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Universidad del País Vasco 2013/14

Ich studiere seit 2011 an der Universität Potsdam Französisch und Spanisch auf Lehramt. Da ich mit Spanisch erst an der Uni anfing, stand für mich von Anfang an fest, ins Ausland zu gehen. Ich informierte mich über die verschiedenen Parnteruniversitäten Potsdams und entschied mich letzten Endes für die Universität des Baskenlandes „Universidad del país vasco“. Warum? Eigentlich, weil ich dachte, am Campus in San Sebastian an der Teaching School zu studieren und damit zur Nähe Frankreichs auch ab und an Französisch sprechen zu können. Da ich aber nicht wusste, dass ich in Spanien nicht als Lehramtsstudentin eingeschrieben werden würde, sondern als Philologiestudentin, ging mein Plan nicht auf, ich wurde nach Vitoria geschickt. Natürlich musste ich mich vorher, wie bei der Informationsveranstaltung des Auslandsamts beschrieben, pünktlich und mit dem geforderten Dokument bei der entsprechenden Koordinatorin der Heimathochschule bewerben. Es wurde alles weiter geleitet und nach der Bestätigung, musste das Learning Agreement ausgefüllt werden. Ich hielt mich dabei an vergangene Semesterpläne und trug erst einmal einfach irgendwas ein – letzten Endes behielt ich nur einen der sechs angegebenen Kurse, es dient lediglich für eine erste Orientierung. Mit diesem Link kommt ihr auf die entsprechende Internetseite der Facultad de Letras der UPV: http://www.letrak.ehu.es/p245- content/es/contenidos/informacion/indice_fgh/es_indice/docencia_lmc_2010.html (dort dann auf Plan de Estudios). Ich würde auf jeden Fall empfehlen, die angebotenen Sprachkurse wahrzunehmen. So lernte ich schon einmal Erasmus-Studenten anderer Fakultäten kennen und konnte die ersten Kontakte knüpfen. Außerdem gestaltet sich so die Wohnungssuche etwas angenehmer, da der Kurs 2 Wochen vor Semester beginnt und noch viele Wohnungen zur Verfügung stehen. Womit wir beim nächsten Punkt wären.


Unterkunft

Gastuniversität: Universidad del País Vasco

Gastland: Spanien

Ich kümmerte mich erst vor Ort um eine Unterkunft, da ich mir die Wohnungen erst einmal angucken wollte (anderer Standard). Ich buchte mir über Internet 3 Nächte in der Albergue de la catedral (http://www.alberguecatedral.com/en). Ein relativ preisgünstiges und vor allem sauberes Hostel mit eigenem Bad im Zimmer, das ich mir eigentlich mit 5 anderen hätte teilen müssen, jedoch blieb ich die ganzen Nächte alleine. Vom Bahnhof ist es ein ganzen Stück zu laufen, wenn man mit dem Bus von Bilbao kommt, ist es kürzer. In den ersten Tagen begab ich mich zum Help Center der UPV, wo mir meinem Budget entsprechend etwas passendes gesucht wurde ( ich gab 250€ kalt maximal an, man findet aber auch für 200€ etwas). Ich klapperte einige Nummern ab und entschied mich für die erste Wohnung, die ich mir dann mit 2 Spaniern teilte. Sie befand sich mitten im Zentrum, was allerdings bedeutete, dass ich 20min zu Fuß zur Uni laufen musste. Die, die nur 3min Fußweg zur Uni hatten, mussten dann allerdings in die Stadt länger laufen. Aber insgesamt gestaltete sich die Wohnungssuche bei mir (und soweit ich von meinen Freunden wusste, bei allen) sehr leicht. Man darf allerdings natürlich auch kein Luxus Apartment erwarten.

