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Erasmus in Southampton

Die ersten Informationen über das Erasmus-Programm habe ich auf einer Informationsveranstaltung erhalten, welche vom Psychologie-Department veranstaltet wurde. Am besten tritt man auf Moodle dem „Studium und Lehre - Studium und Praktikum im Ausland“ – Kurs bei, um rechtzeitig über Veranstaltungen wie diese informiert zu werden. Hier wurden allgemeine Informationen zum Studium mit Erasmus, sowie zum Bewerbungsprozess mitgeteilt. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass der Auslandsaufenthalt rechtzeitig geplant werden muss, da die Bewerbung mindestens ein Jahr im Voraus eingereicht werden muss. Ich wollte das Wintersemester 2016 in England verbringen, sodass ich meine Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Motivationsschreiben, Leistungsübersicht – zu finden auf PULS, Bewerbungsformular) im Winter 2015 beim Erasmuskoordinator des Psychologie-Departments der Universität Potsdam abgegeben habe. Sobald man die Zusage erhält, darf man nicht vergessen, die Annahmeerklärung auszufüllen und einzureichen.


Studienfach: Psychologie

Aufenthaltsdauer: 10/2016 - 06/2017

Gastuniversität: University of Southampton

Gastland: Großbritannien

Ist dies erfolgt, werden einem in den folgenden Monaten Bewerbungsunterlagen von der University of Southampton zugesandt. Hierfür müssen Application Form und  Ethnic Origin Survey ausfüllt werden, sowie das Transcript of Records (die Übersetzung der Leistungsübersicht) eingereicht werden. Danach erhält man eine Annahmebestätigung von der Gastuni per Mail, die auch Anweisungen zu weiteren Schritten, wie Enrolment, Beantragung des Studentenausweises, sowie Aufforderung zur Einrichtung einer Uni-Email-Adresse, enthält. Bei Fragen und Problemen während dieses Prozesses stehen einem die Mitarbeiter der Psychology Student Office gerne zur Verfügung (Email), welche immer schnell antworten und auf alle Fragen eine Antwort haben.

Vor der Abreise findet zudem eine weitere Erasmus-Informationsveranstaltung an der Universität Potsdam statt, die sich direkt an die Studierenden richtet, deren Auslandsaufenthalt demnächst beginnt. Hier erhält man, neben wichtigen Informationen, auch eine Erasmus-Mappe, in der man alle nötigen Unterlagen (u.a. Grant Agreement, Checkliste, Confirmation of Stay – unbedingt nach England mitnehmen) findet. Des Weiteren muss vor der Abreise das Learning Agreement before Mobility eingereicht werden. Eine Übersicht über die angebotenen Module findet man hier

Fragen die vor der Abreise geklärt werden sollten:

Möchte ich mich beurlauben lassen? Das Formular zur Beantragung der Beurlaubung findet man in der Erasmus-Mappe, die bei der letzten Informationsveranstaltung ausgeteilt wird.

Benötige ich eine zusätzliche Krankenversicherung? Vor der Abreise sollte man sich informieren, ob die eigene Krankenversicherung auch im Ausland gültig ist. Ist dies nicht der Fall, ist es sinnvoll, eine zusätzliche Krankenversicherung abzuschließen.

Kann ich von meinem Konto gebührenfrei im Ausland abheben? Bestimmte Banken bieten Konten an, von denen man kostenlos im Ausland Geld abheben kann oder aber man eröffnet ein Konto direkt vor Ort in England. Ich habe mich dazu entschlossen, meine Kreditkarte zu benutzen, da ich von dieser kostenlos abheben kann.

