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Erasmus in Southampton

Für Southampton habe ich mich entschieden, nachdem ich mit einigen meiner Dozenten an der Uni Potsdam gesprochen habe und sie mir diese Uni besonders empfohlen haben. Die University of Southampton verfügt über ein weitgefächertes Spektrum an Englischkursen, sowie in der Forschung renommierte Dozenten, die natürlich auch sehr hohe Ansprüche haben.


Studienfach: Englisch

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 01/2017

Gastuniversität: University of Southampton

Gastland: Großbritannien

Einen Überblick über die Kurse habe ich mir auf der Uniseite verschafft. Allerdings habe ich mein Learning Agreement Before The Mobility leider an die falsche Person gesandt (die mir dies trotzdem unterschrieben hat) und somit kam es zu Missverständnissen, weshalb ich eine Woche vor meiner Anreise noch einmal eine neue Auswahl von Kursen treffen musste. Die wichtige Liste ist allerdings nicht das Learning Agreement Before The Mobility, sondern die Modulliste, die man von der University of Southampton zugeschickt bekommt. Diese kann stark von seiner eigenen Auswahl der Module abweichen. Allerdings kann man, wenn man einen Kurs belegen möchte, der in dieser Modulliste nicht vorhanden ist, einfach bei der Uni anfragen, ob noch ein freier Platz in dem gewünschten Kurs verfügbar ist und falls ja, ist es möglich auch von der Modulliste abweichende Kurse zu belegen.

Gastuniversität

Die Uni verfügt über einen wunderschönen Campus mit eigenem Teich und sehr viel Grünfläche. Außerdem befinden sich auf dem Campus ein Fitness Center mit Schwimmbad, drei kleine Restaurants und Cafés, sowie ein kleines Kino, ein Pub und ein kleiner Shop, in dem man die nötigsten Dinge, wie z.B. Obst, Kekse oder auch Hygieneartikel einkaufen kann. Es gibt auch eine Organisation, genannt Student Union, die von einem ehemaligen Studenten betrieben wird. Die Union organisiert die Studentenpartys, betreibt das Kino, in dem größtenteils aktuelle Filme für einen Eintrittspreis von £3-4 (normaler Preis für Kinotickets £10-11) gezeigt werden, und sie stellen die Safetybusse bereit. Der Safetybus ist ein Minivan, der von Studenten gefahren wird und der die Leute für eine kleine „Spende“ von £1,50 vom Uni-Pub nach Hause fährt. Normalerweise fährt der Safetybus ab 20 Uhr und bis die letzte Person aus dem Pub raus ist. In der Prüfungsphase, in der die Bücherei 24 Stunden lang geöffnet hat, fährt er allerdings bis 6 Uhr morgens, da in Southampton zwischen halb eins und halb sechs Uhr morgens keine öffentlichen Busse fahren. Der Uni eigene Pub bietet wöchentlich unterschiedliche Veranstaltungen an. Beispielsweise treffen sich donnerstags die meisten Studenten dort zum Karaoke singen und jeden Freitag wird ein halber Liter Bier zum Preis von £2 angeboten.Die Uni verfügt auch über ein vielfältiges Angebot von Societies. Neben sportlichen Societies, wie z.B. Wassersport oder Polo, gibt es auch soziale Vereine, beispielsweise das ESN, die unter anderem Trips zu bestimmten Orten planen.

