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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Univerzita Karlova


Studienfach: Philosophie und Religionswissenschaften

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 06/2017

Gastuniversität: Univerzita Karlova

Gastland: Tschechien

Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Mein Institut hat eigentlich gar keine ERASMUS-Partnerschaft mit der Karlsuniversität. Da ich aber unbedingt nach Prag wollte, konnte ich über die Slavistik dort hin, da es nicht genug Interessenten für Prag gab. Wie ich feststellen konnte, ist es überhaupt kein Problem, über ein anderes Institut ins Ausland zu gehen. Es gab keinerlei Probleme, dass ich irgendwo falsch zugeordnet wurde o.ä.
Warum ich unbedingt nach Prag wollte? Mein Freund ist Tscheche und ich wollte in Prag studieren, um mein Tschechisch  zu verbessern. Von daher hatte ich große Vorteile gegenüber anderen Erasmusstudenten. Ich musste keine Wohnung suchen, da ich mit meinem Freund zusammenzog, der sich um alles kümmerte und ich hatte immer jemanden, der mit mir zur Bank etc. gehen konnte oder mir generell immer Tips geben konnte, wie ich Sachen am besten regele. Aber auch für andere Erasmusstudenten war es relativ einfach, alles zu regeln.Wenn man nicht im Wohnheim wohnen möchte (was sehr gut vertsändlich ist, weil es keine Einzelzimmer gibt und einige der Wohnheime sehr spärlich eingerichtet sind, teilweise gibt es keine geschlechtergetrennten Badezimmer/Waschräume etc.), dann gibt es mehrere Facebook-Seiten (Erasmus Prague etc.), wo man sehr leicht etwas finden kann. Alle wichtigen Ämter, Krankenhäuser und Banken haben mindestens eine zentrale Stelle in der Stadt, wo die Leute auch Englisch sprechen. Wenn man nicht weiß, wie man irgendwelche anderen Sachen regeln soll, dann gibt es eine Gruppe von sehr engagierten Prager Studenten, die sich um die Erasmusstudenten kümmern und gerne helfen. Allerdings sollte man sich auch an diese Kontakte halten. Besonders wenn es um Banken und Krankenhäuser geht, dann sollte man zu diesen zentralen Stellen gehen. Sehr oft kommt man sonst mit Englisch überhaupt nicht weit und obwohl einige Leute trotzdem noch ihr bestes versuchen, sind viele andere dann einfach tierisch schlecht gelaunt und wollen einen loswerden. Ich musste mehrmals ins Krankenhaus und dachte, dass ich dann einfach in das Unikrankenhaus in meiner Nähe (Vinohrady) gehen kann. Das erste Mal hatte ich Glück und hatte einen Arzt, der Deutsch sprach. Die anderen Male kam ich auch mit Englisch nicht weiter und durfte schließlich meine Probleme auf Tschechisch schildern. Ich musste mehrere Untersuchungen machen lassen und die Zettel dazu (Vorkrankheiten, Krankheiten in der Familie etc) durfte ich auf Tschechisch ausfüllen. Zu der einen Untersuchung bekam ich einen Zettel mit allen möglichen Risiken, den ich sofort unterschreiben musste, aber den gab es natürlich auch nur auf Tschechisch.

