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Auslandssemester an der University of Hull

Als Studentin des Kombi-Bachelors Anglistik und BWL habe ich mich vor dem Auslandssemester entschieden meine Kurse nur im Bereich der Betriebswissenschaften an der Partneruniversität zu belegen. Dies hatte zwei Gründe; zum einen ist man als Erasmus Student auf 3 Kurse pro Semester eingegrenzt und die Leistungspunkte, die man sich für 3 BWL- Module anrechnen lassen kann, sind höher als für 3 Anglistik- Module. Zum anderen wollte ich die Gelegenheit ergreifen auch mein Zweitfach mal in Englisch zu studieren und mein Vokabular an Business Englisch zu erweitern. Daher habe ich nach der Annahme der Gastuniversität das Modulhandbuch online eingesehen und die Auswahl meiner Module im Vorfeld eingegrenzt.


Studienfach: Anglistik / BWL

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 01/2017

Gastuniversität: University of Hull

Gastland: Großbritannien

Besonders wichtig scheint mir rückblickend eine frühe Vorbereitungszeit zu sein. Dabei hat es sehr geholfen, sich nach den Informationsunterlagen des Akademischen Auslandsamtes zu richten und Schritt für Schritt die verschiedenen Punkte durchzugehen. Persönlich konnte ich mir sehr viel unnötigen Stress kurz vor dem Auslandsaufenthalt und direkt nach der Ankunft ersparen, vor allem was die Abklärung der Kursanerkennungen betrifft. Bei dem Prüfungsausschuss der Wirtschaftswissenschaften kann man im Vorfeld abklären, ob die Kurses des ersten Learning Agreements mit Sicherheit nach der Rückkehr anerkannt werden. Natürlich ist es auch möglich, nach Ankunft noch Module zu ändern und per E-Mail mit dem Prüfungsausschuss eine Übereinkunft zu treffen. Zusätzlich kann man sich im Vorfeld bezüglich von Auslands-BAföG, Versicherungen und Wohnheimen sowie privaten Unterkünften erkundigen. Die Kontaktaufnahme zur Gastuniversität geht über E-Mail Verkehr mit dem international Office (Go Connect) und man erhält stets eine schnelle Rückmeldung. Zusätzlich wurde man von Seiten der Partneruniversität mit Informationen und Hinweisen per E-Mail versorgt. Diese beinhalten vor allem Anmeldungen zur Ankunft der internationalen Studenten, da man von verschiedenen Flughäfen abgeholt werden konnte, sowie die Beantragung des Studentenausweises und den Ausweis für die öffentlichen Verkehrsmittel.

In der Einführungswoche gibt es verschiedene Informationsveranstaltungen, in denen Tipps zum Einleben gegeben werden, sowie die Erklärung der nächsten Schritte. Diese Veranstaltungen behandeln Punkte wie den National Health Service, die Krankenversicherung, für die man sich umsonst während seines Aufenthaltes anmelden kann, Regeln in den Wohnheimen der Universität, die Zuteilung eines akademischen Tutors, eine Person vom Fachbereich, an die man sich bei Problemen mit den Module und anderem wenden kann sowie Informationen über Schreibhilfe- Center und Beratungsstellen.

Das Studiensystem hat sich in dem Fachbereich BWL für mich nicht allzu sehr unterschieden. Die Anzahl der Vorlesungs- und Tutoriumsstunden pro Woche gleicht dem der Universität Potsdam. Als einziges herausstechendes Merkmal habe ich die interaktive Lehrweise empfunden. In meinen Kursen wurde viel Wert auf Gruppenarbeit gelegt und zur Leistungsbewertung wurden oft Essays und Präsentationen vorausgesetzt anstatt von den gängigen Klausuren, wie wir sie an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät in Potsdam schreiben. Dies hatte zur Folge, dass man zwar im Semester mehr Abgaben hatte, jedoch fiel der sonst unumgängliche Stress einer Klausuren Phase eher weg. Bei einer Klausur wird die Bewertung anonym gehandhabt, dass bedeutet nach Korrektur des Professors wird eine Klausur ein weiteres Mal von einer Lehrperson einer anderen Universität korrigiert.

Die Betreuung der internationalen Studenten funktioniert sehr gut und man findet für jede Angelegenheit, sei es Module oder das generelle Wohlbefinden, eine Ansprechperson. Besonders beeindruckend fand ich die Einrichtungen der Universität: Die Bibliothek ist 24/ geöffnet und bietet viele Lernräume für Gruppenarbeiten sowie stille Lesebereiche und etwas lautere Gemeinschaftsbereiche. Zusätzlich befindet sich eine Beratungsstelle zum akademischen Schreiben in der Bibliothek, bei der man einen Termin ausmachen und sich Rat bezüglich des Zitierformates sowie anderen Punkten einholen kann. Dieses Schreibcenter bietet jedoch keine Korrekturlesungen an. Des Weiteren gehört ein Uni-Club sowie mehrere Möglichkeiten für Essen und Trinken und ein Fitnessstudio zu der Ausstattung der Universität.   

Es erwies sich als recht schwierig, wirklich in Kontakt zu den einheimischen Studenten zu treten und mich hat die Anzahl der chinesischen internationalen Studenten an der University of Hull sehr erstaunt. Umso leichter war es jedoch andere Erasmus-Studenten aus verschiedenen Ländern kennenzulernen. Vor allem im Fachbereich BWL findet man sehr viele Erasmus-Studenten, was bisweilen bei einer Mischung von 50% ausländischen Studenten zu 50% britischer Studenten befremdlich wirken kann.     Die Tatsache, dass ich so mein Englisch nur in den Kursen wirklich zu üben schien, hat mich ein wenig enttäuscht.

