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Universitat de Valencia 2013/14

Die Vorbereitung begann schon ein Jahr vor dem eigentlichen Erasmus-Aufenthalt in Form eines Sprachkurses. Ich wollte eine weitere Fremdsprache lernen und habe mich für Spanisch entschieden, welche ich dann mit einem Auslandaufenthalt vertiefen und verbessern wollte. Somit habe ich ein Jahr lang Spanisch an der Universität gelernt, was auch sehr zu empfehlen ist, da man sich ohne jegliche Sprachkenntnisse in Spanien äußerst schwer tun wird. Außerdem beginnt die Bewerbung für ein Erasmus-Semester im Wintersemester ebenso nahezu ein Jahr vorher. Dazu fordert der Erasmus-Koordinator der Sport- und Gesundheitswissenschaften, Herr Dr. Linné, ein Motivationsschreiben von einer DIN A4-Seite. Zum Ende des Wintersemesters, im Februar/März erhält man dann Bescheid, ob man einer der Glücklichen ist, die ins Ausland gehen dürfen. Kleiner Tipp, ab und zu zum Stand der Dinge nachfragen beim Koordinator schadet nicht. ;) 


Bewerbung an der Gasthochschule

Studienfach: Sportmanagement

Aufenthaltsdauer: 08 /2013 – 02 /2014

Gastuniversität: Universität Valencia

Gastland: Spanien

Die Bewerbung an der Universitat de València läuft automatisch von statten, da Herr Linné die Namen der Erasmus-Studenten direkt weiterleitet. Im April erhält man dann eine E-Mail in der man den „Letter of acceptance“ in dreifacher Ausfertigung erhält. (Englisch, Castellano, Valenciano). Außerdem erhält man einen Account der Uni Valencia, in dem man ein Passbild, den Nachweis einer Auslandskrankenversicherung und persönliche Daten eintragen soll. Gut möglich, dass das Hochladen des Bildes oder Sonstiges nicht funktioniert, aber ich konnte das alles direkt an der Fakultät in Valencia nachreichen.

Studienfach: Sportmanagement

Aufenthaltsdauer: 08 /2013 – 02 /2014

Gastuniversität: Universität Valencia

Gastland: Spanien

Organisation

Vor dem Antritt sollte man sich schlau machen, welche Kurse überhaupt an der Gasthochschule angeboten werden, da man ein Learning-Agreement abschließen muss und das davor vom Koordinator der Heimathochschule unterzeichnet werden muss. Am besten und einfachsten ist es dieses Agreement einzuscannen, an die Uni in Valencia zu schicken, mit der Bitte, dass sie es unterschrieben zurückschicken. Wenn man dann in Spanien ist kann dies jedoch noch verändert werden, was auch sehr häufig nötig ist.

Die Kurse für die Sportfakultät der Universitat de València findet man hier: http://www.uv.es/uvweb/physical-sport-activity/en/undergraduate-degreestudies/degrees/degree-programmes-offered/degrees-1285850182207.html Hier ist Vorsicht geboten: Die Studenten der „Facultat de Ciències de l’Activitat Física i l’Esport“ müssen Kurse sowie in Castellano, als auch in Valenciano absolvieren. Beispiel Fuß- ball ist im WS13/14 in Valenciano, im SS in Castellano. 

Außerdem sollte man sich für das Auslandsemester beurlauben lassen, da man sich damit mindestens das Semesterticket für Potsdam/Berlin und somit über 140€ sparen kann. Dazu benötigt man nur die „Bescheinigung über das Erasmus-Studium“ (bekommt man bei einer Informationsveranstaltung im SS), welche man ebenso für das BAföG-Amt, Kindergeldstelle etc. braucht. 

Unterkunft

Ich hatte das Glück an der Uni Potsdam einen Spanier kennenzulernen, der in Valencia studiert und dieser hat mich direkt an einen Freund in Valencia weitergeleitet der ein freies Zimmer hatte. Somit habe ich mit drei Spaniern zusammengelebt, was der Verbesserung der Sprache natürlich sehr gut und zu empfehlen ist.

Ansonsten ist das Einfachste - machen auch 90% der Studenten - sich ein Hostel für 2-3 Tage zu suchen und dann auf eigene Faust auf die Suche nach einem Zimmer zu gehen. Dafür muss man eigentlich nur von Ampel zu Ampel oder Straßenlaterne gehen, da dort durchschnittlich 30 private Anzeigen von Studenten hängen, die auf der Suche nach Mitbewohnern sind.

Die Preise der Zimmer betragen durchschnittlich zwischen 150-220€, je nachdem wie groß und wo. Im Winter kann es schon mal kalt werden, da eine Isolation so gut wie nicht vorhanden ist und in mehr als 80% der Wohnungen gibt es keine Heizungen. Die meisten Spanier haben aber Heizlüfter oder ähnliches. 

