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Universidad del País Vasco 2014/15

Abgesehen von der etwas unübersichtlichen Kurswahl waren die Vorbereitungen recht schnell erledigt. Keine Angst, vor der Bürokratie – So viel ist es gar nicht. (Und die Kurse kann man ohnehin ziemlich leicht vor Ort noch einmal ändern.) Lediglich die Learning Agreements mussten unterschrieben und abgeschickt werden, die Krankenversicherung abgeschlossen und alles Weitere ließ sich dann vor Ort regeln (auch die Wohnungssuche).


Studium an der Gastuniversität

Studienfach: Philosophie und Spanische Philologie
Aufenthaltsdauer: 09 /2015 – 07 /2015
Gastuniversität: Universidad del País Vasco
Gastland: Spanien

Die Studiensituation während des Semesters war angenehm. Professoren und Studierende sind sehr freundlich und hilfsbereit. (Auch wenn, verglichen mit den Spaniern aus dem Süden, die Basken eher zurückhaltend sind und uns Nord-Europäern mehr ähneln). Man wird immer Hilfe finden, wenn man fragt und die Professoren nehmen Rücksicht auf einen. Vitoria ist eine kleine Stadt, sodass man außerdem schnell Freunde findet, weil man sich ohnehin ständig über den Weg läuft.

Bezüglich der Sprachbarrieren war ich anfangs ein bisschen frustriert als ich gemerkt habe, wie schwer es ist, den Vorlesungen zu folgen und sich aktiv an Diskussionen zu beteiligen. Aber natürlich haben alle Verständnis dafür und außerdem ist man ja nicht allein. Schnell knüpft man, wenn man möchte, Kontakt zu den anderen Erasmusstudierenden, die die gleichen Schwierigkeiten haben wie man selbst. Ich war im Sommersemester in Vitoria, das wirklich sehr kurz war (Im Juni hatte ich bereits die letzte Prüfung). Andere Erasmusstudierende haben mir gesagt, dass das Wintersemester ihnen besser gefallen hat, da die Uni zu diesem Zeitpunkt noch gratis Exkursionen organisierte und die Stimmung aufregender war, weil alle noch neu waren. Im Sommersemester wurden leider keine Exkursionen mehr veranstaltet und einige meiner Erasmus Kommilitonen schienen ein bisschen gelangweilt von der kleinen Stadt (aber das ist ja immer subjektiv). Die Uni Gebäude sind groß und der Campus bietet alles, was nötig ist. Zu der Anerkennung der Leistungen kann ich derzeit noch nichts sagen, da ich noch nicht weiß, ob ich mir tatsächlich alle anrechnen lassen kann.

Studienfach: Philosophie und Spanische Philologie
Aufenthaltsdauer: 09 /2015 – 07 /2015
Gastuniversität: Universidad del País Vasco
Gastland: Spanien

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Nach meiner Erfahrung ist der Kontakt zu einheimischen Studierenden zwar etwas schwieriger als der zu Erasmus-Studierenden, weil diese meist kontaktfreudiger sind, allerdings klappt auch das, wenn man wirklich möchte. Die Kommilitonen waren, wenn man erstmal ins Gespräch kam, alle sehr offen und hilfsbereit. Außerdem gibt es außerhalb der Vorlesungen auch Sport- und Freizeitangebote über die man Einheimische kennenlernen kann.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Ich bin mit einem B2 Niveau nach Spanien gegangen und bin sicher, dass ich meine Sprachkompetenz während dem Auslandsaufenthalt verbessert habe. Vor allem im Smalltalk ist man nach kurzer Zeit versierter. Aber auch durch das Hausarbeiten schreiben und das Lesen von Fachliteratur in der Uni, habe ich das Gefühl, meine Kompetenz erweitert zu haben.