Insgesamt würde ich sagen, dass ich meine Sprachkompetenz im Englischen sehr verbessert habe. Die Vorlesungen in Englisch sowie die verschiedenen Kursanforderungen zwingen jeden sich mit der Sprache auseinanderzusetzen. Jedoch sollte einem bewusst sein, dass man bei diesem Erasmus-Aufenthalt, besonders bei einer Dauer von einem Semester, weniger Zeit mit den einheimischen Studenten verbringen wird. Sofern man sich dieses Umstandes bewusst ist, sollte die Enttäuschung dank der tollen neuen Freundschaften mit anderen internationalen Studenten nur minimal sein.

Ich habe mich bei der Auswahl meiner Unterkunft direkt für das Wohnheim der Universität entschieden. Auf diesen kann man über folgende Website bewerben und wird auch mit Sicherheit dort untergebracht werden. Es gibt zwar verschiedene Wohnheime der Universität, Erasmus-Studenten werden aber nur im Lawns-Complex untergebracht und können sich auf die anderen Unterkünfte nicht bewerben. Für mich ein großes Manko, da es für mich nicht ganz der Sinn war, nur mit anderen Ausländern Kontakt aufnehmen zu können. Das Praktische an dem Wohnheim ist die Rezeption, in der stets eine Ansprechperson sitzt und von der man auch direkt bei der Ankunft den Raum zugewiesen und die den Schlüssel ausgehändigt bekommt. In den Kosten für das Wohnheim ist ein warmes Abendessen eingeschlossen, welches man zu festgelegten Zeiten einnehmen kann. Frittierte Kartoffeln in den verschiedensten Variationen sind ein Standard-Element, die Gerichte bieten zwar oft Abwechslung und eine vegetarische Option gibt es auch immer. Falls man das Abendessen verpasst, hat man die Möglichkeit eine Snack-Box im Speisesaal abzuholen oder sich auf dem Campus mit der Meal-Card bei den Cafés eine Kleinigkeit zu kaufen. Persönlich war ich vom Essen weniger begeistert als von der Tatsache, dass man abends nicht kochen musste. Falls man sich sein Essen selbst zubereiten möchte, gibt es in jedem Wohnblock eine Gemeinschaftsküche, die aber mit keinen Küchenutensilien ausgestattet ist. Die Wahl des Wohnheims hat den großen Vorteil, dass man mit den anderen Studenten zusammenwohnt und es sehr viel leichter ist neue Bekanntschaften zu schließen. Die Studenten, die in privaten Unterkünften untergebracht waren, haben sich oft darüber beklagt wie schwierig es sei, Freunde außerhalb der Kurse zu treffen. In Punkto Kosten kommt man mit den privaten Unterkünften jedoch sehr viel besser weg und auch die Entfernung zur Universität ist oft kürzer.

Für den Transport mit den öffentlichen Transportmitteln innerhalb von Hull kann man eine von der Uni gestellte Fahrkarte nutzen. Da man jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit die Städte in der Nähe erkunden möchte und für Zugtickets viel Geld bezahlt empfehle ich direkt nach der Ankunft eine Railcard zu erwerben. Mit der Railcard spart man bei den Zugtickets 1/3 des Preises, welches sich allein bei dem Ticket vom und zum Flughafen rentiert. Für Bankgeschäfte habe ich vor dem Aufenthalt eine Prepaid Visakarte beantragt, welches vor Ort sehr vieles erleichtert hat. Zwar ist es auch möglich mit der Studienbescheinigung an der University of Hull ein Bankkonto zu eröffnen, ich wollte mir aber diesen Aufwand lieber ersparen. Die Lebenshaltungskosten in Hull sind etwas höher als in Berlin, mit der Abwertung des Pfundes nimmt es sich jedoch nicht mehr allzu viel.

An Freizeitangeboten bietet die Universität eine sehr große Auswahl. Anders als bei deutschen Universitäten spielt sich auch das private Leben sehr mit der Uni im Mittelpunkt ab. So gibt es eine große Auswahl an Sportclubs, Gesellschaften und Interessenclubs. Auch zum Ausgehen muss man nicht weit fahren, da der Uni-club jeden Mittwoch und Samstag offen hat und auch recht günstige Getränkepreise bietet. Zu den verschiedenen Sport-, Interessen Clubs und Ausflügen wird man während der Einführungswoche informiert und kann sich dann in der Student Union gegen eine Mitgliedsgebühr anmelden.

Studienfach: Anglistik / BWL

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 01/2017

Gastuniversität: University of Hull

Gastland: Großbritannien


Insgesamt habe ich während meines Erasmus-Aufenthaltes an der University of Hull sehr schöne Erfahrungen gesammelt und viele neue Freundschaften geschlossen. Einzig negativ war es, dass der Kontakt zu den einheimischen Studenten sich als sehr schwierig erwies und ich zum Teil das Gefühl hatte, dass die internationalen Studenten bewusst von den britischen Studenten segregiert worden sind. Ein wichtiger Tipp von mir ist es Flüge und Bahntickets im Voraus zu kaufen, da man dadurch oft einen besseren Preis zahlt.

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