Obwohl die Uni sehr viel Wert auf soziale Aktivitäten legt, bleibt dafür im Semester meist wenig Zeit, da die Leistungsanforderungen sehr hoch sind. An der University of Southampton muss man zwar weniger Kurse belegen als an der Uni Potsdam, allerdings ist der Leistungsumfang, den man außerhalb des Unterrichts erbringen muss deutlich höher als in Potsdam, da man auch mehr Leistungspunkte für einen Kurs erhält. Im Fachbereich Englisch werden in Southampton wenige Klausuren geschrieben, dafür muss man aber mehr Essays während des Semesters einreichen. Der Umfang der Essays kann zwischen 1000 und 3000 Wörtern pro Essay variieren und man muss für die meisten Kurse zwei Essays pro Semester einreichen. Hinzu kommt, dass die Abgaben meist auf dieselbe Semesterwoche fallen und man somit teilweise drei Abgaben innerhalb einer Woche hat. Viele werden jetzt bestimmt denken, dass man dann einfach früher mit der Recherche anfangen sollte. Das Problem hierbei ist allerdings, dass die Dozenten die genaue Besprechung der Anforderungen bzw. des Themas auf ein bis zwei Wochen vor Abgabe herauszögern. Und selbst wenn die Anforderungen für die Abgabe besprochen werden, setzen die Dozenten meist voraus, dass die Studenten wissen, was z.B. eine Datenanalyse umfasst, selbst wenn die Studenten dies noch nie gemacht haben. Auch die Leistungsbewertung ist viel strenger als in Deutschland. In England ist die Durchschnittsnote 69 Prozent und wenn man 85 Prozent erhält, muss das Essay so gut sein, dass es in einem Journal veröffentlicht werden könnte. Man sollte sich davon aber nicht frustrieren lassen, sondern es als Ansporn sehen, seine akademischen Fähigkeiten zu verbessern. Man erhält nicht nur konstruktive Kritik, sondern lernt auch mit Stress umzugehen. Ich persönliche habe früher beim Essay schreiben immer den Fehler begangen, zu früh mit dem Schreiben anzufangen, weshalb ich ewig für ein 1000 Wörter Essay gebraucht habe. Durch mein Auslandssemester habe ich mich  im selbstständigen Lernen verbessert und bin nun in der Lage mir erst ein ausgefeiltes Konzept zu erstellen, das mir dabei hilft ein 3000 Wörter Essay in zwei Tagen runterzuschreiben. Außerdem wird die unterschiedlich strenge Benotung auch in der Anrechnung der Noten bei der Uni Potsdam berücksichtigt.

Die Ausstattung der Universität Bibliothek in Southampton ist sehr ergiebig. Es gibt zwei Standorte der Bibliothek, zum einen den am Hauptcampus, Highfield Campus, und zum anderen den am Avenue Campus, der fußläufig zehn Minuten vom Highfield entfernt ist. Die Bibliothek am Highfield Campus erstreckt sich über fünf Stockwerke und dort wird man meist fündig, wenn man nach Rechercheliteratur für seine Essays sucht. Falls ein Buch schon ausgeliehen ist, kann man es online reservieren. Dies erfolgt durch die Sussed Seite, die alles verwaltet. Durch die Seite erhält man Zugang zu seinem Uni-Mail Account, sowie zu Blackboard (englische Version von Moodle), zum Stundenplan und zur Leistungsübersicht, sowie zur Bibliothekseite. Außerdem stellt die Seite auch eine Wochenübersicht der Univeranstaltungen bereit.

Wohn- und Lebenssituation

Meine Anreise nach Southampton ist ziemlich reibungsfrei verlaufen, da ich vorab schon den kostenlosen Meet and Greet Service, den die Uni anbietet, gebucht hatte. Für diesen Service muss man sich nur vorher über die Uniseite anmelden und wird dann von Studenten der University of Southampton vom Flughafen abgeholt. Informationen dazu findet ihr hier. Ich bin also von Berlin nach London Gatwick geflogen und dort haben schon zwei Studenten des Meet and Greet Teams auf mich gewartet. Da ich allerdings morgens ankam, mussten wir noch ein paar Stunden auf andere Erasmus und internationale Studenten warten, bevor wir nach Southampton losfahren konnten. Die Wartezeit habe ich genutzt, um schon einmal Kontakt zu anderen Erasmusstudenten zu knüpfen und aus manchen Bekanntschaften vom Flughafen haben sich während des Semesters Freundschaften entwickelt. Nachdem wir endlich vollzählig waren, ging es mit dem Reisebus nach Southampton. Southampton liegt ungefähr zwei Stunden von London entfernt. Deshalb sind Tagestrips nach London sehr empfehlenswert, da man sich dann das Hostel spart und mit dem National Express Buskostet das Ticket auch nur ca. £13 für Hin-inkl. Rückfahrt. Der Reisebus hat uns bis zum Highfield Campus gefahren und von dort haben uns die Betreuer des Meet and Greet Services Taxen gerufen, die uns zu den unterschiedlichen Unterkünften gefahren haben. Auch für die Kosten der Taxen ist der Meet and Greet Service aufgekommen.