Wo werde ich wohnen? Mit dieser Frage sollte man sich unbedingt vor der Abreise auseinandersetzen. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: Halls und shared houses. Bei den Halls handelt es sich um die Wohnheime der Uni. Es gibt mehrere Halls, die über die ganze Stadt verteilt liegen. Glen Eyre befindet sich am nächsten zum Highfield Campus, auf dem fast alle Psychologie-Kurse stattfinden. Wessex Lane und Connaugh Halls sind etwas weiter weg, der Campus ist aber mit ca. 20 Gehminuten immer noch sehr gut zu erreichen. Allerdings dauert es von diesen Wohnheimen relativ lange ins City Center zu kommen. Meiner Meinung nach am günstigsten liegen die Archers Road Halls. Diese liegen ungefähr mittig zwischen Highfield Campus und City Center, sodass beides gut sowohl zu Fuß als auch mit dem Bus zu erreichen ist. Das ist übrigens ein großer Vorteil der Halls: wohnt man dort, bekommt man automatisch einen Buspass für die Unilink Busse der Universität. Das ist aber absolut kein Muss, man kann das meiste auch gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen. Weitere Vorteile der Halls sind, dass in der Miete schon Nebenkosten sowie ein Reinigungsdienst für die Bereiche der Wohnung enthalten sind, die unter den Mitbewohnern geteilt werden (Küche und Gemeinschaftsbäder). Des Weiteren gibt es eine Rezeption, die 24 Stunden besetzt ist. Informationen zu den Halls findet man hier.

Meist günstiger als die Miete in den Halls ist es allerdings, sich ein sogenanntes shared house zu suchen. Dies sind Wohngemeinschaften, in denen sich mehrere Studenten ein Haus teilen. Man kann sich gut im Internet über Angebote informieren (z.B. auf http://www.sassh.co.uk oder http://www.rightmove.co.uk). Außerdem kann es hilfreich sein, der Erasmus-Gruppe auf Facebook beizutreten, da hier auch immer wieder Angebote veröffentlicht werden. Gerade, wenn man nur ein Semester bleiben möchte, findet man hier oft Angebote von Studenten die auch ins Ausland gehen und ihr Zimmer daher auch nur für wenige Monate vermieten. Man sollte auf jeden Fall früh anfangen, sich umzusehen, da es manchmal schwierig sein kann, Vermieter/innen zu finden, die ihre Häuser für weniger als ein Jahr vermieten. Aber keine Sorge, man findet immer irgendetwas. Spätestens wenn man dann erstmal vor Ort ist, merkt man, wie viele Angebote es gibt. Ich persönlich habe im August eine Woche Urlaub in Southampton gemacht, um in dieser Zeit auf Wohnungssuche zu gehen. Zufällig habe ich in genau dieser Woche auch das Angebot bekommen, ein Zimmer in den Archers Road Halls zu mieten und mich dann auch dazu entschlossen, das Angebot anzunehmen.

Wie komme ich nach Southampton? Southampton selbst hat einen kleinen Flughafen, es gibt allerdings keine Direktflüge von Berlin dorthin. Daher ist es am sinnvollsten, einen Flug nach London zu buchen und dann mit dem Bus oder Zug nach Southampton zu fahren. Gatwick und Heathrow sind hierfür am besten geeignet. Zudem kann man sich für das von der Universität angebotene Meet & Greet Programm anmelden, bei man an bestimmten Tagen im September von den Flughäfen Gatwick und Heathrow abgeholt und kostenlos nach Southampton gefahren wird. Dieses Angebot ist wirklich empfehlenswert und sollte unbedingt genutzt werden.

Gibt es sonstige Angebote, für die ich mich vor meiner Abreise anmelden sollte? Ja, die University of Southampton bietet ein Buddy Programm an. Wenn man sich für dieses anmeldet, wird einem ein Student aus Southampton zugeteilt, der einem als Ansprechpartner dient und bei der Eingewöhnung an der neuen Uni helfen soll. Grundsätzlich kann man Glück oder Pech mit seinem Buddy haben. Ich persönlich habe aber zwei super nette Buddys getroffen, die mich sehr unterstützt haben, mir tolle Tipps gegeben haben und mit denen ich eine wirklich schöne Zeit verbracht habe.

