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Bilgi Üniversitesi Istanbul 2014/15

Zur Vorbereitung meines Aufenthaltes habe ich mich auf den entsprechenden Seiten der Universität Potsdam orientiert sowie einen privaten Sprachkurs besucht. Der erste Kontakt mit der Gasthochschule kam durch das Übersenden des ersten Learning Agreements zustande – daraufhin kamen in größeren Abständen Informations-e-Mails. Zur Bewerbung an der Gasthochschule benötigte es nichts weiter als das Erasmus-Bewerbungsformular, das die Universität Potsdam uns bereitstellte. Auf die Stadt habe ich mich tatsächlich nicht vorbereitet, da ich mich ein Stück weit „Überraschen“ lassen wollte.


Studium an der Gastuniversität

Studienfach: Kulturwissenschaft/Anglistik

Aufenthaltsdauer: 09 /2014 – 02 /2015

Gastuniversität: Bilgi Üniversitesi Istanbul

Gastland: Türkei

Die Kurse an der Bilgi dauern meistens 3 Stunden, ohne akademisches Viertel und mit meist nur einer kurzen 10-Minuten-Pause. Das ist am Anfang ziemlich anstrengend. Auch gibt es Kurse, die bis 10 Uhr Abends angesetzt sind. Die Kurse selbst sind zum Teil sehr praxisorientiert, gleichzeitig aber setzen die meisten Lehrer viel mehr auf Frontalunterricht. Das Studienklima ist angenehm, wozu auch der Campus beiträgt – eine große Wiese mit hohen Bäumen, im Sommer viele Sitzkissen die zum entspannen einladen. Für das leibliche Wohl ist durch 3 verschiedene Restaurants, eine Mensa, ein Café und einen Starbucks gesorgt – letzterer irritiert genauso wie der sich auf dem Campus befindliche Friseur inklusive Solarium, die Bilgi ist eine Privatuniversität die ihren Studenten einige Annehmlichkeiten bietet. Die Bibliothek ist leider mit zu wenig Sitzplätzen ausgestattet, besticht aber durch ihre einzigartige Architektur – das Gebäude war mal ein Stromwerk. Die Leistungsbewertung ist meines Erachtens nach weitaus schwieriger als an der Universität Potsdam. Für 6 LP hatte ich einen Kurs mit 3 SWS – die aber tatsächlich 3 Zeitstunden entsprachen – inklusive zweier 1.000 Wort-starker Papers und einem finalen Abschlusspaper mit 3.000 Wörtern einzureichen. Zur technischen Ausstattung kann ich nichts sagen, da nicht in Anspruch genommen. Die Erasmus-Kontaktpersonen waren leider zum größten Teil sehr zickig, unmotiviert und abweisend, sodass man sich zu Beginn oft einsam gefühlt hat mit den verschiedenen Anforderungen. Vor allem bezüglich der Residence Permit wurden zu Beginn viele falschen Informationen weitergeleitet. Die Dozenten konnte man größtenteils per e-Mail nicht erreichen. Das Einschreibe-Procedere für Kurse ist ziemlich undurchsichtig und kompliziert – vor allem war ärgerlich, dass man als Erasmus-Student nur einen Bruchteil der eigentlich angebotenen Kurse wählen durfte, was aber erst im Moment der Kurswahl klar wurde. Eine Semesterplanung ist daher vor Beginn des Semesters nicht möglich gewesen bzw. war redundant.

Studienfach: Kulturwissenschaft/Anglistik

Aufenthaltsdauer: 09 /2014 – 02 /2015

Gastuniversität: Bilgi Üniversitesi Istanbul

Gastland: Türkei

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Zu einheimischen Studenten hatte ich an der Universität kaum Kontakt, er beschränkte sich auf das gemeinsame Erarbeiten eines Referates. Das lag sicherlich zum einen an der Grüppchenbildung innerhalb der Universität (Erasmus-Studenen versus Locals), zum anderen habe ich mich aber auch nicht darum gekümmert/kein Interesse gehabt. Ausserhalb der Universität hatte ich deutlich mehr Kontakt zu türkischen Studenten, hauptsächlich durch meinen Mitbewohner, die Mitbewohner meiner deutschen Freunde und den dadurch entstandenen Freundeskreis. Zu ausländischen Studenten hatte ich ebenfalls deutlich mehr Kontakt – man kann sagen, dass sich mein Freundeskreis zu 30 Prozent aus deutschen, zu 40 Prozent aus ausländischen Studenten und zu 30 Prozent aus türkischen Studenten zusammensetzte. Diese Aufteilung finde ich im Nachhinein noch sehr vorteilhaft und bereichernd.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Vor Beginn des Auslandaufenthaltes besuchte ich einen 10-wöchigen Sprachkurs der mir ein Grundgefühl für die Sprache und ein Grundvokabular vermittelte. In der Uni nahm ich dann an dem angebotenen Sprachkurs teil. Dieser ist leider im Nachhinein sehr enttäuschend gewesen: Er bestand aus 2 Zeitstunden pro Woche mit einem Lehrer (der zu Beginn 3 Wochen krank war) für ca. 45 Studenten. Es gab keine Unterrichtsmaterialien und man bekam den Eindruck, der Lehrer müsse seine Zeit absitzen und beschäftigte seine Schüler daher mit sinnlosen Fleißaufgaben. Tatsächlich bietet die Universität intensivere Kurse mit kleinen Grüppchen und Arbeitsmaterialien an, die dann direkt 150 € kosten. Meine Sprachkenntnisse sind nach dem Semester kaum größer als vorher und ich bin von dem kostenlosen Sprachkurs-Angebot der Universität wirklich enttäuscht.

