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Universidad de Murcia 2014/15

Murcia ist eine spanische Stadt, die sich im Südosten der Halbinsel befindet. Die Region gehört zur sonnenreichsten in ganz Europa und in meinem Aufenthalt gab es 90 Prozent der Tage klaren Himmel und Sonnenschein, was sich gerade im Winter als Vorteilhaft erweist. Sie ist im Durchschnitt sogar deutlich wärmer als die Städte Sevilla und Granada. Dieses, als deutscher sehr angenehme Klima, ist auch der Grund für die Trockenheit im Boden. Wenn man das erste Mal mit dem Bus durch die Region fährt, fällt einem sofort auf, wie ausgetrocknet alles ist. Der Lehmboden gibtder Region seine typische mediterrane Farbe. Nur im Sommer ist die Region etwas farbenfroher, wenn die ganzen Plantagen von Mandarinen, Orangen und vielen anderen Früchten erntereif geworden sind. Trotzdem bietet die Region ein anderes Erlebnis als das typisch grüne Deutschland. Die Region ist ebenfalls relativ hügelig und in Kombination mit dem Lehmboden sieht das Ganzeein wenig abwechslungsreich aus. Die Stadt an sich befindet sich im Zentrum dieser Hügel und hat zumindest dort eine angenehme Erscheinung. Trotz der Daten von knapp 500.000 Einwohnern, erschien mir das Stadtzentrum sehr klein. Es befindet sich nördlich des Flusses, der die Stadt in Nord und Süd spaltet. Ich persönlich war nur im nördlichen Teil unterwegs und habe den Süden nur eine Handvoll Mal besucht. Es gibt dort ein paar schöne Ecken, die man entdecken kann, aber dennoch ist sie nicht wirklich lebenswert als Student, da sich alle wichtigen Sehenswürdigkeiten, die Shoppingstraße der Gran Via, Verkehrsknotenpunkte und die Straßenbahn (¨Tranvia¨) im Norden befinden. Dadurch ist alles extrem fußläufig und nicht einmal ein Fahrrad wäre notwendig gewesen. Wie in Spanien üblich hat der öffentliche Nahverkehr seine Basis auf ein Weitreichendes Bussystem. Spannend ist es deshalb, weil im Bus keine Stationen angesagt werden und man auf gut Glück aussteigen muss oder Passanten fragen muss, wo man denn nun sei. Ich hab den Bus im Nahverkehr nur eine Handvoll Mal benutzt. Da mein Campus la Merced war, konnteich mich überall zu Fuß hinbewegen und war auf nichts anderes angewiesen.Es gibt eine einzigeStraßenbahnlinie die von Nordwesten (dem 2. Und viel größeren Campus Espinardo) zu den neuen Einkaufszentren und dem neuen Stadion Nueva Condomina im Nordwesten fährt. Da das wichtige Stadtzentrum, wo sich Bars, Klamottenläden und  alle wichtigen Clubs befinden sehr sehr klein ist und in knapp einer Stunde umrundet werden kann, kreuzt die Straßenbahn dieses Zentrum nur am nördlichsten Rand und bietet mit knapp 3-4 Stationen sehr wenige Einstiegsmöglichkeiten. Die Stadt Murcia an sich ist nur ein Zusammenschluss von Dörfern, die in der Nähe und so die Einwohnerzahl ergeben. Auf mich hat es eher auf eine Kleinstadt gewirkt als auf eine Stadt mit 500.000 Einwohnern. Man merkt schon, dass die Stadt selbst nicht viel Tolleszu bieten hat. Esgibt keinen richtigen Park in der Stadt, sondern nur eine Reihung von Plätzen, die eher schlecht als recht gebaut wurden. Dennoch sind die Gebäude ganz schön und ein sehr gutes Beispiel für die mediterrane Architektur.


