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Bahcesehir University Istanbul 2014/15

Nach der Infoveranstaltung über Auslandsaufenthalte zu Beginn des 3. Semesters, in der wir alle Informationen zu den Partneruniversitäten bekamen und über die nächsten Schritte aufgeklärt wurden, war der Zeitpunkt gekommen, sich tatsächlich für ein Land zu entscheiden, in dem man ein halbes oder sogar ein ganzes Jahr verbringen möchte. Istanbul war die Stadt, über die ich am wenigsten wusste, die Türkei war das Land, das mir als die größte Herausforderung vorkam (stimmt auch, allein der Visabeschaffungsvorgang treibt einen in den Wahnsinn). Ich hatte absolut keine Ahnung wie das Leben in der Türkei, in Istanbul wohl sein würde. Logische Schlussfolgerung: dieses Land, diese Stadt soll es sein. Die nächsten Schritte waren einerseits sehr einfach, da die Universität Potsdam sehr genau erklärt hat, was zu tun ist und welche Dokumente wohin zu schicken sind. Die komplizierte Seite war die Wahl des Landes, da man für einen längeren Aufenthalt in der Türkei ein Visum braucht. Ein Ratschlag, den jeder schon kennt, ich aber besonders in diesem Zusammenhang trotzdem noch einmal geben möchte: früh genug drum kümmern! Es dauert ziemlich lange bis man alle Dokumente zusammen hat (polizeiliches Führungszeugnis usw.) und noch ein bisschen länger, bis man das Visum dann endlich in den Händen hält. Der Kontakt mit meiner Gastuniversität in Istanbul war weniger problematisch, die Koordinatorin hat uns über alles sehr ausführlich informiert. Mit der Kurswahl, die schon im Voraus getroffen werden muss, war es etwas verwirrend, da man vorerst nur aus dem vorigen Semester wählen konnte und nicht wirklich klar war, wie wichtig diese Wahlen waren. Es hat sich dann rausgestellt, dass diese ersten Kurswahlen völlig egal sind und einfach nur das Dokument gebraucht wird. Die richtigen Kurswahlen macht man dann vor Ort.


Studienfach: Europäische Medienwissenschaften

Aufenthaltsdauer: 07 /2014 – 01 /2015

Gastuniversität: Bahçeşehir Üniversitesi

Gastland: Türkei

An der Uni in Istanbul war erstmal natürlich alles ziemlich verwirrend, aber wir hatten eine sehr gute Einführungswoche, in der uns der Campus gezeigt wurde, alle weiteren Schritte vor allem zum Thema Visum (denn der eigentliche Spaß fing gerade erst an) erklärt wurde und wir ‚Buddies’ zugewiesen bekamen, die uns bei allen Fragen zur Seite standen. Das war sehr hilfreich bei dem Bürokratiewahnsinn, in den man sich auf Visasuche begibt. Der Hauptcampus der Uni ist riesig und voll und laut und ich habe mich da nicht sehr wohlgefühlt. Den Nutzen einer Bank, eines Friseurs und von Starbucks auf dem Campus konnte ich auch nicht wirklich nachvollziehen, vor allem da der Campus ziemlich gut liegt und alles mögliche zu Fuß innerhalb von 5 Minuten erreichbar ist. Das Mensaessen ist auch viel zu teuer, aber wie gesagt, in 5 Minuten steht man vor einer großen Auswahl an günstigem, leckerem Essen.

Das Communication Department, an dem ich alle meine Kurse außer des Türkischkurses hatte, war aber zum Glück in einem ganz anderen Gebäude, viel kleiner und übersichtlicher. Dort habe ich mich sehr wohl gefühlt und die Dachterrasse mit wunderschönem Blick über den Bosporus und die Altstadt hat so einige Anstrengungen, die eine Riesenstadt wie Istanbul mit sich bringt, erträglicher gemacht.

Die Bibliothek war leider auch ziemlich schrecklich und nicht sehr einladend zum Arbeiten, aber im Gebäude des Communication Department gibt es ein paar ruhige Orte, an denen man gut arbeiten kann und die beste und schönste Bibliothek, die ich je gesehen habe, liegt nur 5 Gehminuten entfernt (http://saltonline.org/en/home unbedingt hingehen, neben der tollen Bibliothek gibt es dort auch Ausstellungen, Kinoprogramm, Lesungen usw. und zwar alles umsonst).

Ich fand es relativ schwer an der Uni mit den einheimischen Studierenden in Kontakt zu kommen, man ist doch sehr in seiner Erasmusblase. Dafür habe ich außerhalb der Uni sehr viele tolle Menschen, die von überallher kamen, kennengelernt. Im allgemeinen sind die Menschen in Istanbul sehr kontaktfreudig und man hat keine Schwierigkeiten, wenn man ein bisschen offen durch die Gegend läuft.

