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Yıldız Teknik Üniversitesi 2015/16

Als bevölkerungsreichste Stadt der Türkei und ihrer über 3000 Jahre alten und abwechslungsreichen Geschichte gilt Istanbul als internationales Kunst- und Kulturzentrum. Ein Besuch würde es mir ermöglichen, die Weltmetropole näher kennenzulernen. Folglich wollte ich als eine Person, die in einer westlichen Kultur mit Migrationshintergrund aufgewachsen ist, die Werte der türkischen Kultur in der Türkei kennenlernen.


Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Studienfach: Erziehungswissenschaft

Aufenthaltsdauer: 09 /2015 – 01 /2016

Gastuniversität: Yildiz Technical University

Gastland: Türkei

Während meines Studiums an der Universität Potsdam entschied ich mich, das Wintersemester 2015/16 im Rahmen des Erasmus-Austauschprogrammes an der „Yildiz- Technical- Universität“ in Istanbul zu verbringen. Die Bewerbung lief über das Erasmus-Programm im Laufe des Wintersemesters 2014/15 und verlief daher problemlos. Studenten der erziehungswissenschaftlichen Fakultät können sich bei Frau Bittersmann für einen Erasmusaufenthalt anmelden. Es gibt jedoch mehr Bewerber als Plätze an der jeweiligen Universität, sodass ich zunächst um einen Platz zweifeln musste. Mit ein wenig Glück erhielt ich dann die Zusage im Februar 2015. Auch sind spontane Anfragen möglich, da es meistens immer ein paar Abspringer gibt. Die Anmeldung an der Universität erfolgte anschließend über das Internet. Bei jeder Frage war Frau Bittersmann immer zu erreichen, sodass ich problemlos mit meinem Papierchaos und meiner Anmeldung zurechtkam.

Die Formulare für das Auslandsbafög sollten bis zu sechs Monate vorher beim Auslandsbafög-Amt eingereicht worden sein. Für die Türkei ist das Studierendenwerk Tübingen- Hohenheim zuständig. Trotz des ganzen Papierkrams lohnt sich der ganze Aufwand trotzdem. Im Ausland sind die normalen Lebenserhaltungskosten hoch. Man ist auf Förderungen sehr angewiesen. Daher rate ich, die Unterlagen beim Bafögamt rechtzeitig einzureichen.

Studienfach: Erziehungswissenschaft

Aufenthaltsdauer: 09 /2015 – 01 /2016

Gastuniversität: Yildiz Technical University

Gastland: Türkei

Studium an der Gastuniversität

Das Semester beginnt am 14. September. Eine Woche vor Studienbeginn gibt es eine Einführungswoche, indem sich Studierende an der Universität (ESN) darum kümmern, die Universität näher kennenzulernen. Die Gelegenheit an der Einführungswoche teilzunehmen sollte man meiner Meinung nach ausnutzen, da man viel unternimmt und erste Kontakte mit anderen Erasmusstudenten knüpfen kann. Auch bekommt man auf Wunsch einen Buddy, der einem bei Fragen und Problemen zur Seite steht. Mein Buddy bot mir an, mich am Flughafen abzuholen und bei der Wohnungssuche mitzuhelfen. Am Orientierungstag erhielten wir unseren Studentenausweis und weitere Informationen. Uns wurde jedoch nicht mitgeteilt, dass wir zunächst zu unserem Koordinator gehen müssen, der uns bei unserem Stundenplan weiterhilft. Mit meiner Koordinatorin hatte ich Glück, da sie hilfsbereit war. Erst nachdem ich bei meinem Koordinator war, verschaffte ich mir einen Überblick über meinen Stundenplan. Doch es gab ein Problem: Für meinen Studiengang wurden nur Seminare auf Englisch in Bachelorniveau angeboten. Zu meinem Glück konnte ich Seminare auf Türkisch belegen, da ich diese Sprache beherrsche. Dadurch konnte ich Masterseminare belegen und sie mir an der Universität Potsdam anrechnen lassen. Außerdem musste ich mein Learning Agreement ändern, da die Fächer, die zu Beginn auf der Homepage standen, nicht angeboten wurden. Die erziehungswissenschaftliche Fakultät befindet sich auf dem Campus Davutpasa. Davutpasa ist weit vom Zentrum entfernt (Nähe Flughafen Atatürk), jedoch fährt ein Shuttle Bus jede Stunde vom Campus Besiktas dorthin.

Der Unterricht war ähnlich wie einer Schule in Deutschland: Der Dozent übernimmt die Rolle eines Lehrers. Er unterrichtet frontal und gibt Hausaufgaben auf. Der Unterricht findet wie in einer Klasse statt und es besteht Anwesenheitspflicht. Insgesamt ist es nicht schwierig dem Unterricht zu folgen, aber im Vergleich zu der Universität Potsdam ist alles sehr zeitaufwendig. Ich habe vier Fächer belegt, um 28,5 Creditpoints zu erwerben (Ein Sprachkurs 6 CP und drei erziehungswissenschaftliche Seminare mit jeweils 7,5 CP). In einem erziehungswissenschaftlichen Seminar mussten wir 7 Bücher lesen, dazu eine Reflexion von 3 Seiten schreiben. Daneben gab es zum Schluss des Semesters eine Klausur. Im anderen Seminar mussten wir ein Referat halten, dazu eine Hausarbeit und 2 Klausuren (Middterm und Finalexam) absolvieren. Der Sprachkurs hatte jeweils ein Middterm und ein Finalexam. Als Erasmusstudent kamen einige Professoren einem entgegen, andere wiederum nicht. Meine Kommilitonen waren alle freundlich und hießen mich im Kurs willkommen. Allerdings haben Erasmusstudenten keinen Online-Account zur Einsicht der Klausurergebnisse. Für den Unterrichtsstoff nutzen die Dozenten moodle oder google drive. Auch hier waren meine Kommilitonen bei Fragen hilfreich.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

