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Bahcesehir University Istanbul 2014/15

Die nötigen Unterlagen und Informationen für die Bewerbung an der Gasthochschule waren auf den entsprechenden Uniseiten im Internet einfach zu beschaffen. Nachdem ich mich erfolgreich für den Erasmus-Aufenthalt für das Frühlingssemester in Istanbul beworben habe, stand ich etwas unter Anspannung die Bewerbungsfrist an der Gastuniversität zu verpassen. Dies hat sich noch ein wenig verstärkt, als ich von der Erasmus-Koordinatorin in Istanbul Erinnerungsmails bekommen habe, die eigentlich für die Bewerber des Wintersemesters bestimmt waren. Glücklicherweise konnte ich mich direkt an die Koordinatorin Vorort wenden und mein Missverständnis klären.


Studienfach: Psychologie

Aufenthaltsdauer: 02 /2015 – 06 /2015

Gastuniversität: Bahçeşehir Üniversitesi

Gastland: Türkei

Des weiteren war es schwierig sich im Vorhinein für bestimmte Kurse festzulegen, da das Vorlesungsverzeichnis erst zu Beginn des Semesters feststeht. Darum habe ich auch dann Vorort mich nochmal komplett umentschieden und auch feststellen müssen, dass einige Kurse, die ich belegen wollte, nicht angeboten wurden. Leider war mir nicht bewusst, dass ich mich für das Auslandsbafög so früh wie möglich bewerben sollte, da die Bearbeitung wesentlich länger dauert, als für das normale Inlandsbafög. Das dafür zuständige Amt benötigt sehr viele Unterlagen, die ich erst nach und nach alle beisammen hatte, wodurch sich die Bearbeitung noch mehr verzögert hat. Dies würde ich jedem zukünftigen Bewerber empfehlen, sich um das entsprechende Bafög mindestens 6-8 Monate vor Semesterbeginn zu kümmern. Ich hatte durch meinen späten Antrag den Bafögbescheid erst drei Monate nach meiner Ankunft in Istanbul erhalten und dementsprechend die finanziellen Mittel sehr spät erhalten. Zudem ist es von Vorteil, wenn man in Deutschland schon eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen hat, weil im Nachhinein sonst zusätzliche Kosten aufkommen können und ein größerer Zeitaufwand damit verbunden ist. 

Studienfach: Psychologie

Aufenthaltsdauer: 02 /2015 – 06 /2015

Gastuniversität: Bahçeşehir Üniversitesi

Gastland: Türkei

Studium an der Gastuniversität

Da ich noch Prüfungen Anfang Februar an der Universität Potsdam hatte, um mein Semester abzuschießen, habe ich die Einführungswoche an der Bahçesehir University in Istanbul verpasst. Mit Hilfe meines Buddys dort war das jedoch kein Problem. Ich hatte ihm einige Wochen vor Semesterbeginn Bescheid gegeben und er hat mich dann für meine gewünschten Kurse bereits angemeldet als ich in Istanbul ankam. Diese konnte ich dann noch im Nachhinein mit seiner Hilfe verändern. Es ist sehr hilfreich sich schon früh mit seinem Buddy in Verbindung zu setzen, da ein unkomplizierter Kontakt bei der Ankunft an der Gastuniversität viel Unterstützung bietet. Durch ihn war die Organisation verschiedener Dokumente deutlich vereinfacht. Sobald man ein bisschen angekommen ist, sollte man sich auf der entsprechenden Internetseite für einen Termin für die Residence Permit eintragen, da dies zu Semesterbeginn mit längeren Wartezeiten verbunden ist. Folgend wäre es zu empfehlen die entsprechenden Unterlagen zusammen zu suchen.

