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Universidad de Valladolid 2012/13

Mit diesem Erfahrungsbericht möchte ich über meinen absolvierten ErasmusAufenthalt im akademischen Jahr 2012-13 in Spanien berichten und den zukünftigen Erasmus-Studenten einen kurzen Einblick in einem Erasmus-Aufenthalt verschaffen.


Die ersten Schritte zum Erasmus-Aufenthalt

Studienfach: B. Ed. Mathematik/ Spanisch LG Lehramt

Aufenthaltsdauer: 09 /2012 – 06 /2013

Gastuniversität: Universidad de Valladolid

Gastland: Spanien

Wenn man an einem Erasmus-Programm teilnehmen möchte, muss man sich an den zuständigen Erasmus Koordinator an seiner Fakultät wenden und sich dort bewerben. Nach der Zusage seiner Heimatuni muss man alle Schritte selbst verfolgen. Fortan fängt die Selbstorganisation mit der Anmeldung an der Gastuni für das Auslandjahr an. Nach der fristegerechten Anmeldung1 an der Universität von Valladolid, bekommen die Erasmus-Incoming-Studenten einen Service von der Universität von Valladolid angeboten. Man erhält sein individuelles Erasmus-Uni-Account, indem man seinen aktuellen Bearbeitungsstatus über die ganze Aufenthaltsdauer verfolgen kann. Die Universität von Valladolid bietet WGs, Gastfamilien und Studentenwohnheime an, bei denen man während des Aufenthalts wohnen kann. Wobei man sich hierfür anmelden muss. Ich hatte diesen Service in Anspruch genommen und wählte als erste Präferenz das Studentenwohnheim, als zweites eine spanische Familie und als letzte die Wohngemeinschaft. Ich entschied mich für die Familie, da die Studentenwohnheime meinen Vorstellungen nicht entsprachen. In den Studentenwohnheimen gibt es weder Kochmöglichkeiten noch eine Kantine, sodass man gezwungenermaßen draußen essen muss. Die monatliche Miete liegt bei ungefähr 600 Euro ohne Verpflegung, sodass ich mich für die Anfangszeit für die spanische Gastfamilie entschieden habe. Denn bei der Gastfamilie betragen die Kosten 450 Euro pro Monat mit Verpflegung. Die Familie hat mich sehr herzlich aufgenommen und mich über die spanische Kultur und Bräuche aufgeklärt, was mir für die Anfangszeit sehr geholfen hat. Nach drei Monaten zog ich aus der Familie aus und gründete ich eine eigene Wohngemeinschaft mit einem anderen Erasmus-Studenten. Zudem sollte man wissen, dass ich mich bewusst für die erste Zeit für eine spanische Familie entschieden habe, da es nichts Besseres gibt um eine Kultur und die Sprache kennenzulernen. Es fiel mir nach den drei Monaten ziemlich schwer mich von der Familie zu trennen, da sie mich wie ein Familienmitglied behandelt haben. Aber es musste seien, da ich auch die andere Seite kennenlernen wollte, das spanische Studentenleben.

Der Wohnungsmarkt in Valladolid ist überfüttert, sodass jeder für ca. 150-190 Euro ein Zimmer bekommt. Man würde sogar nach der Ankunft ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft bekommen, denn überall hängen Wohnungsanzeigen an den Laternen und Pinnwänden. Ich bin drei Wochen vor dem Semesterbeginn der Universität von Berlin nach Valladolid geflogen. Einerseits um einen Spanisch-Kurs zu besuchen, andererseits um mich ein bisschen vor der Vorlesungszeit mich an das Leben in Valladolid zu gewöhnen. Wie es sich später herausstellte, war es eine gute Idee, da eine Festwoche in Valladolid stattgefunden hatte. Ich empfehle jedem paar Wochen vor dem Semesterbeginn anzureisen um solche Möglichkeiten nicht zu verpassen.

Alle Wege führen über Madrid. Wenn man nach Valladolid gelangen möchte, muss man einen Zwischenstopp in Madrid machen, da es keinen Direktflug von Berlin aus gibt. Von Madrid hat man zwei Möglichkeiten für die Weiterfahrt, entweder fährt man mit dem Bus oder mit dem Zug. Wenn man mit dem Bus fahren möchte, kann man es über die Busgesellschaft ALSA für circa 15 Euro machen, welches die günstigere Variante ist, aber dafür mit der längeren Fahrtzeit von zweieinhalb Stunden. Als alternative kann man von Madrid mit der Renfe (die spanische Zuggesellschaft) für ungefähr 40 Euro mit einem Hochgeschwindigkeitszug mit einer Fahrzeit von einer Stunde fahren.