Studium an der Gastuniversität

Die philosophische Fakultät der Karlsuni ist soweit ganz gut organisiert. Jedoch mit englischen Kursen kann man in einigen Fächern manchmal Probleme bekommen. Bevor ich nach Prag ging, habe ich mir schonmal das Kursangebot angeschaut, was sich als sehr gut herausstellte. Ich stellte nämlich fest, dass ich in meinem Hauptfach (Religionswissenschaften) 0 Kurse auf Englisch belegen konnte. Also belegte ich im Semester vor meinem Erasmusaufenthalt schonmal alle Kurse in meinem Hauptfach, dass ich mich in Prag auf mein Nebenfach konzentrieren konnte. Im ersten Semester gab es auch 4 Kurse auf Englisch, die ich belegen konnte. Im Sommersemester jedoch gab es nur 2 Kurse auf Englisch, da im Sommersemester wohl immer vergleichsweise wenig Studenten Erasmus machen. Das heißt, um meine Leistungspunkte zu bekommen und mein Studium nicht unnötig zu verlängern, hatte ich das Vergnügen, Philosophie auf Tschechisch studieren zu dürfen. Ich ging in der ersten Stunde zu den DozentInnen hin und schilderte ihnen in gebrochenem Tschechisch meine Situation und diese waren sehr hilfsbereit. Letztendlich war es gut für mich, diese Kurse zu belegen, denn mein Tschechisch hat sich dadurch sehr verbessert. Ich habe tatsächlich von mehreren Leuten gehört, die tschechische Kurse aufgrund mangelnden Angebots gewählt haben und habe mir sagen lassen, dass viele Dozenten in so einer Situation auch vorschlagen, dass man sich den Inhalt des Kurses zu Hause mit Büchern auf Englisch, Deutsch etc. erarbeitet und dann die Prüfung/Hausarbeit am Ende des Semesters auf Englisch schreibt. Also auch das ist kein Problem, wenn man kein Tschechisch spricht. Sonst gibt es unter Umständen auch an anderen Fakultäten Kurse, die auf die jeweilige Studienordnung zutreffen, z.B. gibt es zwei US-amerikanische Institute, die eigentlich für amerikanische Austauschstudenten gedacht sind, die Kurse zu allen möglichen Themen (meist mit Tschechien verbunden) anbieten und wo man als Erasmusstudent auch hingehen kann.
Unisport gibt es leider nicht in Tschechien, dafür kann man sich allerdings in Sportkurse der Sportstudenten einwählen. Wenn man darauf keine Lust hat, gibt es hier unglaublich viele Parks, wo man sehr gut joggen kann; im Vítkov-Park z.B. gibt es auch Sportgeräte, dass man während des Joggens kurz eine Pause einlegen kann und etwas am Reck o.ä. trainieren kann. Eine andere mögliche Freizeitaktivität ist das Orchester bzw. der Chor der Karlsuni. Ich selbst war im Orchester und kann es allen Interessenten weiterempfehlen (Infos dazu kriegt man auch automatisch per Mail). Das Orchester ist recht anspruchsvoll, allerdings gibt es keine Aufnahmeprüfung; ob man im Orchester bleiben will, kann man nach der ersten Probe dann selbst entscheiden. Jeden Mittwoch nach der Probe geht ein Teil des Orchesters in eine Kneipe in der Nähe, um ein paar Bier zu trinken. Das ist auch eine wunderbare Gelegenheit, um tschechische Studenten kennenzulernen!

Sprachkompetenz

Bevor das Semester anfing, konnte ich einen kostenlosen 2-wöchigen Intensivkurs Tschechisch besuchen, der von der Uni organisiert wird, und für den man sich jedes Wintersemester bewerben kann (Informationen dazu bekommt man, sobald den Erasmusplatz sicher hat). Es gibt ca. 10 Anfängerkurse und einen Fortgeschrittenenkurs. Die Anfängerkurse sind sehr zu empfehlen, da man wirklich schnell einige Kenntnisse des Tschechischen bekommt und zusätzlich noch viele Kulturveranstaltungen dazu hat. Der Fortgeschrittenenkurs ist allerdings überhaupt nicht empfehlenswert, weil sie in diesen Kurs alle Leute stecken, die irgendwie ein wenig Tschechisch sprechen können und das Sprachniveau in meinem Kurs ging von A1.1 bis B2, was auch der Lehrerin überhaupt keinen Spaß machte.

Studienfach: Philosophie und Religionswissenschaften

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 06/2017

Gastuniversität: Univerzita Karlova

Gastland: Tschechien


Rückblick

Insgesamt hat mir das Jahr in Prag wirklich sehr gefallen! Alle möglichen Probleme, die auftauchen können, (besonders in Sachen Sprachbarriere) sind lösbar und es gibt hier sehr viele freundliche Menschen, die sehr hilfsbereit sind. Es lohnt sich auch, während des Erasmusaufenthaltes ein wenig durch Tschechien zu reisen, denn es gibt noch viele andere wunderschöne Orte in Tschechien (das Erasmusnetzwerk z.B. bietet immer verschiedene Trips an). Sonst sollte man natürlich das tschechische Bier probieren; besonders gutes Pilsener aus dem Tank gibt es bei der „Lokal“-Kette oder bei „U Glaubiců“, das Personal spricht hier auch Englisch. Eine andere Sache, die in Prag sehr preiswert ist, ist Kultur. Es lohnt sich wirklich, einige Museen und Gallerien zu besuchen, denn der Eintritt ist wirklich günstig (außer es handelt sich um klassische touristische Attraktionen wie den Zoo, die Burg, das jüdische Viertel oder das obecní dům). Auch Konzert- oder Opernkarten gibt es hier sehr billig. So kann man für 10 Euro in das Nationaltheater (was von innen wirklich prächtig ist; sogar mehr noch als von außen) oder andere Konzertsäle gehen und tschechische Komponisten wie Dvořák oder Smetana hören. Alles in allem kann ich es wirklich sehr empfehlen, sein(e) Erasmussemester in Prag zu verbringen.

Tschechien

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