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Universitat de Valencia 2013/14

Bereits vor meiner Bewerbung stand für mich fest, dass ich auf jeden Fall in Valencia mein Erasmusjahr absolvieren möchte. Ich füllte das übliche Bewerbungsformular mit dem Erstwunsch Valencia aus und wurde angenommen. Noch vor meinem Auslandsaufenthalt musste ich an der Universität Potsdam ein Learning Agreement einreichen, welches ich auch an die Universitat de València zur dortigen Unterzeichnung schicken musste. Außerdem waren die Informationsveranstaltungen an der Universität Potsdam hilfreich und unerlässlich.


Studienfach: Spanische Philologie

Aufenthaltsdauer: 09 /2013 – 07 /2014

Gastuniversität: Universität Valencia

Gastland: Spanien

Bereits vor meinem Auslandsaufenthalt habe ich mich um eine Unterkunft gekümmert. Ich hatte das Glück, dass ein Freund von mir sein Erasmusjahr beendete als ich mein Auslandsjahr begann. Ich bekam das Zimmer in seiner WG und wohnte dort mit einem Deutschen und einer Spanierin zusammen. In der Nähe der Metrostation Amistat kam ich unter, die nur 20 Minuten zu Fuß von der Universität entfernt liegt. Nach dem ersten Semester wechselte ich dann meine Wohnung, weil die Bewohner in der WG ausgetauscht wurden und ich ein besseres Wohnungsangebot erhielt. Von Februar bis Ende Juli kam ich in Benimaclet bei zwei Spaniern unter. Der Weg von Benimaclet zur Universität war vergleichbar zu dem Weg von Amistat zur Uni und die Distanz zur Altstadt war kürzer. Auch wenn die Altstadt meistens von Touristen überlaufen ist und die Preise im Vergleich zu anderen Stadtteilen (Ruzafa ausgenommen) teurer sind, ist es der schönste Teil von Valencia.

Das Studium in Valencia hat sich aus meiner Sicht deutlich von dem in Potsdam unterschieden. Man bekommt dort mehr Credits für einen Kurs (in der Regel sechs) und hat weniger Möglichkeiten bei der Kurswahl. Insgesamt erschien mir das Studieren dort viel verschulter als in Potsdam. Doch trotzdem war das Studienklima sehr gut. Auch die Kommilitonen haben mich bei Fragen unterstützt. Dabei ist es aber wichtig, dass man auch auf die Studenten zugeht. Viele Erasmus-Studenten sind überwiegend in „Erasmus-Gruppen“ geblieben, da ihnen dort auf Englisch oder Deutsch die Kommunikation leichter fiel. Ich kann davon nur abraten und empfehlen sich einen spanischen Freundeskreis aufzubauen. Das hat natürlich zum einen den sprachlichen Vorteil, aber zum anderen bekommt man einen ganz anderen Einblick in die Kultur und das Land, als wenn man als Tourist sein Erasmus verlebt. Ich studierte bis auf einen Sprachkurs ausschließlich am Blasco Ibañez. Innerhalb dieses Studienkomplexes befindet sich auch eine Bibliothek, in der man scannen und jederzeit am Computer arbeiten kann. Im Kurs „Norma y Uso“ wurde auch eine Bibliotheksführung angeboten. Auch werden Kurse für sämtliche Sportarten angeboten. Da ich schnell Freunde fand, die sich regelmäßig zum Sport verabredeten, schrieb ich mich aber für keines der Angebote in diesem Bereich ein.