Die Erasmus-Incoming-Studenten werden in Casa de Estudiante von Fátima betreut. Eine sehr nette kompetente Frau, die professionell arbeitet. Bei ihr fühlt man sich in guten Händen. Sie erklärt alles von A bis Z und weist sowohl auf obligatorische Aufgaben für einen Erasmus-Studenten als auch auf wichtige Termine hin. Außerdem bekommt man im Casa de Estudiante sein Studentenausweis. 

Studienfach: B. Ed. Mathematik/ Spanisch LG Lehramt

Aufenthaltsdauer: 09 /2012 – 06 /2013

Gastuniversität: Universidad de Valladolid

Gastland: Spanien

Das Uni-Leben in Valladolid

Die Universität von Valladolid ist einer der ältesten des Landes und auch sehr anspruchsvoll. Als ich ankam wurde das neue Campus Miguel Delibes, wo sich die naturwissenschaftlichen Fakultäten befinden, eröffnet. Trotzdessen fand ich unter den Fakultäten die Facultad de Filosofia y Letras am schönsten, in der ich zwei Semester studiert habe. Die Fakultät hat eine relativ gute geografische Lage und es gibt in der Umgehung sehr viele Wohngemeinschaften, die sich optimal für den UniAlltag eignen.

Das Uni-System ist etwas anders als in Deutschland aufgebaut. Man bekommt für jedes Fach sechs „Credits“ und man hat insgesamt 60 Stunden pro Fach im Semester. Das macht in der Regel vier Stunden Unterricht pro Fach in der Woche, sodass man zeitlich gesehen nicht mehr als 5 Fächer pro Semester wählen kann. Die regulären Zeiten der Lehrveranstaltungen finden vormittags von 9 bis 14 Uhr und nach der Siesta von 16 Uhr bzw. 17 Uhr bis 21 Uhr statt. Es gibt nur eine Art von Lehrveranstaltung, die ein Mix aus Vorlesung und Seminar ist und größtenteils in 20 bis 30 Personen angepassten Räumlichkeiten stattfinden. Es herrscht eher ein Klassenklima, die mich an meine Schulzeit erinnerte. Die Dozenten sind nett und hilfsbereit und sprechen nach einiger Zeit die Studenten mit ihren Vornamen an, welches die Lehratmosphäre persönlicher und angenehmer macht. Sie bieten mehrere Sprechstunden in der Woche an, die ich zur Anfangszeit sehr nutzte, um mich persönlich vorzustellen und um meine offen gebliebenen Fragen zu stellen. Um die Lehrveranstaltung mit einem Leistungsumfang von sechs Kredits zu bestehen, verlangen die meisten Dozenten ein Referat, eine Hausarbeit und die Teilnahme an einer Klausur. Daher würde ich bei der Fächerwahl empfehlen, in den ersten Wochen so viele Kurse wie möglich zu besuchen und dann für sich interessant empfundene Kurse im Learning Agreement einzutragen bzw. ändern. Der Aufwand, den man für die Uni erbringen muss, sollte man auch nicht als Erasmus-Student unterschätzen. Einige denken nämlich, als Erasmus-Student hat man viele Vorteile und man muss nicht viel tun oder ist es leichter die Kurse zu bestehen. Das ist leider nicht der Fall, sondern im Gegenteil, es ist durch die nicht so guten Sprachkenntnisse eher ein Nachteil.

Der Anteil der Erasmus-Studenten an der Facultad de Filosofia y Letras ist relativ hoch und das macht sich sowohl in der Vorlesung als auch außerhalb des Campus bemerkbar. Es sind Studenten aus aller Welt anwesend und dadurch bekommt man den Eindruck, dass in der ganzen Stadt ein interkultureller Austausch stattfindet. Es ist eine super Gelegenheit Menschen aus anderen Kulturkreisen kennenzulernen.  

Das Leben in Valladolid

Valladolid liegt circa 200 km nordwestlich von Madrid und ist die Provinzhauptstadt von Castilla y León. Die historische Stadt zählt zu einer der Konservativsten Städte des Landes mit ungefähr 300.000 Einwohneren. Hinzu kommt noch, dass in Valladolid das reinste Spanisch gesprochen wird. Die Baranzahl in der Stadt ist einer der höchsten in ganz Spanien. Jeden Donnerstag ist Tapas-Tag. Fast jede Bar bietet seine Tapas für einen günstigen Preis an. Daher gehen die Spanier donnerstags tapear, also ziehen bis in die späte Nacht von Bar zu Bar, um die köstlichen Tapas zu essen.

