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Universidad de Valladolid 2015/16

Um mich auf meinen Auslandsaufenthalt in Spanien vorzubereiten, habe ich mich zunächst über die verschiedenen Partneruniversitäten der Universität Potsdam informiert. Meine oberste Priorität war eigentlich Sevilla, doch zum Glück bin ich nach Valladolid gekommen. Selbst Freunde aus Barcelona teilten mir mit, dass diese Universität zu empfehlen sei. Bei der Recherche im Internet, musste ich mich ein wenig umgewöhnen, da die Systeme zunächst nicht so strukturiert wie in Deutschland erscheinen. Hat man sich aber einmal zurecht gefunden, fällt dies auch nicht mehr auf. Bei Fragen und Problemen stehen Miguel und Fatima, Zuständige für ERASMUS-Studenten immer freundlich Rede und Antwort. Sie nehmen sich wirklich Zeit für die Studenten und nehmen einem die erste Aufregung.

Nach der Infoveranstaltung in Potsdam, ging die Kontaktaufnahme mit der Gasthochschule ohne Probleme vonstatten. Die Bewerbungsunterlagen konnten per Email gesandt werden. Allerdings muss man damit rechnen, dass man des öfteren nachfragen muss, da sich die spanische Mentalität nicht auf bürokratische Angelegenheiten auswirkt. Bei mehrmaligem Nachfragen, hat aber niemand genervt reagiert. Sie nehmen diese Sachen nur lockerer. 


Studium an der Gastuniversität

Gastuniversität: Universidad de Valladolid

Gastland: Spanien

Zur Vorbereitung musste man sich die passenden Lehrveranstaltungen raus suchen, um das Learning Agreement auszufüllen. Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass ich meinen gesamten Plan umwerfen musste. Grund dafür war folgende Sachen: bei Anmeldung im internationalen Büro vor Ort, hat man von den Zuständigen eine Übersicht mit allen Lehrveranstaltungen, die man belegen kann, bekommen. Unter diesen waren jedoch keine, die ich mir zuvor aus dem Internet gesucht habe. An der Gasthochschule gab es aber keine Probleme und man konnte sich in Ruhe die passenden Veranstaltungen aussuchen und ummelden.

Tipp: Man sollte immer Kontakt mit den Professoren aufnehmen, da sie einem vorab zusätzliche Informationen geben können. So kann man sich gegebenenfalls doch noch umentscheiden. Mit dem Betreuer an der Gastuniversität gab es bei mir keine Probleme. Allerdings muss man einige des öfteren hinterher schreiben, um einen Termin zu bekommen. Da sollte man Ruhe bewahren und einfach immer wieder schreiben oder ins Büro gehen.

Das Studium selbst gestaltete sich ein wenig wie in der Schule: jede Woche gab es Hausaufgaben, die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt auf eine Onlineplattform hochgeladen werden mussten. Auf diese bekam man Teilnoten, die eine Vornote ergeben. Die Gesamtnote setzt sich z.B. aus 40% Vornote und 60% Klausur zusammen.

Tipp: Vor der Klausur sollte man sich mit den Professoren in Verbindung setzen, um die Situation genau zu klären. Einige machen mit den Austauschstudenten extra Prüfungstermine aus, da sie andere Prüfungen bekommen. Aber auch wenn man die gleiche Prüfung wie die spanischen Studenten schreibt, ist ein Gespräch mit den Professoren zu empfehlen.

Auf die anderen Studenten muss man einfach offen zugehen und fragen, dann helfen sie auch. Ich habe an der Universität in keinster Weise Ablehnung erfahren, als ich andere Studenten um Hilfe gebeten habe. Auf die einheimischen muss man allerdings zugehen, da sie sonst eher wenig Kontakt suchen. Das meinen sie meines Erachtens aber nicht böse. 