Da die Stadt nicht sehr groß ist, bin ich dort viele Strecken zu Fuß gelaufen. Auch wenn der öffentliche Nahverkehr von den Anbindungen her gut ist, musste man besonders abends lange auf die Metro oder den Bus warten. Außerdem fährt die Metro nachts nicht mehr, sodass laufen oder Taxifahren die einzigen Möglichkeiten waren. Im Vergleich zu Berlin ist das Taxifahren (wenn man nicht vom oder zum Flughafen fährt) viel billiger. Zwar liegt der Einstiegspreis bei 6€, dafür erhöht sich der Preis in der Regel nicht, sodass man, wenn man in einer Gruppe unterwegs ist, günstig von einem Ort zum anderen gelangen kann. Aber auch eine 10-Fahrtenkarte ist billig. Sie kostet um die 8€ und ist bei Wiederaufladung noch etwas billiger. Diese kann an jeder Metrostation gekauft werden, gilt aber nicht für den Bus. Man kann aber an Kiosks Karten erstehen, die sowohl für die Metro als auch für den Bus gelten. Ein anderes wichtiges Fortbewegungsmittel in Valencia ist das Fahrrad. Es gibt in der ganzen Stadt sogenannte Valenbisis. Das sind Fahrräder, die an diversen Stationen in ganz Valencia verteilt sind. Sollte man zu Stoßzeiten mit einem Valenbisi zur Uni fahren, kann es des öfteren passieren, dass man keinen Platz an der nächst gelegenen Station zur Uni findet und länger suchen muss. Der Preis für eine Valenbisi- Jahreskarte liegt bei ungefähr 26€.

Über meine Sprachkompetenz kann ich sagen, dass sie sich enorm verbessert hat. Bereits vor meinem Auslandsaufenthalt hatte ich bereits die Kurse „Oral I“ und „Oral II“ aus dem Sprachmodul absolviert, was sehr wichtig für mich war. Als ich in Valencia ankam, war es zu Beginn unglaublich anstrengend in den Gesprächen die Konzentration hochzuhalten, um ja nicht den Anschluss zu verlieren. Die Sprachgeschwindigkeit war anfangs für mich die größte Herausforderung neben dem Vokabular. Nach drei Monaten, in denen ich aber auch fast ausschließlich spanisch gesprochen hatte, bemerkte ich erste wirkliche Fortschritte. Da in Valencia auch viel katalanisch gesprochen wird, war das eine zusätzliche Herausforderung. In der Regel wird in der Stadt Valencia größtenteils spanisch und auf den Dörfern katalanisch gesprochen. Da meine Freunde aber nahezu komplett aus Dörfern kamen, hatte ich auch in Valencia nicht nur mit spanischen , sondern auch mit katalanischen Sprache zu kämpfen. Im Oktober 2013 entschied ich mich außerdem meinen Auslandsaufenthalt um ein weiteres Semester zu verlängern. Die Zeit verging wie im Flug und ich wollte meine sprachliche Kompetenz weiter verbessern. Jetzt kann ich sagen, dass ich mit meinem Spanisch und auch dem Katalanisch, das ich spreche, zufrieden bin. Es war am Anfang schwer und anstrengend, aber die Mühen haben sich auf jeden Fall gelohnt.

Der wichtigste Tipp, den ich nur jedem geben kann, der ein Auslandssemester macht, ist auf die Leute zuzugehen. Es wird niemand zu Einem kommen und fragen, ob man mit ihm befreundet sein will. Der erste Schritt muss von einem selber kommen. Der Rest ergibt sich anschließend von alleine, besonders, da die Spanier generell sehr aufgeschlossen sind und es nahezu unmöglich ist keine spanischen Freunde zu finden. Man wird das Land dann auch ganz anders wahrnehmen und sich auch als ein Teil davon betrachten. Außerdem sollte man sich von Rückschlägen nicht entmutigen lassen. Es wird auf keinen Fall alles so werden, wie in Deutschland und dass nicht alles nach Plan läuft ist auch völlig normal. Auch wenn man sich innerhalb Europas befindet, gibt es doch große kulturelle Unterschiede zwischen Spanien und Deutschland. Wenn man mit Engagement und einer gewissen Entspannung an die Erfahrung“ Auslandssemester“ herangeht, ist das eine sehr gute Basis.

Studienfach: Spanische Philologie

Aufenthaltsdauer: 09 /2013 – 07 /2014

Gastuniversität: Universität Valencia

Gastland: Spanien