Gewohnt habe ich in einem der Wohnheime der Universität, in Bencraft. Ich habe mich für die Unterkunft auch über die Uniwebsite beworben. Da Erasmusstudenten allerdings kein Anrecht auf einen Wohnheimplatz haben, habe ich die Zusage für die Unterkunft erst 2-3 Wochen vor meiner Ankunft in Southampton erhalten. Bencraft ist in Southampton bekannt als das zwar günstigste, aber auch als das schlechteste Wohnheim der Uni. Das Gebäude hatte Asbest und die Fensterbretter waren verschimmelt. Aber keine Sorge, das Gebäude soll zum nächsten Unijahr abgerissen werden. Andere Wohnheime, die ich gesehen habe, wie z.B. Archers Road, Mayflower oder auch Wessex Lane, schienen mir sehr gepflegt zu sein. In Bencraft gab es nur Selbstversorgung. Dies ist meiner Meinung nach allerdings von Vorteil, da man dadurch eine große Küche hat und man seine Mitbewohner durch das gemeinsame Kochen schneller kennenlernt als bei Wohnheimen, bei denen es Part-catering gibt. In Bencraft haben wir uns außer der Küche auch noch die Dusche und zwei Toiletten unter sieben Studenten geteilt. Es gibt auch Wohnheime, bei denen jedes Zimmer sein eigenes Bad hat, allerdings müssen die Bewohner ihre Bäder dann selber putzen und für Toilettenpapier selber aufkommen. Vorteil daran im Wohnheim zu wohnen ist, dass man das Semesterticket für die Unilinkbusse gestellt bekommt, man nur seinen Abwasch machen und sein eigenes Zimmer sauber halten muss, und natürlich schnell Anschluss zu sowohl britischen, als auch internationalen Studenten findet. Ich habe mir eine „Wohnung“ mit drei Engländern, einem Nordiren, einem Bulgaren und einem Malaien geteilt. Obwohl wir alle unterschiedliche Fächer studieren und unterschiedliche Freundeskreise hatten, haben wir immer mal wieder auch Dinge zusammen als Mitbewohner unternommen. Um die Weihnachtszeit haben wir zusammen ein typisches englisches Weihnachtsessen gekocht. Wir haben auch öfter mal einen DVD-Abend gemacht oder sind zusammen feiern gegangen. Auch zu den Studenten, die in anderen Wohnungen in Bencraft gewohnt haben, habe ich schnell Kontakt knüpfen können, da der Gemeinschaftsraum an den Wochenenden einen guten Treffpunkt bietet. Die Kontaktaufnahme zu britischen Studenten in der Uni bzw. den Kursen gestaltet sich als eher schwierig. Dies liegt vor allem daran, dass alle Erasmusstudenten, die dasselbe Fach studieren, dieselbe Modulliste erhalten und man dadurch zwangsläufig zum Großteil fast alle Kurse nur mit anderen Erasmusstudenten zusammen hat. Bevor man ins Ausland geht, sollte man sich auf alle Fälle eine Visakarte zulegen. Ein englisches Bankkonto zu eröffnen dauert Monate und ist daher nicht empfehlenswert, vor allem nicht, wenn man nur ein Semester im Ausland plant. Zwar wird man von der Uni dabei unterstützt, indem sie Termine mit den Banken, die die günstigsten Konditionen für Studenten haben, vereinbaren. Allerdings wollen viele der Studenten zu Semesterbeginn ein Bankkonto eröffnen, sodass es bis zu anderthalb Monaten dauern kann bis man einen Termin bekommt.

Um eine Auslandskrankenversicherung kann man sich ganz entspannt schon vorab im Internet kümmern. Hierzu bietet der DAAD eine kostengünstige Variante, die alles beinhaltet, an. Wenn man allerdings vor Ort einen Arzttermin benötigt, kann dies auch einen Monat dauern, da die Ärzte auf dem Unicampus auch voll ausgebucht sind. Deshalb ist es bei akuten Beschwerden empfehlenswert einfach direkt die Notaufnahme bzw. Ärzte im Krankenhaus aufzusuchen, wofür man keinen Termin braucht.