Die Kurse dort waren recht klein und überschaubar im Vergleich zur Potsdamer Universität. In einer Vorlesung saßen ungefähr 30 Studenten, wodurch die Lernatmosphäre sehr familiär und angenehm war. Der Unterricht wurde dadurch auch interaktiver gestaltet. Ich wurde direkt von den Lehrern angesprochen und begrüßt. Dies hat mir ein gutes Gefühl gegeben. Allerdings haben die türkischen Studenten oft versucht auf türkisch zu antworten, was mich teilweise sehr gestört hat, weil ich mich dadurch vom Unterricht ausgeschlossen gefühlt habe. Es gibt vom ganzen Universitätscampus Internetzugang und auch gute Möglichkeiten sich Unterrichtsmaterial (Vorlesungsmaterial usw.) günstig zu beschaffen. Leider war die Bibliothek der Universität recht klein, dass man dort selten Platz gefunden hat. Es gibt aber auch außerhalb andere Bibliotheken, u.a. die sehr schöne Bibliothek des Salt Galata Museums, wo ich mich gut auf die Klausuren trotz der Hitze vorbereiten konnte. 

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Nachdem ich an einigen Kurse an der Bahcesehir University teilgenommen habe und dabei einen Eindruck von dem Campus erhalten habe, musste ich leider feststellen, dass ich mit vielen Studierenden dort nicht soviel anfangen konnte. Da mich auch das Erasmusangebot mit verschiedenen Aktivitäten nicht sonderlich angesprochen hat, bin ich meinen eigenen Weg gegangen. Ich hatte das große Glück mit einer türkischen Studentin zusammen zu wohnen, die sehr aufgeschlossen war und die englische Sprache sehr gut beherrschte. Zwischen uns hat sich bereits in den ersten Wochen eine enge Freundschaft aufgebaut. Dadurch habe ich ihren Freundschaftskreis kennengelernt, wodurch wiederum neue Freundschaften entstanden sind. Zudem habe ich auch im Laufe der Zeit auch ausländische Studenten kennengelernt. Daraus haben sich auch viele weitere Begegnungen sehr schnell ergeben. Irgendwie geht es in Istanbul ganz schnell und fast von alleine, dass man nach kurzer Zeit sozial relativ gut eingebunden ist. Besonders wenn man ein wenig im Nachtleben unterwegs ist. Da man dort oft verschiedenen Menschen immer wieder begegnet.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Ein halbes Jahr bevor ich nach Istanbul gezogen bin, habe ich einen Türkischkurs an der Volkshochschule belegt. Dadurch fiel es mir sehr einfach Anschluss an dem Sprachkurs der Universität zu finden. Allerdings wurde von Seiten der Universität nicht viel Leistung und Kompetenz gefordert, wodurch mein türkisches Verständnis auf kurzen Smalltalk verhaften blieb. Im Nachhinein hätte ich mich dann doch für einen intensiven Sprachkurs außerhalb der Universität entschieden, da mein Kontakt mit Türken nur eingeschränkt auf Englisch stattfand und ich somit weniger von der türkischen Kultur mitnehmen konnte. Dafür habe ich meine englischen Sprachkenntnisse nochmal verbessern und vertiefen können. Besonders im Schriftlichen konnte ich einige Fortschritte erkennen, da dies im Alltag Zuhause kaum Praxis findet.

Wohn- und Lebenssituation

Ich hatte mich schon im Voraus um ein Zimmer in Istanbul gekümmert, dass mir durch einen Freund, der dort auch schon studiert hat, vermittelt wurde. Allerdings habe ich mich in der Wohnung von Anfang an nicht sehr wohl gefühlt, da ich mich recht eingeengt gefühlt habe. In den darauffolgenden Tagen habe ich mich auf die Suche nach einem neuen Zuhause begeben. Über Bekannte habe ich den Tip erhalten auf der Internetseite „Craigslist“ (http://istanbul.de.craigslist.com.tr/search/roo) nach Zimmern zu schauen. Dort habe ich recht schnell passende Angebote (möbliert, nah an meiner Universität gelegen und um die 300€) gefunden und diese dann angeschrieben. Nach wenigen Stunden hatte ich bereits Rückmeldungen mit Einladungen zur Wohnungsbesichtigung bekommen. Mein erstes Kennenlernen mit einer türkischen Schauspielstudentin war dann auch sehr erfolgreich, dass ich bei ihr ohne weiteres Zögern eingezogen bin und auch im Nachhinein sehr zufrieden mit meiner Entscheidung war.