ESN-YTU ist eine Gruppe von Studierenden der Universität, die sich zusammengefunden hat und die Erasmusstudenten während ihres Aufenthalts in Istanbul begleitet. Sie organisieren mehrere Veranstaltungen und Reisen, sodass man die Gelegenheit hat andere Leute kennenzulernen. Mit der ESN Gruppe sind wir mit anderen Erasmusleuten aus unserer Universität zum Beispiel Campen gefahren. Auch wurden Reisen nach Antalya und Pamukkale angeboten. Außerdem gab es mehrere Veranstaltungen an denen ich mich beteiligte und zu ausländischen und einheimischen Studierenden Kontakte knüpfen konnte. Da man das gleiche Schicksal mit den anderen ausländischen Studierenden teilte, war so gut wie jeder offen für alles. Insgesamt war es daher sehr leicht Leute kennenzulernen.

Wohn- und Lebenssituation

Angekommen in Istanbul machte ich mich gemeinsam mit meiner Freundin auf die Suche nach einer Wohnung. In Istanbul gibt es zahlreiche Immobilienmakler. Bereits der erste Immobilienmakler hat uns eine Wohnung in Besiktas angeboten. Ich habe für meine Miete 1500 Tl bezahlt. Insgesamt liegen die Mieten aber zwischen 700 TL und 1500 TL, sodass man auch günstigere Wohnungen finden kann. Von Besiktas aus fahren Busse überall hin (Taksim, Ortaköy, Bebek, Mecidiyeköy etc.). Der Campus der Universität ist ebenfalls ganz in der Nähe. Sollte man im Campus Davutpasa Seminare haben, fährt ein Shuttle- Bus einem dorthin. Für den Shuttle- Bus muss man jedoch extra Fahrtkosten bezahlen. Auch innerhalb des Campuses fahren zahlreiche Busse zu unterschiedlichen Fakultäten, jedoch auch hier nicht umsonst.

In meiner Freizeit war ich meistens mit anderen Auslandsstudenten aus meiner Universität, aber auch mit anderen Auslandsstudenten anderer Universitäten unterwegs. Mit meinem Studentenausweis habe ich mir eine Museumskarte (20 TL) machen lassen und konnte damit zahlreiche Museen besuchen. Neben den Museen und Sehenswürdigkeiten gibt es zahlreiche Bars und Cafés. Tagsüber habe ich öffentliche Verkehrsmittel benutzt. Von meiner Universität habe ich eine "Studentenfahrkarte" bekommen, womit ich nur die Hälfte des eigentlichen Preises pro Fahrt bezahlen musste. Abends bin ich oft mit dem Taxi nach Hause gefahren, da es ziemlich günstig im Vergleich zu Deutschland ist. Taxen gibt es zu jeder Uhrzeit in Istanbul an jeder Ecke. Meine Lebenshaltungskosten waren ähnlich wie in Deutschland. Die Geschäfte für Bekleidung sind dieselben wie in Deutschland, sodass die Preise unverändert sind. Lebensmittelgeschäfte ähneln den Preisen in Deutschland ebenfalls.

Während meines Aufenthaltes musste ich aufgrund einer Ohrenentzündung den Arzt besuchen. In Istanbul gibt es zahlreiche Ärzte und Krankenhäuser. Meine Auslandsversicherung habe ich bei der ADAC abgeschlossen. Hierfür habe ich für ein halbes Jahr 189 Euro bezahlt. Die Geldkosten für den Arzt in Istanbul habe ich in Berlin auf meinen Konto überwiesen bekommen, nachdem ich meine Rechnung bei der ADAC eingereicht habe. Es ist wichtig, nicht nur eine Rechnung vom Arzt zu nehmen, sondern auch die ärztliche Diagnose nachzuweisen, da ADAC dies meistens einfordert.


Rückblick

Insgesamt blicke ich positiv auf meine Zeit in Istanbul zurück. Ich habe viele wertvolle Erfahrungen machen können, Freundschaften schließen können und die Weltmetropole sowie die türkische Kultur näher kennenlernen dürfen. Mit meinem Studium hatte ich Glück, da ich die türkische Sprache beherrsche und somit türkische Kurse belegen konnte. Ich habe jedoch von mehreren Studenten gehört, dass sie Probleme mit ihrem Learning Agreement hatten, da nicht alle Kurse wie vorher angeboten wurden. Außerdem waren viele Kurse in ihren Studiengängen nur auf Türkisch, sodass sie an Kursen teilnehmen mussten, ohne die Sprache zu beherrschen. Daher empfehle ich Studenten, die Leistungspunkte erbringen möchten, sich vorher nochmal gründlich zu informieren. Als Wohnort würde ich Besiktas oder Mecidiyeköy empfehlen, da sich dort die meisten Studenten befinden und es ein sicherer Ort ist. Sollte man sich für ein Studium in der Türkei an der Yildiz- Technical- Universität entscheiden, stehen in Istanbul die Buddys einem immer zur Seite, sodass man ohne Sorgen sich zurecht findet.

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