Studium an der Gasthochschule

Mit Englisch kann man sich im International Office noch gut durchschlagen, an der Fakultät kommt man damit aber nicht sehr weit. Selbst das Englisch der meisten Studenten ist mehr als dürftig, sodass Vorkenntnisse in Spanisch nahezu schon obligatorisch sind.

Zuerst geht man zum o.g. International Office, wo man sich sozusagen als in Valencia angekommen meldet, eine Begrüßungstasche erhält, Informationen über die Stadt, Universität, seiner Fakultät etc. Anschließend kann man direkt zur Sportfakultät gehen, da diese fast neben dem International Office liegt. Dort angekommen bekommt man das erste Mal die spanische Mentalität deutlich zu spüren. Entweder man hat Glück und kommt sofort dran oder man wartet eine halbe Stunde, um dann gesagt zu bekommen, dass geschlossen wird und man einen Termin ausmachen soll. Hat man es geschafft zu einer Sekretärin zu kommen, nimmt diese die Daten für den Studentenausweis auf, fragt welche Kurse man belegen möchte (Sollte man unbedingt vorher wissen und sich schon einen Stundenplan zusammengestellt haben) und persönliche Daten, sowie Kontaktdaten. Außerdem erhält man einen Zugang für die „Aula Virtual“, ähnlich dem Moodle der Uni Potsdam. Alles in allem Dinge, die in gut 15 Minuten abgehakt sein können, allerdings saß ich dort zwei Stunden – wie gesagt spanische Mentalität. 

Die praktischen Kurse sind gegensätzlich zur Uni Potsdam vierstündig und mit einem viel höheren Aufwand versehen. Beispiel Fußball: Erste Klausur ist über FIFA-Regeln: 148 Seiten PDF-Dokument. Des Weiteren muss man ein sog. Praktisches Buch kaufen in dem man im Laufe des Semesters selbst sehr viele Übungen entwickeln soll – ähnelt eher einem Trainerschein. Die Abschlussklausur ist praktisch, man erhält ein Thema, z.B. „die Annahme“, muss dann ein Spiel und drei Übungen, die aufeinander aufbauen, theoretisch zeichnen und beschriften und anschließend auf dem Fußballfeld aufbauen und die anderen Kursteilnehmer anleiten, verbessern und Fehler ansprechen – selbstverständlich in Spanisch.

Die Suche nach einer Mensa hab ich nach ein paar Tagen aufgegeben, jedoch gibt es direkt an der Fakultät sehr viele Pubs und Cafés, in die es die Studenten in Freistunden als auch Abends nach getaner Arbeit zieht.

Die UV bietet selbst keinen Sprachkurs an, jedoch gibt es eine Kooperation mit „Centre d‘idiomes“, wo man im August vierwöchige Intensivsprachkurse (220€) absolvieren kann, sowie während des Semesters einen 60-stündigen Sprachkurs (für Erasmus-Studenten 60€/ Nicht-Erasmus >300€, 4 Stunden wöchentlich) belegen kann. Allerdings muss man dort einen Aufnahmetest machen, egal welches Sprachniveau man schon in Deutschland erreicht hat. Die Kurse sind mit maximal 15 Kursteilnehmern sehr gut, es wird viel gesprochen und man verbessert sich dadurch sehr. 

Alltag und Freizeit

Das Wichtigste ist eine Kreditkarte. In Spanien kann man alles und überall mit Kreditkarte bezahlen. Ich habe bei der DKB ein Konto eröffnet und die DKB Studentcard erhalten – mit dieser kann man überall auf der Welt kostenlos abheben, sowie meistens auch kostenlos bezahlen. 