Allerdings muss man sich in Istanbul auf einiges gefasst machen. Plötzlicher Stromausfall oder kein Wasser für einige Tage ist keine Seltenheit. Besonders während der Vorbereitung auf die vielen Klausuren (Zwischenprüfung und Abschlussprüfung) musste ich oft einen Plan B schmieden, um mich nicht noch zusätzlichem Stress auszusetzen. Zuvor hatte ich auf der asiatischen Seite in Kadiköy gewohnt, ein sehr schöner Stadtteil, aber das ständige Pendeln mit der Fähre zwischen Asien und Europa hat sich für mich als etwas mühsam herausgestellt. Auch wenn die beiden Seiten sehr gut durch die Fähren erreichbar sind, verbringt man doch ein Großteil seiner Zeit auf der entsprechenden Seite, wo man wohnt. Durch den enormen Verkehr in Istanbul benötigt man generell viel Zeit, um von A nach B zu kommen. Durch die lange Wartezeiten auf den Bus und teilweise für meinen Standort (Besiktas) kaum geeignete Metrostationen, war ich hauptsächlich zu Fuß und mit dem Taxi (Dolmus = Sammeltaxi) unterwegs. Durch meinen ersten Eindruck der relativ hohen Mietpreise hat mich mein erster Supermarktbesuch darin bestätigt, dass das Leben in Istanbul wider erwarten teuer ist. Mit der Zeit habe ich herausgefunden, dass man frisches Obst und Gemüse günstig auf den Wochenmärkten kaufen kann und dass man in den sogenannten Lokantas für wenig Geld lokaltypischs Essen bekommt. An der Universität hatte ich u.a. einen Fotografie Kurs belegt, wodurch ich mithilfe meiner Kamera die Stadt, auf der Suche nach geeigneten Objekten für verschiedene Projektaufgaben, erkundet habe. Istanbul ist eine facettenreichen Stadt, die sehr spannend und interessant ist zu entdecken. Am Wochenende bin ich oft mit der Fähre auf eine der Prinzeninseln gefahren, eine gute Möglichkeit aus der Stadt zu kommen und sich ein bisschen zu entspannen. Istanbul ist eine sehr laute und überfüllte Stadt und kann daher auch manchmal anstrengend werden. Die Ruhe und Natur auf den Inseln ist darum gut, um sich ein bisschen zu erholen. Dort kann man sich auch gut ein Fahrrad ausleihen und damit die Insel umrunden.

Durch die vielen Hügel in Istanbul, hat sich das Radfahren und Laufen gehen als sportliche Aktivität als nicht sehr geeignet erwiesen. Stattdessen habe ich mit wenig Mühe ein schönes Yogastudio in meiner Wohngegend gefunden und dort sehr intensiv an den Kursen teilgenommen. Dort habe ich einen schönen Berührungspunkt mit der türkischen Sprache und den türkischen Einwohnern erleben können.


Rückblick

Alles in Allem war das Erasmus Semester in Istanbul eine sehr tolle Erfahrung und ich bin sehr dankbar, dass mir diese Erfahrung durch die finanziellen Mittel ermöglicht wurde. Ich habe sehr viele neue kulturelle Eindrücke erhalten, die meinen Blick erweitert haben und mein bisheriges Leben positiv beeinflusst haben. Durch die Organisation und das Leben dort habe ich an Selbständigkeit und Zuversicht gewonnen. Im Umgang mit anderen Menschen und anderen Kulturen bin ich nochmals offener und neugieriger geworden. Ich würde jedem Studenten, der schonmal davon geträumt hat woanders zu leben, ans Herz legen, den relativ geringen Aufwand betreiben, um diese wertvolle Erfahrung zu erleben.

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