Gastuniversität: Universidad de Valladolid

Gastland: Spanien

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Für mich persönlich hat sich der Aufenthalt in Castilla y León sehr gelohnt. In dieser Region sprechen sie das klarste Spanisch, ohne starken Akzent. Dieses wird meist auch an der Schule und Hochschule vermittelt („castellano“). Anfangs wollte ich vor allem den Spaniern gegenüber ohne Fehler äußern, weshalb ich zunächst wenig sprach. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie sich sehr darüber freuen, wenn jemand überhaupt versucht in ihrer Sprache zu sprechen. Ohne Spanischkenntnisse kommt man dort auch nicht weit, da der Fremdsprachenerwerb nicht so groß geschrieben wird wie in Deutschland.

Glücklicherweise lebte in meiner WG ein Mexikaner, der uns, nach Absprache, korrigierte. Irgendwann wurde das Sprechen immer flüssiger und fehlerfreier. Insgesamt haben sich meine Sprachkenntnisse deutlich verbessert, da man auch einfach gezwungen ist zu sprechen. 

Wohn- und Lebenssituation

Mein Zimmer habe ich mir vorab unter piscompartido.com gesucht und landete eine wahren Glückstreffer. Ich wohnte in der Nähe vom Plaza Circular. Von dort aus waren es 20 Minuten zu Fuß zur Universität. Einige sind nochmal umgezogen oder haben sich über das Programm eine „ERASMUS-Wg“ gesucht. Allerdings wollte ich auch mit anderen und vor allem Einheimischen in Kontakt kommen. Während der Infoveranstaltung vor Ort bekommt man dann auch nochmal 

Informationen zur Wohnsituation und kann im internationalen Büro immer nochmal nachfragen. Die Lebenshaltungskosten sind mehr oder weniger gleich. Die Kaltmieten kann man eventuell mit Studentenwohnheimen in Potsdam vergleichen. Obst und Gemüse sind in Spanien wesentlich billiger.

Tipp: In Valladolid gibt es zwei Filialen der Deutschen Bank, einmal auf dem Paseo de Zorilla und in der Straße Calle Montero. 

Tipps 

  • Sprecht die Leute an: Geht einfach offen auf sie zu, dann werden sie euch helfen.
  • Fragt nach: schreibt den Professoren Emails, geht in ihre Büros.
  • Reisen: ESN und Viajes Erasmus Valladolid bieten tolle Reisen zu wirklich guten Preisen an. Busse z.B. zum Flughafen nach Madrid findet man unter busbud.com. Man kann aber auch Mitfahrgelegenheit nutzen. (blablacar)
  • ESN Karte: Holt euch die ESN Karte, damit könnt ihr unter anderem an den Reisen von ESN teilnehmen. Es gibt aber auch andere Vergünstigungen wie bei ALSA, der Busgesellschaft. Städte die man sehen sollte: Madrid, Segovia, Salamanca, Burgos, Valencia
  • Krankheit: Wird man doch mal krank, kann man nicht einfach zu einem Arzt gehen. Man muss das für sein Wohngebiet zuständige „Centro de Salud“ aufsuchen und sich dort anmelden. Dann wird man einem Arzt zugeteilt.
  • Wohnen: Man sollte sich rechtzeitig um ein Zimmer kümmern. Man kann das Angebot der Universität wahrnehmen. Dann wohnt man allerdings nur mit ERASMUS-Studenten zusammen. Alternative: pisocompartido.com
  • Für Vegetarier: Fragt man, ob ein Gericht vegetarisch ist, wird dies meistens mit ja beantwortet. Allerdings kann es immer mal sein, dass Fisch dabei ist. Das gilt in Spanien nämlich oft als vegetarisch.

Rückblick

Das Auslandssemester in Valladolid hat sich für mich persönlich mehr als gelohnt. Mein oberstes Ziel war es, meine Sprachkenntnisse zu verbessern, was ich auch verwirklichen konnte. Man lernt während des Aufenthalts aber nicht nur die Sprache intensiver. Auch die spanische Kultur wird einem „einverleibt.“ Man erfährt auch, wie viel man eigentlich alleine in einem fremden Land stemmen kann. Ist man vor Abreise nervös und hat vielleicht auch Angst vor dem Alltag an der Universität, so fährt man mit mehr Selbstbewusstsein nach Hause.