges Dach über dem Kopf. Gebt euch nicht mit weniger zufrieden und wenn  ihr die Möglichkeit habt in ein Studentenwohnheim zu gehen, dann macht das. Es erspart euch so viel.

Nun zu den Verkehrsmittel. Das Londoner U-Bahn-Netz ist das älteste. Es ist super übersichtlich, sehr gut strukturiert und organisiert (auch wenn ich gehört habe, dass die Tube momentan streikt). Am besten ihr besorgt euch eine der berühmten Oyster-cards. Zahlt zu Anfang, bevor ihr euch den Studentenrabatt kauft, der jedoch keine wirklich große Hilfe ist, mit "pay-as-you-go". An den Automaten und während der Willkommensveranstaltung findet ihr alle weiteren Informationen. Mit "pay-as-you-go" spart ihr so einiges. Sparen wird wahrscheinlich auch bei euch großgeschrieben werden. Ich habe keinen einzigen Erasmus-Studenten getroffen, der nicht sparen musste. Das meiste Geld wird auf die Miete, die Oyster-Card und das Essen draufgehen. London ist sehr teuer, besonders die öffentlichen Verkehrsmittel, aber auch die Lebensmittelgeschäfte, stellt euch darauf ein. Zum Glück gibt es Aldi und Lidl. Das sind mit Abstand die billigsten Geschäfte. Ein Lidl ist sogar recht nah an der Uni.

An Freizeitangeboten gibt es auch so einiges zu erleben. Ich würde euch raten, euer Geld zu sparen und in der "Reading week" (eine Woche in der keine Vorlesungen sind, die jedoch eigentlich zum Nacharbeiten gedacht ist) wegzufahren. Ich bin nach Schottland gefahren und kann es nur empfehlen. Organisiert ruhig etwas mit den anderen Erasmus-Studenten, es lohnt sich. Es gibt auch Busse die euch aus London raus z.B. nach Cambridge oder Oxford fahren. Falls ihr der Erasmus-Society beitreten, veranstaltet diese auch Cambridge-Touren etc. auf Wunsch, solange es genug Interessenten gibt. Ansonsten ist auch in London immer etwas los. Fast alle Museen haben freien Eintritt und es fehlt nicht an Sehenswürdigkeiten oder Pubs.

Studienfach: Lehramt Deutsch

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 12/2016

Gastuniversität: Queen Mary University of London

Gastland: Großbritannien


Rückblick

Rückblickend hat sich mein Erasmus-Aufenthalt gelohnt. Ich habe unglaublich viel in einer sehr kurzen, jedoch manchmal ewig-vorkommenden Zeit gelernt. Ich habe Lebenserfahrungen und Erinnerungen gesammelt, bin stärker und selbstständiger geworden und habe mich weiterentwickelt. Ich denke, so geht es jedem Erasmusstudenten. Man sollte sich jedoch gut überlegen, ob man das wirklich will. Denn es ist nicht immer alles ein Zuckerschlecken und man muss sehr viel Durchhaltevermögen mit sich bringen. Wie gerne die Koordinatoren und Mitarbeiter, und vor allem Frau Kettmann, einem auch helfen, im Endeffekt ist man jedoch auf sich selbst gestellt, in einem fremden Land. Man muss die Probleme mit sich selbst klären. Dessen sollte man sich bewusst sein. Und wenn einen diese Vorstellung nicht abschreckt und man unbedingt ein Erasmussemester machen will, dann sollte man es auch tun. Denn dann weiß man, dass man stark genug ist, egal was kommt. Und wenn ihr euch traut, denkt immer an eine Sache: Nichts ist für immer, also sammelt so viele Eindrücke wie möglich, traut euch, sprecht fremde Studenten an, verreist, geht aus, habt Spaß, schreibt eure Hausarbeiten, aber vor allem, lernt fürs Leben. Im Endeffekt merkt ihr, dass die Zeit  viel zu schnell vergehen wird, obwohl ihr noch so viel vor hattet, also nutzt die Zeit die euch gegeben wird. Es ist einmalige Chance.

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