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Ein Semester in Plymouth

Organisatorisches vor Beginn:
Anfänglich war ich sehr unsicher, ob ich für ein Semester ins Ausland gehen soll. Da ich aber nach meinem Abitur Deutschland nicht verlassen habe und somit nie für längere Zeit in einem anderen Land gelebt habe, habe ich mich entschieden, dass ich diese Erfahrung machen sollte. Rückblickend bin ich sehr dankbar, dass ich mich nicht von den kleinen organisatorischen Hürden habe abhalten lassen und kann generell sagen, dass der Aufwand von Seiten der Studenten überschaubar und definitiv machbar ist. Der anfängliche Kontakt mit der Gasthochschule erforderte einiges an Geduld, da ich Antworten immer erst nach ungefähr zwei Wochen erhielt. Keine Scheu, immer wieder zu schreiben und zu erinnern! Letzten Endes war es aber nicht tragisch, dass Dokumente wie das Learning Agreement nachgereicht werden mussten; andere Studenten hatten ähnliche Probleme. Die Plymouth University hatte ebenfalls ein Formular, das ich ausfüllen sollte, auf welchem ich auch meine Sprachkenntnisse nachweisen sollte. Da ich entsprechende Tests nicht absolviert hatte, habe ich erklärt, dass mein Sprachniveau durch mein Universitätsstudium ohnehin auf C1 oder mehr einzustufen ist. Dies war glücklicherweise kein Problem.


Studienfach: Englisch

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 01/2017

Gastuniversität: University of Plymouth

Gastland: Großbritannien

Die Universität

Die Universität in Plymouth hat mir unglaublich gut gefallen. Das Englisch Studium (und die meisten anderen Studiengänge) sind so strukturiert, dass man drei Module mit jeweils 20 Credit Points, (die 10 LP in Potsdam entsprechen) belegt. Jedes Modul besteht aus einem Seminar (120 min / Woche) und einer Vorlesung (60 min / Woche). Somit nimmt man an 6 Lehrveranstaltungen mit insgesamt 9 Wochenstunden teil – deutlich weniger als in Potsdam. Dafür sollte man sich auf einen beachtlichen Aufwand an individual study time einstellen. Wie auch in jedem anderen Uni-System erscheinen nicht alle Studenten regelmäßig und einige lesen nur die Texte, die sie für ihre Essays benötigen. Ich würde aber jedem empfehlen nach Möglichkeit den Inhalten zu folgen und sich durch die Dozenten inspirieren zu lassen. Die offene und persönliche Kommunikation zwischen den Lehrkräften und den Studenten ist schon besonders.Für jedes meiner Module musste ich zwei Essays schreiben, die 2000-3000 Wörter lang waren. Klausuren gab es für mich keine – ich weiß aber nicht, ob das nur in meinen Kursen der Fall war. Fragen vorab konnten mit den Dozenten geklärt werden und meine Sorge, ob meine Art Essays zu schreiben den Vorgaben entspricht, erwies sich als unbegründet. Die Bewertung war fair, aber mit der Vergabe von Spitzennoten, wie bei uns der 1,0 kann nicht gerechnet werden. Das Bewertungssystem wird in den ersten Tagen der Induction-Week ausführlich erklärt, deswegen werde ich es hier nicht erläutern, aber es gibt die Möglichkeit sich weit über eine 1 hinaus zu verbessern. Für mich war das anspornend und inspirierend, da die Noten in deutlich kleineren Stufen aufgeschlüsselt sind und man so tatsächlich merkt, wenn man sich um einige Nuancen verbessert hat. Für alle Fragen hat die Uni ein International Office, das einen dann bei Bedarf weiter verweist. Prinzipiell kann man aber jeden fragen und alle helfen gerne. Die englischen Studenten waren uns internationalen Gästen deutlich weniger aufgeschlossen. Ich weiß nicht wieso, aber der Kontakt zu „Einheimischen“ war herausfordernd. Sicherlich ist es super wichtig diesen in den ersten Tagen und Wochen zu suchen. Da ich Kurse des 2. und 3. Jahres besucht habe, kannten sich aber einfach die meisten schon.

Die Universität ist modern ausgestattet, das WLAN funktioniert prinzipiell reibungslos und die Bibliothek hat 24/7 offen. Wirklich absolut immer. Ich würde definitiv jedem empfehlen diese auch zu nutzen – etwas was ich in Potsdam nicht mache.