Anreise

Gastuniversität: Universidad de Murcia
Gastland: Spanien

Nach der Zusage für meinen Studienplatz ging es auch direkt los mit der Vorbereitung. Infos über die Stadt mussten eingeholt werden und der Flug gebucht werden. Da alles sehr knapp war, musste ich den Flug 1 Monat vor Beginn der Reise buchen. Ich hab ihn demnach Anfang August gebucht und bin am 1. September geflogen. Ich wollte noch ein wenig eher da sein, als die anderen um mich noch ein bisschen zu entspannen, die heißen Temperaturen zu genießen und schon mal die spanische Mentalität einzusaugen. Die Suche des Fluges gestaltete sich relativ schwierig, da bei den meisten Unternehmen zu wenig Gepäck dabei war und man sonst hätte ordentlich Aufschlag zahlen müssen. Ich habe mich dann für Air Berlin entschieden, was definitiv eine gute Wahl war, da die Mitarbeiter an den Gepäckaufnahmeschaltern gern ein oder beide Augen zudrücken (Bei meinem Rückflug hatte das Standartgepäck bereits 26 kg und das Handgepäck locker nochmal 13. Der Mitarbeiter hat aber nicht einmal mit der Wimper gezuckt und mich lässig durchgewunken. Genauso erging es auch 2 Freundinnen, die mit AirBerlin geflogen sind). Dazu hab ich auch gleich den Rückflug am 14. Februar gebucht und die letzten zwei Wochen für Reisen und ähnliches geplant. Insgesamt hab ich dann knapp 350 Euro für Hin-und Rückflug bezahlt! Diese Idee hat sich allerdings als nicht optimal herausgestellt. Die letzten 2 Wochen bin ich gar nicht gereist, weil ich alles, was ich mir angucken wollte, bereits gesehen habe. Die Spanier, die man kennenlernt haben Anfang Februar schon wieder Uni und keine Zeit mit einem zu reisen. Demnach wäre ich auch gerne 2 Wochen eher nach Hause geflogen.

Wenn man von seiner Bank ein gutes Angebot für eine Visakarte kriegt, sollte man die so schnell wie möglich bestellen. Ich hab mich damals für ein neues Girokonto der Deutschen Bank entschieden, über das ich nur Gutes berichten kann. In Murcia gibt es an der Gran Via eine eigene Deutsche Bank Filiale und am Plaza Circular noch einmal ein Automat. Da ich gleich um die Ecke gewohnt habe, war es kein Problem dorthin zu gehen. Jedoch ist eine Visakarte die einfachere Methode, wenn man nicht direkt um die Ecke der Deutschen Bank wohnt.

Die erste Woche hab ich mir ein Hotel mit Pool genommen, um in das Erasmussemester reinzukommen. Das hat mich zwar 400 Euro gekostet, aber die Entspannung war es mir wert. Ein besonderer Anreizso früh in Murcia anzukommen istdie „Feria de Murcia“. Eine ganze Reihe von Festen finden  nämlich von Anfang September bis Mitte September statt und bieten so die perfekte Gelegenheit in das neue Leben zu starten. Neben der Feria habe ich die erste Woche auch intensiv die Stadt erkundet und mich auf Wohnungssuche begeben. Der Termin für die Eröffnungsverantaltung war bei mir der 2. September. Dort bekommt man dann seinen Universitätsaccount, seine Karte und ein paar Hilfreiche Tipps zur Wohnungssuche. Die Plattform „Vimur.um.es“ (Vivir en Murcia) ist eine Internetseite, auf der Vertrauenswürdige Vermieter ihre Angebote einstellen können und die von der Uni überprüft wurden. Über diese Seite hab ich mir auch mein Zimmer gesucht und konnte die Wohnung gleich am nächsten Tag besichtigen. Allgemein gestaltet sich die Wohnungssuche sehr einfach. An fast jeder Laterne hängen Nummern mit Angeboten. Da die Zimmer im Gegensatz zu Berlin sehr billig sind (100-200 Euro im Monat ohne NK) kann man sich die besten Angebote rauspicken. Nicht selten hängen auch Angebote dran mit weit über 400 Euro im Monat, die man aber getrost ignorieren sollte.