Gastuniversität: Universidad del País Vasco

Gastland: Spanien

Studium an der Gasthochschule

Wie bereits angedeutet, nahm ich 2 Wochen an einem Intensivkurs teil und konnte mir so schon ein erstes Bild vom Campus machen. Als es dann richtig los ging, hatten wir 2 Wochen Zeit, uns aus allen Studienrichtungen, die an der Fakultät angeboten wurden, Kurse anzugucken und danach zu entscheiden, welche wir definitiv machen wollen. Interessant fand ich dabei, dass es bei einigen Kursen die Möglichkeit gibt, eine kontinuierliche Leistung zu erbringen. Das heißt, man musste regelmäßig teilnehmen und die geforderten Aufgaben bzw. Teilexamen schreiben und konnte bei Bestehen das eigentliche Examen im Januar weglassen. Wenn man sich die Kurse gut wählt, könnte man also auch vor Weihnachten alles fertig haben. Insgesamt ist das Studium an der UPV sehr verschult, die Studenten warten sogar manchmal vor dem offenen Raum, bis der Dozent kommt. Die Kurse bestehen meist aus kleinen Klassen, die oft den gleichen Stundenplan haben. Wenn man also viel Kontakt zu den meist etwas zurückhaltenden baskischen Einheimischen möchte, würde ich empfehlen, möglichst viele Kurse mit der gleichen Klasse zu wählen, damit man die dann gut kennenlernt. Ich habe eigentlich hauptsächlich über das Tandem-System Kontakt zu Spaniern gefunden. Ich hatte 3 Spanierinnen, die Deutsch lernten, mit denen ich mich einoder zweimal in der Woche getroffen habe, um Deutsch bzw. Spanisch zu sprechen. 

Alltag und Freizeit

Mit diesen Spanierinnen habe ich mich dann auch neben unserer festen Treffen verabredet, um die baskische Kultur näher kennen zu lernen. Wir organisierten Spanisch-Deutsche Abende, gingen Shoppen, trafen uns auf einen Kaffee oder machten Ausflüge zu ihnen nach Hause. Auch wenn Vitoria relativ klein ist, kann man seine Freizeit gut gestalten. Es gibt zahlreiche Bars, Geschäfte, Kinos, Ausstellungen… Glück hatte ich mit den Sportkursen, die ich über das Centro Cifico (relativ nah bei der Uni gibt es das Centro Cifico Helgoalde) wählen konnte. Man musste sich dort vor Ort für die Kurse, die man wollte, anmelden und wurde dann per Losverfahren ausgewählt. Die Frist zu Anmeldung läuft glaub ich auch vor Semesterbeginn ab, noch ein Grund mehr, den Sprachkurs vorher zu belegen. Ich belegte Squash und Condición física, womit ich 4 mal in der Woche am Abend Sport trieb. Es können aber auch Kurse an der Uni belegt werden, die mich aber schon bei der kleinen Auswahl absolut enttäuschten (zum Beispiel: kein Fußball! Unsere Jungs trafen sich dann selbst zum Spielen). Besonders gut fand ich die von der Fakultät organisierten Ausflüge, die ca. jedes zweite Wochenende angeboten wurden. Man konnte sich per Email für die nächste Exkursion anmelden und wurde dann kostenlos zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten und Regionen des Baskenlandes gefahren und bekam vom begleitenden Dozent immer eine kleine Führung dazu. So kam man beispielsweise nach Bilbao, San Sebastian, in die Region La Rioja, ins französische Baskenland und noch einiges mehr. Zu erwähnen ist noch, dass immer Donnerstag das für Vitoria typische Pintxo Pote veranstaltet wird. In bestimmten Bars (nicht in allen, meist etwas außerhalb des Stadtkerns gelegen, zum Beispiel in der Calle Gorbea) bekam man dann für 1€ ein kleines Getränk (Bier oder Wein) und dazu einen Snack, also einen Pintxo. Vor allem zu Beginn gingen wir Erasmus-Studenten oft gemeinsam in die Bars, um uns kennen zu lernen. 


Fazit

Insgesamt kann ich einen Auslandsaufenthalt in Vitoria empfehlen. Allerdings sollte man sich im Klaren darüber sein, dass es in Nordspanien nicht so zu geht, wie im Süden. Es ist eine andere Kultur, andere Traditionen, die Basken sind etwas verschlossener, das Wetter ist mit viel Regen um einiges schlechter. Aber wenn man sich dessen bewusst ist, kann man dort eine tolle Zeit verbringen und enge Freundschaften schließen. Die Basken sagen von sich selbst, dass sie zwar nicht so aufgeschlossen sind, wie die meisten Spanier, wenn sie aber erst einmal aufgetaut sind, wirklich gute Freunde werden können. Für mich hat sich der Auslandsaufenthalt mehr als gelohnt. Ich habe mich nicht nur sprachlich deutlich verbessert (obwohl viele Basken zu Hause Baskisch sprechen, können alle Spanisch), sondern habe auch wirklich gute Freunde gefunden und werde sicher noch öfter zurückkehren.