Seine Lebenshaltungskosten kann man relativ gering halten, wenn man bei den guten, allbekannten Supermärkten, wie Aldi und Lidl einkaufen geht. Aldi befindet sich in Portswood, was relativ nah am Unicampus liegt und Lidl ist direkt im City Center zu finden. Handy-Prepaidkarten gibt es schon ab £10 und für die meisten Tarife benötigt man nur eine Visakarte und kein britisches Bankkonto.

Insgesamt sollte man in England für Lebensmittel, Telefonkosten, sowie für Tagestrips und Ausgehen 400€ (zzgl. Miete) rechnen. Da man von Erasmus für England den Höchstsatz bekommt sind diese Kosten zum Großteil gedeckt.

Studienfach: Englisch

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 01/2017

Gastuniversität: University of Southampton

Gastland: Großbritannien


Rückblick

Die University of Southampton hat eine relativ gute Betreuung der Studenten. Dies gilt allerdings mehr für das Rundum als für die Kurse an sich. Beispielsweise gibt es in den ersten drei Wochen immer wieder Student Fairs, die Studenten über die unterschiedlichen Societies und Veranstaltungen informieren. Außerdem werden die Studenten auch bei außeruniversitären Angelegenheiten, wie z.B. Kontoeröffnung, unterstützt. Die Uni verfügt auch über sehr gute Dozenten, die sehr viel Wert auf Selbstständigkeit legen. Dies kann am Anfang zu einem Gefühl von Überforderung oder Hilflosigkeit führen, allerdings bringt es einen im Studium enorm weiter im und man lernt sehr gut mit Stress umzugehen. Die Dozenten sind selbst sehr aktiv in der Forschung tätig und auch sehr anerkannt, sowie z.B. meine Linguistik Dozentin Roumyana Slabakova, und sie ermutigen und bieten den Studenten an, an ihren Forschungen teilzunehmen.
Southampton an sich ist eine relative überschaubare Stadt und lässt sich nicht wirklich als schöne Stadt bezeichnen. Natürlich hat sie auch ein paar schöne Ecken, wie z.B. Old Town oder auch den Common Park. Den sollte man allerdings meiden, wenn man keine Ratten mag, da man dort doch ab und an mal auf die eine oder andere trifft. Das Flair der Stadt machen definitiv die Studenten und weniger die Lokals aus. Für die Unterhaltung sorgen zahlreiche Pubs, Bars und Clubs im Zentrum der Stadt. Um nachts nach Hause zu kommen, sollte man auf jeden Fall immer etwas Geld für einen Uber oder ein Taxi einplanen, da dann keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr fahren. Des Weiteren verleiht die Uni mit ihrem wunderschönen Campus der Stadt Glanz.
Zudem liegt Southampton auch relativ nah an Städten, wie Oxford, Bath, Brighton und London, und bietet somit den optimalen Standort für Tagesausflüge zu anderen Städten. Als  Reisetransportmittel bieten sich hier Fernbusse, wie z.B. National Express, oder auch Züge an. Zugverbindungen findet man unter anderem auf der Trainlineseite. Kaufen kann man die Tickets auch direkt am Bahnhof. Meist macht dies keinen Preisunterschied für das Einzelticket und an der Ticketmaschine am Bahnhof bekommt man sogar für viele der Strecken einen Gruppenrabatt ab einer Personenzahl von vier Leuten. Außerdem sollte man Hin- und Rückfahrt für einen Tagesausflug immer zusammen kaufen, da man ansonsten den doppelten Preis zahlt.
Alles in allem war mein Erasmussemester eine sehr wertvolle Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Ich habe tolle Leute aus den verschiedensten Ländern kennengelernt und meine Sprachkenntnisse verbessert. Mein Auslandsaufenthalt hat sowohl meine Selbstständigkeit im akademischen Sinne gefördert als auch im Organisatorischen. Erasmus ist als Programm durch die finanzielle Unterstützung, die es bietet und durch die Zusammenarbeit der Unis sehr empfehlenswert. Außerdem ist die Organisation sehr übersichtlich und bedarf einer sehr überschaubaren Vorbereitungszeit von ca. einem dreiviertel Jahr.

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