Wohn- und Lebenssituation

  • Die Wohnungssuche ist eigentlich das geringste Problem. Es reicht auf jeden Fall aus, wenn man vor Ort nach einer Bleibe sucht, denn das Angebot an WGs ist wirklich groß. Zwar ist das Baskenland, verglichen mit dem Rest von Spanien, etwas teurer, aber die Preise sind ähnlich den Berliner oder Potsdamer Preisen.
  • Öffentliche Verkehrsmittel habe ich kaum genutzt. Die Einheimischen pflegen zwar zu behaupten, dass Fußmärsche von 10 Minuten „sehr weite Strecken“ seien, aber, vor allem für Berliner, ist die Stadt super zu Fuß erkundbar. Außerdem ist die Stadt zum Radfahren sehr angenehm, da es quasi nie bergauf geht. Ich konnte gleich zu Anfang eine kleine Fahrrad Werkstatt ausfindig machen, bei der ich mir ein schickes Rennrad für 5 Monate ausleihen konnte, inklusive Schlössern und Licht (10€ / Monat + 100€ Pfand, falls es geklaut wird, beim „Taller de Asier“), damit wurden dann auch zahlreiche Ausflüge ins Umland unternommen.
  • Bankgeschäfte waren eigentlich kein Problem. Einige Banken, die Deutsche Kreditbank zum Beispiel, bieten eine weltweit gebührenfreie Kreditkarte an, was sich gelohnt hat.
  • Wie wahrscheinlich alle, habe auch ich im Voraus eine Auslandszusatz Krankenversicherung abgeschlossen, damit man im Notfall nicht für einen Rücktransport aufkommen muss, was ziemlich teuer ist. Ich habe aber von allen deutschen Erasmusstudierenden, die während ihres Aufenthalts einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen mussten, gehört, dass man dort nichts weiter als die europäische Krankenversicherungskarte sehen wollte und, zum Teil, die Behandlungen sogar abgelehnt wurden, wenn man nur mit dem Nachweis der Zusatzversicherung ankam, den man ja meist nur in Papierform besitzt. Daher habe ich nicht bereut, einfach die billigste Auslandsversicherung die ich gefunden habe, abgeschlossen zu haben (bei der ERV).
  • Lebenshaltungskosten sind in Vitoria vergleichbar mit den Potsdamern oder Berlinern, obwohl das Essen teilweise sogar teurer ist. Die Uni Cafeteria zum Beispiel bietet ein Studenten Menu für 6€ an, sodass wir uns meistens mit einem riesen Sandwich für die Hälfte des Preises zufrieden gaben.
  • Die Uni bietet Sport- und Freizeitangebote recht preiswert an. Außerdem kann man super schnell mit dem Bus in die umliegenden Dörfer und Wälder zum Klettern, Wandern oder Ähnlichem. Das Baskenland ist auf jeden Fall ideal für Outdoor-Freaks. Der Camino de Santiago verläuft außerdem durch Vitoria, sodass man quasi direkt von der Haustür aus aufbrechen kann, wenn einem danach ist. Bilbao und San Sebastian sind innerhalb einer Stunde erreichbar und bieten ein bisschen kulturelle Abwechslung und im Übrigen ist Cantabrien und Galizien auch sehr schnell mit dem Autobus erreicht, sodass sich ein Wochenendtrip bereits lohnt.

Rückblick

Ich habe meinen Erasmus Aufenthalt keine Sekunde bereut. Es war sehr spannend einen Einblick in die baskische Kultur zu bekommen, den man wohl echt nur bekommt, wenn man dort ist. Die Basken sind wirklich ein Völkchen für sich und, wie sie selber sagen, tatsächlich sehr anders als „die Spanier“, wie man sie sich vorstellt. Landschaft und Natur sind wirklich sehr schön und wenn man unternehmungslustig ist, wird man sich nicht langweilen. Auch wenn ich sagen muss, dass ich das südliche Spanien bevorzuge, hat mir mein Aufenthalt gut gefallen. Und am Ende kommt es sowieso eigentlich nur auf die Leute an, die man trifft, und viel weniger auf den Ort.