Öffentliche Verkehrsmittel

Das Metronetz von Valencia ist sehr gut ausgebaut und man kommt problemlos überall hin, egal ob zum Strand, in die Altstadt oder zum Flughafen. Am Flughafen muss man um in die Stadt zu kommen ein Ticket kaufen, welches 3,90€ kostet (+1€ Pfand), diese Karte (Mobilis) sollte man aufheben und es empfiehlt sich eine Plastikkarte (2€ Pfand) zu kaufen. Diese Karte ist jederzeit aufladbar – am besten eine 10-er Karte (Bonometro) für den Tarifbereich A - und man braucht sie auch für ein sog. Valenbisi-Abo. Valenbisi: Valencia + bicicleta (http://www.valenbisi.es) Es stehen einem 2750 Fahrräder und 275 Stationen zur Verfügung. Man muss sich online mit Hilfe der Nummer seiner Mobilis und einer Kreditkarte registrieren, erhält eine E-Mail mit einem Verifizierungscode, geht an die nächste Station und schaltet seinen Valenbisi-Account frei und kann fortan losradeln. Man muss sich ein Einjahres-Abo kaufen, welches ab 2014 27,12€ kostet, jedoch sind die erste halbe Stunde jeder Fahrt umsonst. Sollte man länger für eine Strecke brauchen, sucht man sich die nächste Station und tauscht das Fahrrad einfach und die Zeit beginnt wieder bei 0. Für die Stationssuche empfiehlt sich die Valenbisi-App mit der man alle Stationen in der Umgebung sieht und auch wie viele Plätze noch frei sind. So sehr ich Valenbisi in meiner Zeit geschätzt habe, es gibt auch Probleme. Zum einen kann es schon mal passieren, dass das Pedal abbricht oder sonstige Funktion nicht mehr so gegeben ist wie sie sein sollte (vorher Fahrräder checken). Zum anderen gibt es dabei natürlich sogenannte Rushhours. Nachmittags einen freien Platz an Stationen in der Nähe des Strandes zu finden gleicht einem LottoGewinn. Das Gleiche gilt für den Vormittag in der Nähe der Unis. Hier hilft wiederum die App in der man checken kann, ob noch genügend freie Plätze am Zielort vorhanden sind. Auf Grund der Kombination Metro + Valenbisi bin ich in den sechs Monaten nicht ein einziges Mal Bus gefahren und kann deswegen dazu auch nichts schreiben. 

Stadt, Sehenswürdigkeiten, Party, …

Valencia ist eine der schönsten spanischen Städte, die ich kennengelernt habe. Die Turía, ein trockengelegtes Flussbett - das zum Spaziergehen oder Joggen geradezu einlädt - im Herzen Valencias und der darin liegenden Ciudad de las Artes y de las Ciencias, das in der Ciudad de las Artes gelegene Oceanogràfic, der Bioparc, die verwinkelte, mit sehr vielen kleinen Gassen versehene, Altstadt El Carme oder der kilometerlange Sandstrand. Es gibt auf jeden Fall sehr viel zu entdecken und auch zu erleben.

Es gibt auch sehr viele Erasmus-Büros: ( www.erasmusvalencia.com, www.erasmusvalencia.com, www.esnvalenciaupv.es )

Mit diesen kommt man z.B. mit 50% Rabatt in den Bioparc oder ins Oceanogràfic, außerdem bieten diese Reisen an, wie z.B. 4 Tage Andalusien, mehrere Tage Marokko, eintägige Ausflüge oder auch spezielle Angebote zum Ausgehen.

Generell findet in Spanien alles später statt. So geht man auch zu einer sogenannten Botellon (gemeinschaftliches Vortrinken vor dem Discobesuch) nicht vor 24 Uhr und wenn man nicht allein in einer Disco stehen möchte, sollte man dort nicht vor halb 3 auftauchen. Bei diesen Botellons oder bei den o.g. Reisen lernt man eigentlich die meisten Leute kennen. Die gesamte Organisation für Erasmus findet eigentlich auf Facebook statt, sodass sich hier in Valencia sogar die schärfsten Facebook-Kritiker einen Account eingerichtet haben. Es gibt unzählige Valencia-Erasmus Gruppen bei Facebook, dadurch ist man immer auf dem Laufenden bezüglich Veranstaltungen, gemeinsame Treffen, Tanzabende oder Sonstiges und genießt immer freien Eintritt in die Discotheken sofern man seinen Namen auf die Veranstaltungsseite geschrieben hat. Discos, welche ich empfehlen würde, sind jeden Mittwoch Rumbo144 oder Caribbeans und am Wochenende LA3, Umbracle oder Akuarela. Jedoch Vorsicht walten lassen: Wo viele betrunkene Erasmus-Studenten sind, sind Langfinger nicht weit. Deswegen Kreditkarten und Ausweise immer zu Hause lassen. Ebenso habe ich mein Handy zu Hause gelassen, nachdem ich von mehreren Diebstählen von Handys gehört habe.


Fazit

Alles in allem empfehle ich Spanien, aber allen voran Valencia, als Erasmus-Ziel sehr, sofern man ein anderes Land, den Alltag und das Leben in einer völlig anderen Kultur kennenlernen und sein Spanisch verbessern möchte. Man lernt unglaublich viele Leute kennen und entwickelt Freundschaften zu Personen aus der ganzen Welt.

Nicht zuletzt die spanischen Leute, die viel glücklicher, offener und freundlicher als der pünktliche und immer gestresste Deutsche sind, sondern Wetter (in 6 Monaten hat es an ca. 7 Tagen geregnet, sonst Sonne), die Stadt, einfach das Gesamtpaket empfehle ich jedem der die Chance dazu hat.