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Universidad Rovira i Virgili Tarragona 2014/15

Im Wintersemester 2014/15 habe ich mein Auslandssemester an der Universitat Rovira i Virgili (URV) in Tarragona verbracht. Über die ERASMUS Restplatzbörse, die jeweils im April per E-Mail über das Akademische Auslandsamt versendet wird, bin ich auf noch freie Plätze in Tarragona aufmerksam geworden. Nachdem ich die Zusage durch den für die Wirtschaftswissenschaften zuständigen Erasmus-Koordinator erhalten habe, musste ich mich online auf der Homepage der URV fristgemäß registrieren bzw. einschreiben: http://www.urv.cat/international/movilidad/en_tramites.htm

Außerdem müssen im Vorhinein die zu besuchenden Kurse an der Gasthochschule in Absprache mit dem Koordinator auf dem Learning Agreement eingetragen werden. Dieses kann aber im Laufe des Auslandssemester verändert werden, wenn z.B. Kurse doch nicht angeboten werden.


Die Ankunft in Tarragona

Studienfach: Betriebswirtschaftslehre
Aufenthaltsdauer: 08 /2014 – 02 /2015
Gastuniversität: Universitat Rovira i Virgili Tarragona
Gastland: Spanien

Vom Flughafen in Barcelona gelangt man problemlos und pünktlich (!) mit dem Bus für 13,00 € direkt zum zentral gelegenen Busbahnhof von Tarragona: www.busplana.com/new2013/. Tickets können direkt beim Busfahrer gekauft werden oder vorher am Schalter. Außerdem kann auch der Zug genutzt werden, was allerdings etwas umständlicher ist, da man zunächst vom Flughafen in die Innenstadt von Barcelona muss: http://www.renfe.com/

Von Deutschland aus haben wir - 2 weitere Studenten aus Potsdam und ich - eine Ferienwohnung für 2 Wochen angemietet. Wir haben uns dafür entschieden, da es vor Ort besser ist, nach einer passenden Wohnung zu suchen. Insgesamt habe ich etwa eine Woche benötigt, um ein passendes Zimmer zu finden. Empfehlenswert ist die Erasmus-Tarragona Facebook Gruppe. Außerdem bietet die URV eine Online-Wohnungsbörse an. Informationen dazu gibt das International Center. Verbreitet sind auch schlichte Aushänge an den schwarzen Brettern der Uni oder einfach an einer Straßenlaterne. Durch unseren Vermieter der Ferienwohnung habe ich auch sehr schnell ein Zimmer gefunden und wohnte mit einem Deutschen, einem Italiener und zwei Französinnen unter einem Dach.

Zudem ist es empfehlenswert, sich in den ersten Wochen eine SIM-Karte eines einheimischen Mobilfunkanbieters zu besorgen (z.B. llamaya).

In der 1. September-Woche fand das vom International Office organisierte Welcome-Meeting statt. Man sollte unbedingt daran teilnehmen, denn wir erhielten wichtige organisatorische Informationen und man knüpft schnell erste Kontakte zu anderen Erasmus-Leuten.

Studienfach: Betriebswirtschaftslehre
Aufenthaltsdauer: 08 /2014 – 02 /2015
Gastuniversität: Universitat Rovira i Virgili Tarragona
Gastland: Spanien

Das Leben in Tarragona - Land und Leute

Tarragona liegt ca. 90 km südlich von Barcelona an der Costa Durada im Süden von Katalonien. Sie hat ca. 133.000 Einwohner und ist damit etwas kleiner als Potsdam. Tarragona ist eine direkt am Mittelmeer gelegene Stadt, durch welche sich unzählige traditionsreiche römische Sehenswürdigkeiten ziehen, was vor allem der Altstadt einen einmaligen Charme verleiht. In der sehr schönen Altstadt befinden sich die meisten Sehenswürdigkeiten, z.B. die Stadtmauer oder der römische Zirkus. Die Rambla Nova ist die zentrale Flaniermeile, welche am Balcó Mediterrani beginnt bzw. endet. Er liegt etwa 40 Meter über dem Meer. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick auf das Meer, das Amphitheater und den Hafen von Tarragona. Auf dem Plaça De La Font - dem Hauptplatz Tarragonas - befinden sich viele Cafés und Restaurants (Tipp: Quattros  calamares a la romana :-) ). La Plaça del Forum ist ein weiterer Platz, jedoch weitaus ruhiger und entspannter (Tipp: Kunaan).Das Shoppingcenter Parc Central bietet vielzählige Möglichkeiten zum Einkaufen. Einer der großen Pluspunkte Tarragonas ist, dass alles Wichtige zu Fuß erreichbar ist, sogar der Strand. Um die schöneren, weiter östlich gelegenen Strände (Arrabassada, Larga, La Mora...) zu genießen, sollte man jedoch den Bus nutzen. Es gibt eine sehr aktive AEGEE-Gruppe, die Erasmus-Aktivitäten in Tarragona organisieren, aber auch darüber hinaus (Barcelona, Zaragoza).

