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Karadeniz Teknik Üniversitesi

Da über mein Erstfach Geschichte nur wenig Studierende überhaupt ins Ausland gehen, war die Bewerbung in meinem Fall sehr unaufwändig. Die Planung vor dem Aufenthalt war zu größtem Teil ebenfalls völlig problemlos, vonseiten des Akademischen Auslandsamtes wurde ich zu allen Fragen gut beraten, ebenso verlief die Kommunikation mit der Zuständigen an der Gastuni sehr unkompliziert und gut verständlich (z.B. bezüglich der Anforderungen).

Auch im Verlauf des Aufenthalts wurde ich von administrativer Seite gut betreut. Die Betreuung von akademischer Seite war zu Beginn ein wenig komplizierter, da die jeweiligen Zuständigkeiten nicht vollständig klar waren, bzw. Sprachbarrieren vorhanden waren. Letztendlich haben sich mir in jedem Fach Professoren „angenommen“, und auch bis dahin waren alle sehr hilfsbereit.

Bei der Planung von Lebens- und Wohnsituation, bzw. Visumangelegenheiten ist ein wenig Geduld gefragt, letztendlich stellte sich bei mir aber alles als sehr einfach bzw. entspannt heraus und die ungewohnte bürokratische „Inkompetenz“ war durch die einhergehende „Flexibilität“ kein Problem.


Wohn- und Lebenssituation

Studienfach: Geschichte / Politik und Verwaltung

Gastuniversität: Karadeniz Technical University

Gastland: Türkei

Während meines Aufenthaltes habe ich im Studierendenwohnheim gewohnt. Dieses ist zentral auf dem Hauptcampus (auf dem fast alle Fakultäten vertreten sind und der wie ein US-amerikanischer Campus aufgebaut ist, also mit Supermärkten, Bankautomaten, Restaurants, Sportmöglichkeiten, Wäscherei etc.) und vor allem für Erasmus Studierende und alleinstehende Lehrpersonen. Es sind Doppelzimmer mit Kochnische, Bad und Balkon in gewohntem „Standard“ mit Internet. Die vielen sehr ungewohnten Regeln wie nichts Warmes auf den Zimmern kochen, Alkoholverbot, Sperrstunde um 24 Uhr etc. werden kaum durchgesetzt bzw. Verstöße nicht sanktioniert. Die Zimmer werden wöchentlich geputzt, sowie die Betten frisch bezogen, Wäsche muss man in die Wäscherei bringen, diese ist aber sehr günstig.

Eine WG o.Ä. zu finden ist nur bei Anwesenheit vor Ort möglich und auch dann eher schwierig. Bei einem Aufenthalt von zwei Semestern würde ich den Versuch aber sehr empfehlen, v.a. um der gefühlten ständigen Kontrolle der Wohnheims-Rezeptionisten zu entgehen und eine räumliche Trennung von Studium und Freizeit herzustellen.

Der Campus liegt sehr schön am Meer auf einem Hügel und ist grob fünfzehn Minuten Fahrt mit sehr regelmäßig fahrenden und günstigen Sammeltaxen vom Zentrum der Stadt entfernt. Direkt neben dem Campus ist ebenfalls ein Viertel mit Restaurants, Cafés und Geschäften.

Das Leben in Trabzon ist verhältnismäßig günstig.

Studienfach: Geschichte / Politik und Verwaltung

Gastuniversität: Karadeniz Technical University

Gastland: Türkei

Studium

Das Studienerlebnis hängt vollständig von den Kursen und Dozierenden bzw. Fakultäten und Instituten ab. In Politik hatte ich zwei offiziell englischsprachige Kurse beim selben Dozenten. Diese waren wenig bereichernd, da der Kurs in erster Linie daraus bestand, dass wenige das Thema zusammenfassende Sätze abgeschrieben und ins Türkische übersetzt wurden, wenn eine Art Diskussion entstand, war diese auf Türkisch. Der Dozent war allerdings sehr nett und hat immer wieder versucht mich in das Kursgeschehen zu integrieren und zumindest die Wortmeldungen zu übersetzen.