Die Induction-Week

Für uns internationale Studenten begann das Studium zwei Wochen vor Vorlesungsbeginn. Eine Woche war ausschließlich für uns – um uns mit Geschäften, der Kultur und der Stadt vertraut zu machen. Eine weitere Woche war wuselig mit Tausenden von Studenten, viel Feiern und viel Alkohol. Ich war sehr geschockt, dass wenige Engländer eine andere Beschäftigung kannten, als sich in Bars zu setzen. Mit meinen internationalen Freunden habe ich in den ersten zwei Wochen alles Sehenswerte in Plymouth erlebt. Das war gut, denn danach war nur noch wenig Zeit. Die international Induction war unglaublich lohnenswert. Die Angebote waren fast alle kostenfrei, es gab free lunch an verschiedenen Orten und alle waren nett und aufgeschlossen. Ein ausführlicher Blick in das Programm, das einem zur Verfügung gestellt wird, lohnt sich! Und die Freunde, die man in der Zeit findet, sind im Wesentlichen die, mit denen man auch den Rest der Zeit verbringt.

Unterkunft und Infrastruktur

Ich bin in den fünf Monaten bei einer Bekannten untergekommen, habe aber zuvor Sorge gehabt, dass ich nicht rechtzeitig eine Wohnung finde. Generell kann man sagen, dass alle First Year Students und Studenten, die neu an die Uni kommen, einen Platz im Studentenwohnheim (genannt „Halls“) kriegen. Die Zimmer sind aber ziemlich teuer (ca 500-600 Euro), dafür ist die Ausstattung modern und die Lage sehr zentral. Einige Studenten haben sich für die erste Woche in einem Hostel eingemietet und sind dann zu WG Besichtigungen gegangen. Das wäre mir aber zu unsicher gewesen. Im Vorhinein einen Platz in einer WG zu finden, ist aber auch nicht sehr wahrscheinlich. Die Uni wird aber für Beratungen offen sein.

Einkaufen kann man für etwas mehr Geld als in Deutschland bei Sainsbury’s, Cooperative und Tesco. Lidl und Aldi gibt es auch. Die sind am billigsten, führen aber kein sonderlich deutsches Sortiment und sind nicht zentral. Ein Fahrrad brauch man sich nicht besorgen – viel zu hügelig. Bus bin ich auch nie gefahren. Wer zentral wohnt kann alles zu Fuß erreichen. Die Uni, die Stadtmitte und das Meer sind in Fußgehnähe voneinander. Vor Beginn meines Aufenthalts habe ich mir eine Kreditkarte bei der DKB eingerichtet. Die ist kostenlos und das Abheben im Ausland ist ebenfalls umsonst. Ein englisches Konto brauchte ich dementsprechend nicht.

Auf dem Unigelände gibt es einige Cafés, aber keine Mensa. Ein Salat kostet 4 Pfund, das warme Essen etwas mehr. Nachdem ich das kleine „World Peace Café“ entdeckt hatte, das 5 min vom Campus entfernt ist, bin ich täglich dort zu Mittag hingegangen. 5 Pfund Studentenpreis für ein warmes Essen plus Salat. Vegetarisch oder Vegan, hausgemacht. Kuchen und Kaffee gibt es auch und das Personal ist super freundlich.

Studienfach: Englisch

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 01/2017

Gastuniversität: University of Plymouth

Gastland: Großbritannien


Weitere Tipps

Peinlich, aber ich hatte vergessen, dass man in England einen Adapter für die Steckdose braucht. Klar, man kann einen vor Ort kaufen, aber es ist sicherlich entspannter sich vor der Abreise darum zu kümmern.  Zu Beginn war ich mir nicht im Klaren darüber, dass ich ein Email-Konto auf der Moodle Seite habe (genannt „dle“). Als ich irgendwann dann geguckt habe, hatte ich schon einiges an Terminen verpasst. Die dle-Seite richtet man sich in der international Induction ein.
Wer eine weitere Fremdsprache in dem Jahr erlernen will, kann einen Twilight Language Course (Kosten 30 Euro) belegen, der von der Business School der Universität angeboten wird. Ich habe einen Arabisch Kurs besucht, was sehr viel Spaß gemacht hat.

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