In der nahen Umgebung befinden sich einige Touristenhochburgen (z.B. Salou), welche eher nicht so empfehlenswert sind. Dafür sollte man aber unbedingt einen Abstecher in die zahlreichen, im Landesinneren gelegenen Dörfer (z.B. Montblanc) machen. Außerdem bietet sich Tarragona als Ausgangspunkt für verschiedene Ausflüge/Reisen an: Barcelona, Valencia, Girona, Costa Brava, Pyrenäen, Porto usw.

Dadurch dass Tarragona und deren Uni eher klein sind, ist es meiner Meinung nach wesentlich einfacher, die Einheimischen, die Kultur und die Sprache besser und schneller zu lernen als bspw. im internationalen Barcelona, wo man eh meistens gleich auf Englisch angesprochen wird.

Gerade für uns Deutsche ist die typische "Spanische Tranqulidad" anfangs gewöhnungsdürftig. Das schließt unter anderem die Siesta, in denen die meisten Geschäfte geschlossen sind und das Abendbrot, das nicht vor 21 Uhr stattfindet, ein. Das Essen und das Trinken (vor allem der Wein) sind für Spanier wichtig und gut. Dafür nehmen sich die Spanier viel Zeit und verbringen stundenlang mit Freunden und Familie in Cafés.

Ein Highlight war das große Stadtfest "Santa Tecla". 10 Tage Musik, Tanz, Konzerte auf den Plätzen, Straßen und Gassen Tarragonas bis in den Morgen hinein. Vor allem das Sinnbild katalanischer Kultur - die traditionsreichen Castells - darf man nicht verpassen. Das sind haushohe Türme aus Menschen, die kleinsten Kinder ganz oben an der Spitze.

Die Sprachsituation

Begründet in der Landeshistorie strebt Katalonien nach einer Unabhängigkeit Spaniens. Dies bedeutet, dass die katalonische Provinz eine eigene Sprache hat, die eine völlig eigene Sprache ist und nicht als ein Dialekt des Spanischen angesehen werden kann. Die Katalanen sind im Allgemeinen sehr stolz auf ihre Herkunft, Sprache und Kultur. Spannend war auch die Abstimmung der Katalanen über die Unabhängigkeit der Region von Spanien am 9.11.2014. Da das spanische Verfassungsgericht ein bindendes Referendum verboten hat, hatte das Ergebnis der Volksbefragung allerdings nur Symbolcharakter. Die Befürchtung, dass die Katalanen ausschließlich Katalanisch reden wollen, hat sich nicht bestätigt. Grundsätzlich ist es ihre 1. Sprache, auf die sie sehr stolz sind, aber jeder spricht auch Spanisch - mit Ausländern sowieso. Eine wirkliche Freude macht man ihnen aber, wenn man mit ihnen einige Brocken Katalanisch spricht und erwähnt, dass man einen Sprach-Kurs macht.

Grundkenntnisse in Spanisch sind vor der Abreise aber unheimlich wichtig, um mit Einheimischen in Kontakt zu kommen, denn die englische Sprache ist - gerade bei Älteren - wenig verbreitet bzw. ist die Hemmschwelle für sie, Englisch zu sprechen, gefühlt höher. Allerdings kann auch ein Grund darin liegen, dass Englisch-Kurse an der Uni mit enormen (!) Kosten verbunden sind - ein großer Unterschied zu Deutschland. Zudem empfehle ich während des Auslandsaufenthaltes an den o.g. Spanisch- und Katalonisch- Kurse teilzunehmen. Weiterhin ist ein Sprach-Tandem-Partner sehr empfehlenswert, mit dem man Spanisch bzw. Deutsch redet und er kann als Einheimischer wertvolle Tipps geben.


Fazit

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich die Entscheidung für ein Erasmus-Semester in Tarragona immer wieder treffen würde. Ich bin sehr glücklich und dankbar, dass ich diese wertvollen Erfahrungen machen konnte. Meine Sprachkenntnisse in Spanisch und Englisch konnte ich verbessern und bin nun sogar in der Lage, einige Brocken auf Katalanisch zu sagen. Gleichzeitig habe ich sehr viele interessante Menschen aus den verschiedensten Ländern Europas kennengelernt und gute Freundschaften geschlossen. Zu meinen schönsten Erlebnissen zählen sicherlich auch die Ausflüge und Reisen, die ich unternommen habe. Die Erasmus-Zeit sollte man unbedingt auch dafür nutzen. Neben der Förderung von Organisationsfähigkeit, Selbstständigkeit und Offenheit, habe ich außerdem ein Stück weit mehr an Gelassenheit gewonnen. Ich hatte eine wirklich schöne Zeit in Spanien und bin glücklich, mich genau für dieses Auslandssemester entschieden zu haben.