Wohn- und Lebenssituation

Leider bin ich innerhalb Istanbuls in knapp einem Monat 2 mal umgezogen, weil meine Wohnsituationen aus verschiedenen Gründen nicht die besten waren. Die erste WG fand ich über die Universitäts-eigene Facebookseite noch vor Ankunft in Istanbul. Dort zog ich, aufgrund von mangelnden Englischkenntnissen der Mitbewohnerin und der allgemeinen Wohnsituation (Kellerwohnung und Baustelle direkt nebenan) nach knapp einer Woche direkt wieder aus. Die zweite WG fand ich über Craigslist (zu empfehlen). Dort zog ich wiederum nach 3 Wochen aus weil ich meinen aktuellen Mitbewohner über Freunde kennenlernte – der Stadtteil, die Wohnung sowie die Miete und das Miteinander harmonierten sofort, in der vorherigen Wohnung fühlte ich mich aufgrund eines Mitbewohners und dem Zustand der Wohnung schnell nicht mehr wohl. Es ist für zukünftige Studenten jedenfalls zu empfehlen, das Zimmer nicht von Deutschland aus auszuwählen – per Couchsurfing o.ä. Kann man die ersten Tage kostengünstig eine Unterkunft finden um dann vor Ort die richtige WG zu finden. Zimmer finden sich sehr schnell, und auch das Einziehen geht meist innerhalb einer Woche von statten. In Istanbul herrscht reger Austausch was die Untermieter angeht, und meist kann man nach Besichtigung eines Zimmers auch sofort einziehen. Die Mieten bewegen sich in einem Spektrum von 500 – 900 Lira, abhängig vom Stadtteil, Kontinent und Wohnung – ich habe am Ende 750 Lira bezahlt, was ca. 280 € sind. Zu diesem Preis kommen jedoch noch monatlich Rechnungen im Umfang von ca. 80 Lira hinzu. Die Miete wird meistens bar bezahlt. Hinzuzufügen ist hier noch: Viele WGs dienen dazu, dem Hauptmieter komplett die Miete zu erlassen oder ihm, wie im meinem Fall, sogar ein Zubrot zu finanzieren. Die Zimmer die an Erasmus-Studenten vermietet werden sind zum Großteil weitaus teurer als sie eigentlich wären, würde die Miete „fair“ durch alle Mitbewohner geteilt. Darauf muss man sich einstellen. Bankgeschäfte sind, sofern man eine Geldkarte mit VPAY oder eine VISA card besitzt, ohne Probleme zu bewältigen. Geldautomaten stehen zu Hauf an jeder Ecke. Durch ein Abkommen der deutschen Krankenversicherungen mit der Türkei muss man als deutscher Staatsbürger keine extra Krankenversicherung kaufen: ein Gang zum Amt und die Freischaltung eines Papiers, das noch in Deutschland von der Krankenkasse angefordert werden musste (TA 11), genügen. Im Krankenhaus beispielsweise muss man mit Vorlage dieses Papiers nichts bezahlen. Die Lebenshaltungskosten sind günstig: Mit der Studenten- Istanbul-Card ist der öffentliche Nahverkehr um die Hälfte günstiger, durch eine Studenten- Museums-Karte kann man die wichtigsten Museen zweimal umsonst besuchen und vor allem Essen aber auch viele Freizeitangebote sind sehr kostengünstig. Sogar Flüge innerhalb der Türkei sind kurz vorher noch äußert billig (Beispiel: Antalya hin – zurück für 30 €). Alkohol schlägt jedoch zu Buche. Die Freizeitangebote in Istanbul sind mannigfaltig – aber auch ohne “Angebot“ wird einem in der Stadt nicht langweilig, vor allem zur warmen Jahreszeit.


Rückblick

  • Wohnung definitiv vor Ort suchen
  • genügend Passbilder mitnehmen (in Istanbul gibt es für alles eine Karte für die ein
  • Passbild gebraucht wird)
  • Das Procedere für die Residence Permit ist langwierig und frustrierend
  • Ein Sprachkurs vor dem Aufenthalt ist zu empfehlen
  • Flüge über opodo.de buchen! Günstiger als direkt via Turkish Airlines
  • Günstige und schöne Stadtteile zum Wohnen für Studenten: Kadiköy auf der asiatischen und Tarlabasi auf der europäischen Seite
  • 3 Monate am Stück in Istanbul ohne Ausflug oder ähnliches taten mir persönlich nicht gut. Es empfiehlt sich, die Stadt alle paar Wochen zu verlassen um etwas zur Ruhe zu kommen. Reisen ist innerhalb der Türkei sehr günstig.

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