Gastuniversität: Universidad de Murcia
Gastland: Spanien

Unterkunft und Leben

Meine Wohngemeinschaft befand sich im Nordwesten des Zentrums, beim redonda norte. Direkt im barrio Santa Maria de Gracia gelegen kann ich diesen Teil sehr empfehlen. Es ist sehr ruhig, da hier vor Allem Familien wohnen. Die Granvía, mit ihren zahlreichen Shoppingmöglichkeiten liegt zudem direkt vor der Haustür. Die Uni war dort auch nur 10 Minuten zu Fuß entfernt. Wenn man auf Wohnungssuche ist sollte man darauf achten, dass die das Zimmer eine eigene Heizung bietet. Dadurch, dass die Häuser nach alten Standarten gebaut wurden und somit keine Dämmung oder ähnliches aufweisen, wird es im „Winter“ schon sehr Kalt in dem Zimmer. Auch mehrere Lagen Pullover reichen da nicht aus.

Ich hab mir die Wohnung mit  zwei Chinesen und einem Amerikaner geteilt. Die Amtssprache war natürlich Spanisch und dadurch, dass die Chinesen schon mehrere Jahre dort gewohnt haben, war es auch kein Problem darüber zu kommunizieren. Jedoch hatten wir alle nie ein familiäres Verhältnis. Man sah sich zwar jeden Tag, hat sich aber dennoch die meiste Zeit in seinem eigenen Zimmer aufgehalten.Die Vermietung an sich war eine sehr unkomplizierte Sache. Ich hatte einen eigenen Mietvertrag und hatte mit meiner Kaution von 120 Euro auch gleich die letzten 2 Wochen meines Aufenthaltes bezahlt und konnte so ohne Probleme oder anderer Sorgen abreisen.

Für die Freizeit bleibt in der Stadt mehr als genug Zeit. Allerdings wird einem die Stadt nach 2 Monaten echt langweilig, weil man schon alles kennt und gesehen hat. Die Clubs in denen man dort feiern geht sind auch nicht wirklich gut. Die meisten befinden sich in direkter Umgebung der Universität. Dort gibt es den typischen Erasmusclub „Badulake“, wo mich der DJ mit seinem Wechsel aller Musikarten niemals überzeugt hat. Wesentlich besser ist da schon die „Luminata Bar“, wo auch die Spanier am liebsten hingehen. Dort läuft allerdings ausschließlich spanische Musik, die jedoch sehr schön anzuhören ist. Ein sehr schöner Club ist das „Musik“ direkt in der Stierkampfarena. Die Musik ist ähnlich dem Badulake jedoch mit 2-3 Floors auch relativ abwechslungsreich. Dort finden auch die großen Erasmuspartys am Anfang des Semesters statt. Über Facebook findet man leicht die Organisationen „ESN Murcia“ und „Erasmus Life Murcia“, die alles von Partys bis Städtetrips organisieren und einem auch sehr gutdie Region Murcia schmackhaft machen. Diese Aktionen finden jedoch nur bis Ende Oktober statt, da es sonst zu kalt für einige Aktivitäten wird.


Rückblick

Für einen Großstädter kann ich die Stadt nicht empfehlen. Sie bietet einfach viel zu wenig, als das man dort wirklich auf Dauer glücklich werden könnte. Wäre da nicht die wunderbare spanische Mentalität, die das alles Ertragens Wertgemacht hätte, wäre ich wahrscheinlich schon wesentlich eher abgereist. Ich konnte mich in der Stadt wirklich wunderbar erholen und von dem Stress, den ich in Berlin dauerhaft hatte,befreien und viele neue Energie tanken.

Mein sprachliches Niveau hat sich der Zeit wesentlich verbessert. Selbst wenn man  mehr mit Erasmusleuten zu tun hat als mit Einheimischen, kann sich das Niveau sehr gut verbessern. Ich hätte mir nur noch mehr gewünscht, wie ich es bereits in einem anderen Austauschprogramm mit Französisch erfahren hab, dafür ist ERASMUS nicht die perfekte Wahl, aber jederzeit eine Erfahrung wert.

Hiermit stimme ich einer Veröffentlichung meines Berichts zu.