Was darf ich auf gar keinen Fall vergessen mitzunehmen? Allgemein kann man natürlich fast alles, was man in Deutschland kaufen kann, auch in England kaufen. Allerdings gibt es andere Steckdosen in England, also sollte man nicht vergessen, seinen Adapter einzupacken.

Studium an der Gastuniversität

Erste Schritte nach der Ankunft:

Nach der Ankunft in Southampton sollte man sich zunächst auf den Weg zum Highfield Campus machen und seinen Studentenausweis abholen. Dieser wird für fast alles auf dem Campus benötigt, beispielsweise um Zugang zur Bibliothek zu erhalten. Des Weiteren wird zu Beginn des Semesters die sogenannte Freshers‘ Week veranstaltet, bei der den ganzen Tag über Aktivitäten für die Neulinge angeboten werden. Dies ist eine tolle Möglichkeit, andere Studierende kennenzulernen. Andere Psychologiestudierende kann man unter anderem bei einem Lunch kennenlernen, der vom Psychologie Department für internationale Psycho-Studierende angeboten wird. Außerdem trifft man hier den Erasmus-Koordinator, der für Psychologie zuständig ist und kann sich Erasmus-Dokumente unterschreiben lassen, falls das vorher noch nicht erledigt wurde. Ich habe bei diesem Lunch eine ganz tolle Gruppe von Leuten kennengelernt, mit denen ich in meiner Zeit in Southampton immer wieder Aktivitäten unternommen habe – Hingehen lohnt sich also auf jeden Fall. Außerdem sollte man sich in der Anfangszeit beim Health Service der Universität anmelden. Dieser befindet sich auf dem Highfield Campus und sollte man krank werden, kann man sich hier unkompliziert von den Ärzten behandeln lassen.

Allgemeines zum Studium

Die Kurswahl sollte schon vor der Abreise mit dem Learning Agreement stattgefunden haben. Die Module können aber während der ersten Wochen noch problemlos geändert werden. Pro Semester sollte man 30 ECTS machen. Dies entspricht in der Regel 4 Kursen, da es hier 7,5 Punkte pro Modul gibt. Dementsprechend ist auch der Arbeitsaufwand pro Modul höher als in Deutschland. Der Leistungsnachweis findet hier durch eine Kombination aus Essays, Postern, Präsentationen (meist in Gruppen) und Klausuren statt. Die Klausuren werden, wie in Deutschland auch, während einer Klausurenphase am Ende des Semesters geschrieben. Das Format unterscheidet sich allerdings: Während in Deutschland hauptsächlich Multiple-Choice-Klausuren geschrieben werden, bestehen Klausuren in England meist aus einer Kombination von MC-Fragen und Essay-Fragen oder gänzlich aus Essay Fragen. Bei letzterem hat man meist 5 Fragen zu Auswahl, von denen man dann 2 frei zur Bearbeitung wählen kann. Hierfür hat man in der Regel zwei Stunden Zeit. Dies wirkte auf mich am Anfang ziemlich einschüchternd, weil dieses Format für mich völliges Neuland war. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass man, wenn man ein bisschen Aufwand in die Vorbereitung steckt, durchaus gute Noten schreiben kann. Apropos Noten: Diese bestehen in England aus Prozentangaben: Ab 70% beginnt ein First, also die Bestnote, und alles unter 40% gilt als nicht bestanden. Zusätzlich muss man für einige Module neben diesen Leistungsnachweisen auch an Versuchspersonenstunden teilnehmen. Eine Übersicht über Research-Angebote finden man auf dem Portal der Universität, bei dem man sich auch bequem online für Termine anmelden kann.