Da es in Geschichte nur Türkischsprachige Kurse gab, hatte ich „Einzelunterricht“ bei zwei verschiedenen Dozenten. Beide waren sehr kompetent und nett und sprachen gutes Englisch. Da ich die Kurse alleine bestritt, waren diese sehr aufwändig und ich musste viel vorbereiten (sprich lesen). Zumeist wurden in der Lektion dann nur meine Fragen geklärt, aus denen dann aber oft ein weiterführendes „Gespräch“ entstand. Der Inhalt war aufgrund des sehr konventionellen Geschichtsverständnisses wenig anspruchsvoll, für mich doch aber sehr interessant, da oft der Bezug zur heutigen Türkei hergestellt wurde (so habe ich für mich in erster Linie viel über türkische Geschichte und Politik und Gesellschaft der heutigen Türkei gelernt).

In allen Kursen wurden 45 bis 90 minütige Klausuren geschrieben, welche sehr einfach (Politik, hier wurden auch schon im Vorhinein die Fragen ausgeteilt) bis normal waren, die Bewertung war angemessen bzw. nett. In einem Geschichtskurs habe ich eine Hausarbeit geschrieben, wahrscheinlich hätte ich mit dem Dozenten aber auch verhandeln können nur eine Klausur zu schreiben.

Die Leistungspunktvergabe ist mir völlig unklar bezüglich der Anforderungen und erscheint mir nicht immer sinnvoll. Im „privaten“ Kurs konnte ich dies aber gut mit den Dozenten absprechen.

Freizeit

An Freizeitmöglichkeiten gibt es rein theoretisch auf dem Campus sehr viele (v.a. sportlicher Art), diese sind aber schwer zu besuchen, wenn man nicht Türkisch spricht. Von der Erasmus Community werden regelmäßig Veranstaltungen angeboten, welche mich persönlich aber kaum interessierten. Die Stadt Trabzon ist durchaus sehr schön (das Wetter allerdings im Winter sehr regnerisch) und hat grob alles zu bieten, erschien mir auf Dauer aber doch zu provinziell und sehr konservativ. 

Da Englisch auch an der Uni wenig verbreitet ist, sind die Möglichkeiten von Kontaktaufnahme und Freizeitaktivitäten insgesamt eher gering, wenn man nicht Türkisch spricht. Die Englisch-Sprechenden lernt man dagegen schnell kennen und auch der Rest ist immer nett und hilfsbereit.

Der Osten der Türkei ist eher wenig mit bekannten Sehenswürdigkeiten ausgestattet, hat aber mehrere nette, einfach zu erreichende Orte. Sobald man mehrere Tage entbehren kann und weitere Strecken zurücklegt, ist die Türkei ein ideales Reiseland, bzw. ist es auch nach Georgien nicht weit.

Sprache

Da der von der Gastuni angebotene Sprachkurs kaum bereichernd war (der Dozent konnte leider weder Englisch noch gut anderweitig lehren), habe ich nicht wirklich Türkisch gelernt, bzw. nur alltägliche, einfachste Sätze, auf die man in der Osttürkei angewiesen ist (da kaum jemand Englisch spricht).

Mein Englisch hat sich insofern verändert, als dass ich für Kurse mehrere akademische Texte gelesen und eine Hausarbeit geschrieben habe und so zu Teilen ein professionelleres Englisch als das des täglichen Gebrauchs gelernt habe. Dies ist aber völlig von Dozierenden und Kursen abhängig.


Fazit/Tipps

Einen Erasmus-Aufenthalt in Trabzon empfehle ich nur Studierenden, die in erster Linie Türkisch lernen wollen und mindestens schon die Grundlagen beherrschen. Dann ist Trabzon ideal, da dort sowieso kaum jemand Englisch spricht. Ein typisches Erasmus- Semester mit viel Aktivitäten und Party findet man in Trabzon sicherlich nicht und auch auf die konservative Provinzialität sollte man sich einstellen (auf mich wirkte diese nach einer Zeit etwas unangenehm bedrängend). „Kulturell“ ist Trabzon sicherlich unglaublich spannend und im Gegensatz zu Istanbul bezeichnend für die „andere Seite“ der Türkei (die quantitativ wohl „stärker“ ist). Die Menschen sind sehr nett und hilfsbereit und das Essen unglaublich gut, beides aber auch bei einem kürzeren Besuch zur erleben.

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