An heißen Sommertagen kann man an den kleinen künstlichen Stadtstrand Playa de las Moreras am Fluss Pisuerga gehen. Die meisten gehen dorthin, um sich zu sonnen oder um sich etwas zu erholen, die wenigsten gehen dahin, um zu schwimmen. Ein Volleyball- bzw. Beachvolleyballplatz, ein Fußballplatz und diverse Sportmöglichkeiten sind Vorort vorhanden. Als ein alternativer Erholungsort findet am Stadtpark Campo Grande, wo man einen Spaziergang in Begleitung von Gänsen, Enten uns Pfauen machen kann.

Es gibt für Sportsfreunde die Möglichkeit ihre sportlichen Aktivitäten in Valladolid weiter zu treiben. Als Student hat jeder das Recht eine Stunde pro Woche die Sportinstallation der Universität von Valladolid zu nutzen, wobei man die Sportalle oder den Sportplatz vorher über das Internet reservieren muss. Man kann sich mit den anderen Sportbegeisterten zusammen tun und wöchentlich gemeinsam ein Volleyball- oder Fußballspiel organisieren und das alles kostenlos. Die Universität hat mit bestimmten Fitness-Centren eine Kooperation, die für die Studenten sowohl Kredits, als auch Vergünstigungen anbieten. Was mir persönlich sehr gefallen hat, ist das Sport-Nacht-Event „vallanoche“, das vom Rathaus organisiert wird. Bei diesen sportlichen Veranstaltungen ist alles gratis und findet an jedem Wochenende abwechselnd in einer Sporthalle oder Schwimmhalle statt. In den verschiedenen sportlichen Aktivitäten findet man die Möglichkeit mit Spaniern in Kontakt zu treten, welches für die eigene Sprachentwicklung vom Vorteil ist.

Die Einkaufsmöglichen in Valladolid sind auch sehr gut geben. Im Stadtzentrum am Plaza Mayor und im Einkaufszentrum Valsur findet man fast alles was man braucht. Als alternative kann man auch zum Rio Shoppingcenter fahren, welches etwas außerhalb der Stadt liegt. Die Fahrt mit dem Bus dorthin lohnt sich auf jeden Fall. Im Shoppings-Center sind diverse Läden, wie Restaurants, ein Kino, Ikea, Elektrogeschäfte, usw. Durch die Siesta die zwischen 14 Uhr bis 17 gehalten wird, ändern sich auch die Aktivitäten auf den Straßen. Man bekommt das Gefühl während der Siesta, dass man in einer unbewohnten Stadt lebt. Ich brauchte einige Zeit um mich daran zu gewöhnen.

Zu Fuß ist fast alles in der Stadt gut erreichbar, sodass man die öffentlichen Transportmittel selten benutzt. Dennoch empfehle ich, jedem eine Buskarte Tarjeta Bonobus bei der Caja-Duero zu beantragen. Es dauert nur ein paar Minuten bis man die aufladbare Buskarte von der Angestellten entgegennimmt und somit zum halben Fahrpreis fahren kann.

Durch die zentrale Lage von Valladolid bietet es sich an, zu den Nachbarstädten Ávila, León, Burgos, Segovia, Salamanca und Palencia, sowie in den Norden von Spanien und nach Portugal mit dem Bus oder mit dem Zug zu fahren. Der Studentenverein ESN organisiert regelmäßig Reisen und Kurztrips, an denen man auch teilnehmen kann.


Rückblick

Die Erasmus-Zeit war einer meiner besten Zeiten, die ich hatte. Meine Ziele, die ich mir vor dem Erasmus gesetzt hatte, habe ich alle erreicht, sogar übertroffen. Die Kurse, die ich an der Universität von Valladolid belegte, habe ich fast alle erfolgreich bestanden. Ich habe sowohl meine kulturellen Kompetenzen, als auch mein Weltwissen durch das ERASMUS-Programm erweitert und viele neue Freunde dazu gewonnen. Ich empfehle daher jeder Kommilitoninnen und jedem Kommilitonen, die /der eine Sprache Studiert, auf jeden Fall in ein Land zu reisen und sich dort eine Weile zu aufzuhalten, wo ihre /seine Lernsprache gesprochen wird. Man lernt Sachen, die man in den Büchern bzw. in den Sprachkursen nicht findet.