Die Unterrichtsform in England unterscheidet sich, abgesehen von den bereits erwähnten Unterschieden im Leistungsnachweis, kaum. Hautsächlich wird in Vorlesungen unterrichtet. Die Dozenten sind im Allgemeinen sehr freundlich und engagiert. Bei Fragen und Problemen stehen diese während ihren Sprechstunden gerne zur Verfügung und auch Emails werden meist sehr schnell beantwortet, auch an Wochenenden. Die Unterrichtsmaterialien (Power Point Präsentationen, Paper, die für das Modul gelesen werden sollen, sowie zunehmend auch Video- oder Audio-Aufnahmen der Vorlesungen) findet man auf Blackboard. Zugang zu Blackboard, sowie den meisten anderen Online-Diensten der Uni findet man auf SUSSED. Blackboard gibt es zudem auch als App. Des Weiteren gibt es auch eine University of Southampton - App, auf der man unter anderem seinen Stundenplan einsehen oder auch einen Blick auf den Campus-Lageplan werfen kann.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden und Freizeitgestaltung

Die Universität bietet zahlreiche Angebote für die Freizeitgestaltung. So gibt es auf dem Campus ein Café, einen Pub, ein Theater, einen Nachtclub und ein Kino. Hier laufen Filme meist einige Wochen nach dem offiziellen Kinostart, werden aber dafür auch sehr günstig (3 Pfund) angeboten. Man kann zudem auch eine Mitgliedschaft für das Fitnesscenter auf dem Campus (inkl. Schwimmbad, Badmintonhalle, Fitnesskurse etc.) erwerben. Die Student Union bietet außerdem sogenannte Societies an. Es gibt insgesamt ca. 180 Societies. Von Sportarten über Sprachen und gemeinnützige Organisationen bis hin zu Musikrichtungen wird hier wirklich für jedes Hobby etwas angeboten. Es gibt zum Beispiel auch eine ESN-Society, die immer wieder Aktivitäten für Erasmus-Studierende anbietet. Während der Fresher’s Week findet der Bunfight statt, auf dem sich alle Societies vorstellen und den man auf gar keinen Fall verpassen sollte. Die Societies bieten dann während des Semesters immer wieder Socials an, die eine tolle Möglichkeit darstellen, insbesondere einheimische Studierende kennenzulernen. Für die Abendgestaltung gibt es in Southampton zahlreiche Pubs und Clubs. Ausgehen kann man hier an jedem Tag der Woche, nicht nur am Wochenende. Das Nachtleben findet hier aber viel früher statt als in Deutschland, Clubs sind meist nur bis zwei Uhr geöffnet.

Southampton stellt zudem einen tollen Ausgangspunkt zum Reisen dar. Sehr nah liegt zum Beispiel Winchester, ein kleines Städtchen, das besonders in der Weihnachtszeit mit seinem schönen Weihnachtsmarkt und einer Eislauffläche, ein super Ausflugsziel ist. Andere, etwas weiter entfernte, Ziele sind beispielsweise London, Oxford, Bath (wunderschöner Weihnachtsmarkt), Brighton und Bournemouth (toller Strand im Sommer). Diese kann man alle bequem per Bus oder Bahn erreichen. Gruppentickets (ab drei Personen) sowie Tickets für Hin- und Rückfahrt sind meist günstiger als Einzelfahrten. Auf https://uk.megabus.com findet man zudem häufig günstige Schnäppchen für Zug- und Busfahrten. Falls man auch mal Wochenendtrips veranstalten möchte, bietet es sich an, vom Flughafen Southampton zu Zielen wie Dublin oder Edinburgh zu fliegen.

Studienfach: Psychologie

Aufenthaltsdauer: 10/2016 - 06/2017

Gastuniversität: University of Southampton

Gastland: Großbritannien


Rückblick

Ich muss gestehen, dass ich kurz vor meinem Auslandsaufenthalt sehr nervös war und Zweifel hatte, ob das Semester in England wirklich das richtige für mich ist. Jetzt, rückblickend, kann ich sagen, dass es eine der besten Entscheidungen war, die ich je getroffen habe. Das Einleben in England war wesentlich leichter, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich habe unheimlich nette Leute aus aller Welt kennengelernt, bin selbstständiger und selbstsicherer geworden, ich habe Einblicke in ein etwas anderes Uni-Leben bekommen und auch meine Sprachkompetenz erweitert. Allgemein kann ich ein Erasmus-Semester in Southampton wirklich nur empfehlen.

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