Ich fand es relativ schwer an der Uni mit den einheimischen Studierenden in Kontakt zu kommen, man ist doch sehr in seiner Erasmusblase. Dafür habe ich außerhalb der Uni sehr viele tolle Menschen, die von überallher kamen, kennengelernt. Im allgemeinen sind die Menschen in Istanbul sehr kontaktfreudig und man hat keine Schwierigkeiten, wenn man ein bisschen offen durch die Gegend läuft.

Noch in der Orientierungswoche an meiner Gastuni hatten wir einen turkish survival course, der wirklich sehr gut war. Ich habe in dieser einen Woche all das und ein wenig mehr von dem gelernt, das der VHS Kurs mir in 3 Monaten beigebracht hat. Ich rate trotzdem allen einen Kurs vorher zu machen, denn die Grundlagen, die ich hatte, haben mir doch sehr geholfen.

Ich hatte auch während des Semesters einen Sprachkurs, der wieder sehr gut war. Ein halbes Jahr ist definitiv nicht genug Zeit eine Sprache richtig zu lernen, aber man versteht am Ende doch einiges und vor allem im Alltag kommt man mit seinem Türkisch sehr gut klar (was auch wichtig ist, da die meisten Ladenbesitzer eher weniger Englisch sprechen).

Mit meiner WG hatte ich großes Glück. Ich habe mein Zimmer schon vorher über craiglist (eine internationale Version von WG gesucht: http://istanbul.de.craigslist.com.tr/search/roo) gefunden und per Skype meine Mitbewohner kennengelernt. Ich konnte zwar nicht sofort einziehen, aber auch couchsurfen ist kein Problem, man findet immer eine Unterkunft und muss nicht ins Hostel. Man muss bei WGs schon damit rechnen, dass man mehr als Einheimische bezahlt, aber der Preis war immer noch in Ordnung. Essen in der Türkei ist sehr günstig, Alkohol sehr teuer. Die unzähligen Märkte sind sehr zu empfehlen, Busfahren eher weniger. Der Verkehr ist fast immer verstopft. Dafür macht Fähre fahren umso mehr Spaß.

Keine Ahnung von der Stadt zu haben, in die man fährt, ist zwar aufregend, hat sich aber spätestens in dem Moment zum Hindernis entwickelt, als ich mit viel zu schwerem Koffer versucht habe, meinen Weg zum Sofa für die ersten Tage zu finden. Aber schon am ersten Tag durfte ich feststellen, irgendwie klappt es am Ende doch. Mein Couchsurf-Host war auch wunderbar gastfreundlich und hat mir eine ausgiebige Motorradtour inklusive riesigem Frühstück spendiert, um mir nach einer kleinen Pause Taksim und mein jetziges Lieblingsrestaurant zu zeigen.

Wenn man sich nicht von der riesigen Sprachbarriere und dem wirklich wahnsinnigen Verkehr abschrecken lässt, kann man eigentlich nur gut ankommen. Haltet euch an die tausend Ratgeber, die es schon gibt, das reicht. Nicht von dem Dokumentenwahn abschrecken lassen. Und falls jemand tatsächlich auch in die Türkei will, stellt euch drauf ein, dass ständig irgendwelche Regeln geändert werden bzw. jeder etwas anderes sagt. Ruhig bleiben und ganz viel çay (türkischen Tee) trinken. Am Ende klappt alles, versprochen.

Die Uni ist hier definitiv schlechter. Die Seminare sind sehr schulisch; der Dozent steht vorne und doziert vor sich hin, während die Studenten interessiert ihre Handys betrachten (ich verallgemeinere natürlich, aber das ist mein Eindruck). Diskussionen gibt es grundsätzlich nicht. Das gute daran ist, dass man ziemlich einfach gute Noten bekommt und sich mehr auf die Stadt als auf die Uni konzentrieren kann. Für die Uni sollte man hier jedenfalls nicht hingehen. Aber der Türkischkurs ist gut und schwer und interessant.

Zusammengefasst würde ich jedem Istanbul empfehlen. Es ist eine riesen Herausforderung, aber wie das mit solchen ist, kann man unglaublich viel mitnehmen und lernen. Wie gesagt, von der Uni habe ich nicht sehr viel mitgenommen, aber persönlich hat es mich sehr weitergebracht.

Studienfach: Europäische Medienwissenschaften

Aufenthaltsdauer: 07 /2014 – 01 /2015

Gastuniversität: Bahçeşehir Üniversitesi

Gastland: Türkei

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